Trotz aller Probleme des amerikanischen Marktes, überhaupt neue Stundenserien zu etablieren, sah es für Freunde des SF-Genres nach einer guten Saison aus: es wurde sehr viel angekündigt, teilweise von den wirklichen Koryphäen der Branche. Science Fiction is alive and well…

Je näher die Ausstrahlungstermine rücken, desto düsterer wird allerdings das Bild: „Caprica“ hat mich nicht überzeugt, und ob die Serie mittelfristig das Erbe von „Battlestar Galactica“ stemmen kann, wage ich doch schwer zu bezweifeln.

„Galactica“-Neuerfinder Ron Moore hat aber ein weiteres Eisen im Feuer: „Virtuality“, die Story einer Raumschiff-Besatzung, die sich die Zeit mit Holo-Simulationen vertreibt, und außerdem Bestandteil einer „Big Brother“-artigen Reality-Show ist, die zur Erde übertragen wird.

virtuality

Insgesamt ein Konzept, dass mir nicht gerade die Handflächen feucht werden lässt. Der immerhin von Peter Berg („Welcome to the Jungle“, „Hancock“) gedrehte Pilotfilm wird am 4. Juli ausgestrahlt, einem Feiertag, an dem so gut wie niemand fernsieht. Branchen-Insider vermuten, dass Fox das Projekt damit loswerden will – nennenswerte Quoten sind auf diesem Sendeplatz nicht zu erwarten. Dazu passt, dass der Sender mehrfach massive Änderungen am Konzept verlangt hat.

„Boldly going nowhere“ ist ein ähnliches Konzept auf dem gleichen Sender, aber mehr in Richtung Comedy entwickelt. Nikki Finke hat rumoren hören, dass die Serie auch ziemlich tot ist.

v

Die Neuauflage des 80er Jahre-Klassikers „V“ sollte mich versöhnlich stimmen – aber nachdem „V“-Erfinder Kenneth Johnson („Incredible Hulk“, „Alien Nation“) nicht dabei ist, schraube ich meine Erwartungen erstmal in den Keller. Das Endzeit-Drama „Day One“ scheint mir ein neues „Jericho“ zu werden – und wir haben ja alle gesehen, wie prima das funktioniert hat…

Wie es aussieht, liegen die größten Erfolgschancen der neuen Saison ausgerechnet bei „Stargate Universe“ – und damit bei einer Franchise, aus der ich mich vor Jahren schon ausgeklinkt habe.

gateuniverse



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Asmodeus
Asmodeus

Ich hab neulich alle Folgen von V gesehen und war schwer begeistert.
Wird bei einer Neuauflage einfach alles wiederholt oder sollte das dann Fortsetzungen geben? Wie daf man sich sowas vorstellen?

Asmodeus
Asmodeus

Ja, die waren übel. Aber…mich haben sie echt begeistert.

Hab die als Kind mal gesehen und neulich hat ein Kollege sich alle Serien geholt. Direkt mal alle geschaut. Ich war irgendwie schwer begeistert ohne genau sagen zu können woran das lag.

OnkelFilmi

„Man muss allerdings fairerweise sagen, dass die V-Serie (also nicht die Miniserien) ziemlich übel war.“

Aber sie hatte Ham Tyler, dammit!!!

Und Johnson mag zwar nicht bei der Neuauflage dabei sein, aber das muss ja nicht unbedingt Schlechtes verheissen. Denk doch nur dran, als Universal die BSG Neuauflage ankündigte und Glen Larson nicht dabei war. Zumindestens was die Leute vor der Kamera angeht, sieht es nicht schlecht aus, vor allem da man einen Haufen Fanfavoriten aus anderen Genreproduktionen übernommen hat: Morris Chestnut, Elizabeth Mitchell (Lost), Alan Tudyk (Firefly), Laura Vandervoort (Smallville), Morena Baccarin (Stargate SG-1, Firefly) und Joel Gretsch (The 4400).

