Argentinien 2017. Regie: Demián Rugna. Darsteller: Agustín Rittano, Elvira Onetto, George Lewis, Julieta Vallina, Maxi Ghione, Norberto Gonzalo

Offizielle Synopsis: Seltsame Stimmen drängen aus dem Abflussrohr heraus und drohen Hausfrau Clara damit, sie umzubringen. Ihr Mann beruhigt sie: sicher nur der laute Nachbar von nebenan. Wie falsch er damit liegt, muss er auf die harte Tour feststellen…

Kritik: Ich kritisiere immer gerne, wenn Autoren und Regisseure sich nicht für eine Geschichte entscheiden können oder ihre Geschichte nicht konsequent auserzählen. Das ist ja auch auf diesem Festival wieder mehrfach passiert – die Fähigkeit, einen roten Faden vom Anfang bis zum Ende zu weben, die geht oft ab. „Terrified“ ist aber selbst, wenn man das als gegeben annimmt, eine Ausnahme – er verzichtet einfach auf so ziemlich alles, was gewöhnlich für einen Langfilm als unverzichtbar gilt. Stattdessen beginnt er mit einer satten Suspense-Sequenz, nur um den Auslöser und den Charakter zu verlassen und sich dem Nachbarn zu zu wenden, der ganz eigene Probleme hat. Eine Viertelstunde später ist der Nachbar auch langweilig und ein Team von Parapsychologen (? Das wird nie genau erklärt) übernimmt die Untersuchung der Vorkommnisse in der kleinen Straße. Aber nicht für lang, denn für den dritten Akt würde Demián Rugna unsere Aufmerksamkeit gerne auf einen Polizisten kurz vor der Pensionierung richten.

Soviel zum Personal des Films. Was macht die Beteiligten denn nun so „terrified“? Das scheinen mal unsichtbare Poltergeister zu sein, dann wieder Zombies und schließlich seltsam nackte… Aliens? Monster? Untote? Ist auch egal, denn weder an einer Erklärung noch an einer Auflösung hat Rugna irgendein Interesse.

Also 2 Punkte und Deckel drauf? Wenn es mal so einfach wäre. Es macht den Zuschauer fast wütend, dass der Regisseur so komplett auf eine nachvollziehbare Narrative verzichtet, gerade weil er seine Hausaufgaben in Sachen Grusel offensichtlich gemacht hat. Für sich genommen sind einzelne Szenen sehr creepy, man möchte gerne mehr wissen und sich in der Geschichte verlieren. Aber es hängt alles im luftleeren Raum, hat keinen Kontext und damit auch keine nachhaltige Wirkung.

So viel Potenzial, so wenig Ergebnis.

Laut Programmheft „schon jetzt ein wegweisender Beitrag für das argentinische Genrekino“. In die falsche Richtung.

Fazit: Eine Ansammlung von Szenen, einige davon durchaus effektiv, die so wirken, als könnten sie auch aus zwei Dutzend verschiedenen Filmen stammen. Es gibt weder einen Protagonisten, noch einen Antagonisten oder einen durchgehenden Plot. 3 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Philipps zweite Meinung:

„Unzusammenhängende Gruselfetzen geben keinen Film. Einmal wird eine Theorie angerissen, aber nicht ausgebaut.“



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