holly

Natürlich ist der Hollywood-Blockbuster nicht tot. Aber 2013 ist eine seltsame Saison, die in der Branche für nervöses Raunen sorgt, weil sie konventionelle Weisheiten auf den Kopf stellt, obwohl nichts passiert, was man nicht schon gesehen hat. Es war nur nie so offensichtlich.

Ich habe nicht die Zeit und nicht die Geduld, das ausführlich zu analysieren, darum werfe ich nur diverse Gedanken und Factoids in den virtuellen Raum.

Es ist das Jahr der preiswerten Horrorfilme. Fünf „scare flicks“ aus dem bescheiden budgetierten Bereich haben es bisher auf Platz 1 der US-Charts gebracht: „Texas Chainsaw 3D“, „Mama“, „Warm Bodies“, „Evil Dead“ und „The Purge“.

Uralt-Action-Franchises, die nie einen „reboot“ durchlaufen haben, erweisen sich als erstaunlich stark: „Fast & Furious 6“ und „A good day to die hard“.

Uralt-Action-Legenden, die einen „reboot“ versuchen, erweisen sich als erstaunlich schwach: „The Last Stand“ mit Schwarzenegger floppte ebenso brutal wie „Bullet to the Head“ mit Stallone.

Das oft prognostizierte Ende des CGI-Film-Booms lässt weiter auf sich warten: „Croods“, „Despicable me 2“ und „Monster University“ haben massiv abgeräumt, auch an „Epic“ ist niemand pleite gegangen.

Solide budgetierte Komödien mit krudem Humor gehen immer noch: „Identity Thief“, „Hangover III“, „The Heat“.

Das Publikum kann von Superhelden nicht genug bekommen: das überrascht wenig bei „Iron Man 3“, beruhigt aber die Gemüter im Fall von „Man of Steel“.

Es gibt immer noch die Außenseiter, die gegen alle Vorhersagen und Unkenrufe überzeugen: Luhrmans „Great Gatsby“, Helgelands Baseball-Drama „42“ und der wegen seiner wackeligen Produktionsgeschichte vorzeitig abgeschriebene „World War Z“.

Vor allem aber: Das, was als „sichere Bank“ galt, zieht plötzlich nicht mehr. Großformatige Action von Roland Emmerich in „White House Down“? Endzeit-Stimmung mit Tom Cruise in „Oblivion“? Aufwändige Science Fiction mit Will Smith in „After Earth“? Das Team von „Piraten der Karibik“ mit „Lone Ranger“? Ganz, ganz teure Totalausfälle, von denen allenfalls Cruise mit einem blauen Auge davon kommt.

Kurios genug, dass gerade „Lone Ranger“-Regisseur Gore Verbinski den Größenwahn der Studios beklagt und den mangelnden Raum für Dramen im mittleren Budget-Bereich.

Analyst Doug Creutz hat es (bis auf den Erfolg von „World War Z“) voraus gesehen.



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MollariProesterchenExverlobterJakeWortvogel Recent comment authors
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Chabneruk
Chabneruk

Ist die Blockbuster-Grafik von dir? Dann sei erwähnt, dass das zweite b in „Blockbuster“ verloren gegangen ist.

Ich hab auch den Fehler gemacht, mir „Man of Steel“ im Kino anzusehen. Noch ziehen Superheldenfilme, aber wenn das so weitergeht, könnte sich das ändern… Spidey-Reboot Nr. 2, dieser aufgeblasene Superman, das waren alles keine guten Filme.

(Falls es dich interessiert, meine späte – und ebenfalls etwas zu lange – Kritik zu „Man of Steel“ bei Teilzeithelden.de: http://www.teilzeithelden.de/2013/07/04/angeschaut-man-of-steel/ )

Tom
Tom

Im Fall von „White House Down“ war es allerdings vorherzusehen, ist das Weisse Haus doch gerade erst in „Olympus Has Fallen“ angegriffen worden. Mit dem doppeltem Budget (wofür eigentlich?), aber ohne Gerard Butler und Morgen Freeman hat man es halt schwerer, das Geld wieder einzufahren. Bei „After Earth“ und „Lone Ranger“ fand ich nicht einmal die Trailer überzeugend.

