23
Apr 2014

Das Wortvogel-Manifest: Wofür ich stehe (1)

Themen: Neues |

Ich glaube, man sollte Stellung beziehen. Sich nicht nur links oder rechts verorten, nicht nur in einzelnen Gesprächen einzelne Standpunkte vertreten. In den letzten Monaten habe ich es als sehr therapeutisch empfunden, auch im Kontext von Facebook-Diskussionen meine eigenen politischen, moralischen und gesellschaftlichen Grundsätze zu präzisieren. Manchmal in Form knapper Leitsätze, manchmal in Form flapsig formulierter Kommentare wie diesem:

"Nichts ist radikalisierten Minderheiten so zuwider wie eine zufriedene Mehrheit. In deren Augen ist eine zufriedene Mehrheit immer gleich eine tumbe, hirnlose, ignorante Masse von Schafen, die nicht das Licht sehen will. Dabei ist die Behäbigkeit der Mehrheit das beste Korrektiv gegen den suizidalen Richtungskrieg der Minderheiten. Der Kahn lässt sich eben nicht so schnell von ein paar Freischwimmern in Richtung Eisberg ziehen."

Das brachte mich auf die Idee, mal – ungeordnet und ohne unterliegendes Gedankenkonstrukt – aufzuschreiben, wofür ich eigentlich stehe. Was ich tun würde, wenn ich nicht nur für mich, sondern für alle entscheiden dürfte.
Vieles ist sicher nicht machbar, so manches nur knapp angedacht, über die Finanzierung habe ich mir nur soweit Gedanken gemacht, dass ich die Ideen nicht für unfinanzierbar halte. Es gibt Gedanken, die werden sicher als politisch unkorrekt gegeißelt, andere als romantisierend beiseite gewischt. Meine Utopie widerspricht internationalen Verträgen, dem guten Geschmack und etablierten Weisheiten.
Das ist mir egal.
Weil ich einfach mal mit euch teilen wollte, was mir manchmal so in den Kopf kommt, wenn ich durch die Straßen laufe, Zeitung lese, Pizza esse. Gedankengänge, die mit "Eigentlich sollte man…" anfangen und mit "Wieso macht man das nicht eigentlich?" enden. Da kommt einiges zusammen.
Es gibt keine Unterteilung, keine Gewichtung. Manche Ideen werden euch banal und nebensächlich erscheinen, andere rütteln an den Grundfesten unserer Gesellschaft. So ist das halt mit Ideen.
Ich werde in den meisten Fällen keine Links zu weitergehenden Diskussionen meiner Ideen posten, weil mir die Reinheit der Ideen wichtig ist. Es geht um Denkanstösse, nicht um das, was in den Gremien klein-klein geredet wird. Ich bin sicher, dass jeder angesprochene Punkt auch seine Kehrseite hat, dass ich viele wichtige Argumente nicht bedacht habe. Darüber können wir dann diskutieren.
Zum Anfang eine Standortbestimmung: Ich stehe zu diesem Land, seinem Grundgesetz, der freiheitlich-demokratischen Ordnung und der sozialen Marktwirtschaft. Ich glaube, dass das System sich bewährt hat, dass die Gesellschaft auch in schwierigen Zeiten nicht zerbrochen ist, dass wir nie das Maximum erreicht, uns aber auch nie mit dem Minimum zufrieden gegeben haben.
Ich glaube, dass niemand weiß, wohin die Reise geht und dass darum so viele Wege wie möglich offen gehalten werden müssen. Das bedingt größtmögliche Freiheit in möglichst allen Belangen. Angst vor der Zukunft, das krampfhafte Beharren halte ich für ebenso unproduktiv wie die überhastete Aufgabe des Erreichten auf der Basis gerade angesagter ökonomischer Trendphilosophien.
Zu einer menschlichen Gesellschaft gehört auch die Verpflichtung, die Schwachen zu stärken, den Armen zu helfen, auf Minderheiten zu hören. Weil "der Markt" und "die Industrie" Empathie als Sinn und Zweck nicht kennen (müssen), ist eine Regulierung im Sinne des Allgemeinwohls nicht nur unumgänglich, sondern als andauernder Prozess unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Diskurses. Weder die totale Kontrolle noch die totale Deregulierung der Märkte dürfen als Endziel definiert werden, nur eine auf das Wohl der Gesellschaft ausgerichtete Festlegung grundlegender Spielregeln.
Ich glaube, dass extrem rechte, extrem linke und meinetwegen auch extrem obene und extrem untene Philosophien grundsätzlich die menschliche Natur verkennen und geprägt sind von einem aus Selbsthass gespeisten Hass auf die wie auch immer definierte Mehrheit. Dass extremen Kräften das grundsätzliche Interesse am Wohlergehen der gesamten Gesellschaft fehlt.
Damit zu den konkreten Details – und ich fange mal ganz harmlos mit sozialen Themen und der Verpflichtung des Staates gegenüber der Gesellschaft an.
Die drei Faustregeln
Der Staat ist für die Menschen da. Die Industrie ist für die Menschen da. Der Markt ist für die Menschen da. Das Geld ist für die Menschen da. Kein System, kein Konstrukt, keine Struktur hat das Recht auf Selbstzweck, wenn an ihrem Ende nicht das Wohl der Menschen in ihr oder außerhalb winkt. Das gilt erst recht und besonders für den Staat, der als Gemeinschaft gegründet wurde, um ein geordnetes Zusammenleben zu ermöglichen, um seine Bürger zu schützen und die individuellen Freiheiten zu regulieren, damit sich die sozialen Freiheiten entfalten können. Leider habe ich manchmal das Gefühl, die Komplexität des Staates führt dazu, dass die grundlegenden Verpflichtungen des Systems gegenüber dem Subjekt aus den Augen verloren werden.
Weil Grundrechte nicht relativiert werden dürfen, möchte ich angesichts meiner Erfahrungen aus den 70ern, 80ern, 90ern (und den Hits von heute) folgende Faustregeln formulieren, deren Umsetzung Verpflichtung ist und die VOR Militärausgaben, Bündnisverpflichtungen, Industriesubventionen und Steuererleichterungen zu stellen sind:
1) Wer Vollzeit arbeitet, hat ein Anrecht darauf, von dem Lohn nicht nur seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, sondern auch einen Partner, und im Falle einer bescheidenen Lebensführung auch eine Familie ernähren zu können. Eine Entlohnung, die diesem Anspruch nicht genügt, ist rechtswidrig.
2) Wer den größten Teil seines Berufslebens größtenteils Vollzeit gearbeitet hat, hat ein Anrecht darauf, im Alter eine Rente zu beziehen, die einen nachhaltigen Lebensstandard ermöglicht. Eine Rente, die diesem Anspruch nicht genügt, ist rechtswidrig.
3) Wer im Alter pflegebedürftig wird, hat unabhängig von der familiären Situation das Recht auf eine staatliche, menschenwürdige Versorgung bis zum Tode. Es ist die Aufgabe des Staates, zeitig und umfangreich die entsprechenden Pflegestellen und Arbeitsplätze bereit zu stellen. Diese Pflege ist eine Bringschuld und muss vom Staat aktiv angeboten, nicht vom Bedürftigen eingefordert werden.
Kostenloser ÖPNV
Wer jetzt schon "ha – links!" schreit, wird sich im Laufe dieser Artikelreihe noch mehrfach verwundert den Kopf kratzen. Ich halte kostenlose Beförderung in städtischen Bussen und Bahnen für eine sehr offensichtliche und menschenfreundliche Idee, die administrativ nicht nur leicht umzusetzen ist, sondern auch den gesamten Betrieb verschlankt.
Man stelle sich vor: Keine Tickets mehr kaufen müssen, keine Kontrolleure mehr, keine Schwarzfahrer. ÖPNV wird nicht nur preiswerter als die Fahrt mit dem eigenen Wagen – er wird kostenlos. Die Städte werden massiv entlastet, es gibt weniger Verkehr, weniger Staus, weniger Umweltverschmutzung. Und sozial ist es auch noch: Besonders profitieren von der Umstellung auf den kostenlosen Nahverkehr die sozial Schwachen, die Familien, die Menschen ohne eigene Autos oder Motorräder. Da die Umstellung aus Steuergeldern bezahlt wird, zahlen alle für ein Angebot, das allen zur Verfügung steht – wer trotzdem lieber selber hinter dem Lenkrad sitzt, tut das auf eigene Kosten.
Ich würde angesichts der Umstellung das Angebot nicht einschränken, sondern konsequent ausbauen – Stammlinien, die rund um die Uhr bedient werden, konsequentere Bedienung auch ländlicher Gebiete, etc.
Wird das viel Geld kosten? Klar. Aber vergleichsweise wenig, wenn man sich andere Ausgaben im Haushalt anschaut. Und wenn der SPIEGEL mit der Frage "Rekord-Steuereinnahmen: Wohin mit all dem Geld?" aufmacht, hätte ich hier gleich eine mögliche Antwort.
Kostenlose Schulbücher und Schulverpflegung
Zu meine grundlegenden Prinzipien gehört, dass der Staat nicht permanent Geld für Sachen verlangen darf, die mit den Steuern eigentlich abgegolten sein sollten. Auch wenn ich selber keine Kinder habe, halte ich nicht nur Bildung als solche für eine zu garantierende Grundversorgung, sondern auch die angemessene Verpflegung der Schüler und die Versorgung mit den notwendigen Materialien.
Schulverpflegung ist gerade in einer Zeit wichtig, da viele sozial schwache Familien ihre Kinder zu schlecht versorgt in die Schule schicken und Mittelklasse-Familien es aus Behäbigkeit zulassen, dass ihre Kinder sich von kleinauf falsch ernähren. Es ist im Sinne der gesamten Gesellschaft, dass Kinder das Schulessen als Training und soziales Miteinander erleben. Dafür muss das Geld da sein.
Was die Versorgung mit Schulmaterialien angeht: Schulbücher sind Eigentum der Schule und werden an die Schüler verliehen. Das ist kostenlos. Bei der Ausleihe ist das Schulbuch in gutem Zustand – ist es bei der Rückgabe nicht in vergleichbar gutem Zustand (eine gewisse Abnutzung eingerechnet), wird es den Eltern in Rechnung gestellt. Das sorgt auch für eine gewisse Erziehung bei den Kindern.
Mittelfristig glaube ich, dass es sinnvoll ist, von staatlicher Seite aus einen Schulkanon zu entwickeln, der Schülern als Software auf einem schuleigenen Tablet zur Verfügung gestellt wird. Ich halte 10 Kilo im Tornister für überholt, es gibt keinen Grund, warum die Lehrmaterialien nicht auch online verfügbar sein sollten. Ein preiswertes "Schüler-Tablet" (quasi als Nachfolger der Schreibtafel) kann den Schüler im Idealfall über Jahre begleiten, sämtliche Daten in der Cloud sichern und so eine Demokratisierung des täglichen Unterrichts voran treiben.
Zur Finanzierung halte ich "privat public partnerships" für möglich, so lange die beitragenden Firmen sich klaren Regeln unterwerfen, in welchem Rahmen sie die Partnerschaft und das Sponsoring zur Eigenwerbung nutzen dürfen. So habe ich kein Problem damit, wenn McDonalds Schulessen bereit stellt – sofern es gesunde, auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmte Mahlzeiten sind. Auch dürften Apple oder Samsung die Schul-Tablets liefern, so lange sie sicherstellen, dass die darauf laufenden Programme und Inhalte auch auf anderen Systemen problemlos nutzbar sind.
Einschub: Ich halte die Schreibschrift (widerwillig) für überholt und glaube, dass es sinnvoller ist, den Schülern konsequent eine saubere und schnelle Blockschrift beizubringen.
Schulfach Lebenskunde
Ich halte das oft geforderte "Schulfach Medienkompetenz" für zu knapp gedacht. Was fehlt, ist ein Schulfach, in dem die Schüler grundlegende Funktionsweisen der Gesellschaft lernen, die sie außerhalb der Schulmauern erwartet. "Was ist eigentlich eine Steuererklärung?" gehört ebenso dazu wie "Wie funktioniert eine Waschmaschine?" und "Wie bindet man eine Krawatte?". Mir ist klar, dass damit Erziehungsaufgaben übernommen werden, die normalerweise beim Elternhaus liegen – aber da hakt es eben zu oft.
Reduzierung der Kulturförderung, Förderung von Breitenkultur
Ich halte die Kulturförderung für eine Pervertierung des Kunstgedankens, ein sich selbst den Rücken tätschelnder, milliardenschwerer "circle jerk" aus Systemkünstlern, Fördertopfschmarotzern, eitlen Politikern und von der gesellschaftlichen Realität abgekoppelten "Medienmachern", denen es primär darum geht, ihr fremdbezahltes Biotop zu erhalten. Es wird konsequent an den Menschen, für die angeblich Kunst geschaffen wird, vorbei produziert. Der Beweis ist leicht erbracht, wenn man sich an einem beliebigen Abend in einem beliebigen Staatstheater, einer Oper oder einem Konzertsaal das Publikum anschaut.
Ich habe kein Verständnis für Theater, die fast jeden Abend voll sind, aber dennoch jährlich Millionensubventionen verlangen – und bekommen. Die selbstverständliche Annahme, Bühnen seien ein Zuschussgeschäft, ist ein Produkt derer, die von den Zuschüssen bequem leben, ohne sich vom Publikum abhängig machen zu müssen.
Kunst muss sich dem Markt und damit dem Zuspruch des Publikums unterwerfen. Wenn sich kein zahlendes Publikum findet, ist es nicht Aufgabe des Staates, die Produktion zu subventionieren. Nur selbst finanziertes Theater ist freies Theater im Sinne einer freien Kunst. Ähnlich wie in den Kirchen hat der Staat in der Kunst nichts verloren.
Es gibt kein "Anrecht" auf kulturelle Einrichtungen. Eine Stadt kann so viele Bühnen unterhalten, wie sich über die Eintrittsgelder finanzieren lassen. Der Steuerzahler finanziert nicht die Abendunterhaltung der Oberschicht. Förderung von Kunst jenseits der Eintrittskarte ist Aufgabe von Mäzenen.
Der Zugang zum nationalen Kulturgut dagegen muss der breiten Masse erleichtert werden. Staatliche Museen müssen grundsätzlich eintrittsfrei sein oder zumindest eintrittsfreie Tage anbieten (siehe London).
Abschaffung der Buchpreisbindung
Die Buchpreisbindung ist, wie das Reinheitsgebot und der Meisterbrief, ein Relikt. Ein bequemes, ein auf den ersten Blick nützliches, aber ein Relikt. Zu seiner Verteidigung wird angeführt, es schütze die romantischen kleinen Buchläden vor den großen Ketten und ermögliche den Produzenten (Autoren wie Verlagen) überlebensfähige Margen.
Tatsächlich entzieht die Buchpreisbindung auf breiter Front die Literatur den Mechanismen des Marktes – genau so gut könnte man die Preise für Obst festlegen und damit rechtfertigen, kleine Obsthändler vor Supermärkten schützen zu wollen.
Die Buchpreisbindung übersieht auch, dass hier ein Produktsegment, nicht sein Inhalt geschützt wird. Nicht jedes Buch ist Literatur, so wie nicht jede TV-Serie Schmutz & Schund ist. Es gibt keinen Grund, warum die "Twilight"-Romane den selben Schutz vor Preisdumping genießen sollten wie die Werke von Doris Lessing.
Auch wenn ich selber dieser Oase im Meer des Preiskampfes sympathisierend gegenüber stehe, halte ich sie für überholt und fällig. Der Buchmarkt wird internationalisiert und digitalisiert, da ist die Buchpreisbindung ein Bremsklotz für ein Produkt, das keine künstliche Protektion braucht – ebenso wenig wie Bier.
———–
So, das sind die ersten Punkte, bei denen ich Stellung beziehen wollte. Äußert euch, lasst es bleiben, klärt mich auf, straft mich ab – aber tut es mit Respekt und Augenmaß.



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Mr. Fox
Mr. Fox
23. April, 2014 13:55

OK, klingt alles grundsätzlich erstmal vernünftig.
Bei der Kulturförderung ist ein bisschen schwieriger: Kultur war und ist immer schon etwas, was in der Breite ohne staatliches oder privates Geld außerhalb ökonomischer Gesetzmäßigkeiten nicht funktioniert. Ein kommunales Kino beispielsweise wird sich von selbst nicht halten können, macht aber kulturpolitisch imho trotzdem als Alternative zum Multiplex absolut Sinn.
Es ist genau die Abwägung, die das Ganze so kompliziert macht. Warum bekommt Til Schweiger immer noch Drehbuchförderung, obwohl seine Filme Millionen einspielen? Warum werden Kurzfilme an großen Filmhochschulen mit Riesensummen gefördert und kleine Institutionen realisieren dutzende Projekte mit einem Bruchteil des Geldes?
Und trotzdem – wenn der Geschmack und das Konsumverhalten der breiten Masse ausschließlich den auf Kostendeckung ausgelegten Kulturbetrieb bestimmt, wird’s imho brenzlig um nicht zu sagen EKELIG. Zumindest Nachwuchsprogramme, projektorientierte Fördertöpfe, Steuervergünstigungen und Anreize für Kulturinvestoren jeder Art und Bonusprogramme für ehrenamtliches Engagement halte ich für wichtig und richtig.

Printe71
Printe71
23. April, 2014 14:05

Kurz und bündig: Zu fast 100% einverstanden.
Selbst als jemand, die pro Tag 150 km mit dem Auto pendeln muss, wäre mein möglicher Vorschlag zur (Teil-)Finanzierung eines kostenlosen ÖPNV die Abschaffung der Pandlerpauschale. Ich weiß nicht, ob sich das vollständig decken würde, aber einen guten Teil sollte das schon ausmachen.
Der einzige Punkt, über den ich noch nachdenken und wo mir die Ursachen noch nicht ganz klar sind, sind die Kultursubventionen, was daran liegt, dass mir ein konkretes Beispiel nicht aus dem Kopf will: In meiner Heimatstadt gibt es ein kleines Theater, dass eine der höchsten Auslastungsquoten Deutschlands hat. Abos kann man quasi nur erben und wenn welche in den freien Verkauf kommen, gibt es schon Stunden vorher riesige Warteschlangen. Dieses Theater produziert alles andere als "am Markt vorbei", im Gegenteil, viele Aufführungen werden verlängert oder wiederaufgenommen, weil es nach Ende der Laufzeit noch große Nachfrage gibt. Nun das Dilemma: Der Laden kann ohne öffentliche Subventionen trotzdem nicht überleben. Würde man das rein über den Markt regeln, müsste man wahrscheinlich die Eintrittskarten massive verteuern, wodurch der Zugang der breiten Masse, den du propagierst, behindert würde. Irgendeine Idee, wie man aus diesem Teufelskreis rauskommt?

S-Man
S-Man
23. April, 2014 14:08

huihuihuihuihui… 🙂 das meine ich positiv. Oder so 😉
Vielen Dank für das Pamphlet. Wärst du eine Partei, meine Stimme hättest du – natürlich müssten wir hier und da über diverse Feinheiten reden, aber das wird in den kommenden – von mir mit Spannung erwarteteten – Kommentaren passieren.
Mein allerliebster Lieblingspunkt: Freier ÖPNV! Hallelujah! Hier in Potsdam wäre das DIE Lösung. Die Lösung? Wofür? Für einfach alles. Na gut, die Hälfte! 😉
Geografisch liegt Potsdam so, dass es verkehrstechnisch eine absolute Katastrophe ist. Geteilt durch ein bis mehrere Gewässer (je nach Definition) und verbunden mit zwei Brücken.
Aktuelles Beispiel: Eine Brücke wird seit einem Jahr rundsaniert, wie lange das noch dauert weiß keiner. Die andere wurde versetzt, wegen einem Schlossneubau (anderes Thema…). Ergo: Beide Verbindungen gelähmt. Umfahrungen unmöglich. Ergo: Ich zitiere hier mal meinen Lieblingsverkehrsbericht: "In Brandenburg hier und da Stau, in Berlin ist Straße X gesperrt und in Potsdam stehen Sie wieder überall." Erst letzte Woche brauchte ich für 8km 70min. Nein, ich war nicht zu Fuß unterwegs. Leider. Lange Rede, kurzer Sinn:
Die Stadt wächst kontinuierlich. Doch die Verkehrsmöglichkeiten sind beschränkt. Die Verkehrspolitiker sind auch… Ok, lassen wir das. Die Verkehrsplaner setzen aber nicht alles daran, der Situation Herr zu werden, sondern schränken seit einem Jahr mehr und mehr Geschwindigkeiten ein, bauen Straßen zurück (sic!) und engen sie aufgrund von seltsam anmutenden Neubauten ein (siehe neues Stadtschloss… Weil Potsdam noch keine Schlösser hat. Oder Ausgrabung eines 100te Jahre alten Kanals in der Innenstadt, der aufgrund von fehlendem Grundwasser doch kein Wasser mehr führt… oder… oder). Es kommt also zu dauerhaftem Stau. Ein bis zweimal am Tag (je nach dem, wie lange der erste dauert). Man kommt nicht vor und nicht zurück.
Was macht der ÖPNV da? Wenn man die Tramlinien besser takten würde, wenn sie länger fahren würden, wenn die Busnetze dichter wären, würde das die Straßen deutlich entlasten, weil die Öffis besser genutzt wären. Im Idealfall steigen alle auf Öffis um. Dann können die Stadtplaner gern alle Straßen zurück bauen. Braucht keiner mehr die zu pflegen. Das Geld steckt man in die Öffis. Die Touris könnten einfach einsteigen, die Anwohner auch. Super. Doch wenn ich jetzt fast 3€ bezahle, um am Ende dann doch im Stau zu stehen, warum sollte ich das dann nicht lieber bei eigener Musik, ein wenig Platz, weniger Schweiß, weniger Aggro-Stimmung, und der funktionierenden Klimaanlage des eigenen Autos machen? Es muss also rapide geändert werden, und das geht nur über den Preis. Wenn die Öffis billig werden, steigen sicher mehr Autofahrer um. Damit weniger Staus, damit weniger Aggro-Stimmung im Bus, damit besseres Fahrerlebnis, damit mehr Nutzer…
Regional beschränkt hätte man noch ein Problem: Man bräuchte Parkplätze vor der Stadt, ein Ticketsystem, um die Einwohner nicht zu sehr zu belasten mit den Gratistouren der Auswärtigen, etc. Doch all das würde wegfallen, wenn der Gratisbetrieb überregional wäre.
Finanzieren könnte man es vielleicht durch die erwähnten Ersparnisse im Straßen(aus)bau, Ticketsystem und deren Wartung und Kontrolle, etc. Ich weiß nicht, wie viel ÖPNV kostet, und wie viel da eh schon subventioniert ist. Aber ich denke, dass sich auch zugunsten der Umwelt hier und da was finden wird. (Meine erste Idee ist immer Beschneidung des Militäretats…).
Auch meine Gedanken dazu sind hier nicht ausgedacht und zu Ende formuliert. Oder andersrum. Ich freu mich nur gerade, dass ich gerade aus deinem "Mund" dieses Beispiel höre. Danke 🙂
Und damit bin ich bei dir 🙂 Für den freien ÖPNV!

