16
Dez 2008

You’ll never work in this town again: Filme, die Karrieren killten (2)

Themen: Film, TV & Presse |

Zuerst bitte den ersten Teil lesen!

Kommen wir nun zu ein paar aktuelleren Blockbuster-Implosionen, die ihre Regisseure gefressen haben. Ich möchte noch einmal betonen, dass ich dabei nicht urteile, ob die Verbannung von den Studio-Fleischtöpfen gerechtfertigt ist. Fairerweise muss man anerkennen, dass einige von den Verantwortlichen bei den Studios und Produktionsfirmen diese Rohrkrepierer hätten stoppen können – und Mitschuld tragen, weil sie es nicht getan haben.

volcanoVolcano (1997): Mick Jackson war ein britischer TV-Veteran, bevor er in den USA mit der sympathischen Komödie „LA Story“ seinen Durchbruch hatte, und dann mit „Bodyguard“ einen der Film-Klassiker der 90er schuf. Ausgerechnet der selten dämliche „Volcano“ sollte ihn endgültig in die Top Ten der Blockbuster-Regisseure katapultieren. Leider hatte der bessere „Dante’s Peak“ kaum zwei Monate zuvor das Thema erfolgreich beackert, und „Volcano“ verschwand mit weniger als 50 Millionen auf dem Konto aus den US-Kinos (bei 90 Millionen Produktionskosten).

„You’ll never work in this town again!“: Seit „Volcano“ konzentriert sich Jackson wieder auf die Arbeit beim Fernsehen. Wenigstens arbeitet er dort „hochpreisig“, im Gegensatz zu…

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avengersMit Schirm, Charme, und Melone (1998): Viele unkten von vorneherein, es sei eine schwachmatige Idee, einen Stoff neu zu verfilmen, der wie kein zweiter an das Lebensgefühl der „Swinging Sixties“ gebunden ist. Ebenso unvorsichtig war es sicher, die Regie Jeremiah S. Chechik anzuvertrauen, einem Kanadier, der außerhalb des Fernsehens nur durch ein ANDERES missglücktes Remake („Diabolique“) aufgefallen war. Das Ergebnis: Nach katastrophalen Testvorführungen wurde der Film von zweieinhalb Stunden auf 89 Minuten gekürzt, aus dem Sommerprogramm genommen, und mit einem Box-Office-Ergebnis von 23 Millionen Dollar schnell begraben.

"You’ll never work in this town again!“: Chechik brauchte sechs Jahre, um einen neuen Regie-Auftrag zu bekommen, und dreht seither billige Kabelserien (u.a. für das kanadische Fernsehen).

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watcherThe Watcher (2000): Auf diesen Film bin ich bei meinen Recherchen gestoßen – wie sehr er gefloppt ist, kann man prima daran erkennen, dass ich mich überhaupt nicht an ihn erinnern kann. Der Film entstand unter ungünstigsten Umständen: Reeves hatte sich Jahre zuvor (basierend auf dem Original-Skript) bereit erlärt, einen Cameo-Auftritt zu absolvieren – er hatte mit Charbanic bei "The last time I committed suicide" gut gearbeitet. Dieser vergrößerte daraufhin die Rolle immer mehr, um mit Reeves als Headliner ein größeres Budget und einen besseren Vertrieb zu ergattern. Reeves spielte nur sehr widerwillig mit (für das gewerkschaftlich garantierte Minimum von 1 Million Dollar, immerhin), und verweigerte jede Promotion. In den USA spielte "The Watcher" nicht einmal sein Budget von 30 Millionen wieder ein.

"You’ll never work in this town again!": Joe Charbanic kann sich seit diesen Tricksereien in Hollywood nicht mehr sehen lassen. Selbst schuld.

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battlefieldearthBattlefield Earth (2000): Ein legendärer Stinker, über den man eigentlich kaum was zu sagen braucht. John Travoltas Ego-Trip, mit deutschem Geld das alberne SF-Epos des Scientology-Gründers Hubbard zu verfilmen, war von Anfang ein hirnverbranntes Unterfangen. Dass das Ergebnis schlecht war, überraschte niemanden – die Kritiker und das Publikum waren allenfalls erstaunt, WIE schlecht. Weltweit spielte „Battlefield Earth“ erbärmliche 29 Millionen Dollar ein, Pläne für eine anschließende TV-Serie wurden sofort eingestellt. Travolta verteidigt den Film bis heute, was für den Grad seiner religiösen Verblendung spricht.