Und es kommt ja auch noch so einiges mehr, was zwar nicht unbedingt SciFi, aber doch Genre ist: Warehouse 13, Flash Forward, Back, Eastwick, Masterwork, Vampire Diaries, Song of Ice and Fire (nach George RR Martin), Human Target.

Peroy
Peroy

„Song of Ice and Fire (nach George RR Martin)“

Das ist kein Garant für garnix… es gab‘ ja auch mal „Doorways“ (nach George RR Martin), das war ja ganz erbärmliche Krümmelkacke…

„Nazi-Echsen aus dem Weltall“ wird remaked? Cool…

Just_Jack
Just_Jack

Peroy mit nem „Feuerwalze“-Neologismus….;-)

OnkelFilmi

„Doorways“ stammt aber auch nicht von HBO, und wurde auch nicht als DAS Prestigeobjekt der kommenden Saison angekündigt.

Ausserdem heisst das „Krümmelkacke aus dem Schamanendiscount“. Muss wohl Saarländer-Humor sein…

dLTexid
dLTexid

menno, ich les euch (darf man das als) filmundserienundsonstwasnerds (bezeichnen?) immer wieder gerne… weiter so Vogel, Filmi und Konsorten

nur eine Bitte: gibts noch Anekdoten? ich lese sowas immer wieder gerne, wie zum beispiel b=B beim Sprengsatz… Internie/nas die ich ausser in Blogs nie zu hören bekommen würde…

Verneigung vor euren Erfahrungen/Wissen/Wasauchimmmmmmmer…

(schon wieder die mmmm-taste 🙁 )

Just_Jack
Just_Jack

dLTexid, ist deine tastatur auf LSD?

dLTexid
dLTexid

nee, wnn dann NUR thcig

dLTexid
dLTexid

+e

Just_Jack
Just_Jack

das schreibt sich „THC“. Und ich geh ins Bett.

dLTexid
dLTexid

und das adjektiv thcig…

dLTexid
dLTexid

bildungsflatulenzer!

Montana
Montana

„‚Stargate Universe‘ – einer Franchise, aus der ich mich vor Jahren schon ausgeklinkt habe.“

Noch während SG-1? Dann hast Du mein vollstes Verständnis. Atlantis war da schon ein Fortschritt. Die Charaktere sind zwar etwas zu klischeehaft, nur die Besetzung ist ungleich besser. Das Ausscheiden von Torri Higginson werde ich jedoch nie verzeihen.

Bin bei Universe zwar auch skeptisch, aber mal abwarten.

aCks
aCks

Hab‘ ich das richtig verstanden? Es gibt mit Stargate-Universe tatsächlich einen Ableger eines Ablegers eines fürs amerikanische TV adaptierten Spielfilms? Ich hoffe der Schwaben-Spielberg verdient auch daran noch den ein oder anderen Euro. Bei der Grütze, die der in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat, müsste er ja mittlerweile am Hungertuch nagen.
Na ja, wenigstens haben dann RTL 2 und Tele 5 was zu versenden.

OnkelFilmi

Grütze hin, Grütze her, Flops waren seine Filme alle nicht, er dürfte also bei weitem nicht am Hungertuch nagen. An „Stargate: Universe“ wird er aber genauso viel verdienen wie an „Stargate: Atlantis“, und zwar so gut wie nichts. Der Titel des Franchises gehört MGM, und die einzigen Residuals die er bekommen kann, wären durch Gastauftritte von ihm kreierter Charaktere, und das wären Daniel Jackson und Jack O’Neill, und ausser einem Cameo im Pilot dürfte es da sonst nichts geben.

aCks
aCks

Aha!! Wieder was dazugelernt.

Heino
Heino

„Virtuality“ hat mich von der Idee her stark an eine Mischung aus dem Comic „Bizarre Welten“ und Philip K. Dick erinnert, von daher würde es mich freuen, wenn die Serie doch was taugt. „Caprica“ habe ich nie als Ersatz für BSG betrachtet, höchstens als Ergänzung. Und Stargate interessiert mich einen feuchten Furz.