Thorben
Thorben
23. April, 2014 14:11

Mr. Fox – warum macht ein kommunales Kino Sinn, wenn nur so wenige Menschen reingehen, dass es sich nicht trägt? Das klingt für mich nicht sinnvoll, sondern nach einer Subvention einer Minderheit.
Oder?

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 14:13

@ Printe71: In diesem Fall plädiere ich nicht für den Tod des Kleinstadt-Theaters, sondern für seine konsequentere Wirtschaftung. Man kann nur soviel Geld in Inszenierungen stecken, wie man über Eintrittskarten rein bekommt. Reicht das nicht, muss man entweder mehr Karten verkaufen (was in diesem Fall nicht geht), die Karten verteuern (was Unruhe verursachen könnte) oder die Inszenierungen preiswerter gestalten, bis Einnahmen und Ausgaben zusammen passen. Sponsoring wäre eine weitere Möglichkeit. Ich rede nicht dem kulturellen Kahlschlag das Wort.

Uli
Uli
23. April, 2014 14:14

Unabhängig von den konkreten Positionen finde ich die Idee sehr interessant. "Rechts", "Links", "christlich", "konservativ" oder "sozialdemokratisch" sind für mich inzwischen größtenteils leere Floskeln, da ist es erfrischend einfach mal ein paar konkrete Visionen in den Raum zu werfen. Die "großen" Parteien haben sich das ja anscheinend leider abgewöhnt.

Hannah
23. April, 2014 14:19

Ich möchte mich gerade gar nicht inhaltlich mit deinen Forderungen, Ideen, Visionen auseinandersetzen – sondern einfach nur sagen, wie gut ich es finde, dass du sie hier gebündelt zur Diskussion stellst: weil mich das nämlich, obwohl ich mich durchaus als sehr politischen Menschen sehe (noch dazu aktives Mitglied einer der großen Parteien…), angeregt hat, meine eigenen Positionen zu den angesprochenen Aspekten zu hinterfragen – oder überhaupt erstmal darüber nachzudenken, ob ich dazu überhaupt Positionen habe 😉
Ich bin jedenfalls schon gespannt, was du noch so in petto hast – und freue mich schon auf interessante Diskussionen in den Kommentaren.

Tante Jay
23. April, 2014 14:27

Volle Zustimmung, ich hätte aber gerne bei der Schule noch einen Punkt dazu. Die Kids sollen endlich von Anfang an richtig schreiben lernen. Dieser Unfug mit den Anlauttabellen und dem "Schreib erstmal wie du sprichst, die richtige Rechtschreibung lernst du dann später" muss umgehend aufhören.
Wir haben bereits etliche Schülergenerationen mit diesem kriminellen Unsinn versaut, die ersten dieser Opfer kommen jetzt in die Universität und treiben die Dozenten in den Wahnsinn.
Von Anfang an korrekte Rechtschreibung bitte.

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 14:38

@ Tante Jay: Das mag sein – ich habe nur keine Ahnung, was dieses Thema angeht. Darum kann ich keine Anlauttabellen verdammen, von denen ich noch nie gehört habe. Klingt aber doof.

trackback

[…] Wortvogel schreibt diese Punkte in einer Artikelserie gerade auf. Und der erste Artikel hats schon richtig in […]

DMJ
23. April, 2014 14:43

Da klingt vieles vernünftig, bei der Kulturförderung bin ich aber auch etwas unsicher…
Ja, auf jeden Fall sollte die Kultur sich wieder mehr auf die Menschen ausrichten, anstatt an ihnen vorbei (und von ihrem Geld) vor sich hin zu dümpeln, aber eine gewisse "kulturelle Grundversorgung" wäre mir doch lieb.
Ja, das ist recht letztjahrhundertlich gedacht, da all die Klassiker heutzutage ja auch in Mediatheken verfügbar gemacht werden können, so dass die Leute sich eine unpopulär traditionelle Schiller-Inszenierung auch zuhause ansehen können. Vielleicht leben wir da momentan noch zu sehr in der Übergangszeit: Die Technik ist da, einiges ist verfügbar, aber eben nicht alles. Wenn es ein Projekt Gutenberg auch für Bühnenmitschnitte gäbe, wäre die nächste Stufe erreicht.

DMJ
23. April, 2014 14:45

Oh, Nachtrag:
Ein Grund, warum ich der Kultur ein generelles Schutzbedürfnis zuspreche ist auch, dass sie an sich den Anstoß zu neuem geben soll – und das ist anfangs erstmal unpopulär.
Daher ist vielleicht eine sichere Zone, in der im Licht der Öffentlichkeit experimentiert werden kann (die das heutige Theater natürlich nicht ist, da dessen Inszenierungen Fließbandware, nur nach eben anderem Zuschnitt sind, keine wahren Experimente) nicht verkehrt.

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 14:48

@ DMJ: Ich sehe auch in meinem Modell keinen Mangel an Grundversorgung. Es werden ja nur Theater eingehen, die nicht in der Lage, so wirtschaftlich zu arbeiten, dass es ohne massive Subventionen geht. Dann wird die Avantgarde halt auf der kleinen Bühne gespielt. Auch ich habe kein Interesse an kultureller Verödung – sehe die aber durch meinen Vorschlag nicht gefährdet. Eher ist das aktuelle Modell dem modernen Theater abträglich.

JoyntSoft
JoyntSoft
23. April, 2014 14:54

Nette Ideen, die man mal mehr als nur andenken sollte 😀

milan8888
milan8888
23. April, 2014 15:36

»Was die Versorgung mit Schulmaterialien angeht: Schulbücher sind Eigentum der Schule und werden an die Schüler verliehen. Das ist kostenlos. Bei der Ausleihe ist das Schulbuch in gutem Zustand – ist es bei der Rückgabe nicht in vergleichbar gutem Zustand (eine gewisse Abnutzung eingerechnet), wird es den Eltern in Rechnung gestellt. Das sorgt auch für eine gewisse Erziehung bei den Kindern.«
Zu meiner Schulzeit (und auch davor) war das so. Hat sich da inzwischen was geändert?

Dummvogel
Dummvogel
23. April, 2014 15:40

Reinheitsgebot ist übrigens ein schönes Stichwort. Da sind immer alle so stolz drauf und glauben es würde die Qualität von deutschem Bier erhöhen. Ist natürlich Unfug. Denn das Reinheitsgebot schreibt nur vor, was in ein Bier reindarf, aber nicht in welcher Qualität. Dafür ist hier die Vielfalt deutlich geringer als beispielsweise in Belgien.
Wer dazu mehr wissen will
http://cre.fm/cre194-bier

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 15:42

@ milan: Bei mir war das auch noch so – ich erlebe allerdings im Umfeld immer mehr, dass Eltern selber für die Bücher zahlen oder sich zumindest beteiligen sollen.

Kaio
Kaio
23. April, 2014 15:51

Bis jetzt würde ich alles so unterschreiben 🙂
Die Buchpreisbindung insbesondere finde ich auch überholt. In Zeiten des Internets und von Amazon und Konsorten führt sie mMn eher dazu dass viele nur noch auf Englisch lesen weil es so viel billiger ist und sich Deutsche Bücher gar nicht mehr angucken. Dabei sollte das ganze System ja angeblich gerade vor Amazon schützen, aber in meinen Augen ist eher das Gegenteil der Fall.
Wenn man sich andere Länder ohne Buchpreisbindung anschaut (das sollte die Mehrheit sein) muss man doch sehen können welchen Effekt der Markt auf das Literaturangebot hat. Etwaige Mythen sollten sich so doch schnell entkräften lassen.
Wenn es nur um Buchläden geht, wie auch manchmal eingebracht wird, hilft denen die Buchpreisbindung mMn auch nicht weiter, die Leute bestellen immer mehr im Internet als im Einzelhandel, ob auf Deutsch, Englisch oder sonstwie. Dieser Entwicklung kann man mit sowas nicht mehr begegnen.
Und wo wir schon bei den Preisen von Büchern sind, der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur braucht auch dringend eine Reform, dieser Mist mit wissenschaftlchen Journalen die tausende Euro im Jahr im Abo kosten und quasi ein nahezu Monopol auf aktuelle Forschung haben ist wahnsinnig überholt und fortschrittshemmend. Das ist aber ein globales Problem und kein Deutsches, da kann ein Land im alleingang nicht so viel richten. Wobei, vielleicht würde es uns als Forschungsstandort wieder international bedeutsam machen wenn alle an deutschen Unis produzierten Forschungsergebnisse per Gesetz weltweit frei zugänglich werden.

heino
heino
23. April, 2014 15:51

Interessante Gedankengänge. Zu allem kann ich mich (noch) nicht äußern, aber doch zu einigen Punkten:
– kostenloser ÖPNV
Ist ja anläßlich der Europawahl das Lieblingskind der Piraten und ich fände das als gebeutelter Bahnkunde auch sehr attraktiv. Leider halte ich das in vielen Bereichen für nicht durchführbar, denn wenn ich mir ansehe, welche Probleme die Bahn, die KVB und die Rheinbahn jetzt schon trotz erheblicher Einnahmen haben, einen auch nur ansatzweise ordentlichen Service zu bieten, mag ich mir nicht vorstellen, was passiert, wenn die Einnahmen wegfallen. Dazu kommt, dass es immer noch etliche ländliche Gebiete gibt, in denen sowas wie ÖPNV fast gar nicht existiert.
– Schulbücher/verpflegung
da bin ich völlig bei dir, es ist ein absolutes Unding, dass Eltern praktisch zweimal dafür zahlen müssen
– Schulfach Lebenskunde
In groben Zügen existiert das ja bereits als "Sozialkunde", gehört aber zu den Fächern, die Kürzungen immer als erstes zum Opfer fallen. Und es zeichnet ein trauriges Bild unserer Gesellschaft, wenn ein solches Fach in dem von dir erdachten Masse tatsächlich nötig wäre.

milan8888
milan8888
23. April, 2014 15:56

Hab kurz recherchiert und soweit ich herausfinden konnte wurde in Bayern 2004 ein jährliches Büchergeld (20-40 Euro) eingeführt. 2008 war das Büchergeld dann wieder Geschichte.

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 15:59

@ milan: Nach meiner Erfahrung ist das in ärmeren Bundesländern leider nicht so. Sollte ich mich irren – um so besser.
@ Heino: Der ÖPNV soll dann ja durch Steuern finanziert werden. Da fielen demnach keine "Einnahmen" weg. Und wie ich schrub: In gewissen Regionen wird dann sogar noch ausgebaut.

Donalbain
Donalbain
23. April, 2014 16:37

Wie ich schonmal schrieb: Ohne Kulturförderung ist das Theater definitiv nicht zu halten. Und das hat nichts damit zu tun, dass es am Publikum vorbeiinszeniert, sondern damit, dass diese Kunstform nunmal nur mit sehr sehr vielen Leuten und sehr viel Zeit zu machen ist.
Selbst wenn jede Vorstellung im Stadttheater voll ist, reichen die normalen Eintrittspreise noch immer nicht aus. Bei uns (Stadt mit 1/4 Mio. Ew, 400-Plätze-Theater) geisterte Mal vor ein paar Jahren die Zahl von ca. 100 EUR Subventionen für jeden(!) Platz in jeder Vorstellung. Das ist sicher nicht weniger geworden. Und die Mitarbeiter werden weiß Gott nicht gut bezahlt. Wahrscheinlich müssten Kartenpreise von 200 EUR genommen werden, um alles zu bezahlen.
Das hat alles nichts mit schlechter Haushaltung zu tun. Kleine Überschlagsrechnung: Auf der Website sehe ich hier allein für die Theatersparte etwa 85 künstlerisch-technische Mitarbeiter (die Reinigungskräfte, Hausmeister, etc nicht mitgerechnet). Lass jeden mal zumindest 2500 im Schnitt verdienen. Die Personalkosten sind für den Arbeitgeber etwa doppelt so hoch, also 85*5000, also 425000 im Monat. Wenn das Theater 400 Plätze und jeden Tag eine Vorstellung hat, kommen auf jeden Platz also 424500/(30*400)=35 EUR pro Sitzplatz (auch wenn er leer ist) allein nur für diesen Teil des Personals.
Dabei fehlen vollkommen die Kosten für das restliche Personal, die Miete, die Stromkosten, die Bauten, die Rechte und Tantiemen, die Gagen für Autoren und Kompositen, Material für Kostüme und Maske, Lagerräume für Kulissen, Transport von Kulissen, Licht- und Tontechnik, Büroausstattung und – Verbrauch, Sicherheitstechnik, Versicherungen, Websites und Kartenverkauf, Druckkosten für Plakate und Programme und noch vieles andere mehr.
Die Vorstellung, man könne das alles kostendeckend betreiben ist kompletter Schwachsinn. Niemand würde die Karten kaufen. Die Musicals können das nur, weil sie ein einziges, allein für den Massenmarkt optimiertes Stück für etliche Jahre in einem hoch automatisierten, immer identischen Ablauf mit sehr wenigen Mitarbeitern spielen. Und auch dann sind die Kartenpreise noch sehr hoch, was sich nur mit dem Event-Charakter rechtfertigen lässt. Und auch das lohnt sich nur, wenn das Haus immer ausverkauft ist.
Ein Stadttheater bringt dafür pro Spielzeit 10-20 neue Stücke raus, die jeweils 6 Woche geprobt, gebaut, mit Kostümen und Masken, Licht und Ton eingerichtet werden müssen. Das gibts nicht fürn Appel un Ei. Und es ist dabei vollkommen egal, wie groß die Bühne ist.
Wenn man Deinen Plan in Punkto Kulturförderung so umsetzt, ist das professionelle Theater mausetot und es bleibt nur die freiwillige Feuerwehrtruppe Kleinkleckersdorf, die zur Weihnachtsfeier Pension Schöller spielt. Das ist kulturelle Verödung.

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 16:46

@ Donalbain: Und das sehe ich eben anders – wer meint, man könnte "gutes" Theater nur machen, wenn Leute dafür zahlen, die selber nicht im Zuschauerraum sitzen, liegt in meinen Augen falsch. Und ich habe auch ein Problem damit, Leuten zu erklären, warum sie für Theaterstücke zahlen sollen, die sie nicht anschauen wollen.
Nach deiner Rechnung kostet also kostet also das Theater den Steuerzahler 40.000 Euro extra pro Vorstellung – und das soll in Ordnung sein, der kulturellen Vielfalt zuliebe? Tausendfach in Deutschland? Täglich? Nö. Und die Alternative zum totsubventionierten Nischentheater ist eben nicht "Cats".

Terry Lennox
Terry Lennox
23. April, 2014 17:11

Für das Geld, mit dem ein mittleres Mittelstadttheater bezuschusst wird, könnte man wahrscheinlich die Bücher in allen Schulen der Stadt kostenlos rausgeben, jedem Schüler eine Mitgliedschaft in einem Sportverein finanzieren und diesen Sportverein mit vernünftigen Anlagen ausstatten. Dort lernen die Menschen dann, miteinander an etwas Sinnvollem zu arbeiten, jeden Tag, jedes Jahr. Alternativ dazu steht, im Schnitt, 0-1 Theaterbesuche mit rein passivem Kulturkonsum.
Trotzdem wird hier eine Sportstätte nach der anderen geschlossen, das Theater bleibt geöffnet. Breitenwirkung: keine.

Lutz
Lutz
23. April, 2014 17:33

Ich bin ebenfalls für eine drastische Reduzierung der Kulturförderung.
Die geförderte Unabhängigkeit vom Publikum führt – auch wenn die arrogante Elite das gemeine Volk für dumm hält – in der Praxis zu Qualitätsverlust (siehe auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen) und zur Geldverschwendung.
Darüber hinaus halt ich das Argument, man wolle den Theater- oder Opernbesuch auch finanziell weniger gut gestellten Bürgern ermöglichen für falsch – und sogar zynisch: Tatsächlich ist die Subventionierung von Theatern und Opernhäusern eine erhebliche Umverteilung von unten nach oben. Das typische Publikum von Theatern und Opernhäusern rekrutiert sich aus der gebildeten Oberschicht (Ausnahmen bestätigen die Regel) und verdient erheblich mehr, als der durchschnittliche Steuerzahler, der den Kulturgenuss zum Großteil bezahlen darf. Die finanziell gut gestellte Oberschicht rechtfertigt ihre Sparpreise auf Kosten der Allgemeinheit also in heuchlerischer Weise damit, dass sich ab und zu und vor allem theoretisch auch mal ein Vertreter der Unterschicht in die Oper verirrt, der sich das ansonsten verkniffen hätte. Das mag zwar stimmen, eine Subvention, die aber ganz ganz überwiegend bei Leuten ankommt, die sie nicht verdient haben, gehört abgeschafft.

Pogopuschel
23. April, 2014 18:16

Bis auf die Sache mit der Buchpreisbindung kann ich allem zustimmen. Eine Abschaffung der Selbigen würde meiner Meinung nach dafür sorgen, dass Amazon noch mehr Buchhandlungen (so wie in den USA) durch Dumpingpreise unter dem Einkaufspreis für Bestseller verdrängt.
Möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich Amazon erst letzte Woche in meinem Blog gegen die Arte-Doku über Amazon verteidigt habe.

Zeddi
Zeddi
23. April, 2014 18:34

Die 3 Faustregeln: Doppelt ACK
Kostenloser ÖPNV
Ich fände auch "Preiswerten" Fernverkehr interessant – Wieso kann ich selbst zum Super-Bahn-Spar-Preis nicht meine 250km entfernten wohnenden Schwiegereltern mit meiner Freundin für unter 120EUR mit der Bahn besuchen, wenn ich wenn es hoch kommt für die gleiche Strecke maximal 50-60eur Diesel verfahre? So wird das nichts mit mir und der Bahn. Dabei finde ich Bahnfahren im Kern sehr entspannend.
Schulbüber & Co.
Dem stimme ich auch zu … sinnvoll wäre es auch, die teilweise sehr Maroden Schulen mal ein wenig zu renovieren und evtl. auch mal den Lehrplan und inhalt generell mal zu überprüfen.
Lebenskunde> Ack
Kulturförderung
Toll fände ich es, wenn für "kleinere" Private projekte, wie z.B. eine kleine private Band, oder eine kleine Künstlergruppe mehr möglichkeiten zur verfügung stehen würden. Es ist scheitert oft für viele dadrann, einen einfachen Proberaum zu bekommen – das ist nicht sehr teuer, würde aber vielen die nicht von der Kunst leben möchten, aber auch etwas beitragen können, sehr helfen. Anstelle eines Millionenprojektes könnte man hunderte "kleiner" Projekte fördern.
Warum wird kaum eine Metall-Band, kaum ein Hip-Hop künstler oder ein aufstrebendes Ensamble für Irishe Folklore-Musik gefördert, das sicherlich bei vielen mehr Anklang finden würde, aber anstelle dessen Theateraufführungen für wenige "Reiche".
Auch ist es heutzutage sehr schwierig geworden, "privat" Organisierte veranstaltungen z.B. Band-Abende o.ä. zu organisieren, da hohe behördliche "Steine" in den Weg gestellt werden – hier könnte man ganz ohne Geld viel abwechslung in unsere Kulturlanschaft bringen.
Ich finde auch nicht, das wir Künstler "fördern" Müssen, die im endeffekt für mehr als 99,99% der Bevölkerung nichts bedeutendes oder bewegendes schaffen. Da hat ja teilweise jeder Youtube-Star mehr relevanz und sinn. Zudem: Viele Konstprojekte sind doch eher verarsche der entscheidungsträger … ein Bild, in wenigen minuten zusammengekleistert, eine tiefgreigend klingende Erklärung beim kacken dazu überlegt … sicher nicht alles, es gibt natürlich auch in diesem Bereich Perlen – aber ich denke oft ist das alles eher dafür da, das sich eine Oberschicht und ein Kulturstadtraat auf die Schulter klopfen kann, und in der Zeitung geschrieben wird über ihn "Ach was wurde da für ein Innovatives Projekt gefördert.
Pogopuschel> Die ganzen guten "kleinen" Läden wurden hier alle durch das "tolle" anonyme Thalia schon vor Jahren verdrängt – die dürfen gerne Sterben, denn DIE haben die kleinen einfach verdrängt. Gegen deren ungemütliche Läden mit Minimaler sinnvoller auswahl ist Amazon eine echte Wohltat.
Donalbain> Dann muss man halt Pro Jahr nur 2 Produktionen machen die länger laufen und technisch vill. weniger aufwändig … es reicht ja vill. auch bei 3 größeren Städen (z.B. Hamburg, Hannover und Bremen) die max. ne gute Autostunde voneinander entfernt sind ein Theater für die Theaterfans. Und Strom e.t.c.: Die Großen Kino-Plexe haben ja auch nen hohen Stromverbrauch und auch sehr viel leerstand – scheint sich ja doch irgendwie zu rechnen … und wenn man mal so grob mitkriegt, für was diese "Künstler" alles Geld verschwenden … dann wird einen auch übel – manchmal müsste man halt auch einfach die "Preiswertere" Lösung nehmen.