„You’ll never work in this town again!“: Regisseur Roger Christian, der bis dahin eine solide Low Budget-Karriere gehabt hatte, brauchte vier Jahre, bis er wenigstens dorthin wieder zurückkehren durfte.

http://de.youtube.com/watch?v=h0R_FR9pD2k

8leggedfreaksEight Legged Freaks (2002):

Mit einem klassischen, preiswerteren Monster-Feature wollten Roland Emmerich und Dean Devlin etwas von dem Schaden gut machen, den sie mit „Godzilla“ angerichtet hatten. Zwar ist das Ergebnis durchaus launig und flott, aber letztlich auch so uninspiriert und klischeebeladen wie die Creature-Heuler, die der SciFi Channel zu Dutzenden für seinen Samstagabend-Slot raushaut. Heute hat der Film allenfalls Kuriositätenwert, weil er Scarlett Johannsson kurz vor ihrem Durchbruch mit „Lost in Translation“ zeigt.

„You’ll never work in this town again!“: Ellory Elkayem hatte mit dem Kurzfilm "Larger than Life" die Vorlage für „Eight legged Freaks“ geliefert – nach dem unbefriedigenden Boxoffice-Ergebnis (45 Millionen weltweit) wandte er sich konsequenterweise billigen TV-Horrorfilmen zu, und drehte back to back die Teile 4 und 5 der „Return of the Living Dead“-Reihe.

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Karriere-Killer Double Feature:
Punisher (1989) und Punisher (2004)

Diese Filme bespreche ich aus zwei Gründen gemeinsam: Zuerst einmal geht es bei beiden um dieselbe Vorlage, nämlich den Marvel-Comic „Punisher“ (wurde hierzulande früher tatsächlich als „Der Bestrafer“ übersetzt). Und beide Filme stellen Ausnahmen der Regel dar – sie haben zwar die Karrieren ihrer Regisseure vernichtet, aber weil diese hauptsächlich aus einem anderen Fachgebiet stammen, konnten sie relativ unbeschadet wieder in den alten Beruf zurückkehren.

punisherlundgrenDie erste „Punisher“-Verfilmung hat bis heute einen ungerechtfertigt schlechten Ruf: durch den Bankrott von New World Pictures bekam der Film nicht den breiten Release, der ursprünglich vorgesehen war, in vielen Märkten kam er zu spät oder gar nicht in die Kinos. In Deutschland ist der Streifen bis zur Unkenntlichkeit geschnitten. Dolph Lundgren als Hauptdarsteller schreckt zudem viele Zuschauer ab. Dabei muss man festhalten: Mark Goldblatts Film ist ein erstaunlich effektiver „kleiner“ Actionreißer mit großartigen Comic-Dialogen, viel Atmosphäre, und kompromissloser Brutalität. Dolph selbst war nie besser. Ich empfehle die (schwer zu bekommende) Steelbox-DVD mit der ungeschnittenen Fassung plus einem Workprint, der die Vorgeschichte des Punishers erzählt.

„You’ll never work in this town again!“: Mark Goldblatt hatte mit dem fetzigen „Dead Heat“ schon gezeigt, was er im Low Budget-Bereich zu leisten vermag. Seit dem Misserfolg von „Punisher“ konzentriert er sich wieder ganz darauf, die größten Blockbuster Hollywoods zu schneiden („Terminator 2“, „Starship Troopers“, „Pearl Harbor“, „X-Men: Last Stand“).