Proesterchen
Proesterchen

(1) Mit Faktoiden wirft man nicht. schon gar nicht, wenn man informieren will.

(2) Ich hab in meiner Sommerfilmliga auf Animation gesetzt, entsprechend froh bin ich über MU und DM2. Dass Action-Schrott nicht mehr geht, find ich gut.

Superman hätte ich nicht so groß erwartet, ändern das kann auch einfach kein persönliches Desinteresse an der Figur sein.

Ich bin gespannt, was aus Elysium wird – die Idee hat mir gefallen, die Besetzung ist mehr als ordentlich, aber seit dem letzten Trailer glaub ich nicht mehr an den Erfolg.

DMJ

Verbinskis Klage über den Mangel im mittleren Preisbereich ließ mich etwas schmunzeln, weil sie zeigte, wie blind man selbst bei der Selbstkritik geworden ist.

Will sagen, er sieht als Problem, dass niemand mehr ein 40-Millionen-Drama finanziert, stellt aber nicht die Frage, wieso ein Drama (welches in der Regel vom Inhalt, nicht von Stars und nicht von Schauwerten lebt) überhaupt ein solches Monsterbudget benötigt. Wie Roger Corman einst sagte (sinngemäß): Wenn ein Film 100 Millionen kostet und darin die ganze Welt zerstört wird, ist es okay. Nicht aber, wenn da nur zwei Stars an einem Tisch sitzen und reden.

DMJ

Ach ja, und trotz meines bekannten Missfallens am „Man of Steel“ ( noch einmal gespammt: http://www.weirdfiction.de/article_database/man-of-steel-oder-st-superman-gegen-die-wissenschaft/ ) freue ich mich über seinen Erfolg. Denn vielleicht gibt es so bessere Sequels, wie man sie schon nach „Superman Returns“ hätte wagen sollen.

Vineyard
Vineyard

Mir persönlich hat ja „Oblivion“ gefallen.

Und Stirb Langsam lebt halt von Bruce Wills, allerdings kenne ich einige Leute, die vom aktuellen Film bitter enttäuscht waren. (Und die fanden Teil 4 noch gut, den ich persönlich absolut grottig fand.)

Um Elysium mache ich mir auch etwas sorgen. (Wobei hier man zumindestens mal endlich ein Raumhabitat in aktuellem Hollywood CGI zu sehen bekommt.)

Marcus
Marcus

@Torsten:

„“Last Man Standing” mit Schwarzenegger floppte “

Pssst. Mach das mal richtig, bevor es einer merkt…

jimmy1138
jimmy1138

Fakt ist, daß Filme in etwa 50% der Einnahmen in der ersten Woche, etwa 75% in den ersten zwei Wochen machen. D.h. zum Filmstart muß man den gewissen „Buzz“ erzeugen, daß Leute auch gewillt sind, zu diesem Zeitpunkt ins Kino zu strömen.
Dazu gehören Faktoren wie Genre (z.B. CGI Filme für Kinder), Schauspieler, Trailer, Markenwiedererkennungswert und auch Reviews – kein erfolgreicher Film heuer bekam wirkliche schlechte Kritiken.
Ein paar Punkte im Detail:
*) Ich weiß nicht, ob mit 70 Mio $ US-Boxoffice bei Die Hard die Sektkorken knallen. Da hatte der Vorgänger etwa doppelt so viel eingenommen. Da zeichnet sich für die Franchise fast schon ein Direct-to-DVD Schicksal ab. Oder ein Reboot…
*) Hangover Detto. Die Vorgänger hatten in den USA 250 Mio $ Einnahmen, der knapp über 100 Mio $. Auch hier gilt: schlechte Kritiken, vergleichsweise miese Boxoffice
*) „Identity Thief“ und „The Heat“ haben einen gemeinsamen Nenner: Melissa McCarthy. Liegt der Erfolg beider Filme etwa an ihr?
*) World War Z: wird 200 Mio $+Übersee einspielen, was selbst angesichts der exorbitanten Produktionskosten spätestens nach DVD und TV für Profit sorgen muß. Da hat die Marketingkampagne offensichtlich geklappt. V.a. hat man wohl die Franchise gerettet.
*) Oblivion & „After Earth“ – hatte nie ein Gefühl a la „Muß ich sehen“ wie etwa bei „Man of Steel“.
*) Lone Ranger – wer 200 Mio $ auf eine Franchise setzt, die gefühlt vor ca. 50 Jahren das letzte Mal cool war, dem gehört so eine Schlappe. John Carter läßt herzlich grüßen. Oder haben die gedacht, Johnny Depps POTC-Clownerie reicht um die Massen ins Kino zu locken?