Kastanie
Kastanie
23. April, 2014 19:21

Subventionen halte ich generell für eine problematische Krux, da macht die Kulturförderung keine Ausnahme. Ich gebe da dem Hausherrn recht: gutes Theater wäre auch anders möglich und der Markt (sprich Angebot und Nachfrage) entscheidet eben, was bleibt und was nicht. Das ist in allen anderen wirtschaftlichen Bereichen auch so. Und auch Theater sollte sich meiner Meinung nach diesen Regeln fügen, wie z.B. Filme das auch tun. "Erhaltung von Kultur" halte ich da für ein schwammiges Argument, denn wer nimmt sich denn heraus zu entscheiden, was kulturwürdig ist und was nicht. Nicht nur angeblich intelligente Nischen-Unterhaltung hat ein Anrecht darauf. Tatsächlich kann man auch Youtuber wie Y-Titty als Kultur bezeichnen. Nur eben auf andere Weise.
Aber wie ich sagte: Subventionen halte ich allgemein für schwierig. In jedem Bereich. Auch bei dem bekannten Beispiel in der Landwirtschaft. Wobei das wieder ein ganz anderes Thema ist…

Medienjunkie
23. April, 2014 19:21

Eure Argumentation hinsichtlich der Kulturförderung geht einfach nicht auf. Wenn alles nur noch nach dem Geschmack der breiten Masse ausgerichtet sein muss, steigert das aller Erfahrung nach eben gerade nicht die Qualität, Beispiel: privater Rundfunk.
Und auch wenn ich z.B. noch nie in der Oper war, bin ich froh, in einer reichen Stadt zu leben, die sich etwa ein kommunales Kino noch leisten kann. So kann ich nämlich ab und an noch z.B. einen alten Ingmar-Bergman-Film auf der Leinwand sehen statt nur den neuesten Marvel-Scheiß mit super CGI-Schlachten in 3D und dem immer gleichen belanglosen Inhalt.
Was hingegen wirklich mal reformiert gehört, ist die deutsche Filmförderung. Warum ich mit meiner Kinokarte (für einen ganz anderen Film) indirekt auch noch die Blockbuster von Herrn Schweiger finanzieren muss, die ihre Produktionskosten ja eh dicke wieder einspielen, verstehe ich nämlich echt nicht.

Pogopuschel
23. April, 2014 19:23

@Zeddi
"Pogopuschel> Die ganzen guten “kleinen” Läden wurden hier alle durch das “tolle” anonyme Thalia schon vor Jahren verdrängt – die dürfen gerne Sterben, denn DIE haben die kleinen einfach verdrängt. Gegen deren ungemütliche Läden mit Minimaler sinnvoller auswahl ist Amazon eine echte Wohltat."
Die beste Buchhandlung der Welt (das Otherland) hält sich noch wacker in Berlin, die möcht ich nicht missen. Da gibt es auch noch andere kleine aber feine Buchhandlungen, wie die Krimibuchhandlung Hammett uva.

Kastanie
Kastanie
23. April, 2014 19:34

@Medienjunkie:
ich finde eben nicht, dass der Staat dann dafür sorgen sollte, dass auch abseits des Mainstreams Kultur produziert wird. Das sollte nicht seine Aufgabe sein. Ich gebe da Torsten recht: wenn das Theater es nicht schafft, seine Kosten wieder einzuspielen, muss dieses selber dafür sorgen, dass es das tut, in Form von Einsparungen (weniger Aufwand, weniger Personal, ect.). Es kann nicht Aufgabe des Staates (und somit von uns allen) sein, so etwas zu finanzieren. Kultur in der Form sollte sich selber halten können. Wenn sie das nicht tut, muss eben umgedacht werden (wie oben beschrieben) oder dicht machen. Meine Meinung.

Zeddi
Zeddi
23. April, 2014 19:59

/edit namen vertauscht
@medienjunkie
Die öffentlich-rechtlichen sind da imho ein ganz schlechtes Beispiel – sieht man mal von einigen recht guten Produktionen ab die dafür aber spät Abends laufen, ist die Qualität nicht wirklich besser … einer der Gründe warum ich "Fernsehen" komplett meide und lieber Doctor Who und Co von DVD oder als Stream schaue
Ich habe ja auch explizit nicht vorgeschlagen das komplett abzuschaffen – aber doch den Umfang zu reduzieren. In meiner Heimatstadt gibt es das KoKi als eine art "Verein" der durch die (Kostenlose) Arbeitsleistung von Vereinsmitgliedern sehr preiswert ist für die Stadt, zumal der Veranstaltungsort als "Mehrzweckhalle" neben den Kino-Vorstellungen auch z.B. als Ort für Konzerte für lokale Bands oder für Schulveranstaltungen genutzt werden kann – durch ein integrietes Lokal kommt sogar noch etwas Geld in die Kasse wieder rein. So etwas halte ich für sinnvoll – halt eine Reduzierung.
Alternative wäre z.B. für Theater Sponsoring – oder halt das zusammenlegen von Theatern … ich glaube aber halt auch, wie ich beim Wortvogel auch etwas herausgehört habe, das sich sehr viele Kreative gerade im Bereich von Theater e.t.c. sehr intensiv auf "Vater Staat" ausruhen.
Vill. bin ich ja auch nicht im Thema – aber wofür braucht man 85 "künstlerisch-technische (vollzeit) Mitarbeiter" für eine größere Produktion?

Zeddi
Zeddi
23. April, 2014 20:11

@Pogopuschel
Ich wohne aber leider nicht in Berlin 😉 – ich denke, wenn ein laden "gut" ist und mehr bietet, z.B. eine Auswahl die zum Stöbern einlädt, oder eine gemütliche Atmosphäre, werden die sich auch halten können. Nicht alle villeicht … gegen die Buchpreisbindung bin ich aber nicht grundsätzlich, Taschenbücher gibt es ja oft auch für 8-12eur, das finde ich nicht Unrealstisch teuer – aber im bereich "eBook" würde ich mir eine etwas lexare haltung wünschen, die sind oft, trotz drm-verseuchung imho unrealistisch teuer.
Was ich auch wichtig finde, ist das es weiterhin _gute_ öffentliche Bibiliotheken gibt, die es auch z.B. Kindern ärmerer Familien ermöglicht ihren Lesehunger, sofern vorhanden, zu stillen. Ich glaube, ich hätte als Kind nur ungefähr 3-4% von dem lesen können, was ich gelesen habe ohne Bibiliotheken, da meine Eltern damals nicht soooo wohlhabend waren.

DMJ
23. April, 2014 20:17

Da nähern wir uns vielleicht wirklich mehr dem Kernproblem der Theatersache!
Ganz unabhängig davon, ob sie staatlich gefördert werden sollten, oder nicht, sollte man erstmal sehen, wie man ihre Kosten etwas reduzieren könnte, auf dass halbwegs ein sinnvolles Verhältnis dabei rum kommt.
Man könnte es vielleicht mit der Vielfalt verbinden, die Zeddi in #28 mit einiger Berechtigung forderte: Die Theaterwelt nicht vollkommen von allem anderen abgrenzen, sondern eine große Kulturlandschaft schaffen. Theater auch für Bandkonzerte nutzen und andere Dinge darin abhalten. Vielleicht mehr mit Musikschulen und anderen Dingen zusammenlegen, auch Kooperationen mit normalen Schulen, um die Orchester voll zu kriegen.
Da könnte man mehr auf einmal fördern und so einen größeren Nutzen aus weniger Mitteln ziehen, anstatt nur etwas am Leben zu erhalten, was sonst eine Randerscheinung wirkt.
Wir dürfen bei der Geldfrage nicht vergessen, dass es Theater auch schon vor der staatlichen Förderung gab. Das unselige aktuelle Theater, das hochnäsig an den "Normalos" vorbeiinszeniert, weil es eher sterben würde, als die Regieanweisungen der benutzen Autoren zu verwenden, würde bei einer Rückbesinnung vielleicht endlich zurückgedrängt.

Mencken
Mencken
23. April, 2014 20:41

In Großbritannien schaffen die Theater das ja auch ohne vergleichbares Förderprogramm, sollte hier eigentlich auch machbar sein. Alternativ könnte man natürlich auch einfach die GEZ abschaffen, dafür eine Kulturbasissteuer einführen und mal sehen, wie sich die Theater so schlagen.
Ansonsten:
-Schulbücher sind meines Erachtens schon überall frei (ggf. gibt es Zuzahlungen nur für nicht auf dem Lehrplan stehendes Material nach Absprache mit den Eltern). Schulverpflegung finde ich heikel, da gehen die Vorstellungen von angemessenem Essen vermutlich zu sehr von Haushalt zu Haushalt auseinander.
Ansonsten überwiegend Gedanken, denen ich durchaus zustimme (Schreibschrift und "Lebenskunde" mal ausgenommen), auch wenn ich bei der Finanzierbarkeit und dem tatsächlichen Nutzen bei einigen Punkten durchaus Zweifel habe, aber solche Bedenken sind ja schon in der Einleitung explizit ausgeklammert.

Mencken
Mencken
23. April, 2014 20:44

@Pogopuschel: Ja, die tollen Buchläden gibt es hier in Berlin noch, aber eher trotz und nicht wegen der Buchpreisbindung.

Zeddi
Zeddi
23. April, 2014 21:01

@Mencken> Bei den Schulbüchern wäre wohl eher "Gab es mal" richtig – das wurde in diversen Bundesländern leider wieder abgeschafft.

crehouvo
crehouvo
23. April, 2014 21:04

In vielen Dingen stimme ich überein, aber ein paar Gedanken:
Die drei Faustregeln:
1) Es ist traurig, aber immer mehr Arbeitsplätze erfordern eine berufliche Qualifikation. Einfache Arbeiten können durch Maschinen, Automaten etc, durchgeführt werden, eine dieser Maschinen ersetzt zehn Menschen oder mehr zum niedrigeren Preis. Was ist also falsch am Konzept der Aufstockung der Löhne durch staatliche Leistungen, wie es heute schon praktiziert wird, wenn Menschen unwillig (oder manchmal auch leider unfähig sind), sich weiterzubilden. Ein Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze.
2) Dann ist das Rentensystem noch mehr auf kapital- als auf umlagengedeckte Finanzierung umzustellen; die Demographie und deren Folgen.
3) Dafür wurde die Pflegeversicherung geschaffen, aber jeder sollte privat vorsorgen können, anstelle alles Vater Staat zu überlassen.
Kostenloser ÖPNV
Verkehr hat viel mit Individualität zu tun und ein Transportmittel ist auch Statussymbol. (Nicht meine Meinung, aber oft zu hören und zu sehen.)
Kein ÖPNV kann mich direkt von A nach B bringen, es sei denn, die Taxis würden gleichzeitig kostenfrei.
Was würden VW, Mercedes, BMW, aber auch Opel, Ford und Toyota, als Steuerzahler und Arbeitgeber davon halten?
Kostenlose Schulbücher und Schulverpflegung
"Was nichts kostet, ist nichts wert!" denken sicher nicht wenige. Einen Obolus für Verpflegung oder Bücher im niedrigen zweistelligen Bereich (oder €500 pro Semester an der Universität) finde ich angebracht, um Verschwendung von Ressourcen zu vermeiden.
Schulfach Lebenskunde
Wichtiger wäre, die Funktionsweise unseres Wirtschaftswesens zu unterrichten. Manche denken ja, unser Geld könnte einfach nur gedruckt werden :-)!
Reduzierung der Kulturförderung, Förderung von Breitenkultur
100% einverstanden. Aber das Wort "Kunst" oder "Theater" lässt sich in diesem Gedankengang auch perfekt durch "ÖPNV" ersetzen, oder?
Beides nützt wenigen, oft privilegierten Menschen.
Abschaffung der Buchpreisbindung
Dazu hat Kaio meine Meinung perfekt wiedergegeben.

Wortvogel
Wortvogel
23. April, 2014 21:38

@ crehouvo: Sorry, aber vieles davon ist nicht stimmig – Schulverpflegung und Schulbücher waren seit jeher nicht umsonst, sondern vom Staat finanziert. Niemand hat gedacht, dass die nix taugen.
Und der ÖPNV und Kulturförderung sind an keiner Stelle austauschbar – wo profitieren denn vom ÖPNV wenige privilegierte Menschen? In jeder nennenswerten Großstadt, die ich kenne, reicht der ÖPNV, um problemlos von A nach B zu kommen.
Dass Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet, halte ich für einen Trugschluss – wir werden bald sehen, wer Recht hat. Und ich glaube eben nicht, dass der Mensch in einem System, in das er jahrelang einzahlt, für seine Altersvorsorge selber verantwortlich sein sollte. Er hat seinen Teil getan – es obliegt dem Staat, das zurück zu geben.

Howie Munson
Howie Munson
23. April, 2014 22:21

@Schulbuch: in Niedersachsen war es in den 80er völlig normal das man die kompletten Schulbücher selbst bezahlt. Einiges konnte man gebraucht besorgen, vieles musste aber auch neu im Laden gekauft werden.
In den 90er gab es dann eine Zeit, wo es zum Teil Leihbücher von der Schule gab, aber halt trozdem noch einiges selbst angeschafft werden musste.
@crehouvo Faustregeln: 1. Aufstockung bewirkt Preisdumping. Kein Chef zahlt mehr als er unbedingt muss und da Arbeitlose auch unterbezahlte Stellen annehmen müssen, gelten die normalen Regel von Angebot und Nachfrage nicht.
2. Sind nun ja wirklich genügend Pensionsfonds in den USA pleite gegangen, um zu sehen das das noch unsicherer ist als ein Umlagesystem. Wieso sollte auch irgendwas "effektiver" werden, wenn da noch eine zusätzlich Instanz 20% Rendite erwirtschaften muss.
3. Als Aufstocker soll man vorsorgen können? Das rechne mir mal vor.
@crehouvo ÖPVN: Taxis sind dann natürlich nicht umsonst, würde die Strassen dann ja nicht entlasten, dazu muss in den meisten Städten dann auch die Liniengestaltung flexibler werden. Den Autobauern wird’s egal sein, zum einen bauen sie busse, zum anderen gibt nicht jeder komplett sein auto auf, weil er es statt täglich nur noch zweimal die Woche braucht.
@crehouvo Schulbücher: wenn die Schulbücher unbenutzbar zurückgegeben werden, müssen sie ja von den Eltern bezahlt werden.
Funktioniert bei Leihbibliotheken schließlich auch.
@crehouvo Wirtschaftkunde: Jedes Schulkind weiß das man nicht selbst Geld drucken und damit bezahlen kann, hindert die Notenbanken aber nicht daran es zu tun, indem sie Staatsschulden ankaufen…

Mencken
Mencken
23. April, 2014 22:37

@Zeddi: Ich dachte, mittlerweile wäre das wieder zurückgenommen worden. Kenne zumindest kein Bundesland, wo man bezahlen muss, kann aber gut sein, dass dies in diversen Ländern trotzdem der Fall ist.
Mittelfristig sehe ich im Schulbereich ohnehin das Ebook als alleiniges Buch, damit dürfte sich das Problem dann von alleine erledigen.

oibert
oibert
23. April, 2014 22:47

Da waren auf jeden Fall schon mal interessante Ansätze dabei.
Die aktuelle Kulturförderung beschränkt sich momentan fast ausschließlich auf das Bildungsbürgertum, während immer mehr Jugendzentren und Nachwuchsförderung geschlossen werden.
Oder auch solche Sachen wie bezahlbare Proberäume bekommen immer mehr Seltenheitswert, währen Opern und Konsorten das Geld in den Allerwertesten geblasen wird…

crehuvou
crehuvou
23. April, 2014 23:28

@Wortvogel
Entschuldigung, ich habe Argumentationsstufen übersprungen:
"Schulverpflegung und Schulbücher waren seit jeher nicht umsonst, sondern vom Staat finanziert. Niemand hat gedacht, dass die nix taugen."
Mit "umsonst" meinte ich nicht, dass niemand dafür bezahlt, sondern dass der Nutznießer diese Dinge unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommt. Es ist doch ein Unterschied, ob die Eltern ihrem Kind sagen: "Die Bücher habe ich mit meinen Steuern bezahlt!" oder "Diese Bücher habe ich bezahlt, geh' sorgsam damit um!"
"In jeder nennenswerten Großstadt, die ich kenne, reicht der ÖPNV, um problemlos von A nach B zu kommen."
Wenn man nicht alt und/oder gehbehindert ist, etwas Schweres transportieren muss etc. Und so toll der ÖPNV ist, wirklich von Punkt A nach Punkt B kommt man selten ohne umzusteigen, oder längere Fußwege in Kauf nehmen zu müssen.
"Und der ÖPNV und Kulturförderung sind an keiner Stelle austauschbar (…)"
Betrachten wir das von der Nachfrageseite: Aus welchen Gründen auch immer, wollen (zu) viele Menschen das Angebot Bus fahren oder Oper besuchen nicht nutzen. Der Staat springt als Gewährleister der Produkte ein, subventioniert beides. Der Nutzen für jeden Bürger ist unterschiedlich. Weniger privilegierte Menschen haben viel mehr Vorteile durch einen billigen ÖPNV, Bildungsbürger profitieren aber überdurchschnittlich von beiden, weil sie ihre Fahrten zur Arbeit mit dem ÖPNV von ihrer Steuerlast absetzen können und gleichzeitig doch eher (vielleicht mein Vorurteil) die Theater und Opernhäuser aufsuchen und dadurch einen Gegenwert für ihre Steuern erhalten.
"Dass Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet, halte ich für einen Trugschluss – wir werden bald sehen, wer Recht hat."
Und dann ist es zu spät. Der Job, der nicht in Deutschland gemacht werden muss, wird dann in Vietnam, oder in der nächsten Stufe der Globalisierung, irgendwo in Afrika landen. Aber ist es nicht schön, dass sich der (relative) Wohlstand in die entferntesten Winkel der Welt verbreitet? Fast alle Länder, die einen Mindestlohn haben, haben als Ausgleich weit weniger rigorose Kündigungsschutzgesetze als Deutschland
"Und ich glaube eben nicht, dass der Mensch in einem System, in das er jahrelang einzahlt, für seine Altersvorsorge selber verantwortlich sein sollte. Er hat seinen Teil getan – es obliegt dem Staat, das zurück zu geben."
Besser könnte ich das nicht sagen, aber der medizinische Fortschritt, die Steigerung unserer Lebenserwartung, unserer aller Entscheidung, weniger Nachwuchs zu haben, stellt den Staat vor die Quadratur des Kreises: garantiertes oder gar gleichbleibendes Rentenniveau ist nicht ohne entweder höhere Rentenbeiträge der arbeitenden Bevölkerung (= höhere Arbeitskosten, schlechtere Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, weniger Arbeitsplätze, weniger Steuereinnahmen), längere Lebensarbeitszeit, mehr Fremdmittel (= mehr Steuern, s.o.) oder geringeres Rentenniveau zu erreichen.
@Howie Munson
"@crehouvo Faustregeln: 1. Aufstockung bewirkt Preisdumping. Kein Chef zahlt mehr als er unbedingt muss und da Arbeitlose auch unterbezahlte Stellen annehmen müssen, gelten die normalen Regel von Angebot und Nachfrage nicht."
Da sind wir bei den Gewerkschaften, die in Deutschland immer schlechter funktionieren. Siehe Amazon, wo Verdi versucht, Einzelhandelstarife durchzusetzen (gibt’s da Kundenberatung durch die Angestellten?), die Beschäftigten aber mit (zugegeben) geringeren, aber qualifikationsentsprechenden Logistiktarifen entlohnt werden.
"@crehouvo Schulbücher: wenn die Schulbücher unbenutzbar zurückgegeben werden, müssen sie ja von den Eltern bezahlt werden.
Funktioniert bei Leihbibliotheken schließlich auch."
Wenn das mal so streng angewendet werden würde…!
"@crehouvo ÖPVN: Taxis sind dann natürlich nicht umsonst, würde die Strassen dann ja nicht entlasten, dazu muss in den meisten Städten dann auch die Liniengestaltung flexibler werden. Den Autobauern wird’s egal sein, zum einen bauen sie busse, zum anderen gibt nicht jeder komplett sein auto auf, weil er es statt täglich nur noch zweimal die Woche braucht."
Wie gesagt, die letzten Meter wird kein ÖPNV leisten können. Und BMW baut Busse?
"@crehouvo Wirtschaftkunde: Jedes Schulkind weiß das man nicht selbst Geld drucken und damit bezahlen kann, hindert die Notenbanken aber nicht daran es zu tun, indem sie Staatsschulden ankaufen…"
Jedes Schulkind? Und die Kommentatoren auf Spiegel Online, Welt, FAZ, Sueddeutsche, Sprengsatz, und hier höre ich ich auf, weil q.e.d..