http://de.youtube.com/watch?v=I4ibe9qSRW8

punisherjane2004 versuchte man, im Fahrwasser der „X-Men“- und „Spiderman“-Erfolge auch den „Punisher“ zu neuem Leben zu erwecken. Für mich ist der Film ein noch größeres Debakel als „Daredevil“ oder „Ghostrider“, denn er verweigert sich mit einer geradezu bizarren Hochnäsigkeit jeder Logik, als hätten die Autoren für die Zuschauer nur Verachtung übrig nach dem Motto: „Der Pöbel wird’s schon fressen“. Die Figur des Frank Castle ist bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, und mit lächerlichen Hollywood-Klischees kastriert (ich sage nur: seine Nachbarn!). John Travolta gelingt es mühelos, seine „Leistung“ aus „Battlefield Earth“ noch zu unterbieten. So wie „Iron Man“ ein perfektes Beispiel für einen respektvollen Superheldenfilm ist, so ist „Punisher“ das perfekte Beispiel eines „leck mich“-Streifens, an den augenscheinlich keiner der Beteiligten Herzblut verloren hat. Zur Strafe gabs nur 54 Millionen Dollar weltweit (soviel hätte der Film eigentlich am ersten Wochenende einspielen sollen).

„You’ll never work in this town again!“: Wer von Regisseur Hensleigh mehr erwartet hatte, muss wohl sehr naiv gewesen sein – auf sein Konto gingen schließlich bereits die Drehbücher von „Jumanji“, „Armageddon“, und „The Saint“. 2007 durfte er den preiswerten „direct to DVD“-Horrorheuler „Welcome to the Jungle“ drehen, ansonsten konzentriert er sich weiter auf Skripts für Big Budget-Müll wie „Next“.

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Okay, damit bin ich soweit durch. Es mag sicher noch viele andere Beispiele geben, und wenn ihr mir genug nennt, mache ich gerne einen dritten Teil, quasi die "Leser-Edition".

Kein Karriereknick-Beitrag wäre vollständig ohne die Erwähnung von Troy Duffy, dem größenwahnsinnigen Bartender, der ernsthaft glaubte, mit "Boondock Saints" der neue Tarantino zu werden, und in freudiger Erwartung so ziemlich jeden vergraulte, der ihm wohlgesonnen war. Es gibt kein schöneres Beispiel dafür, dass man sich als Anfänger kein Ego wie Michael Bay erlauben darf. Aber an "Boondock Saints" ist kein Studio pleite gegangen, darum gehört er nicht hierher. Wer die Geschichte in epischer Breite erleben will, sollte sich die sehenswerte Dokumentation "Overnight" besorgen.

http://de.youtube.com/watch?v=RuhVMTE8adc



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Dr. Acula
16. Dezember, 2008 11:36

Grrr… Volcano war besser als Dante’s Peak. Zwar doof wie Bohnenstroh, aber wenigstens nicht so grottenlangweilig wie das Bronsnan-Machwerk (dessen zahlreiche Doofheiten darüber hinaus noch stärker auffielen, weil der Film sich so krampfhaft ernst nahm).

Hast du beim Chechik nicht "Christmas Vacation" vergessen? Der brachte ihn doch "on the list". Aber nicht unbedingt der Stoff, der einen für Blockbuster prädestiniert. "Avengers" war einfach eine Scheißidee, von Anfang an.

Liebe für Mark Goldblatt ist immer schön. "Dead Heat" finde ich heute noch großartig. Ich glaube, der Mann ist mit sich im Reinen. Er hat’s mal probiert mit dem Regieführen, hat zwei Filme gedreht, die als kleine Kultfilme gelten, und kann jetzt wieder beruhigt rum-editieren…

Wortvogel
Wortvogel
16. Dezember, 2008 11:42

@ Acula: Bei Goldblatt sehe ich das auch so. John Sayles ist auch so einer – schreibt Kommerzkram, und finanziert sich damit kleine, aber meist sehr hübsche Filme.

Dr. Acula
16. Dezember, 2008 11:45

Ist bei den Herren Cassavetes ja auch nicht ähnlich, die spiel(t)en jeden Schrott und machten mit der Kohle dann ihre Ego-Projekte. Ich bin ja eh der Ansicht, dass sich das nicht ausschließen muss bzw. es nicht irgendwie "unethisch" ist, sich mal zu "verkaufen", um damit etwas zu finanzieren, was einem persönlich wichtig ist.

