Heute stelle ich euch ein Projekt vor, das ich 2004 oder 2005 entwickelt habe und das auch prima zum Tag der Einheit passen würde. Sicher nicht preiswert zu produzieren – aber das war „Helden“ ja auch nicht.

In „Red Europe“ geht es (knapp zusammen gefasst) um ein alternatives Europa, in dem die Russen den Kalten Krieg gewonnen haben und in dem die DDR 1989 die bankrotte Bundesrepublik geschluckt hat. Zum 20. Jahrestag der Einheit in der VDDR (Vereinigte Deutsche Demokratische Republik) kommt eine groß angelegte Verschwörung ans Licht.

Aber was rede ich – lest die drei Seiten doch selber:

reAlles klar soweit? Okay. Mehr als diesen kurzen Pitch habe ich auch nie geschrieben, da schon der Versuch, das bei einer Produktionsfirma unterzubringen, gescheitert ist. Die konnten mit dem Begriff „Alternativwelt-Szenario“ so gar nichts anfangen, auch der Verweis auf Robert Harris‘ „Vaterland“ half nicht weiter. Entweder waren die Ansprechpartner zu stumpf, um das Prinzip zu verstehen – oder sie hielten das Publikum für zu stumpf, sich darauf einzulassen.

Wer sich fragt, warum ich das auf Englisch geschrieben habe: Ich arbeitete damals ja bei einer internationalen Produktionsfirma. Im Idealfall hätte ich das Projekt gerne mit Showtime oder HBO gestemmt.

Vielleicht mache ich irgendwann noch mal einen Roman draus.



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Exverlobter
Exverlobter

Da muss ich in erster Linie erstmal an das hier denken.

http://www.youtube.com/watch?v=hZ87NTbhS_M

Exverlobter
Exverlobter

In Bezug auf „alternative history“ ist übrigens auch das hier sehr interessant.
Eine Pseudo-Doku über den Siegeszug der Konföderierten Staaten von Amerika.

http://www.youtube.com/watch?v=FJJtH_5vcmM

Markus Haage

Ich bin großer Fan von Alternate History. Da gibt es ganz tolle Foren, sogar Wikis zu. Aber vom Pitch bin ich auch etwas enttäuscht. Der History-Twist mag nicht so recht funktionieren, da wäre es vllt. besser gewesen, früher anzusetzen. Vllt. sogar schon im Krieg (die Russen marschieren einfach weiter. Bis zum Rhein. Auch ist mir nicht klar, wie die Reihenfolge der Ereignisse ist. Zuerst fallen mehr und mehr Europäische Länder den Soviets in die Hände und erst 1989 kommt es zur Wiedervereinigung unter roter Flagge? Auch erinnert die Prämisse zu sehr an Vaterland (Junge Journalistin, nationale Feierlichkeiten, Ranghohe Parteimitglieder werden ermordet, etc.).

Eine verhätnismässig (!) unterhaltsame Umsetzung war übrigens die Pilotfolge von SLIDERS. Auch die TV-Serie AMERIKA hatte ihre Momente.

Christoph
Christoph

Lieber Wortvogel,

Vielleicht solltest Du versuchen, einmal an Christian Kracht heranzutreten und „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ bei einer Produktionsfirma zu pitchen. Eine Verfilmung würde ich ja zu gern sehen.

Beste Grüße,
Christoph

Wortvogel
Wortvogel

@ Markus Haage: Soweit ich das durchdacht hatte, ist das Konzept schon plausibel. Es ist für den Pitch natürlich radikal simplifiziert, weil es ja kein Roman werden sollte, sondern ein TV-Film, den das RTL-Publikum nachvollziehen kann. In Deutschland fängt man ja in Sachen „alternative history“ bei Null an. Darum auch die klaren Anleihen an „Vaterland“ – das war ein (mäßig) erfolgreicher TV-Film, das verstehen die Verantwortlichen auch.

Alex
Alex

Naja, bei Null fängt man zumindest literarisch gerade bei diesem Thema nicht bei Null an: Ich verweise einfach mal auf Christian von Ditfuhrts „Die Mauer steht am Rhein“.
Wundere mich schon, dass noch niemand darauf hingewiesen hat.

Drudatz
Drudatz

Toll jetzt bin ich angefixt da ist das Script auch schon zu Ende….

Wortvogel
Wortvogel

@ Drudatz: Das ist die Aufgabe eines Pitches 🙂

@ Alex: Es gibt auch „Wenn das der Führer wüßte“ und andere Beispiele. Aber wir reden hier vom kommerziellen Fernsehen, nicht von der Literatur.

radio-gott
radio-gott

Es gibt einen Roman, den ich einst las, dessen Name mir allerdings entfallen ist. Darin sind die Russen nach dem Sieg über Hitler einfach mal weiter marschiert und nun ist GB halb kommunistisch und London die geteilte Stadt. Der Hauptcharakter ist ein südenglischer „VoPo“, der nicht nur ekne rebellische Tochter hat sondern auch einer Verschwörung auf die schliche kommt. Las sich ganz gut. Für einen Londonfan wie Dich bestimmt noch besser, weil Du die beschriebenen Locations vor Augen hast.

radio_gott
radio_gott
Kai
Kai

Mal simpel gefragt: warum sollte die Gewinnerseite (DDR) überhaupt eine Mauer zum Westen bauen? Die ist doch dann nicht notwendig, oder baute die BRD diese? Aber wozu?