Howie Munson
Howie Munson
23. April, 2014 23:46

Also demonstriert hast du rein gar nichts, du springst nur von einen Thema zum nächsten.

crehuvou
crehuvou
24. April, 2014 00:16

@Howie Munson
"Also demonstriert hast du rein gar nichts, du springst nur von einen Thema zum nächsten."
Ich sage nur, dass das Thema Wirtschaft in der "Bevölkerung" (das ist bewusst in Anführungszeichen, weil ich damit nur den in Internet-Foren kommentierenden Teil der Bevölkerung meine – das Zitieren spare ich mir, das kann jeder mit einem wachen Verstand selber lesen) doch eher wenig von Wissen und Fakten durchsetzt ist – da gibt es eine Menge von Diskussionen zu ("Wirtschaft als Unterrichtsfach", einfach mal Google bemühen).
Von Thema zu Thema springe ich, weil es der OP vorgibt. Ich setz' hier nicht für jedes Thema alle zwei Minuten einen neuen Kommentar ab.

Wortvogel
Wortvogel
24. April, 2014 06:05

@ crehuvou: Ich sehe, da kommen wir nicht zusammen. Auch in meinen Augen erklären deine Erklärungen nichts – sie wiederholen nur, warum du denkst, was ich nicht denke.

Torsten
24. April, 2014 06:46

Grundsätzlich finde ich es gut, dass Du Deine Gedanken festhältst, ist wohl nicht ganz meine Welt. Dennoch eine Anmerkung.
Öffentlicher Nahverkehr: Also ich habe es von meinem Schreibtisch aus sieben Kilometer bis zur nächsten Haltestelle. Der Bus fährt gefühlt ungefähr ein Dutzendmal pro Tag (in beide Richtungen), zwei weitere Buslinien kommen nur morgens und abends. In den Ferien kommt statt eines normalen Busses manchmal nur ein Bulli und sammelt die Fahrgäste ein (kein Scherz! einschließlich "jetzt rückt mal zusammen!"). Ich wüsste nicht, welche Taktverdichtung hier helfen sollte. Der Landkreis (Erding) schießt jedes Jahr rund 2 Mio. in den ÖPNV zu. Und meine Einsicht, diesen ÖPNV oder etwas anderes noch stärker finanzieren zu wollen, hält sich in recht engen Grenzen (okay, meine letzte Busfahrt ist einige Jahre her). Deutschland wohnt halt nicht nur in der Stadt.

Hans
Hans
24. April, 2014 08:16

Den kosten- oder besser fahrscheinlosen ÖPNV halte ich auch für eine charmante Idee. Allerdings sehe ich da in der Praxis zwei gravierende Probleme, die auf Dauer den Service eher noch verschlechtern als verbessern werden:
a) Wenn man nicht mehr direkt bezahlt, ist man nicht mehr Kunde, sondern nur noch Kostenfaktor. Die Bahn hat dann keinen Anreiz mehr, Kunden zu mehr Fahrten zu animieren, weil es nur die Kosten aber nicht den Umsatz steigert. Man sieht einen ähnlichen Effekt derzeit bei den Handynetzen: Seitdem alle Kunden Flatrates haben, ist der Netzausbau deutlich zurückgefahren worden, weil zusätzliche Gesprächsminuten keinen zusätzlichen Umsatz mehr bringen.
b) Um Ressourcen effizient zu nutzen (z.b. das Benzin für den Stadtbus) ist es sinnvoll, die Nutzer an den Kosten zu beteiligen, damit "unnötige" Nutzung vermieden wird. Ansonsten kann das zu Effekten wie in der damaligen DDR führen, wo das Brot (mit Steuergeld) soweit runtersubventioniert war, dass manche Leute es als Futter für die eigene Kaninchenzucht verwendet haben. Eine "kostjanix" Mentalität bei Gütern, die die Gesellschaft tatsächlich etwas kosten, führt sehr schnell zur Verschwendung gigantischer Ressourcen.
Kompromisslösung? Vielleicht ein deutlich stärker subventionierter ÖPVN als heute, mit stark vereinfachter Tarifstruktur, der aber die Nutzer zumindest anteilig noch an den von ihnen verursachten Kosten beteiligt

heino
heino
24. April, 2014 09:02

"@ Heino: Der ÖPNV soll dann ja durch Steuern finanziert werden. Da fielen demnach keine “Einnahmen” weg. Und wie ich schrub: In gewissen Regionen wird dann sogar noch ausgebaut."
Das habe ich durchaus verstanden, Torsten. Aber dann muss man auch mal berücksichtigen, über was für Investitionssummen wir hier reden, die für so einen Ausbau nötig wären, und wie sehr die Steuern zum Ausgleich erhöht werden müssten. Ich bezweifle ernsthaft, dass die breite Masse bereit ist, solche Steuererhöhungen mitzutragen. Und der von S-Man weiter oben verlinkte Artikel zeigt ja sehr deutlich die diversen Schwächen in diesem System auf. Wie gesagt, ich halte die Idee durchaus für gut, nur leider eben in sehr begrenztem Maße für umsetzbar.

Howie Munson
Howie Munson
24. April, 2014 09:06

@crehuvou: Du hast nicht meine Argumente kritisiert sondern einfach was neues aus den Hut gezaubert, bzw. dein Ursprungsargument auf einen kleinen Teilaspekt eingeschränkt. Das durchschaut aber jeder, der schon mal was von Troll-Handbüchern oder gar Schopenhauer gehört hat.

CrazyEddie
24. April, 2014 10:53

@Wortvogel:
In vielen Dingen kommen wir bei deinen Gedanken aus einen Nenner. In ein paar Dingen dann aber doch nicht bzw. nur unter bestimmten Vorrausetzungen.
Zur Kulturförderung wurde ja schon viel geschrieben und ich würde einiges wiederholen, weshalb ich aus meiner Meinung jetzt mal nur einen Gedanken aufgreifen möchte. Meines Erachtens nach wäre die Variante eines Kulturbeitrages anstelle der Förderung und der Haushaltsabgabe für die ÖR-Medien. Sprich beides zusammenlegen und dann aus diesem gemeinsamen Topf speisen. Dabei aber eine vollkommene Befreiung der Vorstände von parteipolitischen Bindungen. Also keine Politiker in der ÖR-Vorständen und keine in den Theatern (außer als Zuschauer).
Bei Schulbüchern und -verpflegung bin ich auch für die vollkommene Kostenfreiheit. Digitalisierung ist auch keine Schlechte Sache, aber alles in die Cloud zu laden finde ich… bedenklich. Sinn würde das nur machen, wenn man den Schülern eine selbsgehostete Cloud zur Verfügung stellt, die nicht einem Konzern gehört. Ich fände es sehr unangebracht, wenn man den Kindern damit beibringt "Es ist vollkommen okay, wenn du deine gesamten Dateien einem Konzern zur Verfügung stellst, der eigentlich damit tun und lassen kann was er will." Genauso schwirig wäre aber eine Anbindung an soetwas wie eine Schulcloud, da auch hier dem Missbrauch seitens einiger Tür und Tor geöffnet wäre (ja, in dieser Hinsicht bin ich ein wenig paranoid 😉 ). Bleibt allein, den Kindern einen eigenen kleinen Cloudserver für zu Hause zur Verfügung zu stellen, was effektiv nicht mehr kosten würde, als die Bücher (mit kleinem Singleboardrechner maximal 50€), Geschwister könnten das gemeinsam nutzen (in gängigen Varianten sind mehrere Nutzerkonten kein Problem) und man kann dann das System auch noch im Unterricht (Informatik oder deiner Idee von einem Lebenskundeunterricht, die ich übrigens sehr mag) nutzen.
Bleibt nur die Frage wie darauf zugreifen, denn entsprechende Geräte die du genannt hast, finde ich auch bedenklich, da diese Geräte bei 50% der Schüler die ersten 6 Monate nicht überleben (durch runterfallen usw.) und dann entprechend von den Eltern teuer ersetz werden müssten. Außerdem ist auch hier eine Markenprägung vorhanden, die ich so bei meiner Tochter nicht sehen wollen würde. Dann schon eher sowas in der Art: http://one.laptop.org/about/xo-tablet Dann noch den Google Playstore mit einem entsprechenden FOSS-Market versehen und ich wäre dabei.
@crehuvou:
Privat Vorsorgen ist nicht wirklich so leicht, wie es sich sagt. Wie weiter oben schon jemand schrieb, kann sich das jemand, der schon von seinem Grundgehalt nicht leben kann, nicht leisten. Und für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen sind manche Formen der Selbstvorsorge unmöglich. Ich z.B. würde niemals eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung, Pflegeversicherung oder andere Versicherungen die im Falle eines Falles eine Rente einbrächten. Genauso habe ich andere Bedingungen bei privater Altersvorsorge. Und warum? Weil ich eine Krankheit habe, die mich nicht wirklich einschränkt, die auf meine Lebensqualität keinen Einfluss hat (gut, Autofahren darf ich nicht, aber ich wohne glücklicherweise in einer Stadt mit recht gutem ÖPNV) oder auch sonst nur irgendwie bewirken könnte, dass ich nicht Arbeiten könnte.

Medienjunkie
24. April, 2014 10:58

@Zeddi:
Naja, wenn du mal einen anderen öff.-rechtl. Sender einschaltest als Das Erste oder ZDF, wirst du schon den Unterschied zu den Privaten merken, also z.B. bei arte, 3sat oder auch bei den Radiosendern, vor allem Wortprogrammen wie DRadio oder WDR5. Dass die Hauptprogramme überwiegend so schlecht geworden sind, liegt im Übrigen ja nicht daran, dass die Anstalten Gebühren bekommen, sondern dass hier eine völlig falsche Anpassung an die Privaten stattgefunden hat.

Kastanie
Kastanie
24. April, 2014 11:50

Genau, richtig erkannt. Die ÖFR passen sich leider immer mehr den Privaten an. Womit deren Kulturauftrag und quasi deren Existenzberechtigung ad absurdum geführt wird und sie sich selber disqualifizieren.
Dies ist übrigens eines der Argumente, das ich immer wieder höre und es mehr als schwach finde: "Schau mal in die kleinen Sender der Anstalten, 3sat, ZDF neo…" ja toll. Warum sollte man "das Gute" immer auf den kleinen Sendern verstecken? Bei dem unvorstellbaren Haufen Schotter, den sie bekommen, sollte man doch erwarten können, dass sie das auch in ihren Hauptprogrammen gut anlegen. Da gibt es keine Entschuldigung. Bildungsauftrag, Kulturförderung… das ist nicht dafür da, bei den großen Sendern die Privaten nachzuahmen. Dafür ist das einfach zu viel Geld, was die bekommen.

Terry Lennox
Terry Lennox
24. April, 2014 12:26

Für ÖPNV ohne Fahrschein wirst du in Deutschland nicht allzu viel Zustimmung ernten. Meine Frau und ich, beide berufstätig, sind seit Jahren ohne Auto unterwegs. Was bekommen wir zu hören? Das ginge ja gar nicht, man käme ja gar nicht überall hin und schon gar nicht dahin, wo man am liebsten hinwill.
Dass wir das Tag für Tag widerlegen, dass wir beide zur Arbeit kommen, in den Urlaub, zum Sport, zu Familie und Freunden, auch beim bestehenden ÖPNV: Das wird nicht wahrgenommen.
Klar, wem zehn Minuten Fußweg zur Bushaltestelle zu viel der körperlichen Anstrengung sind, wer mal zwangig Minuten Wartezeit als vertane Lebenszeit empfindet (anstatt vielleicht mal etwas zu lesen…), der wird sich immer ins Auto setzen.
Deutschland ist nun einmal ein Autofahrer-Land. Bus und Bahn sind bestensfalls hinnehmbar, wenn man sich der zweiten großen deutschen Leidenschaft hingibt: der Sauferei. Das es Gründe gibt, BEIDES nicht zu tun, nein, das übersteigt den Horizont der allermeisten Deutschen.
Übrigens: Wir wohnen keineswegs in einer Millionenstadt mit allerdichtestem ÖPNV-Takt. Wir wohnen in Remscheid.

Malte Widenka
Malte Widenka
24. April, 2014 17:33

Warum gilt das fürs Theater gesagte nicht auch für Museen? Warum ist in deinen Augen das Kulturgut Oper verpflichtet, sich selber zu finanzieren, das Kulturgut Bild/Skulptur/Dinoskelett aber nicht?

Zeddi
Zeddi
24. April, 2014 18:08

@Medienjunkie> Ich habe explicit vom Fernsehen gesprochen, ich höre sehr viel dradio und hier z.B. NDR Info, meist im Auto aber manchmal auch als Stream oder Podcast zuhause – da sind viele sehr tolle, gut recherchierte Sachen bei.
3Sat & Co> Das einzige was mir da bei den "3." Positiv auffällt sind teilw. sehr angenehme Musiksendungen z.B. Jools Holland das mal ne Zeit kam oder z.B. auch Konzertmitschnitte aus Wacken e.t.c. – on tape z.B. war auch nett – genauso gibt es auch teilw. ganz interressante Dokus, Satire e.t.c. – aber gerade im Bereich "Dokus" gibt es bei den Öffis auch viele sachen die nicht wirklich vom Nivau her oberhalb von Welt der Wunder & Co oder die "Die größten (Bagger, Kriegsschiffe, Gänseblümchen, choose one)" anzusiedeln sind.
Malte> Weil es einen unterschied macht, ob das zu 1000enden besucht wird, oder ob halt nur eine kleine Elite das besucht. Zudem ist bei Museen ein echter Bildungsfaktor zu sehen – bei Theater hält sich das imho in sehr enge Grenzen.

Howie Munson
Howie Munson
24. April, 2014 20:19

@Malte Widenka: zum einen soll die Theaterförderung nicht komplett gestrichen werden und zum anderen kostet "Gratis Museumsbesuch" weniger als die jetzige Theater und Operförderung.

Betriebszuschuss je Besucher/in in EUR
– Staatsoper 117,36
– Schauspielhaus 85,84
– Thalia Theater 76,30
Zuschuss pro Besucher/-in in EUR
Hamburger Kunsthalle in EUR 31,10
Museum für Kunst und Gewerbe in EUR 50,70
Hamburgisches Museum für Völkerkunde in EUR 35,50
Stiftung Historische Museen in EUR 32,30

Einzelplan 3.3 – Kulturbehörde » (PDF, 5,3 MB) – Hamburg (Seitennummer 14 bis 18 bzw, PDF-Zählung 29-33)
Den Vogel schießt das Planetarium ab, das bekam 2010 einen ganzen Euro pro Besucher als Zuschuss…
@Zeddi: die Besucherzahlen sind laut dem Haushaltsplan in Hamburg sogar ähnlich, allerdigns gehe ich davona aus das es mehr Leute gibt die mehrmals pro Jahr in das gleiche Theater gehen als ins gleiche Museum. Ich such jetzt aber keinen Spielplan raus *g*

Howie Munson
Howie Munson
24. April, 2014 20:33

Nachtrag: neben den obengenannten Einzelbühnen werden noch "Privatheater" aufgeführt, die zusammen jährlich genauso soviele Besucher haben, aber mit einen Zuschauss von 9 euro im Jahr auskommen. (Was da gespielt wird weiß ich aber nicht, das PDF war halt der erste offiziell aussehende Treffer zu "Kulturförderung" bei google.)

crehouvo
crehouvo
24. April, 2014 23:59

@Howie Munson aka Sheriff von Wortvogeltown
Wenn dir Argumente nicht passen holst du (nicht zum ersten Mal) die "Troll"-Keule heraus. An dich selbst richtest du natürlich keinerlei Ansprüche, was das Zitieren meiner bzw. den Bezug deiner Kommentare angeht. Ich konnte dir so nur ins Blaue hinein antworten.
Ein Beispiel:
Ich sage:
"Wichtiger wäre, die Funktionsweise unseres Wirtschaftswesens zu unterrichten. Manche denken ja, unser Geld könnte einfach nur gedruckt werden :-)!"
Du sagst:
"@crehouvo Wirtschaftkunde: Jedes Schulkind weiß das man nicht selbst Geld drucken und damit bezahlen kann, hindert die Notenbanken aber nicht daran es zu tun, indem sie Staatsschulden ankaufen…"
Den Smiley übersehen? Und wer erweitert hier das Thema? Einfach mal so in den Raum zu stellen, "jedes Schulkind", wüßte, dass man nicht "selbst" (habe ich das behauptet?) Geld drucken könne, ist DEINE Unterstellung und verdreht die Tatsachen. Habe ich Notenbanken erwähnt? Immerhin hast du wenigstens die Anspielung kapiert.
Wenn jeder so wie du diskutieren würde…!? Wirklich unterste Schublade.

Malte Widenka
Malte Widenka
25. April, 2014 00:25

@Zeddi: Die Theater in Hamburg zusammengenommen haben mehr Besucher als die Museen (inkl. Kunsthalle) zusammen.
@Howie: Doch, genau das ist die Forderung: " Wenn sich kein zahlendes Publikum findet, ist es nicht Aufgabe des Staates, die Produktion zu subventionieren. Nur selbst finanziertes Theater ist freies Theater im Sinne einer freien Kunst."

Howie Munson
Howie Munson
25. April, 2014 10:00

@crehouvo: In posting 44 hast du nicht dargelegt, was an meiner Anwort aufs "Geldrucken" dein Thema verfehlte und auch nicht, dass dir meine Argumentation ohne passendes Zitat zu unübersichtlich ist.
Auf der anderen Seite kommst du mit QED und begründest eben das fehlen dieser Demonstration mit Verweis auf Google und das Zitieren spare ich mir, das kann jeder mit einem wachen Verstand selber lesen
@Malte: Ok, dann hab ich das falsch interpretiert, für mich ist der Zuschauss an die sogenannten "privaten Theater" in Hamburg von 9 Euro pro Ticket eben nicht Subvention von sachen die sonst kein Publikum finden würden, die 76-116 Euro für die einzeln im PDF erwähnten Bühnen aber schon. Und würde man diese nur noch mit der Hälfte subventionieren wären die Museen vollfinanziert und wahrscheinlich sogar Geld noch übrig.
Aber strenggenommen lag meine Argumentation wohl leicht daneben.

Sir Bolognez
Sir Bolognez
25. April, 2014 10:02

@Wortvogel
Also bei dem hier schon viel diskutiertem Thema „Kulturförderung“
würde mich interessieren wie du im Alltag Menschen begegnest die
solch eine Förderung beziehen. Schließlich findest du im Artikel
drastische Worte aus denen eine gewisse Wut spricht.
Brodelt es innerlich, wenn dir so eine Person gegenübersteht?
Fängst du eine Diskussion an? Hältst du dich zurück?
Oder denkst du in solch einem Moment gar nicht darüber nach?

Wortvogel
Wortvogel
25. April, 2014 10:52

Bolognez: Das ist nicht Thema und führt vom Inhalt weg.
Ich bin gerade in der Republik unterwegs und kann mich erst morgen wieder an der hoch interessanten Diskussion beteiligen.

Lutz
Lutz
25. April, 2014 11:38

@Medienjunkie
> Und auch wenn ich z.B. noch nie in der Oper war, bin ich froh,
> in einer reichen Stadt zu leben, die sich etwa ein kommunales
> Kino noch leisten kann. So kann ich nämlich ab und an noch
> z.B. einen alten Ingmar-Bergman-Film auf der Leinwand sehen
> statt nur den neuesten Marvel-Scheiß mit super CGI-Schlachten
> in 3D und dem immer gleichen belanglosen Inhalt.
Du merkst es wahrscheinlich nicht einmal, aber das ist egoistisch und pseudo-elitär. Du verlangst also vom gemeinen Steuerzahler, dessen primitiver Intellekt gerade mal für den "Marvel-Scheiß" reicht, aus Dankbarkeit für Deine Verachtung die Finanzierung eines teuren Off-Kinos mit alten Ingmar-Bergmann-Filmen für Dich und ein paar Deiner Freunde. Begründung: keine. Außer natürlich, dass Du zur selbsternannten Kulturelite gehörst, der das natürlich selbstredend zusteht.