Tornhill
Tornhill
16. Dezember, 2008 12:21

Der Doc hat recht: "Volcano" war ein lustiges Popcorn-Comic-Filmchen, "Dante’s Peak" langweilig und überzogen ernst.
Der "Avengers"-Film ist tatsächlich eine Katastrophe, dessen einziger Vorzug ist, dass ich dabei die ganze Zeit nostalgisch an die Serie denken konnte. Mann…so etwas verfahrenes, dem man so deutlich ansah, dass da ordentlich umgeschnitten wurde, hab ich selten erlebt.

Um den alten "Punisher" ist es wirklich schade, weil er rockt, um den neuen weniger.

der Stefan
der Stefan
16. Dezember, 2008 12:25

Was hast Du gegen "Boondock Saints"? Ich mein was Troy Duffy danach / davor gemacht hatz weiss ich nicht, interessiert mich auch nicht sonderlich. Aber für mich ist "BS" einwandfreies Actionkino mit einem immer wieder glänzenden Willem Daffoe. Sicher von der Art des Schnitts und der Kameraführung ist versucht worden "PF" zu kopieren, aber wie ich finde in diesem Fall fgarnicht mal schlecht. Das haben schon andere versucht und sind wesentlich dramatischer gescheitert.

Wortvogel
Wortvogel
16. Dezember, 2008 12:31

@ Stefan: An welcher Stelle habe ich mich negativ über "Boondock Saints" geäußert? Ich habe den Film nicht mal gesehen!

Tornhill
Tornhill
16. Dezember, 2008 12:38

Verrück!

"Boondock Saints" ist auch bei mir eine mich lange schon plagende Bildungslücke – obwohl mir sowohl ein befreundeter Künstler, als auch eine höchst attraktive Frau dazu rieten, ihn zu sehen.

der Stefan
der Stefan
16. Dezember, 2008 12:42

Hmm, oki Text nochmal gelesen und gemerkt das ich in Deine Gedanken zu Troy Duffys "Verfehlungen" wohl mehr in den Film als in sein Verhalten die offensichtlich seine Karriere ruiniert haben reininterpretiert habe. Übrigens lt versch. Quellen sollen wohl seit Oktober diesen Jahres die Dreharbeiten zum Teil 2 doch begonnen haben 😉

der Stefan
der Stefan
16. Dezember, 2008 12:48

Wuahhh, man sollte einen Text nicht in 5 kleinen Teilen zwischen mehreren Telefonaten tippen ohne nochmla drüber zu lesen. Wenn jemand herausfindet was ich mit dem Wortgewirr da oben sagen wollte, bitte bescheid geben 😉

comicfreak
comicfreak
16. Dezember, 2008 13:17

.."the Avengers" war obergrottig, "the Watcher" unterirdisch, aber gerade die schrecklichen Nachbarn des Punisher, inklusive dem Russen, waren aus einer kurz zuvor erschienenen, sehr erfolgreichen Comic-Miniserie mit 6 Heften und eher noch zu farblos und lasch gegenüber der Vorlage.
Allerdings geht ein deutlicher Bruch durch den Film, zwischen dem schwarzhumorigen Teil nach Comicvorlage und dem ernsten Gefecht, das die Fans der anderen Version binden sollte;
wäre die Fassung konsequent durchgezogen worden, inklusive der Verfüttergung Ma Gnuccis an die Eisbären, hätte man zwar einige Fans verprellt, dem Film andererseits Kultstatus verliehen.

OnkelFilmi
16. Dezember, 2008 14:14

Ich schliesse mich Merkwürden und Tornhill an, "Volcano" war unterhaltsamer Schwachfug. Alleine schon Don Cheadle mit umgedrehter Kangol, und die rassistischen Polizisten, die später mit den Gangbangern zusammenarbeiten – pure comedy gold!

"The Watcher" war riesen, riesen, RIESENgrosser Schund. Ich habe damals noch nebenher als Filmvorführer gearbeitet, und diese Gurke leider vorführen müssen. Ich kam mir vor, wie Frank Cotton in "Hellraiser 2"- gefangen in meiner eigenen privaten kleinen Hölle, gezwungen diesen Film bis in alle Ewigkeit zeigen zu müssen…

"Battlefield Earth" ist bis heute mein "Rausschmeisser". Wenn ich den Film einlege, weiss jeder Gast, daß es an der Zeit ist zu gehen. Das waren die besten 50 Cent für eine DVD die ich jemals ausgegeben habe!