„Sichere Sachen“ sind mMn wirklich nur mehr Fortsetzungen. Insoferne kann ich große Investitionen in mögliche Franchises ja noch verstehen (wie Lone Ranger). Filme, die für sich alleine stehen, werden wohl in Zukunft mit einem immer kleineren Budget auskommen müssen.
Interessant wird mMn „Pacific Rim“ – großes Spektakel, aber keine existierende Franchise, keine absoluten Topstars. Ich hoffe ja auf einen Erfolg, „Muß sehen“-Gefühl ist da, aber das ist vielleicht die Nerd-Blase…

jimmy1138
jimmy1138

Soweit ich mich ganz erinnere, bleibt bei den Auslandseinnahmen für die Studios nicht so viel übrig wie in den USA – oder irre ich mich da? (Insoferne wäre einfaches Zusammenzählen der Einnahmen nur bedingt aussagekräftig)
Klar, Hangover und Die Hard haben ihren Zweck erfüllt, Geld zu machen, aber die Superhits waren sie nicht.
Daß im Comedy-Segment Namen ziehen, halte ich nicht für irrelevant – Adam Sandler hat z.B. letztes Jahr mit „Jack and Jill“ und „That’s my boy“ in den USA zusammen 100 Mio $ eingespielt. Das muß man mal schaffen…
Ich denke schon, daß Hollywood nicht kopflos agiert. Sie setzen ja auch z.T. bewußt auf Franchises. Und manche Filme sehen dann wirklich so aus, daß nicht mehr die künstlerische Vision eines Drehbuchautors, Regiesseurs … dahintersteckt, sondern die Buchhaltung eines Hollywoodstudios. Gerade dafür ist World War Z das perfekte Beispiel.

Strabo
Strabo

Ob jetzt Die Hard 5 oder Hangover 3 in den Augen der Studios Flops waren (persönlich würde ich sagen: Ja) werden wir sehen wenn in den nächsten 3-4 Jahren eine/keine Fortsetzung kommt.

jimmy1138
jimmy1138

Nö, ich bin nicht aus auf Schwanzvergleich, sondern konstruktive Diskussionen aus. Sorry, wenn ich das anders rüberkommt und ich meinen Standpunkt verteidige – v.a. gleich einmal prophylaktisch:

„Du irrst“

Wenn’s nach Aussagen in diesem Artikel hier geht

http://io9.com/5747305/how-much-money-does-a-movie-need-to-make-to-be-profitable

nicht unbedingt. Wie gesagt – ich hatte irgendwie dunkel die Erinnerung/Einbildung, daß das irgendeinen Grund haben muß, weshalb die Amis die Übersee-Einnahmen meistens unter den Tisch fallen lassen.
Ein letztes Wort zu „per Komitee“: besser? Eher nicht. Erfolgreicher? Auch nicht. Aber es zeigt zumindest ein gewisses systematisches Vorgehen – ob das System dahinter richtig ist, darüber läßt sich streiten.