Sir Bolognez
Sir Bolognez
25. April, 2014 22:12

@wortvogel:
Ok, dann verzeih falls die Frage zu persönlich war
bzw. du magst schon recht haben das sie etwas am Thema vorbei ist.
Zum Thema selbst ist mir noch folgendes in den Sinn gekommen:
Im Grunde sagst du mit der Haltung doch das kreative Werke
Produkte sind und wie ebensolche behandelt werden müssen.
Was du nicht in deinen Warenkorb packst bezahlst du auch nicht.
Ist das Produkt erfolglos muss es eingestellt werden.
Nur hinkt aus meiner Sicht diese Logik.
In meiner Vorstellung ist es so das beispielsweise die
Herstellung eines bestimmten Getränks
aus dem immer gleichen Prozess besteht,
schließlich muss auch der Inhalt einer jeden Flasche gleich sein.
Das ist in seiner Gesamtheit mess- und kalkulierbar.
Zwar gibt es im kreativen Bereich ebenfalls handwerkliche Kniffe
oder Techniken, doch sind beim erschaffen nun mal Gefühle im Spiel.
Die sind nicht berechenbar, aus wirtschaftlicher Sicht also eine große Hürde. Zumal vor allem Kritiker, aber auch diverse Zuschauer es hassen wenn etwas „routiniert“ daher kommt oder
„auf Nummer sicher geht“.
Fördermittel sollen doch den ökonomischen Zwang nehmen,
also eine Balance schaffen – zumindest in der Theorie.
Klar kann das Aufgabe eines Mäzens sein, nur gelingt es sicherlich
nicht jedem solche zu finden. So wie auch nicht jeder das Glück hat
von der eigenen Familie unterstützt zu werden.
Es geht doch nicht um Theater- & Opernhäuser allein,
sondern um Kultur im Allgemeinen.
Grade weil hier so einiges von Glück & Zufall abhängig ist,
sind Fördermittel meines Erachtens nach eine sehr gute Idee.
Man mag über die Ausführung der Idee streiten,
aber sie komplett abschaffen? Das ist mir zu Radikal gedacht.

crehouvo
crehouvo
25. April, 2014 23:41

@Howie Munson aka bald nur noch Hilfssheriff in Wortvogeltown
"@crehouvo: In posting 44 hast du nicht dargelegt, was an meiner Anwort aufs “Geldrucken” dein Thema verfehlte und auch nicht, dass dir meine Argumentation ohne passendes Zitat zu unübersichtlich ist.
Auf der anderen Seite kommst du mit QED und begründest eben das fehlen dieser Demonstration mit Verweis auf Google und das Zitieren spare ich mir, das kann jeder mit einem wachen Verstand selber lesen"
Was willst du mir damit sagen? Dass ich selbst Schuld bin, dir mit meiner Antwort in Kommentar #44 nicht gleich einen vor den Latz geknallt zu haben, wie du es verdient gehabt hättest, da du dich selbst nicht an deine später verlinkten Maßstäbe hältst?
Da du danach lechtzt, jetzt mal Beispiel dafür, dass das Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge in Deutschland doch eher rudimentär ist:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=15512004#post15512004
Im Artikel geht es um die Möglichkeit einer Übernahme eines französischen Konzerns (Alsthom) durch General Electric aus den USA. Merkst du was? Kommentare wie diesen gibt es zuhauf, quer durch alle Foren. Wenn man das, wie du anscheinend, nicht erkennen kann oder will, ist das nicht meine Schuld. (Und jetzt möchtest du sicher, dass ich dir erkläre, was in dem verlinkten Kommentar falsch ist: in Stichworten: USA =/= Unternehmen, Währung vs. "echte Werte").
Sei doch in Zukunft ein wenig proaktiv und versuche zu verstehen, was dir jemand sagen möchte und leg nicht Maßstäbe an Andere, die du selber nicht einhalten kannst oder willst!

Howie Munson
Howie Munson
26. April, 2014 14:45

@crehouvo:
Und wo halte ich mich nun nicht an meine Maßstäbe? Bezeichne ich dich mit lustigen Kosenamen?
Ja der verlinkte Kommentar ist dussellig und widerlegt tatsächlich das jeder Spiegelkommentator weiß, wer auf welche Weise Geld drucken kann. Schön, dass du das nun doch demonstiert hast.
Kommt von dir jetzt noch ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…Friseure, Gebäudereiniger, Paketfahrer und Wachleute automatisiert oder ins Ausland ausgelagert werden, wenn sie anständig bezahlt werden müssten?

1) Es ist traurig, aber immer mehr Arbeitsplätze erfordern eine berufliche Qualifikation. Einfache Arbeiten können durch Maschinen, Automaten etc, durchgeführt werden, eine dieser Maschinen ersetzt zehn Menschen oder mehr zum niedrigeren Preis. Was ist also falsch am Konzept der Aufstockung der Löhne durch staatliche Leistungen, wie es heute schon praktiziert wird, wenn Menschen unwillig (oder manchmal auch leider unfähig sind), sich weiterzubilden. Ein Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze.

Der Job, der nicht in Deutschland gemacht werden muss, wird dann in Vietnam, oder in der nächsten Stufe der Globalisierung, irgendwo in Afrika landen. Aber ist es nicht schön, dass sich der (relative) Wohlstand in die entferntesten Winkel der Welt verbreitet? Fast alle Länder, die einen Mindestlohn haben, haben als Ausgleich weit weniger rigorose Kündigungsschutzgesetze als Deutschland

Oder sag wenigstens welche Arbeitsplätze bedroht sind und wie kompliziert es doch ist, auf Leiharbeiter und Zeitverträge auszuweichen, wenn man als Unternehmer doch furchtbare Angst vorm Kundigungsschutz hat.
Ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…Aufstocker private Vorsorge betreiben können und man deshalb locker die staatlichen Sozialversicherungen noch weiter beschneiden kann und das Pensionsfonds nie pleite gehen?

2) Dann ist das Rentensystem noch mehr auf kapital- als auf umlagengedeckte Finanzierung umzustellen; die Demographie und deren Folgen.
3) Dafür wurde die Pflegeversicherung geschaffen, aber jeder sollte privat vorsorgen können, anstelle alles Vater Staat zu überlassen.


ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…der Staat an den miesen Beschäftigungsbedingungen nichts ändern darf, wenn es offensichtlich ist, dass die Gewerkschaften versagen?

“@crehouvo Faustregeln: 1. Aufstockung bewirkt Preisdumping. Kein Chef zahlt mehr als er unbedingt muss und da Arbeitlose auch unterbezahlte Stellen annehmen müssen, gelten die normalen Regel von Angebot und Nachfrage nicht.”

Da sind wir bei den Gewerkschaften, die in Deutschland immer schlechter funktionieren. Siehe Amazon, wo Verdi versucht, Einzelhandelstarife durchzusetzen (gibt’s da Kundenberatung durch die Angestellten?), die Beschäftigten aber mit (zugegeben) geringeren, aber qualifikationsentsprechenden Logistiktarifen entlohnt werden.

Wortvogel
Wortvogel
26. April, 2014 16:50

@ crehouvo: Ich finde deine Argumentation redundant und unnötig aggressiv. Ich muss dich bitte, dich zu mäßigen.
Generell: Ich glaube nicht daran, dass die Streichung eines großen Teils der Kultursubventionen einen Tod der Hochkultur nach sich ziehen wird. Es werden Bühnen sterben, Regisseure und Darsteller abwandern – aber das sind die erwartbaren Justierungen, wenn die fetten Jahre rum sind. Danach wird sich die Hochkultur auf reduziertem Niveau erholen, es werden sich Mäzene und Sponsoren finden, wo ein Publikum ist, wird auch eine Inszenierung sein.
Ich bin nicht generell gegen eine Kultur-Flatrate oder eine Subvention in kleinerem Maßstab – aber da müssen Kosten und Nutzen sehr kritisch aufgerechnet werden. Ich finde zum Beispiel den Gedanken gut, mit geförderten "touring companies" auch kleinere Ortschaften und abgelegenere Gegenden zu bespielen.
Warum ich Museen anders einschätze, sollte klar sein – sie sind deutlich weniger elitär und präsentieren statisch den Besitz und die Geschichte eines Landes. Das ist zur Identifizierung mit der eignen Historie wertvoll und wünschenswert. Macht ja auch keinen Sinn, wenn alles in den Magazinen vergammelt.
Zugeneigt wäre ich auch einer Hybrid-Idee: Warum nicht die großen Stücke des deutschen Theaters, deren Rechte frei sind, als nationales Projekt in HD abfilmen und in Sälen in den Museen als Dauerschleife zeigen? Ich bin durchaus der Meinung, dass die breite Masse Anrecht auf Zugang zu den Stücken hat – nicht notwendigerweise aber auf eine Live-Inszenierung.
Das bringt mich auch zu dem Gedanken, dass man generell mehr tun könnte, um das historische Erbe näher an das Publikum zu bringen. Notwendig wäre dazu ein kompletter Umbau der… ach nein, das schreibe ich lieber in Teil 2, sonst ufert das aus.

crehouvo
crehouvo
27. April, 2014 00:39

@Wortvogel
Es mag redundant sein, aber es ist nicht das, erste Mal, dass "Howie Munson" meint, dass Diskussionen mit obskuren Links und Beleidigungen (Troll) entschieden werden können. Ist das nicht zumindest unsachlich, wenn nicht sogar aggressiv? Darf man sich nicht wehren? Das mit dem "vor den Latz knallen" war natürlich nur virtuell "wörtlich" und nicht "körperlich" gemeint!
@Howie Munson
Jetzt wird’s wirklich tragisch.
"Ja der verlinkte Kommentar ist dussellig und widerlegt tatsächlich das jeder Spiegelkommentator weiß, wer auf welche Weise Geld drucken kann. Schön, dass du das nun doch demonstiert hast."
Der Link sollte nur demonstrieren, dass wirtschaftlicher Sachverstand in der kommentierenden Bevölkerung rar ist und du unzählige Beispiele ähnlicher Qualität überall finden kannst, wenn du dich bemühst. Legst du wirklich Wert auf 100, 1000, oder unendlich viele Links? Wieviele reichen dir als Beleg? Soll ich für dich eine repräsentative Umfrage starten? Den Smiley in meinem Kommentar mit dem "Geld drucken" hast du wohl immer noch nicht gesehen oder gar verstanden?
"Oder sag wenigstens welche Arbeitsplätze bedroht sind und wie kompliziert es doch ist, auf Leiharbeiter und Zeitverträge auszuweichen, wenn man als Unternehmer doch furchtbare Angst vorm Kundigungsschutz hat. "
Zeitverträge sind schon eingeschränkt, Leiharbeit dient hauptsächlich zur Deckung saisonaler oder konjunktureller Spitzen. Der Kündigungsschutz spielt vor allem in Handwerksunternehmen eine Rolle, die maximal zehn vollzeitbeschäftigte Angestellte (verkürzt!) haben dürfen, ohne unter das Kündigungsschutzgesetz zu fallen.
"Kommt von dir jetzt noch ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…Friseure, Gebäudereiniger, Paketfahrer und Wachleute automatisiert oder ins Ausland ausgelagert werden, wenn sie anständig bezahlt werden müssten?"
Vielleicht weil sie in die Schwarzarbeit/Schattenwirtschaft ausweichen, Schein­selbst­stän­di­g werden und gleichzeitig Hartz IV beziehen. Im Endeffekt ein Verlust für Steuer- und Sozialkassen. Muss man dir wirklich alles vordenken?
"Ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…Aufstocker private Vorsorge betreiben können und man deshalb locker die staatlichen Sozialversicherungen noch weiter beschneiden kann und das Pensionsfonds nie pleite gehen?"
Habe ich das (das schreibe ich nicht zum ersten Mal) behauptet?
Auch im Alter lässt der Staat niemanden allein. Ist schon ein deutscher Pensionsfond Pleite gegangen? Und wenn, ist der nicht versichert, ähnlich einer Bank? Könnte nicht auch der Staat und mit ihm die gesetzliche Rente Bankrott machen? Die Angst..!?
Sage ich, dass die Sozialversicherungen weiter beschnitten werden müssen? Nein, ich sage nur, dass unserem Staat wohl keine Alternative bleibt, wenn nicht die Lebensarbeitszeit erhöht wird oder noch mehr Steuern in die Versicherungen transferiert werden – mit allen negativen Folgen.
"ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…der Staat an den miesen Beschäftigungsbedingungen nichts ändern darf, wenn es offensichtlich ist, dass die Gewerkschaften versagen?"
Habe ich das (das schreibe ich nicht zum ersten Mal, und das ist nun wirklich redundant) behauptet? Wenn man, wie du wohl meinst, mit dem Holzhammer Politik betreiben kann? In den letzten Jahren wurden unzählige Stellschrauben durch den Staat gedreht, von Mindestlöhnen nach Branchen bis zu Zeitarbeitsverträgen – die meisten mit Erfolg. Die Gewerkschaften betreiben indessen Besitzstandswahrung (oder- mehrung) für die Arbeitsplatzbesitzer und scheren sich einen Dreck um Arbeitslose, von denen es auch noch rund 3 Millionen gibt, die stille Reserve nicht einmal eingerechnet.
Das mit den Spitznamen war nur, damit du merkst: "You’re so full of yourself!" – da fällt mir im Augenblich keine bessere deutsche Entsprechung zu ein.
Damit soll’s auch ein Ende haben, meinerseits zumindest.

Howie Munson
Howie Munson
27. April, 2014 11:20

Schopenhauer ist obskur? Oder die Scienceeblogs? Und Troll hab ich dich nicht genannt, nur deine Argumentationtaktik mit den Links kritisiert.

“Oder sag wenigstens welche Arbeitsplätze bedroht sind und wie kompliziert es doch ist, auf Leiharbeiter und Zeitverträge auszuweichen, wenn man als Unternehmer doch furchtbare Angst vorm Kundigungsschutz hat. ”

Zeitverträge sind schon eingeschränkt, Leiharbeit dient hauptsächlich zur Deckung saisonaler oder konjunktureller Spitzen. Der Kündigungsschutz spielt vor allem in Handwerksunternehmen eine Rolle, die maximal zehn vollzeitbeschäftigte Angestellte (verkürzt!) haben dürfen, ohne unter das Kündigungsschutzgesetz zu fallen.

Schön das du zeigst das man mit unter 10 Angestellten oder mit nur saisonalen Bedarf locker das Problem umgehen kann. Wolltest du nicht das Gegenteil darlegen?

“Kommt von dir jetzt noch ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…Friseure, Gebäudereiniger, Paketfahrer und Wachleute automatisiert oder ins Ausland ausgelagert werden, wenn sie anständig bezahlt werden müssten?”

Vielleicht weil sie in die Schwarzarbeit/Schattenwirtschaft ausweichen, Schein­selbst­stän­di­g werden und gleichzeitig Hartz IV beziehen. Im Endeffekt ein Verlust für Steuer- und Sozialkassen. Muss man dir wirklich alles vordenken?

Schwarzarebeit mag ja bei Friseuren die ihre Stammkundne zu Hause besuchen risikoarm sein, aber Sicherheitsleute, Gebäudereiniger und Paketfahrer sind nicht schwerer zu kontrollieren als Bauarbeiter, die müssen nämlich regelmäßig an vorbestimmten Orten sein um ihre Arbeit zu machen. Im übrigen ist die Schwarzarbeit attraktiv für den Arbeiter, wenn es für reguläre Arbeit zu wenig gibt.
BTW: Es ging um Wegfall durch Automatisation und Auslagerung ins Ausland. Und Scheinselbstständigkeit ist auch ein schönes Mittel um Kündigungsgestze zu umgehen.

“Ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…Aufstocker private Vorsorge betreiben können und man deshalb locker die staatlichen Sozialversicherungen noch weiter beschneiden kann und das Pensionsfonds nie pleite gehen?”

Habe ich das (das schreibe ich nicht zum ersten Mal) behauptet?
Auch im Alter lässt der Staat niemanden allein.

huch es kann also nicht jeder selbst vorsorgen?

3) Dafür wurde die Pflegeversicherung geschaffen, aber jeder sollte privat vorsorgen können, anstelle alles Vater Staat zu überlassen.

Sage ich, dass die Sozialversicherungen weiter beschnitten werden müssen?

Klang schon so.

2) Dann ist das Rentensystem noch mehr auf kapital- als auf umlagengedeckte Finanzierung umzustellen; die Demographie und deren Folgen.

und das untermauerst du mit

garantiertes oder gar gleichbleibendes Rentenniveau ist nicht ohne entweder höhere Rentenbeiträge der arbeitenden Bevölkerung (= höhere Arbeitskosten, schlechtere Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, weniger Arbeitsplätze, weniger Steuereinnahmen), längere Lebensarbeitszeit, mehr Fremdmittel (= mehr Steuern, s.o.) oder geringeres Rentenniveau zu erreichen.

Das "schlechtere Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft" für dich keine Option ist, zeigst deutlich mit deiner Mindeslohn- und Kündigungsschutzargumentation.

“ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…der Staat an den miesen Beschäftigungsbedingungen nichts ändern darf, wenn es offensichtlich ist, dass die Gewerkschaften versagen?”

Habe ich das (das schreibe ich nicht zum ersten Mal, und das ist nun wirklich redundant) behauptet? Wenn man, wie du wohl meinst, mit dem Holzhammer Politik betreiben kann? In den letzten Jahren wurden unzählige Stellschrauben durch den Staat gedreht, von Mindestlöhnen nach Branchen bis zu Zeitarbeitsverträgen – die meisten mit Erfolg

Oh danke, du zeigst nun selbst, dass deine erste Faustregel gar nicht stimmt…

1) Es ist traurig, aber immer mehr Arbeitsplätze erfordern eine berufliche Qualifikation. Einfache Arbeiten können durch Maschinen, Automaten etc, durchgeführt werden, eine dieser Maschinen ersetzt zehn Menschen oder mehr zum niedrigeren Preis. Was ist also falsch am Konzept der Aufstockung der Löhne durch staatliche Leistungen, wie es heute schon praktiziert wird, wenn Menschen unwillig (oder manchmal auch leider unfähig sind), sich weiterzubilden. Ein Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze.

Hätte wir echt einfacher haben können, der Ausflug zu den Gewerkschaften war also völlig unnötig:

@crehouvo Faustregeln: 1. Aufstockung bewirkt Preisdumping. Kein Chef zahlt mehr als er unbedingt muss und da Arbeitlose auch unterbezahlte Stellen annehmen müssen, gelten die normalen Regel von Angebot und Nachfrage nicht.

Da sind wir bei den Gewerkschaften, die in Deutschland immer schlechter funktionieren. Siehe Amazon, wo Verdi versucht, Einzelhandelstarife durchzusetzen (gibt’s da Kundenberatung durch die Angestellten?), die Beschäftigten aber mit (zugegeben) geringeren, aber qualifikationsentsprechenden Logistiktarifen entlohnt werden.

ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…der Staat an den miesen Beschäftigungsbedingungen nichts ändern darf, wenn es offensichtlich ist, dass die Gewerkschaften versagen?

Howie Munson
Howie Munson
27. April, 2014 11:32

3) Dafür wurde die Pflegeversicherung geschaffen, aber jeder sollte privat vorsorgen können, anstelle alles Vater Staat zu überlassen.

und

Sage ich, dass die Sozialversicherungen weiter beschnitten werden müssen?

sind zwei getrennte Zitate gewesen. Hat leider die Blogsoftware zusammengelegt, weil ich keine Trennzeile mit eigenen Text dazwischen hatte.
Die Tippfehler bitte ich auch zu entschuldigen.

Dietmar
27. April, 2014 12:55

Oh, schön! Verdient aber längeres Lesen, als ich jetzt kann.
Und ich will ja auch nichts sagen, was vielleicht schon gesagt worden ist, ich aber nicht gelesen habe, weil ich die Kommentare nur überflogen habe, und dann kommt wieder Peter und haut mir auf die Mütze. Nene. Später mal …

Medienjunkie
27. April, 2014 15:26

@Lutz:
Mein Gott, wer redet denn von "zustehen" und "Verachtung" und wer sagt, dass ich mich selbst zur "Kulturelite ernannt" habe? Ich glaube schlicht, dass das kulturelle Angebot aus mehr bestehen sollte als aus dem, was der "freie Markt" ermöglicht. Es ist ja eigentlich schon bezeichnend, dass man heutzutage als "Kulturelite" beschimpft wird, wenn man Bergman-Filme mag. Elitär ist an denen im Grunde gar nichts, man müsste ihnen vielleicht nur mal eine Chance geben statt auf seinen Vorurteilen zu beharren.

crehouvo
crehouvo
29. April, 2014 00:10

@Howie Munson
Obwohl ich nichts mehr sagen wollte, ich kann mit nicht helfen: Tohubawohu ist noch eine höfliche Formulierung für das, was du da (#71) ablieferst.
– Weil du "Schopenhauer" schreiben und verlinken kannst, hast du ihn noch lange nicht verstanden.
– Was sind "Scienceeblogs", oder welche "Scienceblogs" meinst du? Die mit den Star Trek RPG’s ;-)?
– Zitiere weiter meine "Faustregeln", auch wenn ich keine einzige formuliert habe. Auf welchen Drogen bist du?
– Deine Naivität steht in direktem Zusammenhang mit deinem Alias, oder?
Wirklich, zieh einen Satz aus diesem Kommentar von mir, mix ihn mit einer meiner Antworten auf eine deiner Auslassungen woanders, bring noch jenen Kommentar von mir dazu, antworte darauf, und keiner versteht mehr, was du (ja DU!) sagen willst. Strebst du den argumentativen Sieg durch Verwirrung an?
Damit ist jetzt aber wirklich Schluss!

Howie Munson
Howie Munson
29. April, 2014 13:30

Wirklich, zieh einen Satz aus diesem Kommentar von mir, mix ihn mit einer meiner Antworten auf eine deiner Auslassungen woanders, bring noch jenen Kommentar von mir dazu, antworte darauf, und keiner versteht mehr, was du (ja DU!) sagen willst.

Das du nicht darlegen möchtest, wie Posting (39) mit Teilen deiner restlichen Argumentation zusammenpasst, hatte ich ja schon in (45) & (51) vermutet.
Das hast du als Beleidigung aufgefasst und mit Hinweis auf die fehlenden Zitate bei mir "erklärt" (60). Nun bist du von Zitaten verwirrt und beschließt deine Ausführungen zum zweiten Mal mit paar weitere lustigen Zuschreibungen zu meiner Person.

crehouvo
crehouvo
29. April, 2014 23:27

@Howie Munson
"Das du nicht darlegen möchtest, wie Posting (39) mit Teilen deiner restlichen Argumentation zusammenpasst, hatte ich ja schon in (45) & (51) vermutet."
Das bedeutet, du hast hellseherische Fähigkeiten? Was ich in Kommentar #60 (und weiteren) schreibe, konntest du ja nicht wissen, oder? Widerlegt hast du übrigens keines meiner Argumente, weil, wenn du dich bemühst nachzulesen, jede meiner Äußerungen sich auf andere, von dir vorgebrachte Behauptungen bezieht. Da widerspricht sich rein gar nichts.
Gib’s doch einfach auf. Aber wenn du wieder das letzte Wort haben willst..?

