BLACK SHEEP (Neuseeland 2006, 87 min, englische OV)

REGIE: Jonathan King
DARSTELLER: Nathan Meister, Glenis Levestam, Oliver Driver, Tammy Davis, Peter Feeney
DREHBUCH: Jonathan King
Black SheepStory:
Henry kehrt nach Jahren auf die Schaffarm der Familie nach Neuseeland zurück, wo sein ehrgeiziger Bruder Angus mittlerweile dabei ist, ein neues Superschaf zu züchten, dessen Wolle noch weicher und ertragreicher sein soll. Man kann die MST3K-Jungs förmlich schreien hören: „He tampered in God’s domain!“. Und weil, was schiefgehen kann, auch schiefgeht, infizieren ein paar mehr oder minder lebendige Labor-Reste die Blökviecher draußen auf der Weide mit ihrem Mutations-Virus. Ratzfatz wird aus den Schafen eine Horde blutrünstiger Menschenfresser, die sich für Jahrhunderte der Rumscheucherei mal nach Strich und Faden rächen wollen. Was die Sache nicht besser macht: infizierte Menschen werden zu zwei Meter großen Schafmonstern. Kann Henry zusammen mit der esoterisch angehauchten Öko-Aktivistin Experience das Schlimmste verhindern?

Kritik:
„Die Vögel“ mit Schafen. Zombie-Schafen. Auf den kurzen Nenner kann man Jonathans Kings ebenso blutrünstige wie witzige Hommage an die Frühwerke von Peter Jackson bringen. Dabei wird kein Monsterfilm-Klischee ausgelassen (Henry hat ein „Schaf-Trauma“, während sein Bruder Angus eher von Schafen träumt), und die diversen Plot-Bestandteile greifen auch flott ineinander. Erfreulicherweise wird auf CGI weitgehend verzichtet, die Effektfirma Weta setzt auf „prostethics“. Das sieht zwar nicht so perfekt, aber doch irgendwie realer aus.

black-sheep-1.jpg

Beim Presse-Publikum kam der Eröffnungsfilm extrem gut an, die Gags wurden genau so bejohlt wie die saftigen Splatter-Szenen. Anscheinend gehöre ich zu den wenigen Zuschauern, die nicht völlig bedingungslos mitgingen: „Black Sheep“ hat eigentlich nichts zu sagen, und fühlt sich nie nach mehr an als nach einer Fingerübung in Sachen „Peter Jackson-Plagiat“. Es fehlt das Extra-Quentchen Wahnsinn, mit dem der Film einen eigenen Stil hätte bekommen können. So bleibt „Black Sheep“ zwar immer professionell und unterhaltsam, aber eben auch immer auf ausgetretenen Pfaden. Damit sieht er neben „Dead Alive“ und „Shaun of the Dead“ eher flach aus.

Aber wie gesagt: Das Publikum war anderer Meinung, und ich bin ja sowieso ein mies gelaunter Spielverderber.

Dringlichkeit: Sollte man sich auf DVD holen – der Film wird im Fernsehen zu Tode geschnitten

4belas.jpgPositiv:
Splatter satt, gute Gags, flotte Erzählgeschwindigkeit

Negativ:
Keine wirklichen Überraschungen, blasse Schauspieler

Hört nicht auf mich:
“The movie is madness at its best and for the first time since the Bible, the rampaging sheep outnumber the ones who go to heaven after the slaughterhouse. In fact, they nearly have the good shepherd for lunch.” – San Sebastian Horror & Fantasy Film Festival



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Peter Krause

Sind das jetzt eigentlich 4 oder nur 2 Lugosis?
Ja, ich weiß schon, aber für die nicht-abendländischen Mitleser …

Torsten Dewi

Vier Belas!

Peter Krause

C’est la Bela, ok. 😉
Es kommt nur nicht so richtig rüber, daß die zwei hellen Belas ausgeblendete Belas sind, kann aber auch an meinem Browser liegen.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe heißt das, der Film kann zumindest mit der Überschrift mithalten (there are 40 million sheep … and they’re pissed of)? Denn der würde ich auch 4 von 6 geben.

Peroy
Peroy

Der Streifen hört sich nach absolut grauenhaften Fun-Splatter-Rotz der Marke „Evil Aliens“ an. Ich erwarte das Schlimmste… zumal mir der subtile Witz von „Shaun of the Dead“ bislang auch entgangen ist…

Ach ja, und eigentlich dachte ich zuerst, du vergibst Bela B.s… 🙁

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