Marcus
Marcus

Zu „Doppeltes Budget-Einspiel = Profit“: klar, das scheitert oft schon daran, dass man das wahre Budget gar nicht kennt.

Aber wenn man keine Insider-Infos hat und sich trotzdem fragt, was kommerziell von einem Film zu halten ist, ist es, (um mal ein paar oft zitierte Faustregeln zusammenzufassen) vermutlich nicht komplett falsch,

– pauschal 50% Studioanteil am Kinoeinspiel anzunehmen,
– im Hinterkopf zu behalten, dass über DVD und TV auch noch was reinkommt (ich las mal was von vielleicht 50% des US-Einspiels, aber bestimmt nicht mehr als irgendwas zwischen 50 und 100 Mio., außer er läuft wirklich sensationell)
– sich je nach „buzz“, der um den Film gemacht wird, ein plausibel klingendes Marketingbudget auszugucken (für „Man of Steel“ sicher mindestens $50 Mio., für einen „Twilight“ oder für die neueste Jennifer Aniston-Komödie sicher bedeutend weniger),
– den Betrag zu nehmen, den das Studio als Budget angibt,

und das dann mal gegenüberzustellen.

Dann muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, dass das nur eine sehr grobe Schätzung ist, um die sicheren, klaren Fälle einordnen zu können: sieht ein Film nach dieser Rechnung schlecht aus, ist er vermutlich ein Flop oder zumindest kein nennenswerter Hit, über den sich irgendwer beim Studio freut; sieht er dabei super aus, kann man wohl davon ausgehen, dass das Studio auch zufrieden sein dürfte.

Wenn die Milchmädchenrechnung aber eher knapp ausfällt, kann man keine belastbare Aussage treffen. Und wie viel Kohle beim Studio wirklich hängengeblieben ist, weiß man damit natürlich auch nicht.

Und was das Studio gegenüber all denen, die eine Gewinnbeteiligung haben, als Budget ausweist, das ist natürlich noch mal eine GANZ andere Geschichte…

Mencken
Mencken

Eigentlich kann ich nichts seltsames erkennen, einfach ein Jahr, in dem viele der „sicheren Filme“ einfach nicht sonderlich gut waren und/oder das Abebben des jeweiligen Trends zu spät erkannt wurde.

Passiert alle paar Jahre, demnächst wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem Superheldenfilme nicht mehr ziehen werden.

G

„Für mich gilt die Faustregel, dass ein Film an der Kinokasse auch proportional mehr einspielen muss, je teuerer er ist. Ein 50 Mio-Streifen kann schon mit 80-90 zufrieden sein, ein Film von 150 sollte schon 350 einspielen (weil sich eben auch die Marketingkosten und die Gagen der Beteiligten vervielfachen und ab einem gewissen Level die späteren Verwertungen das nicht wett machen können).“

Also wenn ich das richtig verstanden habe, können sich die Macher von „The Heat“ jetzt schon entspannt zurücklehnen, weil der Film alleine am ersten Wochenende laut IMDB schon 55 Millionen eingespielt hat, aber nur 43 gekostet hat und es nicht mehr lange dauern kann, bis der die 90 knackt? Habe ich das richtig verstanden (ernst gemeinte Frage)?

Marcus
Marcus

@Torsten:

Mei, da ist aber einer WIRKLICH schlecht gelaunt heute….