Howie Munson
Howie Munson
30. April, 2014 10:32

Da widerspricht sich rein gar nichts.

Also immer noch nicht Schluss von deiner Seite, naja dann halt nochmal die Stelle an der du sowohl nicht aufs Thema antwortest und trotzdem am Ende dich selbst widersprichst. Extra für dich in rein chronologische Reihenfolge.

1) Es ist traurig, aber immer mehr Arbeitsplätze erfordern eine berufliche Qualifikation. Einfache Arbeiten können durch Maschinen, Automaten etc, durchgeführt werden, eine dieser Maschinen ersetzt zehn Menschen oder mehr zum niedrigeren Preis. Was ist also falsch am Konzept der Aufstockung der Löhne durch staatliche Leistungen, wie es heute schon praktiziert wird, wenn Menschen unwillig (oder manchmal auch leider unfähig sind), sich weiterzubilden. Ein Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze.

@crehouvo Faustregeln: 1. Aufstockung bewirkt Preisdumping. Kein Chef zahlt mehr als er unbedingt muss und da Arbeitlose auch unterbezahlte Stellen annehmen müssen, gelten die normalen Regel von Angebot und Nachfrage nicht.

Da sind wir bei den Gewerkschaften, die in Deutschland immer schlechter funktionieren. Siehe Amazon, wo Verdi versucht, Einzelhandelstarife durchzusetzen (gibt’s da Kundenberatung durch die Angestellten?), die Beschäftigten aber mit (zugegeben) geringeren, aber qualifikationsentsprechenden Logistiktarifen entlohnt werden.

ein schlüssiges Argument dafür, dass…
…der Staat an den miesen Beschäftigungsbedingungen nichts ändern darf, wenn es offensichtlich ist, dass die Gewerkschaften versagen?

Habe ich das (das schreibe ich nicht zum ersten Mal, und das ist nun wirklich redundant) behauptet? Wenn man, wie du wohl meinst, mit dem Holzhammer Politik betreiben kann? In den letzten Jahren wurden unzählige Stellschrauben durch den Staat gedreht, von Mindestlöhnen nach Branchen bis zu Zeitarbeitsverträgen – die meisten mit Erfolg

Oh danke, du zeigst nun selbst, dass deine erste Faustregel gar nicht stimmt… (hier endet die chronologische Reihenfolge)

1) Es ist traurig, aber immer mehr Arbeitsplätze erfordern eine berufliche Qualifikation. Einfache Arbeiten können durch Maschinen, Automaten etc, durchgeführt werden, eine dieser Maschinen ersetzt zehn Menschen oder mehr zum niedrigeren Preis. Was ist also falsch am Konzept der Aufstockung der Löhne durch staatliche Leistungen, wie es heute schon praktiziert wird, wenn Menschen unwillig (oder manchmal auch leider unfähig sind), sich weiterzubilden. Ein Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze.

Ich hab die Gewerkschaften nicht als Nebenargument gebracht und was die nun damit zu tun haben, dass der Staat keinen Mindestlohn einführen sollte, hast du auch nicht gezeigt, obwohl ich das nachgefragt habe.
Am Ende sagst du selbst, dass der Staat schon erfolgreich Mindestlöhne eingeführt hat.
Nun klär mich doch einfach darüber auf, was du ganz anders gemeint hast und wie denn nun genau.

crehouvo
crehouvo
30. April, 2014 23:46

Du betreibst regelrechte Korinthenkackerei, wenn du meinst, dass ich am Ende "mich" (sic!) selbst widerspreche.
Nur drei Denkanstöße für dich:
– Vor einigen Jahren wurde ein Mindestlohn für Briefausträger eingeführt. Der Platzhirsch, die Deutsche Post, hatte ihre Lobbyisten (inklusive der im Betrieb vorherrschenden Gewerkschaft) massiv dafür werben lassen, einen höheren Mindestlohn (€8,00 – €9,80) für ihre Konkurrenz (z.B. gegründet durch Regionalzeitungen) einführen zu lassen, da Verdi keinen Fuß in den Startups fassen konnte. Der eingeführte Mindestlohn führte zur Insolvenz vieler dieser Startups, obwohl die Mindestqualifikation für Arbeitnehmer nur daraus bestand, lesen zu können und halbwegs mobil zu sein (Sie bekamen €6,00 – €7,50). Mittlerweile hat die DP ihr Briefporto erhöht und beschäftigt auch nicht mehr Mitarbeiter als zuvor, eher wurden die Leistungsansprüche an die Mitarbeiter erhöht (Ausweitung der Zustellbezirke, längere Arbeitszeiten). Die Briefpost wird nun in meinem Bezirk oft nur noch an höchstens fünf von sechs Tagen zugestellt. Der einzige Mitbewerber ist jetzt TNT, ein anderer Großkonzern.
siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Briefmonopol_%28Deutschland%29
Einer Klage gegen den Mindestlohn wurde am Ende stattgegeben, die Arbeitsplätze waren aber schon weg.
Mein Fazit: Ein Mindestlohn schränkt den Wettbewerb ein und schafft oft schlechtere Arbeitsbedingungen für schon Beschäftigte. Nicht zuletzt werden auch die Endverbraucher durch höhere Preise und Leistungseinschränkungen belastet.
– In Deutschland ist die Tarifautonomie grundgesetzlich verankert. Das bedeutet, Unternehmen und Arbeitnehmer können Löhne, auch in Allianzen (wie Unternehmensverbänden und Gewerkschaften) verhandeln. Niemand steht allein da. Der Staat intervenierte, wenn er meinte ein Ungleichgewicht zu sehen, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmer-Entsendegesetz
Jetzt kommt der Staat und meint, einen generellen Mindestlohn "per Order di Mufti" einführen zu müssen. Mit welcher Begründung?
– Unsere Verfassung setzt auf Subsidiarität. Zitat aus Wikipedia: "Subsidiarität (von lat. subsidium „Hilfe, Reserve“) ist eine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Maxime, die die Entfaltung der individuellen Fähigkeiten, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung anstrebt. Danach sollten Aufgaben, Handlungen und Problemlösungen so weit wie möglich selbstbestimmt und eigenverantwortlich unternommen werden, also wenn möglich vom Einzelnen, vom Privaten, von der kleinsten Gruppe oder der untersten Ebene einer Organisationsform. Nur wenn dies nicht möglich ist oder mit erheblichen Hürden und Problemen verbunden ist, sollen sukzessive größere Gruppen, öffentliche Kollektive oder höhere Ebenen einer Organisationsform die Aufgaben und Handlungen subsidiär unterstützen und übernehmen. Dafür wird ein Zurückdrängen der individuellen Selbstbestimmung und Eigenverantwortung für den jeweiligen Zweck in Kauf genommen." Beschreibt das nicht wunderbar, was gegen einen generellen Mindestlohn spricht? Wo ein Mindestlohn notwendig ist, wurde er eingeführt, von Gerichten geprüft und für gut befunden, oder eben verworfen. Nur wurde nicht alles über einen Kamm geschert.

Howie Munson
Howie Munson
1. Mai, 2014 16:29

Wo ein Mindestlohn notwendig ist, wurde er eingeführt, von Gerichten geprüft und für gut befunden, oder eben verworfen.

Wenn man den von Wikipedia im Briefmonopol-Artikel angebenenen Quellen folgt, sieht man, dass das Gericht nicht prüfte, ob ein Post-Mindestlohn notwendig ist, sondern ob die Verordnung verfahrenskonform zustande gekommen war.

(…) höheren Mindestlohn (€8,00 – €9,80) für ihre Konkurrenz (z.B. gegründet durch Regionalzeitungen) einführen zu lassen, da Verdi keinen Fuß in den Startups fassen konnte. Der eingeführte Mindestlohn führte zur Insolvenz vieler dieser Startups (…)
(…) Der einzige Mitbewerber ist jetzt TNT, ein anderer Großkonzern.(…)

Der eingeführte Mindestlohn führte zur Insolvenz der PIN-Group, weil die Axel-springer AG es nicht mehr für lukrativ genug ansah. Tochterunternehmen die die Insolvenz überstanden haben, arbeiten mit TNT zusammen.

In Deutschland ist die Tarifautonomie grundgesetzlich verankert. Das bedeutet, Unternehmen und Arbeitnehmer können Löhne, auch in Allianzen (wie Unternehmensverbänden und Gewerkschaften) verhandeln. Niemand steht allein da. Der Staat intervenierte, wenn er meinte ein Ungleichgewicht zu sehen

Das tat er beim Postmindestlohn, leider halt nicht verfahrenskonform…
Die Wikipediaartikel zu den beiden "Privatpostgewerkschaften" GNBZ und CGPT sind dann auch erhellend, wohin Tarifautonomie führen kann, wenn keine tariffähige Gewerkschaft am Verhandlungstisch sitzt.

Mittlerweile hat die DP ihr Briefporto erhöht und beschäftigt auch nicht mehr Mitarbeiter als zuvor, eher wurden die Leistungsansprüche an die Mitarbeiter erhöht (Ausweitung der Zustellbezirke, längere Arbeitszeiten).

Warum bei der DPAG mehr Arbeitsplätze entstehen sollten, obwohl das jährliche Briefaufkommen sinkt und sie kein Briefmonopol wie 2005 bzw. 2007 hat, würde mich zwar interessieren, aber hat aber eher weniger mit dem nicht mehr geltenen Postmindestlohn zu tun.

crehuvou
crehuvou
2. Mai, 2014 22:27

@Howie Munson
"Wenn man den von Wikipedia im Briefmonopol-Artikel angebenenen Quellen folgt, sieht man, dass das Gericht nicht prüfte, ob ein Post-Mindestlohn notwendig ist, sondern ob die Verordnung verfahrenskonform zustande gekommen war. "
Am Ende ist es ziemlich egal, aus welchem Grund das Gericht die Festlegung verworfen hat. Es gibt bis heute keinen Mindestlohn in der Postzustellung; neue Unternehmensgründungen allerdings auch nicht.
"Der eingeführte Mindestlohn führte zur Insolvenz der PIN-Group, weil die Axel-springer AG es nicht mehr für lukrativ genug ansah. Tochterunternehmen die die Insolvenz überstanden haben, arbeiten mit TNT zusammen."
Dass die Insolvenz von PIN aber mit den um rund 30% erhöhten Löhnen zusammenhängt, bestreitest du damit nicht, oder? Weil, "nicht mehr lukrativ" bedeutet, die Kosten übersteigen die Erlöse. Und die Lohnkosten machen nun einmal einen ziemlichen Brocken bei einem Postunternehmen aus.
"Die Wikipediaartikel zu den beiden “Privatpostgewerkschaften” GNBZ und CGPT sind dann auch erhellend, wohin Tarifautonomie führen kann, wenn keine tariffähige Gewerkschaft am Verhandlungstisch sitzt."
Natürlich versuchen die im DGB vereinten Großgewerkschaften, Konkurrenz kleinzuhalten, gerade z.B. Verdi. Aber da bröselt einiges auseinander, was nicht zusammengehört, wie Cockpit und die Lokführer. Natürlich wäre es besser, wenn sich eher branchen-, als berufsgruppenspezifische Gewerkschaften bilden würden. Aber es gibt im Christlichen Gewerkschaftsbund auch tariffähige Gewerkschaften. Monopolstellungen von Gewerkschaften sind ebenso schädlich, wie die von Unternehmen.
"Warum bei der DPAG mehr Arbeitsplätze entstehen sollten, obwohl das jährliche Briefaufkommen sinkt und sie kein Briefmonopol wie 2005 bzw. 2007 hat, würde mich zwar interessieren, aber hat aber eher weniger mit dem nicht mehr geltenen Postmindestlohn zu tun."
Da etliche Konkurrenten aufgegeben haben ( s. oben verlinkten "Briefmonopol-Artikel": "Einer parlamentarischen Anfrage zufolge gab es seit Jahresbeginn 2008 bis 15. April 2008 27 Marktaustritte (Liquidation, Insolvenz, Lizenzaufgabe), durch die unmittelbar 5693 teilweise subventionierte Arbeitsplätze in dieser Branche verloren gingen.), dass Auftragsvolumen aber fast gleich geblieben ist, hat die Post die Aufträge, die ihr durch den Marktaustritt ihrer Konkurrenten wieder zugefallen sind, durch eine höhere Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter aufgefangen. Der Post war es einfach zu teuer, zumindest einen Teil der knapp 5700 gefeuerten Leute zu dem von ihr gewünschten Mindestlohn selbst einzustellen.
Du liest auch immer nur den Teil eines Artikels (http://www.tab-beim-bundestag.de/de/aktuelles/20140306.html), der deiner Argumentation zupass kommt, denn du hast übersehen: "(…) auch wenn zwischenzeitlich, 2010 bis 2012, eine gewisse Stabilisierung im Briefmarkt beobachtet werden konnte."
Im Jahr 1 n.S. (nach Snowden) werden sicher mehr Leute z.B. von ihrer Bank verlangen, ihre Kontoauszüge per Schneckenpost und ohne Mitlesemöglichkeit durch die NSA und andere Behörden zu erhalten.
Das war’s jetzt aber wirklich – du kommst vom Hölzchen aufs Stöckchen, ignorierst die Hauptlinien meiner Argumentation, suchst Widersprüche, wo keine sind – sich mit dir auseinander zu setzen, fühlt sich an, wie von einem Pitbull ohne Grund in die Wade gebissen zu werden – einfach nicht gut.

Howie Munson
Howie Munson
3. Mai, 2014 15:37

Das war’s jetzt aber wirklich – du kommst vom Hölzchen aufs Stöckchen, ignorierst die Hauptlinien meiner Argumentation, suchst Widersprüche, wo keine sind – sich mit dir auseinander zu setzen, fühlt sich an, wie von einem Pitbull ohne Grund in die Wade gebissen zu werden – einfach nicht gut.

Du fängst doch schon wieder mit Verdi an und belegst nicht deine Annahmen…
Such doch bitte beim nächsten mal selbst die Zahlen aus den Postgeschäftsberichten raus bevor du schlußfolgerst das die Post 2013 mehr zu tun hätte als 2008 …

... | Briefe | Werbung | Gesamt
2007 | 8.112 | 11.432 | 19.544
2008 | 8.184 | 11.852 | 20.036
2009 | 7.955 | 10.903 | 18.858
2010 | 7.826 | 10.359 | 18.185
2011 | 7.809 | 10.228 | 18.037
2012 | 7.578 | 10.066 | 17.644
2013 | 7.816 | 09.751 | 17.567

Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter (Kopfzahl) und Lohnkosten (MIO €)

.... | Kopfzahl | MIO €
2006 | 507.641 | 18616
2007 | 500.252 | 17169
2008 | 511.292 | 18389
2009 | 488.518 | 17021
2010 | 464.471 | 16609
2011 | 467.188 | 16730
2012 | 472.321 | 17770
2013 | 479.212 | 17785

crehouvo
crehouvo
7. Juni, 2014 22:16

@Howie Munson
Jetzt schaue ich nach gut einem Monat vorbei und du bringst wieder einen dieser Klöpse, bei dem man sicht fragt, welche deiner Synapsen heute (bzw. am 3. Mai) kurzgeschlossen waren.
Weil, die zweite Statistik, die du zitierst, zeigt wohl die GESAMTbeschäftigtenzahl der DP AG (im Briefgeschäft waren es laut http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Post_AG 2011 rund 180000). Hilft deine Statistik in irgendeiner Weise, irgendetwas, was du schreibst, zu verstehen, oder meine Argumente zu widerlegen? NEIN!!
Wo habe ich gesagt, dass die DP AG 2013 mehr Briefpost als 2008 befördert hat? Ich habe nur deine Aussage bestritten, dass das Volumen der Briefpost stetig abnimmt (das Volumen schwankt, das ist alles, was man aus deinen Daten ablesen kann).
Was soll ich über ver.di (habe ich auch erst neulich gelernt, dass die sich so schreiben) belegen?
Meine Geduld ist (fast) unendlich, und auch wenn ich dringend aufhören möchte, du lieferst einfach zu gute Vorlagen, dir zu widersprechen!

Howie Munson
Howie Munson
9. Juni, 2014 18:56

Hilft deine Statistik in irgendeiner Weise

Find ich schon.

Da etliche Konkurrenten aufgegeben haben (…), dass Auftragsvolumen aber fast gleich geblieben ist, hat die Post die Aufträge, die ihr durch den Marktaustritt ihrer Konkurrenten wieder zugefallen sind, durch eine höhere Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter aufgefangen. Der Post war es einfach zu teuer, zumindest einen Teil der knapp 5700 gefeuerten Leute zu dem von ihr gewünschten Mindestlohn selbst einzustellen.

Beleg das doch einfach mit besseren Zahlen.

crehouvo
crehouvo
10. Juni, 2014 00:15

Weil du die komplett falschen Zahlen lieferst und vollkommen neben der Spur bist soll ich dir die richtigen Daten recherchieren, um eventuell deine Argumentation zu unterstützen?
Danke schön, jetzt wird es wohl jeder erkennen: des Trolls (s.o.) Name ist Howie Munson!
Jetzt muss ich wohl noch "duck" dahinter schreiben (eigentlich dein Markenzeichen, welches aber nach gefühlt 735 ähnlicher Kommentare deinerseits heftig an Witz verliert).

Howie Munson
Howie Munson
10. Juni, 2014 16:10

Weil du die komplett falschen Zahlen lieferst und vollkommen neben der Spur bist soll ich dir die richtigen Daten recherchieren, um eventuell deine Argumentation zu unterstützen?

Nö, du sollst nur deine Argumentation stützen.

Dietmar
10. Juni, 2014 23:26

@crehouvo: Howie ist sicher kein Troll. Das sollte klar sein. Du nennst ihn so aus Revange, weil Du seine Argumentation nicht nachvollziehen kannst oder willst bzw. meinst, dass er Unrecht hat. Es wäre schön, wenn Du solche Angriffe ("Sheriff in Wortvogeltown" etc.) lassen könntest. Du betreibst alberne Zankerei, die zu nichts führt, während Howie in meinen Augen erheblich gelassener bleibt; die Auseinandersetzung hat im Übrigen durch diese überflüssigen Spitzen einen Umfang angenommen, der für mich unattraktiv geworden ist.
Ich fände schön, wenn Du sachlicher schreiben würdest.

crehouvo
crehouvo
10. Juni, 2014 23:53

"Weil ich, Howie Munson, ein Totalausfall bin, vorsorglich die Trollkeule heraushole, aber dann, wenn verlangt, nicht liefern kann, bitte ich meinen Herausforderer, doch meine Arbeit zu tun!"
Dank' mir später, aber DAS ist dein letzter Kommentar in aufrichtiger Sprache.
Wenn du mir ans Bein pinkeln willst (und du stellst meine Thesen von Anfang an in Frage), dann solltest du doch die besseren Argumente und Zahlen liefern und nicht einen Haufen von Nebelkerzen und Blindgängern zünden. Noch einmal, du widersprichst mir, versagst komplett bei deiner Argumentation und der Belegung derselben, nennst mich Troll, verstehst wohl noch nicht einmal, worum es geht, und ich soll dir am Ende aus der Patsche helfen?
Erbärmlich! (Und ich entschuldige mich gleichzeitig beim Bloginhaber, aber manchmal kann ich es nicht ertragen, wenn solche Typen meinen, das letzte Wort haben zu müssen; damit bin ich endgültig weg aus diesem Thread, versprochen, denn da kommt nichts mehr von Substanz.

Dietmar
11. Juni, 2014 00:01

@crehouvo: Ist nicht besser geworden mit Deinem letzten Kommentar …

crehouvo
crehouvo
11. Juni, 2014 00:46

@Dietmar
Deinen Kommentar habe ich leider erst gesehen, nachdem ich meinen um 23:53 Uhr geposted habe. Die Zeit zur Bearbeitung erscheint mir zu knapp, um angemessen zu antworten, deshalb werde ich wortbrüchig.
"Howie ist sicher kein Troll. Das sollte klar sein."
Klar ist das wieso? Weil er hier regelmäßig kommentiert? Weil er meint, jeden Außenseiter, dessen Argumentation ihm nicht gefällt, "Troll" nennen zu dürfen?
"Du nennst ihn so aus Revange (sic!), weil Du seine Argumentation nicht nachvollziehen kannst oder willst bzw. meinst, dass er Unrecht hat."
Ja, gallige (gehässige, bissige) Kommentare kann ich manchmal nicht unterlassen. Damit sollte aber jeder, der mich Troll nennt, leben können (bzw. müssen), denn das ist meiner Meinung nach eine der überheblichsten und arrogantesten Dinge, mit denen man jemanden online beleidigen kann. Ich habe damit nicht angefangen. Wobei es ja auch nicht das erste Mal ist, dass Howie Munson meint, mich (oder andere, da hat er wohl sowas wie einen Reflex) so nennen zu dürfen. Niedere Instinkte wie Revanche habe ich nicht, aber ich denke, wer so großzügig mit Schimpfworten wie "Troll" um sicht wirft, sollte seine eigene Medizin schmecken.
Seine Argumentation kann und will ich nicht nachvollziehen, weil er nichts Relevantes mehr schreibt!
– Was hilft mir eine Statistik über die Gesamtbeschäftigtenzahl der Deutschen Post (inklusive Paketsparte, Personalabteilung, Rechnungswesen etc.), wenn wir über die Briefsparte diskutieren.
– Weise ich ihm diesen Lapsus nach, soll ich ihm (!?) die richtigen Zahlen heraussuchen?
– Wenn Du sagst, Du fändest es schön, ich würde sachlicher schreiben, meinst Du, wie ich schreibe, oder was ich schreibe? Wie ich schreibe, das habe ich schon zugegeben, kann "snarky" sein, aber was ich schreibe, ist nach bestem Wissen und Gewissen "sachlich".