"Eight Legged Freaks" LIEBE ich – trotz meiner starken Abneigung gegen Arachniden. Der Film ist einfach nur herrlich schräg, und die Spinnen von Frank Welker vertonen zu lassen brilliant. Obwohl ich ja die ganze Zeit über darauf gewartet habe, daß sie plötzlich anfangen würden miteinander zu reden, á la "Critters".

Goldblatt’s "Punisher" fand nich noch ganz amüsant als ich ihn vor knapp 18 Jahren das erste Mal gesehen habe, zwar meilenweit von den Comics entfernt, aber besser als alle anderen Superhelden-Verfilmungen die es damals gab [Superman ausgeschlossen] – ich sag nur: Hulk, Spiderman, Captain America… Der Jane-isher war dann ein grosses Gähnfest – grosses Budget, tolle Darsteller – wie konnte man das nur so dermassen und voller Elan gegen die Wand fahren? Naja, Schwamm drüber, jetzt ist "Punisher: War Zone" da, und tritt beide Vorgänger mit Schmackes in die Klöten, um ihnen dann wie weiland Steve James "Bleibt unten!" zuzurufen.

"Boondock Saints" – mag ich, mag ich sehr. Aber Troy Duffy ist trotzdem ein Arschloch. Es gibt mehr als genug Leute in Boston, die seinen Kopf gerne auf einem Stock sehen würden…

the Geek
the Geek
16. Dezember, 2008 14:36

Was "Mit Schirm, Charme, und Melone" an geht: Ich erinnere mich noch als wärs gestern, wie ich da in der Abendvorstellung ganz alleine in Erfurt im Kino saß. Das hatte damals noch Seltenheitswert. Heute kann das durchaus mal passieren, weil bis auf eine eingeschworene Fangemeinde und die Kino-Kritiker fast niemand mehr freiwillig im Sommer ins Kino geht. Und die wenigen Kinogänger verteilen sich dann auch noch auf 10 + x Kinosäle.

OnkelFilmi
16. Dezember, 2008 14:57

Laut AICN können wir einen Regisseur streichen: Stephen Norrington kommt nämlich aus seiner selbst auferlegten Verbannung zurück um das "Kampf der Titanen"-Remake zu drehen! Woooo!

Ich hoffe nur, daß niemand auf die Idee kommt Sean Connery als "Zeus" zu casten…

OnkelFilmi
16. Dezember, 2008 15:00

Argh, ich sollte mal bis zum Ende lesen – das war noch vom Dezember 2007! Jetzt soll er das Remake von "The Crow" drehen. Gnah. So schön es auch wäre Norrington wieder hinter der Kamera zu sehen – "The Crow"? Really?

PabloD
PabloD
16. Dezember, 2008 15:10

Arac Attack ist schon deshalb super, weil ich nach dem Kinobesuch alleine auf einer Luftmatraze im Wald übernachten musste (aber das ist eine andere Geschichte ;-)). Was mich viel mehr erschreckt, dass es bei 29Mio$ Umsatz weltweit rund 5 Mio Menschen geben muss, die für diesen Quatsch freiwillig Geld ausgegeben haben, um sich einen schönen Abend im Kino zu machen. Das ist doch krank!

PabloD
PabloD
16. Dezember, 2008 15:11

Bezieht sich natürlich auf Battlefield Earth.

Dr. Acula
16. Dezember, 2008 15:15

@Filmi

Bei dem "Crow"-Remake erschreckt mich vor allem die Tatsache, dass Norrington offensichtlich die Gothic-Elemente rausnehmen und das ganze "dokumentarisch" anlegen will. THE FUCKIN' CROW. Das Gothic/Emo-Dingens schlechtin. DOKUMENTARISCH! ARGGGH!!!

Tornhill
Tornhill
16. Dezember, 2008 15:33

@comicfreak:
Ja, genau diese Unentschlossenheit war es, die dem Jane-"Punisher" dann endgültig zum Verhängnis wurde. Man hat einfach Teile der bizarr-überdrehten Ennis-Stories genommen und sie eingedampft, damit sie in den normalen Thriller-Rest des Films passten…und nicht gemerkt, dass sie dabei kaputt gingen.
Nun haben wir einen Haufen seltsamer Dumpfbacken, die nicht zum finsteren Ton passen, aber auch nicht so abgedreht sind, dass sie für sich lustig werden könnten. Stattdessen hat man sie lieber zu einer warmherzigen Aussenseiter-WG sinnentstellt.