„Sorry, das sind für mich auch keine “grobe Schätzungen” mehr – das ist Kaffeesatzleserei.“

In der BWL nennt man das „Szenarioanalyse“: Annahmen treffen, dann diese mal variieren. Wenn das Szenario mit den denkbar günstigsten Annahmen noch mau aussieht, wird der Film wohl auch in der Realität keinen Studioboss zu Begeisterungsstürmen hingerissen haben. Wenn selbst unter pessimistisch geschätzten Bedingungen noch schwarze Zahlen bleiben, wird für das Greenlight wohl kein Studio-Anzugträger seinen Job verloren haben.
Darum ging es mir: einen „educated guess“, ob ein Film eher ein Flop oder ein Hit sein dürfte. Ich habe nie behauptet, dass ich damit auf eine klare Aussage kommen kann „Film X hat $Y Mio. Profit gebracht.“

„Aber das muss jeder sich selber zusammen reimen.“

Sag ich doch. Alles nur geraten. Aber wer nichts Sicheres weiß, der muss eben Vermutungen anstellen. Ist wie im richtigen Leben – wer auf 100%ige Sicherheit wartet, der wird nie eine Entscheidung oder Aussage zu irgendwas treffen. 😉

„Für mich gilt die Faustregel, dass ein Film an der Kinokasse auch proportional mehr einspielen muss, je teuerer er ist.“

Erstens: darauf läuft doch meine Rechnung so ungefähr hinaus, oder?

Zweitens: woher willst DU denn wissen, was ein Hollywoodfilm gekostet hat, wenn du nicht dem Studio glaubst? Erfahrungen aus Produktionen wie „Dr. Hope“ und „Apokalypse Eis“ werden da kaum übertragbar sein.

Drittens: wenn du drauf beharrst, dass keiner nix Genaues weiß, dann ist deine Faustregel nicht besser oder schlechter als meine. 😉

Marcus
Marcus

@Torsten:

„Ich bestehe weiter darauf, dass eine “Szenarioanalyse” oder eine “grobe Schätzung” etwas anderes ist als “Alles nur geraten”. “

Ich hab ja mehr als einmal erklärt, welche allgemeinen Tendenzen man daraus meiner bescheidenen Meinung nach ableiten kann und welche konkreten Aussagen nicht. Wenn du das pauschal abschmettern willst, anstatt darauf einzugehen und mir vielleicht zustimmen zu müssen, dann ist das deine Sache.

„Und dass meine Faustregel nicht besser ist als deine, habe ich im Anschluss an die Faustregel sogar selber verkündet. Ich halte sie nur für plausibler.“

Das sei dir unbenommen – wissen tun wir es beide nicht.
Willst du darauf, dass ich eigentlich im Endeffekt nichts anderes sage als du, nicht eingehen: deine Sache.
Und wieso „dass meine Faustregel nicht besser ist als deine“ kein Widerspruch zu „Ich halte sie nur für plausibler“ ist, dafür bin ich dann wohl zu doof.

Ich merk schon, ist mal wieder einer dieser Tage: man darf seine eigene Meinung haben, aber wenn sie von deiner abweicht, ist sie halt falsch. Diskutieren zwecklos und eigentlich auch unerwünscht. Wie gesagt: da hat einer schlechte Laune heute…

G

@ Wortvogel: Ok, verstehe. Dennoch dürften die Macher jetzt schon sehr zufrieden sein, das Sequel wurde ja im Rekordtempo angekündigt.

Marcus
Marcus

@Torsten:

„Ich bin nicht aggressiv (erstaunlich allerdings, dass ich das auf Facebook auch gerade jemandem erklären musste).“

Ich will mich auch nicht streiten, aber wenn man dasan einem Tag zweimal erklären muss, dann kann es nicht sein, dass man sich hier in seiner Selbsteinschätzung irrt?

„Wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt.“

Sagte ich doch. Mehrfach. Wir beide sagen letztlich, dass wir wenn überhaupt nur allgemeine Trends aus den öffentlich verfügbaren Zahlen abzuleiten versuchen.

Aber du gingst ja bisher auf nix wirklich ein, was ich sage, weil es dir mehr Spaß machte, alles pauschal im groben „alles Blödsinn“-Stil abzuschmettern.