Dietmar
11. Juni, 2014 01:27

@crehouvo:

“Howie ist sicher kein Troll. Das sollte klar sein.”
Klar ist das wieso?

Weil er nicht trollt. Ein Fahrrad ist auch kein Flugzeug. Weil es nicht fliegt.

Weil er hier regelmäßig kommentiert?

Er hat in seinen Kommentaren kein Trollverhalten gezeigt und ist ein angenehmen auftretender Kommentator.

Weil er meint, jeden Außenseiter, dessen Argumentation ihm nicht gefällt, “Troll” nennen zu dürfen?

Wie kommst Du darauf, dass er das meint? Jedenfalls macht er das nicht. Mir fällt nicht ein Beispiel ein, wo er das gemacht hätte.

Revange (sic!)

Macht Dich auch nicht gerade sympathischer, dass Du wiederholt auf durch schnelles Hinwurschteln ansonsten vermiedene Fehler zeigst. Hier habe ich den Begriff "Rechtschreibnazi" gelernt. Hat was …

Ja, gallige (gehässige, bissige) Kommentare kann ich manchmal nicht unterlassen. …

Ich habe verstanden: Du hältst Dich für einen harten Knochen und Kämpfer für´s Recht. Reicht dann aber auch an Seelenstriptease.

Weise ich ihm diesen Lapsus nach

"Sic!", "Lapsus"! Ich habe verstanden: Du willst den Eindruck hinterlassen, schlau und kultiviert zu sein.

Wenn Du sagst, Du fändest es schön, ich würde sachlicher schreiben, meinst Du, wie ich schreibe, oder was ich schreibe?

Ich habe mich klar und unmissverständlich ausgedrückt. Und ich habe noch etwas: Keine Lust, mich durch Deine albernen, evasiven (hoho! Das sieht aber schlau aus!) Kommentare in Scharmützel ziehen zu lassen.
Ich wollte einfach nur als Beobachter Dir sagen, dass Du gegen Howie überziehst. Kommt bei Dir nicht an. Kann man nichts machen.
Addendum (ich Akademiker-Fuchs ich!): Wer mit "sic!" versucht zu prahlen, sollte seine Interpunktion im Griff haben. Beispiel? Bitte:

Klar ist das wieso?

Müsste lauten: "Klar ist das? Wieso?"
Nur mal so.
Unter uns Intellektuellen …

Howie Munson
Howie Munson
11. Juni, 2014 10:43

– Was hilft mir eine Statistik über die Gesamtbeschäftigtenzahl der Deutschen Post (inklusive Paketsparte, Personalabteilung, Rechnungswesen etc.), wenn wir über die Briefsparte diskutieren.

Sie hilft dir, von der Statistik zum Briefaufkommen abzulenken.

Da etliche Konkurrenten aufgegeben haben (…), dass Auftragsvolumen aber fast gleich geblieben ist, hat die Post die Aufträge, die ihr durch den Marktaustritt ihrer Konkurrenten wieder zugefallen sind, durch eine höhere Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter aufgefangen.

Der Post ist 2008 0,9% mehr Briefaufkommen zugefallen und 2009 hatten sie schon wieder 3% weniger…
Nimmt man Werbesendungen dazu sind es halt 2008 +2,5% und dafür 2009 -6%.
Und nun liefere doch bitte die andere Hälfte der "richtigen" Zahlen, wenn du weiterhin meinst, dass der Post es einfach zu teuer war, zumindest einen Teil der knapp 5700 gefeuerten Leute zu dem von ihr gewünschten Mindestlohn selbst einzustellen, obwohl sie als Gesamtkonzern sogar an Mitarbeiter zulegt bzw. höhere Lohnkosten als 2007 hatte.
Wenn du das nicht mehr meinst, schreibe es doch einfach.

Wenn du mir ans Bein pinkeln willst (und du stellst meine Thesen von Anfang an in Frage), dann solltest du doch die besseren Argumente und Zahlen liefern

Hab ich. Von dir kam weder eine Zahl zum Briefaufkommen, noch zu den Beschäftigten der Post von 2007, 2008 oder 2009.
Und da du wiederholt angekündigt hast, "aus dem Thread raus zu sein" sehe ich auch keinen Grund nochmal 30 Minuten zu vergoogeln, nur um weitere Zahlen zu finden, die dann auch wieder ignoriert werden.
Bei der Gelegenheit halte ich nochmal fest, dass ich niemanden mit den bösen T-Wort belegt habe. Ich nur hatte in Posting 51 festgestellt, dass man Argumentationtaktiken durchschauen kann. Und daran hat sich weiterhin nichts geändert.

crehouvo
crehouvo
13. Juni, 2014 00:32

@Dietmar
Spät kommst Du, aber Du kamst! Schön, dass Du die Zeit hast Stilfragen zu diskutieren, zur Sache aber nichts beitragen kannst (oder willst).
Kann es sein, dass Du nur Gutes in Howie Munson siehst, weil ihr fast immer auf derselben Seite steht?
"Weil er nicht trollt."
Mich schon.
"Wie kommst Du darauf, dass er das meint? Jedenfalls macht er das nicht. Mir fällt nicht ein Beispiel ein, wo er das gemacht hätte."
Kommentar #51. Verschwurbelt, aber trotzdem offensichtlich.
"Macht Dich auch nicht gerade sympathischer, dass Du wiederholt auf durch schnelles Hinwurschteln ansonsten vermiedene Fehler zeigst. Hier habe ich den Begriff “Rechtschreibnazi” gelernt. Hat was …"
Ich lerne von den Meistern… (Niggemeier etc.). Außerdem soll niemand meinen, ich hätte das so geschrieben, wenn ich etwas zitiere.
Und dann noch Godwin’s law, Herr Gutmensch?
"Ich habe verstanden: Du hältst Dich für einen harten Knochen und Kämpfer für´s Recht. Reicht dann aber auch an Seelenstriptease."
Nö, hast du nicht. Ist nur ein Selbstverteidigungsmechanismus.
"“Sic!”, “Lapsus”! Ich habe verstanden: Du willst den Eindruck hinterlassen, schlau und kultiviert zu sein."
Nö, hast du nicht. Welchen Eindruck wollen denn Menschen in Liegefahrrädern hinterlassen? Einen möglichst lächerlichen?
Ängstigt Dich ein etwas größerer Wortschatz so sehr?
Und Du wiederholst "Ich habe verstanden". Zeit, um in einen Thesaurus zu investieren ;-).
"Ich wollte einfach nur als Beobachter Dir sagen, dass Du gegen Howie überziehst. Kommt bei Dir nicht an. Kann man nichts machen."
Die Debatte startete mit dem Mindestlohn. Ich führte mit dem Briefträger-Mindestlohndebakel ein Beispiel an. Experten warnen im Frühjahrsgutachten vor Mindestlöhnen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fruehjahrsgutachten-oekonomen-warnen-vor-job-verlust-durch-mindestlohn-a-963559.html
Das hinter meinen Argumenten eine Menge Fachwissen anderer Leute steckt (die haben sicher mehr Ahnung als wir alle zusammen), Howie Munson aber wohl nur FÜHLT, dass ein Mindestlohn angebracht wäre, macht doch offensichtlich, warum ich überziehe, oder? Der Wortvogel sagte übrigens, "wir kommen hier nicht zusammen", danach hätte ich gerne Ruhe gegeben, wenn es nicht gewisse Wadenbeißer gäbe… . Das war wirklich ermüdend.
"Müsste lauten: “Klar ist das? Wieso?”
Nur mal so.
Unter uns Intellektuellen …"
Howie Munson würde sagen: "Dann bring mal lieber einen Beleg dafür, sonst kann das ja jeder behaupten."
Außerdem fehlen die Anführungszeichen bei "Intellektuellen"!
@Howie Munson
"Bei der Gelegenheit halte ich nochmal fest, dass ich niemanden mit den bösen T-Wort belegt habe. Ich nur hatte in Posting 51 festgestellt, dass man Argumentationtaktiken durchschauen kann. Und daran hat sich weiterhin nichts geändert."
Diese Verteidigung kommt ca. einen Monat zu spät, um glaubwürdig zu sein. Da hat Dietmar dir eine schöne Vorlage gegeben.
"Hab ich. Von dir kam weder eine Zahl zum Briefaufkommen, noch zu den Beschäftigten der Post von 2007, 2008 oder 2009."
Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich dir (schonend) beibringen kann, dass die Gesamtzahl der Postbeschäftigten in unserer Diskussion fehl am Platze ist, da hier Paketdienste, Rechnungswesen, Personalverwaltung u.a. beinhaltet sind (s.o., sagt dir das Sprichwort mit den Äpfeln und Birnen etwas? Habe ich übrigens nicht schon erwähnt, dass das Wissen über Wirtschaft in Deutschland eher rudimentär ist?) Die Zahlen die du präsentierst sind absolut NICHT RELEVANT und werden es durch Wiederholung auch nicht! Auch das Briefaufkommen der Deutschen Post ist nicht erhellend. Wie sah es denn im Gesamtmarkt aus? Hat die DP Marktanteile an UPS oder TNT verloren?
"Und da du wiederholt angekündigt hast, “aus dem Thread raus zu sein” sehe ich auch keinen Grund nochmal 30 Minuten zu vergoogeln, nur um weitere Zahlen zu finden, die dann auch wieder ignoriert werden."
Ignoriert wegen Irrelevanz. Wieder da wegen Dietmar. Bin jetzt aber wirklich "am Ende"!

Dietmar
13. Juni, 2014 08:10

Mal sehen:

Schön, dass Du die Zeit hast Stilfragen zu diskutieren, zur Sache aber nichts beitragen kannst (oder willst).

Mit ein wenig sinnerfassendem Lesen erschließt sich leicht, was ich wollte. Ich habe es sogar deutlich geschrieben: “Ich wollte einfach nur als Beobachter Dir sagen, dass Du gegen Howie überziehst. Kommt bei Dir nicht an. Kann man nichts machen.” Jetzt mit Hervorhebung, die der Klarheit hilft. (Das zitierst Du sogar selbst, stellst es dann aber in einen Zusammenhang, der überhaupt keinen Sinn ergibt.) Und: "Und ich habe noch etwas: Keine Lust, mich durch Deine albernen, evasiven (hoho! Das sieht aber schlau aus!) Kommentare in Scharmützel ziehen zu lassen." Und genau das versuchst Du, wie man weiter sieht. Beleidigungsversuche, Unterstellen von Motiven, zusammenhanglose ad-hominem-Attacken, etc. (einen Beleg für richtige Zeichensetzung zu fordern, ist hochgradig lächerlich).
Für Dich ist mir meine Zeit zu schade.

Howie Munson
Howie Munson
13. Juni, 2014 10:47

“Bei der Gelegenheit halte ich nochmal fest, dass ich niemanden mit den bösen T-Wort belegt habe. Ich nur hatte in Posting 51 festgestellt, dass man Argumentationtaktiken durchschauen kann. Und daran hat sich weiterhin nichts geändert.”

Diese Verteidigung kommt ca. einen Monat zu spät, um glaubwürdig zu sein. Da hat Dietmar dir eine schöne Vorlage gegeben.

Nö, die Feststellung, dass ich dich nicht Troll genannt habe kam schon in Posting 71 vor sechs Wochen:

Und Troll hab ich dich nicht genannt, nur deine Argumentationtaktik mit den Links kritisiert.

Aber weiter im Text.

Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich dir (schonend) beibringen kann, dass die Gesamtzahl der Postbeschäftigten in unserer Diskussion fehl am Platze ist, da hier Paketdienste, Rechnungswesen, Personalverwaltung u.a. beinhaltet sind

Na dann bleiben wir einfach bei deiner Aussage zum Briefaufkommen:

Da etliche Konkurrenten aufgegeben haben (…), dass Auftragsvolumen aber fast gleich geblieben ist, hat die Post die Aufträge, die ihr durch den Marktaustritt ihrer Konkurrenten wieder zugefallen sind, durch eine höhere Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter aufgefangen. Der Post war es einfach zu teuer, zumindest einen Teil der knapp 5700 gefeuerten Leute zu dem von ihr gewünschten Mindestlohn selbst einzustellen.

Ein Rückgang von 5 bzw. 10% innerhalb 5 Jahre nennst du normale Schwankung, wie kann ein einmaliger Anstieg von 1% bzw 2,5% dann eine erwähnenswerte Mehrbelastung sein?

Ignoriert wegen Irrelevanz. Wieder da wegen Dietmar. Bin jetzt aber wirklich “am Ende”!

Wieder da bist du seit Posting 83, weil meine Vorlage angeblich so schön war. Leider verwandelst du nicht mit Zahlen für dein Beispiel, sondern kommst nun wieder mit was neuen um die Ecke.
Ich zitier mal den letzten Absatz aus deinen spon-link:

Der Kritik an der geplanten Lohnuntergrenze haben sich laut "Tagesspiegel" und der Digitalzeitung "Handelsblatt Live" nicht alle an dem Gutachten beteiligten Institute angeschlossen. Das DIW habe ein Minderheitenvotum angefügt. Darin verwiesen die Berliner Forscher darauf, dass die Effekte nur schwer zu bestimmen seien.

Wahrscheinlich ungefähr so schwer, wie die Vorhersage des Wirtschaftwachstums an sich: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/wachstumsprognosen-das-versagen-der-oekonomen-12624972.html

crehuvou
crehuvou
15. Juni, 2014 00:44

@Dietmar
"(…) zusammenhanglose ad-hominem-Attacken (…)"
Dein Sendungsbewußtsein wird nur noch durch Deine Scheinheiligkeit übertroffen, denn "“Sic!”, “Lapsus”! Ich habe verstanden: Du willst den Eindruck hinterlassen, schlau und kultiviert zu sein." ist nicht ja nicht im Geringsten "ad-hominem", nicht wahr?
Wie Du Deine Regeln, je nach Situation, selber anwendest, hat man in der Lewitscharoff-Diskussion neulich gesehen. Die Rede nicht lesen wollen (oder "können", aus Gutmenschen-Perspektive natürlich, weil, was die sagt, ist – Achtung, Empörung! – so, so schlimm) – aber dann gegen Mitdiskutanten, die Verständnis zeigen, ohne mit ihren Positionen übereinzustimmen, pöbeln.
"Für Dich ist mir meine Zeit zu schade."
Stilberatung brauche ich eh nicht wirklich.
@Howie Munson
" Und Troll hab ich dich nicht genannt, nur deine Argumentationtaktik (sic!) mit den Links kritisiert."
Wenn du sagst, "Du argumentierst wie ein Troll!", sagst du, "Du bist ein Troll!". Haarspaltereien helfen dir da nicht weiter!
"Ich zitier mal den letzten Absatz aus deinen (sic!) spon-link: "
Ist es wirklich wichtig, dass das DIW, ein Institut, dass von 2007-13 vom Frühjahrsgutachten auf Grund von "Vorbehalten betreffend der Leistungsfähigkeit des Instituts wegen des Weggangs von erfahrenen Mitarbeitern vom DIW" ausgeschlossen war, als einziges Institut so handelt? Das DIW besitzt deiner Meinung nach ein die anderen fünf Institute übertrumpfendes Wissen? Warum? Und denen fällt genau in diesem Fall auf, dass das Vorhersagen der Zukunft fehlerbehaftet ist? Warum ziehen die sich dann nicht gleich aus diesem Gremium zurück? Mit diesem Satz ("(…)dass die Effekte nur schwer zu bestimmen seien.") könnten sie jeden ihrer Aufträge unbeantwortet zurückgeben und glücklich weiter öffentliche Fördermittel abkassieren.
Und wenn ich diesen FAZ-Artikel sehe, verstehe ich, warum auch die Klimawandelskeptiker, besonders in den USA, die wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage stellen (und so argumentieren, wie du es gerade versuchst), es so leicht haben, Verwirrung zu stiften: weil es statistische Unsicherheiten gibt, auch Erhebungsfehler; aber ich denke, dass Wissenschaftler (in der Volkswirtschaftslehre, genauso wie in der Klimaforschung) grundsätzlich näher an der Realität mit ihren prognostizierten Daten liegen, als der zufällig befragte Mensch auf der Straße (z.B. du!). Und dass zumindest die Tendenzen, mit dem Ausreißer 2009, in dieser Infografik stimmen, kannst auch du nicht bestreiten.
"Ein Rückgang von 5 bzw. 10% innerhalb 5 Jahre nennst du normale Schwankung, wie kann ein einmaliger Anstieg von 1% bzw 2,5% dann eine erwähnenswerte Mehrbelastung sein?"
Worauf beziehst du dich jetzt? Schreib nichts, es kümmert mich wirklich nicht mehr!
Ich habe kapiert, dass du ein manischer das-letzte-Wort-Behalter bist, nur hilft dir das bei den Fakten Nullkommanichts. Google weiter, klick' den allerersten Link, der dir weiterzuhelfen scheint, aber, nie, niemals, arbeite dich etwas tiefer in eine Materie ein. Dein Gefühl, was richtig zu sein hat (und natürlich das erstbeste Google-Ergebnis), zementieren dein Weltbild.
Höhere Erkenntnisse findest du damit aber nicht, auch wenn du die dringend nötig hättest.

Dietmar
15. Juni, 2014 20:08

Halten wir mal fest: Du bist derjenige, der hier seine Mitdiskutanten mit unangemessenen Attributen belegt ("Sherrif in Wortvogeltown", "Gutmensch" etc.) und sehr bemüht ist, aus der Kritik an seinem Stil Beleidigungen zu konstruieren.
Wenn Du über mein Liegerad diskutieren willst: Dafür gibt es einen Artikel.
Wenn Du über mein Verhalten in der Lewitscharoff-Debatte diskutieren willst: Dafür gibt es einen Artikel.
Und wenn Du über Stilfragen diskutieren willst: Wiederholungen sind ein probates Stilmittel, das ich mit Bedacht einsetze.

Wortvogel
Wortvogel
15. Juni, 2014 20:18

@ crehuvou: Ich habe mich bisher ja weitgehend rausgehalten, gerade auch weil du in der Anfangsphase wirkliches Bemühen an den Tag gelegt hast, deine Thesen zu belegen. Aber mittlerweile sitzt du in einer Sackgasse, wirfst mit Wattebäuschchen und schreist "Verschwörung! Trolle!". Das führt zu endgültig nix mehr. Ad hominem-Attacken sind eine Sache, aber irgendwann ist das auch ausgereizt.
Und Howie ist natürlich KEIN Troll. Nie gewesen.

G
G
17. Juni, 2014 13:01

"Mittelfristig glaube ich, dass es sinnvoll ist, von staatlicher Seite aus einen Schulkanon zu entwickeln, der Schülern als Software auf einem schuleigenen Tablet zur Verfügung gestellt wird. Ich halte 10 Kilo im Tornister für überholt, es gibt keinen Grund, warum die Lehrmaterialien nicht auch online verfügbar sein sollten. Ein preiswertes “Schüler-Tablet” (quasi als Nachfolger der Schreibtafel) kann den Schüler im Idealfall über Jahre begleiten, sämtliche Daten in der Cloud sichern und so eine Demokratisierung des täglichen Unterrichts voran treiben."
Halte ich für eine gute Idee, da es nicht nur den Schülern, sondern auch den Lehrern die Arbeit langfristig erleichtern würde. Erstens würden Sätze wie "Ich hab' das Buch vergessen!" der Vergangenheit angehören und zweitens könnte man im Unterricht viel besser, schneller und spontaner mit Videos, Bildern und den modernen Medien arbeiten, ohne erst z. B. einen der nur begrenzt vorhandenen Fernseher oder Laptops organisieren zu müssen.