GrinsiKleinPo
GrinsiKleinPo

Eine neue Runde V? Oh Gott. Die Serie war schrecklich bis auf den etwas entarteten Menschenentsafter. Ich hoffe nur die nehmen nur das Grundgerüst des Vorgängers und produzieren etwas in der Qualität von BSG. Sollte das nicht der Fall sein, dann sehe ich wirklich schwarz für eine Serie.

Virtuality hört sich schwer nach Big Brother an. Das Metaebenenkonzept hat ja was, aber ob das reicht um die Massen an die Klotze zu fesseln? Auch hier habe ich so meine Bedenken. Die Stories müssen schon sehr strange sein, um an Philip K. Dicks Welten heranzureichen.

Stargate Universe hört sich gut an, wenn sie den lästigen Müll der Vorgänger über Bord werfen und sich mal einig werden was sie wollen. Für mich kränkelt Stargate etwas an einem fehlendem roten Faden der etwas mehr als die üblichen Verdächtigen Klischees bringt.

Und so wie es aussieht wird dieses Jahr wirklich schrecklich mau in Sachen SF im Fernsehn. Na ja B5 könnte ich auch mal wieder anschauen. Oder dem Doc über die Schultern schauen.

Tornhill
Tornhill

Irgendwie durchblicke ich nicht, was „Caprica“ genau ist. – Okay, ein Prequel zu BSG, welches auf dem titelgebenden Planeten spielt und u. a. von der Entwicklung der Zylonen handelt.
Aber…ist das alles? Ich meine, die bräuchten ja zig Staffeln, nur um bis zur Rebellion zu kommen und was soll schon groß vorher passieren? Klar, gibt sicher auch einige Konflikte zwischen Menschen, aber irgendwie scheint mir da was entscheidendes zu fehlen.

Sir Richfield
Sir Richfield

Nach dem Piloten von Caprica… Ich vermute stark, dass es sich auf die „Entwicklung“ einer bestimmten „Person“ bezieht und „Much hilarity“ ensuen wird ob ihrer äußeren Erscheinung.
Ansonsten wird wahrscheinlich wie bei BSG die große Situation gekonnt ignoriert, um sich allzu menschlich gegenseitig die Hölle heiß zu machen.
Ob das für mich trägt kann ich nicht sagen. Pilot war OK, das Genuschel diesmal noch schlimmer als bei BSG (jetzt weiß ich allerdings, woher Adama das hat), im Raum passiert logischweise nicht viel, aber ich fand es noch nicht völlig Grütze.

Montana
Montana

@Wortvogel: Klar, gegen BSG kann, nicht nur was Sci-Fi betrifft, wenig mithalten. Auch wenn es gegen „Ende“ (mein Stand ist 4×10 Revelations/Zur Erde!) immer mehr abbaute. Zuviel Metaphysik. Das Realistische, Bodenständige, Menschliche, mit (vor allem) all seinen Schwächen, was BSG zu Beginn so stark machte, trat immer mehr in den Hintergrund. Mal sehen, wie es ausgeht. Deinen Beitrag dazu habe ich weiträumig gemieden.

Mit Farscape konnte ich wenig anfangen. Zu bunt, zu abgedreht. Kasperletheater, im wahrsten Sinne, so gut die Puppen auch gemacht waren. Scorpius war sicher ein interessanter Bösewicht, aber Ben Bowder kein adäquater Gegenspieler. Leider tauchte er auch bei SG-1 auf, das zu diesem Zeitpunkt seinen Zenit aber schon überschritten hatte. Immerhin brachte er Claudia Black mit. 🙂

Bei SG-1 musste ich mich mich auch durch die erste Staffel quälen. Das immer gleiche „Problem erkannt, Problem gebannt, nächste Folge“ war zu eintönig. Danach besserte es sich. Ob der Rekord-Status gerechtfertigt ist, sei mal dahingestellt.