Und was der neue "Dogma-Crow"-Film wohl werden wird, mag ich mir gar nicht vorstellen…

Stephan
Stephan
16. Dezember, 2008 16:07

Kann mal jemand kurz erklären, was der Boondock Saints-Typ so schlimmes gemacht hat? Der Film rockt!

Lite
Lite
16. Dezember, 2008 17:47

Gute und unterhaltsame Liste, kann ich voll zustimmen.War jetz Dantes Peak oder Volcano mit olle Brosnan? Egal, waren beide schlecht. Die Unrated-Version von Punisher von 1989 ist übrigens bei Isohunt zu finden, massig seeder, da fällt der rechtsbruch leicht.

OnkelFilmi
16. Dezember, 2008 17:50

Die kann man auch auf jeder Filmbörse für’nen 5er kaufen.

Und ich glaube nicht, daß Torsten damit einverstanden sein dürfte, daß Du hier P2P propagierst 😉

Wortvogel
Wortvogel
16. Dezember, 2008 17:52

@ Lite: Zuerst einmal – keine Aufforderung zur Filmpiraterie! Beim nächsten mal muss ich dich sperren.

Außerdem irrst du – der "unrated cut" von "Punisher" ist vergleichsweise uninteressant. Der "workprint" zählt, und der ist eben nicht ganz so präsent, wie man sich das wünschen möchte. Bevor nun alle Fans zu sabbern beginnen: Die Qualität des Worprints ist unter aller Sau, und kann allenfalls nur zur einmaligen Ansicht taugen. Der neue erste Akt des Film erklärt zwar die Entstehung des Punishers, ist aber insgesamt nicht so toll. Kann man gucken, wenn man neugierig ist – aber die ungeschnittene US-Fassung ist immer noch die beste.

Wortvogel
Wortvogel
16. Dezember, 2008 18:57
Lari
Lari
16. Dezember, 2008 19:16

Das unglaublichste an Battlefield Earth ist das Making Of. Da erzählen die Pappnasen hinter der Kamera ganz stolz, dass jede, wirklich jede Einstellung des Films angeschrägt ist. "Und wenn wir hinterher mal bei einem Take gemerkt haben, dass der nicht wirklich schräg war, , tja, dann konnten wir den nicht verwenden." Man hat die ganze Zeit den Eindruck, ein paar entsprungenen Irren zuzuhören.

Wortvogel
Wortvogel
16. Dezember, 2008 19:20

Ich habe den Film damals im Kino in Santa Monica gesehen (ein befreundeter Produzent meinte, den müsse man sehen, um ihn zu glauben – Recht hatte er). Nach fünf Minuten fragte ich mich schon, wie besoffen der Kameramann war.

Normalerweise braucht es bei einem Big Budget-Flop zehn bis dreißig Minuten, bis man endgültig sagen kann, dass er scheiße ist. Bei "Battlefield Earth" war das eigentlich schon ab der ersten Szene offensichtlich.

OnkelFilmi
16. Dezember, 2008 19:56

Steve Latshaw, der damals zusammen mit Jim Wynorski einen Haufen Stock Footage-Actioner (zB "Militia") für Franchise machte, hatte zu "Battlefield Earth" folgendes zu sagen:

"… Wynorski and myself being asked to sit through BATTLEFIELD EARTH in a Chatsworth movie house to see if there was anything… anything at all in the film… that we could use for stock footage in a low budget sci-fi movie that would actually make some coin."