Mencken
Mencken
18. Juni, 2014 21:43

@G: Zumindest in Hamburg sind die Schultafeln schon durch digitale Exemplare ersetzt worden, bin mir ziemlich sicher, dass das Schüler Tablet auch nur noch eine Frage der Zeit ist (andererseits habe ich beim Thema GEZ auch gedacht, dass da Vernunft einkehren würde, aber passiert ist dann das Gegenteil).

crehouvo
crehouvo
18. Juni, 2014 23:57

@Wortvogel
"Aber mittlerweile sitzt du in einer Sackgasse, wirfst mit Wattebäuschchen und schreist “Verschwörung! Trolle!”."
Ich schreie grundsätzlich nicht.
Nochmal von vorne: Howie Munson meint, dass ich wie ein Troll argumentiere. Ich wehre mich dagegen, weil ich denke, dass er mich damit einen Troll nennt. Wir setzen uns auseinander, aber er bringt wiederholt Statistiken die nichts – wirklich absolut nichts – mit dem Thema zu tun haben, über das wir schreiben. Wird er nicht dann zu dem, was er in mir angeblich sieht? Das mit der Sackgasse ist mir, leider, auch unbegreiflich!? Geht es um den Mindestlohn, oder meine Probleme mit der Henne-und-Ei-Sache, wer hier wen zuerst beleidigt hat?
"Ad hominem-Attacken sind eine Sache, aber irgendwann ist das auch ausgereizt."
Ich bemühe mich wirklich, damit nicht anzufangen. Werde ich "Troll" genannt, oder, wie in Kommentar #91, ohne eine ähnliche Attacke gegen Dietmar gefahren zu haben, in vergleichbarer Weise angegriffen werde, begebe ich mich halt auf dieses (niedrigere) Niveau. Sagte ich schon, dass ist Selbstverteidigung – na und? Sind die Alteingesessenen in der Beziehung im Vorteil? Haben die einen Freischuss?
@Dietmar
"Halten wir mal fest: Du bist derjenige, der hier seine Mitdiskutanten mit unangemessenen Attributen belegt (“Sherrif in Wortvogeltown”, “Gutmensch” etc.) und sehr bemüht ist, aus der Kritik an seinem Stil Beleidigungen zu konstruieren."
“Sherrif in Wortvogeltown” habe ich Howie Munson nach seinem Troll-Kommentar genannt. Das ist nur, wie ich finde, die angemessene Reaktion.
Für den "Rechtschreibnazi" gebe ich Dir den "Gutmensch"! Schön, dass "Gutmensch" schon als herabsetzend empfunden wird. Ich habe mit den Beleidigungen aber nicht angefangen.
"Wenn Du über mein Liegerad diskutieren willst: Dafür gibt es einen Artikel."
Aber über meinen Wortschatz und dessen Interpretation für Dich meinst Du hier herziehen zu müssen?
"Wenn Du über mein Verhalten in der Lewitscharoff-Debatte diskutieren willst: Dafür gibt es einen Artikel."
Nun, da wurde in diesem Artikel vom Chef schon alles gesagt. Ich wollte es Dir nur noch einmal in Erinnerung rufen.
"Und wenn Du über Stilfragen diskutieren willst: Wiederholungen sind ein probates Stilmittel, das ich mit Bedacht einsetze."
Über Stilfragen wolltest DU diskutieren.
Vergleiche Dich aber bitte nicht mit (nur als Beispiel) MLKs "I Have a Dream"-Rede, denn Deine Wiederholung ist, nur weil es eine Wiederholung ist, kein rhetorisches Stilmittel. Dafür wurde sie einfach nicht oft genug eingesetzt.

Dietmar
19. Juni, 2014 13:41

Da ist wohl jemandem fad …

crehouvo
crehouvo
19. Juni, 2014 22:18

@Dietmar
"Da ist wohl jemandem fad …"
Meine letzter Kommentar wurde nun zum ersten Mal moderiert, kam aber trotzdem durch – dafür bedanke ich mich ausdrücklich (beim Chef, nicht bei Dir!).
Warum sollte es mir denn "fad" sein, für mich einzustehen?
Ganz nebenbei, mal wieder "ad hominem", oder? Den Rest, den ich dazu zu sagen hätte, erspare ich uns.

Wortvogel
Wortvogel
19. Juni, 2014 22:24

crehouvo: Damit habe ich nichts zu tun – aus irgendeinem Grund hat mein WordPress-System einige deiner Kommentarversuche abgefangen, einen aber durchgelassen. Du hast bisher nichts getan, was ein Blocking rechtfertigen würde, du bist lediglich sehr renitent. Ich verstehe nicht, was dir das hier bringt – aber so lange du dich im Rahmen verhältst, werde ich dich auch nicht abhalten.

Dietmar
19. Juni, 2014 23:12

@Wortvogel: Ich bin mir nicht klar darüber, ob crehouvo ärgern will oder seine Kommentare tatsächlich für stringend argumentiert hält. Beides gleichermaßen unschön.
@crehouvo: Hat jeder verstanden, dass Du mich doof findest. Such Dir doch einfach jemand anderes zum Spielen, der sich auf Deine alberne Zankerei einlässt und Spaß dran hat.

crehouvo
crehouvo
19. Juni, 2014 23:13

@Wortvogel
"Damit habe ich nichts zu tun – aus irgendeinem Grund hat mein WordPress-System einige deiner Kommentarversuche abgefangen, einen aber durchgelassen."
Ich habe aber wirklich nur dieses eine Mal versucht, zu kommentieren und dann diese Moderationsankündigung erlebt!?
"Du hast bisher nichts getan, was ein Blocking rechtfertigen würde, du bist lediglich sehr renitent. Ich verstehe nicht, was dir das hier bringt – aber so lange du dich im Rahmen verhältst, werde ich dich auch nicht abhalten."
Meine Renitenz wird durch mein Gerechtigkeitsgefühl gespeist. Ich lasse mich auch nicht gerne ungerecht von der Seite anmachen. Ursache und Wirkung sollten doch erkennbar sein – ich würde wirklich gerne Ruhe geben!

crehouvo
crehouvo
19. Juni, 2014 23:39

@Dietmar
"@Wortvogel: Ich bin mir nicht klar darüber, ob crehouvo ärgern will oder seine Kommentare tatsächlich für stringend (sic!) argumentiert hält. Beides gleichermaßen unschön."
"Herr Lehrer, Herr Lehrer, crehouvo ist fies zu mir!". Mehr fällt mir dazu nicht ein. Nein, doch!
"@crehouvo: Hat jeder verstanden, dass Du mich doof findest. Such Dir doch einfach jemand anderes zum Spielen, der sich auf Deine alberne Zankerei einlässt und Spaß dran hat."
Noch einmal von vorne: Ursache und Wirkung, Ursache und Wirkung… !
Ernsthaft, "ad hominem"-Attacken starten, aber zum x-ten Mal nicht merken, dass meine nur eine Reaktion sind. Bitte, bitte, bitte, lies Dir doch noch einmal alles durch.
Ich halte Dich durchaus nicht für doof, wie Du Dir das vielleicht wünschst, denn das würde Dir alles vereinfachen, aber manchmal hast Du einen Impuls, Loyalität (oder was Du dafür hälst) über Rationalität zu stellen. Das endet halt nicht gut.
Ich hoffe, dass ich hier nicht schon wieder zu große Worte benutzt habe, um mich niederzumachen, oder beim Chef zu verpetzen!

Dietmar
19. Juni, 2014 23:59

Für alle, die Tippfehler interessant finden:
Wie Ihr wisst, bin ich Musiker und schreibe hin und wieder etwas. Und da gibt es so eine schöne Anweisung, die heißt "stringendo".
Schöner ist der Dawkins-Verschreiber: Er schrieb statt "Hadron-Collider" "Hardon-Collider" und sprach sich nach Entdecken des Fehlers dafür aus, das so zu lassen. 🙂
Ansonsten sind Tipp-Fehler natürlich unverzeihlich!

ra
ra
20. Juni, 2014 16:54

Hm, ist es eigentlich schon mal vorgekommen, dass hier jemand tatsächlich aus der Diskussion ausgestiegen ist, der das zuvor fest angekündigt hat?

Dietmar
21. Juni, 2014 06:01

@ra: Das war endlich mal die Gelegenheit für mich, wohl begründet zu erfahren, was für ein Schlimmer ich bin. Ist mir zum ersten Mal im Leben und im Netz passiert, dass jemand mich nicht mag und mir das so ausführlich um die Ohren zu hauen versucht. Sonst lieben mich immer alle. Wirklich! Echt jetzt! Alle! Total!
Und wo, wenn nicht hier, öffentlich und insbesondere zu einem Artikel, zu dem das so gar nicht passt, sollte man meine Unzulänglichkeiten diskutieren?
Es ist so schön, wenn man so extrem wichtig ist, dass einem so viele großartig argumentierte Kommentare auf stilistisch höchstem Niveau zu persönlichen Unzulänglichkeiten gewidmet werden!
Und es ist schön, wenn einem die Sonne aus dem Hintern scheint!
Das war zudem auch für Euch sicher gleichermaßen unterhaltsam wie informativ. Davon bin ich überzeugt!
Danken wir crehovou für seine Expertise!
Disclaimer: Kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten sowie Tippfehler. Sic!

crehouvo
crehouvo
22. Juni, 2014 00:23

@Dietmar
"Wie Ihr wisst, bin ich Musiker und schreibe hin und wieder etwas. Und da gibt es so eine schöne Anweisung, die heißt “stringendo”."
Und ich dachte, Du schreibst das so, weil sich "dringend" ja auf "stringent" reimt! (Ich weiß, ich übertreib’s jetzt.)
"Das war endlich mal die Gelegenheit für mich, wohl begründet zu erfahren, was für ein Schlimmer ich bin. Ist mir zum ersten Mal im Leben und im Netz passiert, dass jemand mich nicht mag und mir das so ausführlich um die Ohren zu hauen versucht. Sonst lieben mich immer alle. Wirklich! Echt jetzt! Alle! Total!"
Wie gesagt, Ursache und Wirkung!
"Und wo, wenn nicht hier, öffentlich und insbesondere zu einem Artikel, zu dem das so gar nicht passt, sollte man meine Unzulänglichkeiten diskutieren?"
Meine Unzulänglichkeiten möchtest Du hier aber schon diskutieren? #Heuchler, nein, besser noch, #Aufschrei!
"Es ist so schön, wenn man so extrem wichtig ist, dass einem so viele großartig argumentierte Kommentare auf stilistisch höchstem Niveau zu persönlichen Unzulänglichkeiten gewidmet werden!"
Zum wiederholten Male: Du bist "wichtig", weil Du angefangen hast, meine persönlichen Unzulänglichkeiten zu thematisieren; aus dieser von Dir selbst gegrabenen Grube (lies Dir Deinen Kommentar #91 doch noch einmal durch) kann und will ich Dir nicht heraushelfen. Deshalb wundere Dich nicht, wenn ich entsprechend antworte! Sich selber über "ad hominem"-Attacken (ungerechterweise) beschweren, aber in fast jedem seiner Kommentare welche fahren, wie nennt man so etwas?
Ich weiß, Du fühlst Dich verletzt, aber selbst der Chef ist Dir hier – trotz Aufforderung, siehe Kommentar #105 – nicht beigesprungen, vielleicht liegst Du dieses eine Mal – nur eine Anregung, noch einmal nachzudenken und nachzulesen – doch irgendwie daneben?
"Und es ist schön, wenn einem die Sonne aus dem Hintern scheint!"
Jeder Deiner letzten Kommentare hat Dich nur noch bitterer aussehen lassen: als ein Platzhirsch, der abkackt (Pardon my French, aber wenn Du schon "Hintern" erwähnst).
@ra
"Hm, ist es eigentlich schon mal vorgekommen, dass hier jemand tatsächlich aus der Diskussion ausgestiegen ist, der das zuvor fest angekündigt hat?"
Ich hatte die feste Absicht, aber manchmal kommt es halt anders, als man denkt.

Dietmar
22. Juni, 2014 11:18

Du arbeitest Dich ja immer noch an mir ab!
Das hat schon einen pathologischen Zug …

crehuvou
crehuvou
23. Juni, 2014 23:58

@Dietmar
"Du arbeitest Dich ja immer noch an mir ab!
Das hat schon einen pathologischen Zug …"
Immer noch? Solange Du Deinen Fehler nicht einsiehst! In der soundsovielten Variation: Rempel mich nicht an, dann rempel ich Dich nicht an!
Und dass ich Dich, und Deine wirklich niederträchtige Art zu argumentieren, lächerlich mache, nennst Du (natürlich erneut ad-hominem) "pathologisch"? Nun, den "Gutmensch" nehme ich zurück, denn das, was Du hier von Dir gibst, klingt wirklich nur noch nach Faschisten-Sprech (weil Du meinst, in Ermangelung wirklicher Argumente, mir "krankhafte" Züge unterstellen zu müssen!?).
So ein kurzer Weg von "everybody’s Darling" zu "everybody’s Depp"!

sergej
sergej
24. Juni, 2014 09:08

Everybody’s Darling is everybody’s Depp.

Wortvogel
Wortvogel
24. Juni, 2014 09:47

Okay, und damit hat es crehuvou doch noch geschafft, geblockt zu werden. Gratulation.

Dietmar
24. Juni, 2014 10:50

Niederträchtig oder hochschwanger…

ex-crehouvo
ex-crehouvo
25. Juni, 2014 22:48

@Wortvogel
"Okay, und damit hat es crehuvou doch noch geschafft, geblockt zu werden. Gratulation."
Begründung? Dietmar bezeichnet mein Verhalten als "pathologisch", also krankhaft. Wird das bestritten? Im nächsten Kommentar wird er mich "degeneriert" nennen, im übernächsten mir meine Menschlichkeit absprechen. Das Muster sollte man schon erkennen!
Und immer wieder diese Sottisen, à la "Da ist wohl jemandem fad …"? "Und es ist schön, wenn einem die Sonne aus dem Hintern scheint!"?
Das geht durch? Ist hier das "Wörterbuch des Unmenschen" ein Begriff?

G
G
25. Juni, 2014 23:16

"Begründung? Dietmar bezeichnet mein Verhalten als “pathologisch”, also krankhaft. Wird das bestritten? Im nächsten Kommentar wird er mich “degeneriert” nennen, im übernächsten mir meine Menschlichkeit absprechen. Das Muster sollte man schon erkennen!"
Hast du eine Kristallkugel und kannst in die Zukunft schauen? Und wenn einer Antworten verfasst, die vom Umfang her fast jedes Mal einer Dissertation entsprechen, dann ist ein flapsiges "Da ist wohl jemandem fad…" doch wirklich nicht so schlimm.

G
G
25. Juni, 2014 23:26

Falls es jemanden interessiert, wird hier erklärt, wie die Wiener Lösung beim Hundeführerschein im Detail aussieht: http://www.hundefuehrschein.com/wien-hundefuehrerschein-pruefung-hunderassen#kampfhunde

ex-crehouvo
ex-crehouvo
25. Juni, 2014 23:44

@ G
"Hast du eine Kristallkugel und kannst in die Zukunft schauen? Und wenn einer Antworten verfasst, die vom Umfang her fast jedes Mal einer Dissertation entsprechen, dann ist ein flapsiges “Da ist wohl jemandem fad…” doch wirklich nicht so schlimm."
Wehret den Anfängen, kann ich da nur sagen! Wenn jemand "pathologisch" in einer Argumentation anführt, sollte das zu denken geben. Nordkorea, China, Iran, Putins Russland, Erdoğans Türkei, etc. machen so ihre Kritiker herunter – nicht, dass ich mich damit vergleiche, es ist nur eine Schablone, die das, was kommt, vorzeichnet!
Siehst Du denn etwas in meinen Kommentaren, was das Blocken begründet?
Eine Dissertation ist aber immer, wirklich immer, umfangreicher ;-)!

Wortvogel
Wortvogel
26. Juni, 2014 08:00

@ crehouvo: Sollte es nicht ausreichen, dass ich dir Hausverbot erteile (das hier ist KEIN öffentlichen Forum, bei dem du Anwesenheitsrecht hast), werde ich ab jetzt jeden deiner Kommentare händisch löschen. Schade, dass du nicht bereit bist, zu gehen, wenn man dich auffordert. Machst du das auf Partys auch so?

ex-ex-crehouvo
ex-ex-crehouvo
30. Juni, 2014 23:59

Ich habe wirklich nur gefragt, was ich falsch gemacht habe (ich wollte ja etwas lernen!). Da ich keine Antwort bekomme, denke ich, dass der Fehler wohl nicht bei mir liegt – gut zu wissen!
Und jetzt sehe ich, dass sich Dietmar im Wortvogel-Manifest #3 wieder mit Kalauern, die sich schon Fips Asmussen geweigert hat, in sein Programm aufzunehmen, und Argumenten, die das Niveau-Limbo seinerseits auf "rock-bottom" befördern, hervortut. Gegen den kann ich natürlich nicht anstinken!
Damit soll’s auch Schluss sein!

Illen
Illen
3. Juli, 2014 15:56

Das ist ja wieder zu herrlich hier 🙂
"Ich bin raus!"
"Jetzt bin ich aber raus."
"Damit soll’s jetzt wirklich ein Ende haben."
"Bin jetzt aber wirklich “am Ende”!"
Und dann als Sahnehäubchen in #96 anderen vorwerfen, sie seien manische das-letzte-Wort-Behalter.
Lieber crehouvo. Howie nannte dich nicht einfach einen Troll, sondern er kritisiert in #51 ganz konkret deine Argumentation:
"Du hast … einfach was neues aus den Hut gezaubert, bzw. dein Ursprungsargument auf einen kleinen Teilaspekt eingeschränkt."
Das ist eine konkrete Kritik, die wenn sie zutrifft eben dazu führt, dass man deine Argumentation trollig nennen kann, und eben kein pauschaler Vorwurf ("du bist ein Troll"). Denn, das dürfte dir auch klar sein, auch vernünftige Leute können in einer Diskussion, ob absichtlich oder nicht, schonmal dem Reiz erliegen unlauter zu argumentieren.
Wenn man die kritisierte Passage deines Posts liest kommt man eben auch nicht drumrum, sie zweifelhaft zu finden. Anstatt auf Howies Argumente einzugehen oder gar sie zu widerlegen, verfährst du ja wirklich nach dem Motto: "meine bisherigen Argumente haben anscheinend noch nicht überzeugt, dann formuliere ich eben mal neu oder bringe gänzlich andere Aspekte ins Spiel!" So als wäre es nur eine Frage der Formulierung, bis du alle von deiner Ansicht überzeugst. Wer so diskutiert schließt bereits aus, dass er im Unrecht sein könnte.
Frag dich mal selbst ob du das alles nicht viel zu persönlich nimmst. Howie kritisiert deine Argumente einmal als trollig, und während du ihn daraufhin dauerhaft mit Spitznamen belegst und grenzwertig angehst ("jetzt wirds tragisch", "Tohubawohu ist noch eine höfliche Formulierung") wiederholt er seinen Vorwurf nicht mehr und liest du von ihm auch keine persönlichen Einlassungen über deine argumentativen Fähigkeiten.
Du schreibst es ginge dir um Gerechtigkeit – Ursache und Wirkung seien doch klar erkennbar. Aber das ist eben genau nicht so. Du bist es, der sich durch den (sachlich, weil nicht pauschal vorgetragenen) Vorwurf, er würde trollig argumentieren dermaßen angegriffen fühlt, dass er jedes Maß verliert. Du gibst dieser Kritik eine persönliche Vehemenz, die sie objektiv einfach nicht hat. Howie wollte dich nicht als Troll abkanzeln, sondern dein Post war eben schlicht kritikwürdig.

ra
ra
4. Juli, 2014 07:30

Oh, schon wieder gelöscht? Ich hatte extra noch dieses Video rausgesucht: http://www.youtube.com/watch?v=UPw-3e_pzqU
😉

martzell
25. Juni, 2020 15:43

Da ich ein Konzentrationsproblem habe wäre ich mit Schulbüchern als Software völlig verloren gewesen. Ich hoffe dass die mit Smartphones aufgewachsene Generation bessere Filter erworben haben.

Die Didaktik wie mir und heute immer noch Schreiben beigebracht wird ist eine Katastrophe: erst Druckbuchstaben, dann Schnörkelschrift, dann wird man alleingelassen und muss die Schnörkelschrift wieder vergessen um sich selbst eine Handschrift beizubringen die nicht völlig peinlich ist. Dabei gibt es bereits seit den 1970ern die vereinfachte Ausgangsschrift, die zu selten gelehrt wird.

Bei der Buchpreisbindung sehe ich weder Vorteil noch Nachteil und somit keinen Handlungsbedarf. Auch bei Bier darf jeder Chemiebier oder Craftbier brauen. Da steht dann halt nicht der Reinheitsgebotspruch drauf und ohne dieses Prädikat verkauft es sich schlechter, da es anscheinend viele Puristen wie mich gibt die darauf Wert legen. Deutschland hat trotz Reinheitsgebot die größte Vielfalt und vorallem das beste Bier das ich auf der ganzen Welt probiert habe. das amerikanische Chemiebier verursacht Übelkeit wenn man zuviel davon trinkt im Gegensatz zum Deutschen.

Zustimmung und hervorragend formuliert: Lohn, Rente, Pflege; ÖPNV, Schulbildung, Studium, kostenfrei. Medienkompetenz und Lebenskunde möglichst in die jeweiligen Fächer integriert; hat den zusätzlichen Nutzen dass man merkt dass der trockene Schulstoff für was gut ist. Wenn man in Erdkunde, nach der Sonne orientieren oder Karten lesen lernt falls das Smartphonenavi mal keinen Akku mehr hat. In Deutsch Medienkompetenz und in Technik oder Physik wie eine Waschmaschine funktioniert.

Bekommen durch Kulturförderung nicht auch Künstler Kohle die coole Sachen machen? Und wie soll der Kulturbetrieb kommerziell funktionieren? Musicals sind teuer und relativ flach.

Jetzt noch ein mir wichtiger Punkt: Selbstverwaltung und Mitbestimmung durch jeden. Hier ist eher das Gegenteil passiert. Es wurden Flächengemeinden zusammengelegt. Jede Straße, jedes Viertel jeder Stadtteil sollte direkt selbst seine Dinge regeln. Dabei sollte eine möglichst breite Basis mitgestalten können, weil Einzelne sind korumpierbar. Und das Volk sollte direkt bestimmen mit welchen Themen sich die Parlamentarier auseinandersetzen müssen. Die Brexitabstimmung zeigte wie direkte Demokratie von einzelnen Politikern von oben herab missbraucht wird. Armutsbekämpfung ist ungeheuer wichtig, weil Armut einen dumm und faul erscheinen lässt und die Gesellschaft bis zum Auseinanderbrechen spaltet.