Und die ganze Plotgrundlage funktioniert nur, wenn man die Persönlichkeiten der realen Protagonisten (Truman, Stalin, etc.) komplett umdreht. Der kalte Krieg ist ja nur entstanden, weil man eben nicht (mehr) den Sowjets nachgeben wollte, sondern die Konfrontation der Systeme suchte. Und welches Druckmittel hätten die Russen denn einsetzen wollen? Die Atombombe war ’48 noch US-Exklusiv.

Alternative History ist noch schlimmer als Zeitreisen. Kriegt man nicht auf die Reihe. 🙂

invincible warrior
invincible warrior

Naja, eine direkte Fortsetzung des zweiten Weltkriegs wäre der Sowjetunion beinahe unmöglich gewesen, daher finde ich alle Ideen in diese Richtung eher mau und vorallem schlecht recherchiert. Denn einen Krieg gegen die westlichen Allierten hätte das endgültige Ende für die Sowjetunion bedeutet. Spätestens, wenn Truman den russischen Winter mit einer nuklearen Heizung bekämpft hätte (was er sicherlich gemacht hätte!), und außerdem hätte das höchstwahrscheinlich zu einer echten Generalamnestie für viele Nazischergen geführt, da die Deutschen fix im Kampf gegen den Kommunismus mobilisiert worden wären.
Die Berliner Luftbrücke ist schon recht gut gewählt für einen Wendepunkt, die Sowjetunion hatte sich zwar noch nicht gut genug für einen erneuten Krieg erholt, aber war immerhin schon stark genug, dass die kriegsmüden Amis unter Truman (der inzwischen auch eher gegen Atombombeneinsätze war) lieber den friedlichen Weg wählten. Die Luftbrücke wurde aber auch bewusst für positive Propaganda missbraucht, denn erst durch diese konnten sich die Amis als die Guten richtig profilieren. Ob Truman diese also so leicht aufgegeben hätte, ist fraglich. Jedoch wäre es interessant geworden, wenn die Russen bewusst länger ausgeharrt hätten. Denn nur 3 Monate nach Ende der Luftbrücke zündeten sie ihre erste Atombombe. Das hätte die Situation sicherlich verschärft.
Am interessantesten wäre für mich jedoch eine alternative Geschichtsschreibung des Koreakrieges, in der Truman MacArthur nachgibt und der Korea im Nuklearregen untergehen lässt. Das hätte einiges an „Potential“. Entweder direkt 3. Weltkrieg zwischen Kommunismus (China und UdSSR) gegen die USA oder aber den Verlust jeglicher Reputation der Amis durch das Koreamassaker und damit eine friedliche kommunistische Revolution in Europa.

Wortvogel
Wortvogel

@ invincible warrior: Das sind alles gute und richtige Gedanken – ich glaube aber, dass man, um einen „alternative history“-Film für das deutsche Fernsehen zu produzieren, einen absurd winzigen, fast banalen Punkt braucht, an dem sich die gesamte Geschichte dreht. Es darf eben kein komplexer Zusammenhang sein. Das ist wieder Flügelschlag des Schmetterlings im Regenwald. Und für meine Zwecke habe ich mir halt den Abschuss der ersten Rosinenbomber ausgesucht, der eine Kettenreaktion nach sich zieht.

Mencken
Mencken

Ich sehe das auch so, wie die meisten anderen Beiträge – Alternate History ist super, aber hier halte ich auch die Idee für wenig überzeugend oder interessant. Ein Wiedervereinigungsangebot von Seiten der Sowjetunion gab es ja ohnehin, es fehlt ein „Geheimnis“, das ähnlich brisant ist wie in „Vaterland“, wäre Berlin gefallen, hätte dies in Westdeutschland eher zu größerer Verbitterung und entschiedenerem Kampf geführt, die Umkehrung der Wirtschaftsstärken ist problematisch usw.

Kai
Kai

Man sollte einfach „Making History“ von Stephen Fry verfilmen. Besser hat kaum einer das Thema (und vor allem das Dilemma) der Alternate History umrissen. Was wäre, wenn Adolf Hitler nie geboren worden wäre…

Und A.H. zieht auch im deutschen Fernsehen immer!

Clemens

alternativ history betreffend empfehle ich – wer es nicht kennt – „Wenn das der Führer wüsste“ von Otto Basil

Wortvogel
Wortvogel

@ Clemens: Siehe Kommentar 8!

radio-gott
radio-gott

@kai: wenn Hitler nie geboren worden wäre, dann wäre Guido Knopp heute arbeitslos

Dietmar
Dietmar

Absolut einleuchtendes Szenario. Wie schön, dass es nicht so war. Aber derzeit scheinen das die USA auch ganz gut selbst *öhöm* hinzubekommen …

invincible warrior
invincible warrior

@Wortvogel: Ich verstehe das natürlich, aber ich glaube auch, dass da das Dilemma des deutschen Films ist. Die Amis haben es ja immerhin geschafft, dass inzwischen auch intellektuellere Stoffe akzeptiert werden.

@radio-gott: Das stimmt doch gar nicht! Das wurde in Knopps Abschiedsfolge klargemacht. Da wird gesagt, dass sich nur 5% aller Knoppschen Produktionen um Hitler/das 3. Reich drehen, das sind somit grade mal 100. Das ist doch nicht übertrieben. 😀