Marcus
Marcus

„Dass ich zweimal am Tag erklären muss, nicht nennenswert(er als sonst) aggressiv zu sein, ist statistisch keine Abnormität.“

Oder anders gesagt: er hat öfter mal so aggressive Tage. 😀

Und nu ist auch wirklich gut.

gerrit
gerrit

Lustigerweise hatte ich dies Problem auch, in der Gegenrichtung. Mein Ansatz: Den Möchtegern-Telefonierer extrem leise angesprochen. „It’s not a bug, it’s a feature!“ Bitte was? „Dass hier drin der Empfang schlecht ist, das soll so, mit Rücksicht auf die anderen Fahrtteilnehmer.“ Dem war’s kurz peinlich, er trollte sich zum Telefonieren. Und als er wiederkam, störte er schnarchend…

dermax
dermax

Hört sich böse an, aber wenn man so die Faktensammlung sieht, was funktioniert hat und was nicht, könnte man zum Schluss kommen: Der Kinobesucher will nicht überfordert werden!
Es geht weniger um Stories als um das Erzeugen von …hmmm… „Momenten“, egal ob über Humor (McCarthy), Horror (Evil Dead), visuell (Man of Steel, WWZ) oder halt nur über 90min mit guten alten Bekannten (Die Hard, FF).
Aber lass mir meine Theorie gerne auseinandernehmen…

Strabo
Strabo

@dermax: Sicher richtig – für die Blockbuster zumindest. Für Story und tiefes Eintauchen in eine Welt geht man zur Zeit eher in Fernsehen (inkludiert Netflix & Co) und in die Serienwelt, wo bessere Geschichten breiter erzählt werden können und – zumindest derzeit – auch werden. Da ist es dann egal wenn der einzige CGI-Effekt das Einblenden der Szenenhintergründe ist, in einem großen Hollywoodstreifen lockt sowas kaum noch.

Ich finde dass Spielberg nicht ganz unrecht hat, mit seiner Aussage vor ein paar Monaten, dass Hollywood wieder eine Revolution in der Art, die in den 60ern/70ern stattfand, braucht, um sich nicht selbst mit „größer, härter, weiter, Sequel“ zu zerstören.

Andy
Andy

Um John Carter finde ich es schade das der Film nicht so toll gelaufen ist!
Da hätte ich gerne Fortsetzungen gehabt, bezweifle aber das Disney das richtige Studio dafür ist!
Hoffe das Elysium und Pacific Rim Hits werden.
Obwohl “Pacific Rim“ auch irgendwie schon einmal da war , aber ich halte Guillermo del Toro und auch Neill Blomkamp für zwei Regisseure und Visionäre mit großem Potential.
Na ja und das nächste sequel-reboot steht ja auch schon wieder an!
Bin einmal gespannt was die mit dem Terminator-Franchise anstellen ?

Sven
Sven

Mich haben leider auch viele der “ Blockbuster “ kalt gelassen.
Gestern Abend lief Pacific Rim in HH.
Direkt nach dem Film dachte ich nur WOW und war echt platt. Eindeutig auf der grossen Leinwand zu schauen und das erste Mal, das mir der 3D Effekt positiv aufgefallen ist.
Heute morgen wurden mir dann doch die deutlichen Schwächen der Dramaturgie bewusster.
Dennoch für “ Filmfreunde “ eine sehr gute Wahl und wohl bisher mMn der lohnenste ( grosse ) Film des Jahres. Aber ob die Masse sich Ihn dennoch anschaut bezweifle ich leider sehr.
Fehlende “ Stars “ und durch die Monster doch noch schwieriger zu konsumieren für den “ normalen “ Kinogänger:(

milan8888
milan8888

Ich habe mal gelesen, dass der erste “Batman” von Tim Burton bis heute sein Geld nicht wieder eingespielt hat. Weil es Warner nicht in den Kram passt, wenn er es tut.

Weil Burton ne Gewinnbeteiligung hat?

dermax
dermax

Als Freund des gepflegten Viertelwissens dachte ich, dass Nicholson da ne Umsatz/Gewinnbeteiligung dran hatte und sich dumm und dusslig verdient hat?