Peroy
Peroy
16. Dezember, 2008 20:55

Einfach mal alle Gedanken in einen Kommentar gequetscht, weil, ich bin müde…

"Dante’s Peak" ist Dreck. "Volcano" ist wahrscheinlich doppelt so blöd (schwer zu sagen, ich schlucke eher noch die "menschenfressende" Lava als die suizidale Oma aus dem Brosnan Heuler), aber zugegeben viel unterhaltsamer…

"The Watcher" war aus zwei Gründen sehenswert: Zum einen war James Spader selten so grandios wie hier, zum anderen ist das der Film, in dem mit Keanu Reeves das passiert, was man sich schon immer gewünscht hat… das reicht für launigen Durchschnitt…

"Dead Heat" ist ein Meisterwerk und der "Lundgren"-Punisher rockt die Hütte. Der Streifen von 2004 ist ein grenzdebiles, abgrundtief schlechtes Machwerk, mit bizarren Sprüngen im Ton der Geschichte… mal Comic-Spektakel, mal Hardcore-"Mad Max"-Rachethriller. Komplett beschissen. Dagegen kann "War Zone" nur groß auftrumpfen

Und "Ghost Rider" und "Daredevil" waren super…

Peroy
Peroy
16. Dezember, 2008 20:58

Ach ja, eine Sache noch… "Der blutige Pfad Gottes" wird von mir boykottiert, denn jedes Mal, wenn mir einer erzählt, wie toll der ist und dass man den unbedingt sehen muss, geht mir der Streifen durch seine Existenz mehr auf die Nüsse…

Peroy
Peroy
16. Dezember, 2008 21:03

Oh Gott, auch hier wieder alles voller Boondock-Groupies… ich kotze…

Christian H.
Christian H.
16. Dezember, 2008 22:02

"Der blutige Pfad Gottes" ist toll. Und Willem Dafoe darin großartig. Ich finde wir sollten Peroy "Clockwork Orange"-mäßig zu seinem Glück zwingen. Vorsichtshalber aber auf nüchternen Magen 😉
Was beide Listen angeht: Ich habe nicht einen der Filme gesehen. Was ich jetzt ein bißchen schade finde…

Will Tippin
Will Tippin
16. Dezember, 2008 22:05

@Peroy
Weißt du welchen Film du unbedingt mal sehen musst?
DER BLUTIGE PFAD GOTTES!!!
Der ist einfach fantastisch!

Wortvogel
Wortvogel
16. Dezember, 2008 22:10

Was Peroy angeht, könntet ihr auch mit einer Tapete reden…

Thorsten H.
Thorsten H.
16. Dezember, 2008 22:37

Meine Tapete kennt den Film aber schon…. 😛

Montana
Montana
17. Dezember, 2008 04:34

Also ich muss sagen, Eight Legged Freaks gefällt mir ganz gut. Den Rest kenne ich gar nicht. Sind sicher ebenso verkannte Perlen.

Was ich schon immer mal anmerken wollte: Danke @Wortvogel, dass Du die YouTube-Clips nicht direkt einbindest, sondern nur verlinkst. Eine hohe Video-Dichte wie in anderen Blogs nervt und lässt meinen Browser entweder einfrieren oder abschmieren. Naja, Linux halt. Was nichts kostet…

Jan
Jan
17. Dezember, 2008 20:53

Ich mag Arac Attack auch. Ich fürchte aber, dass das nur an Kari Wuhrer liegt, die ich unfassbar sexy finde. Ihre Filmtochter Scarlett ist darin natürlich noch zu jung, um mir aufgefallen zu sein.

MJ
MJ
20. Dezember, 2008 22:46

Jessus,

den neuen "Punisher" fand ich eigentlich ganz ansehbar 6.4/10 auf IMDB. immerhin war er erfolgreich genug um ein sequel ins spiel zu bringen: http://www.imdb.com/title/tt0450314/

freu mich den 3ten teil hier zu lesen.

wie wär’s noch mit einer "best of boll" liste?

pa
21. Dezember, 2008 23:05

War bei "Eight Legged Freaks" nicht auch das Problem, dass niemand wusste, wie der Film eigentlich hiess? Ursprünglich sollte er als "Arac Attack" raus kommen; der Titel wurde dann aber angeblich wegen dem bevor stehenden Irakkrieg ("Iraq Attack") zu "Eight Legged Freaks" umgeändert. Manche Poster (unter anderem nicht-amerikanische) hatten aber noch den alten Titel und es gab da wohl irgend eine grosse Verwirrung. Ich weiss bloss noch, dass ich ihn unterhaltsam fand, aber nicht erinnerungswert.