Parasyte

42391909Japan 2014

REGIE
Takashi Yamazaki

DARSTELLER

Shota Sometani, Eri Fukatsu, Ai Hashimoto, Masahiro Higashide, Tadanobu Asano

Offizielle Synopsis: Einen Moment zu lange steht der Mann mit dem leeren Blick regungslos vor dem Ladentisch – etwas scheint nicht in Ordnung. Doch noch bevor der Kassierer sich entscheiden kann, ob er vielleicht lieber abhauen sollte, spaltet sich das Gesicht seines Gegenübers blütenförmig auf und legt ein vielzahniges Maul und mehrere Paar Augen frei. Ungläubig starrt er dem Wesen entgegen – im nächsten Moment hat es ihm schon den Kopf abgebissen.

In PARASYTE findet eine Reihe außerirdischer Sporen ihren Weg zur Erde und kriecht in die Gehirne der ahnungslosen Bevölkerung. Dort übernehmen sie als Parasiten nicht nur die Kontrolle über das Bewusstsein ihrer neuen Wirte, sondern ändern auch deren Speiseplan radikal. Eine grausame Mordserie ist das Ergebnis. Auch der 17-jährige Shin’ichi schlägt sich mit so einem Parasiten herum. Dieses Exemplar hat es allerdings nicht geschafft, sein Gehirn zu infiltrieren, sondern muss sich notgedrungen in Koexistenz mit seinem Arm begnügen. Der führt von nun an ein Eigenlegen und macht dem Jungen das Leben schwer. Nicht nur, dass er seiner Freundin neugierig unters T-Shirt greift, er zieht Shin‘ichi auch mittenrein in die mysteriöse Invasion.

Kritik: Meine Leser wissen es – ich bin kein großer Fan von Manga und Anime, auch wenn ich mit der Geschichte dieser Kunstform(en) durchaus vertraut bin. Die asiatische Erzählhaltung ist mir oft zu extrem, die Figuren zu fremd, die Plots zu willkürlich. So konnte ich 2007 schon mit der Realverfilmung von „Death Note“ nicht viel anfangen. Und – das sei vorab gesagt – mit „Parasyte“ habe ich auch so meine Probleme.

Stellt euch vor, ihr schaut „Species“ an. Und die Wissenschaftler, die das außerirdische Fick & Fress-Monster jagen, holen sich Verstärkung – in Form von ALF.

Ungefähr so muss man sich „Parasyte“ vorstellen. Auf der einen Seite fieses, brutales, aber auch facettenreiches Invasionskino über eine Alienrasse, die lernen muss, dass „Kopf ab“ vielleicht nicht die ideale Strategie zur friedlichen Koexistenz mit den Menschen ist. Auf der anderen Seite alberne Blödelcomedy über einen Highschooler, dessen rechte Hand eher aus Versehen von einem Alien besetzt wird und der nun eine sprechende Extremität mit einem Auge und einer großen Klappe besitzt.

Und so fassungslos es uns westliche Zuschauer machen mag: Das funktioniert über weite Strecken. Weil die Macher keine Balance versuchen, sondern die disparaten Elemente einfach nebeneinander stehen lassen. Da folgt ein Gag auf einen brutalen Todesfall, da werden Familiendramen mit Masturbationsphantasien abgewechselt. Tonale Homogenität ist den Asiaten mal wieder komplett unwichtig.

Parasyte-Teil-1-Szene-5Beeindruckend auch, wie viel Handlung „Parasyte“ in seine 108 Minuten packt. Da werden ständig neue Subplots aufgemacht und neue Figuren eingeführt, die Ziele und Nöte der Charaktere neu definiert. Ein großes Panorama, das sich offensichtlich aus der Vorlage speist und im Mikro- wie Makro-Bereich gleichzeitig spielt. Bekommt man gerade auf dem FFF nicht allzu oft zu sehen.

Aber „Parasyte“ knabbert auch schwer an dem, was er erzählerisch abgebissen hat. Statt eine Kernstory mit Anfang, Mitte und Ende zu erzählen, verwickelt er sich ins Episodische, wechselt ständig den Fokus, interessiert sich mehr für seine einzelnen Sequenzen als für seinen roten Faden. Trotz extrem hohen Tempos und viel Action setzt nach der Hälfte doch ein wenig Ermüdung beim Zuschauer ein.

Und man muss sich klar machen, dass das „Part 1“ im Titel eine Warnung ist: Der Film hat kein befriedigendes Ende, sondern bricht recht abrupt (und ungefähr sechs oder sieben Szenen zu spät) einfach ab. To be continued.

Fazit: Faszinierende, vielschichtige Farce, die Comedy und Drama nicht kombiniert, sondern gleichberechtigt nebeneinander stellt. Erzählerisch leider sehr fahrig und episodenhaft, was die 108 Minuten unnötig lang werden lässt. 7 von 10.



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