Jake
Jake

„Um John Carter finde ich es schade das der Film nicht so toll gelaufen ist! Da hätte ich gerne Fortsetzungen gehabt, bezweifle aber das Disney das richtige Studio dafür ist!“

Zustimmung dahingehend, dass Disney das falsche Studio für die Umsetzung war. Der Fantasykitsch lässt sich dank der Vorlage zwar schlecht ändern, aber hätte ein anderes Studio ausser Disney das ganze verfilmt, wären einem wohl Dinge wie der Marshund erspart geblieben. Am Schlimmsten fand ich aber die Dialoge. Da kommt selbst bei einer Folge „Bauer sucht Frau“ noch mehr Inhalt rüber. Und den Hauptdarsteller hätte man am besten auch gleich per CGI einfügen sollen. Selbst Schwarzenegger hat mehr Gesichtausdrücke vorzuweisen (wenn man drei Filme zusammenzählt, ich will ja nicht übertreiben). Ich musste den Film nach 80 Minuten abbrechen, konnte das Dargebotene einfach nicht mehr ertragen. Und das schreibt einer, der „Daniel der Zauberer“ dreimal in voller Länge gesehen hat. Freiwillig!

milan8888
milan8888

aber hätte ein anderes Studio ausser Disney das ganze verfilmt, wären einem wohl Dinge wie der Marshund erspart geblieben

Woola gab es schon vor dem Film

Andy
Andy

Daniel der Zauberer besser als John Carter?
Na ja, die Geschmäcker sind verschieden!? 🙂

Peroy
Peroy

Wenn er „John Carter“ nicht zuende gucken konnte, dann erträgt er nicht viel…

Moepinat0r
Moepinat0r

Und das schreibt einer, der “Daniel der Zauberer” dreimal in voller Länge gesehen hat. Freiwillig!

O.o Mit Verlaub, aber geht’s noch? Selbst wenn ich unsterblich wär, wäre mir meine Lebenszeit für solchen Schund zu schade!

Jake
Jake

@Andy
Nun ja, „besser“ unter objektiven Gesichtspunkten natürlich nicht. Für mich als Trash-Fan aber erträglicher, als dieser käsige John Carter-Kitsch. Bei „Daniel der Zauberer“ hab ich mich weggeschmissen vor Lachen, bei „John Carter“ bekam ich Hirnsausen.

@Peroy
Och, ich kann einiges ab. Bei mir im Regal stehen wahrscheinlich ähnlich viele Ninja-Klopper von Godfrey Ho als bei Dir Asylum-Filme.

Jake
Jake

„“Ich als Trash-Fan…” ist HIER also gar kein Argument.“

War auch nicht als Argument gedacht, sondern lediglich als Erklärungsansatz dafür, warum ich den Daniel amüsant fand. Und ganz sicher wollte ich auch keinen Schwanzvergleich dahingehend starten, wer nun der größere Trash-, Film- oder sonstwas-Kenner ist. Ich weiß, dass sich hier viele Leute aus dem BM-Umfeld rumtreiben.

„Zumal man sich den Film gerne ansehen kann – aber dreimal?!“

Einmal zum Privatvergnügen im stillen Kämmerlein, ein zweites Mal, weil ich für ein Review ein paar Zitate benötigte und ein drittes Mal wie bei Euch in größerer Runde.

„Ich habe mir gestern Abend die beiden “Catman”-Filme angesehen.“

Gratuliere, dann hattest Du sicher einen unterhaltsamen Abend. 🙂

„Jedem Tierchen sein Plaisierchen.“

Auf jeden Fall. Ist ja auch in Ordnung, wenn er Dir gefällt. Mich hat es selbst überrascht, dass er mir so gar nicht zugesagt hat. Kommt extremst selten vor, dass ich einen Film vorzeitig abschalten muss. Irgendwie war das für mich zu viel von allem, ungefähr so, als würde ich Star Wars, Avatar, Flash Gordon, Planet der Affen und Hulk gleichzeitig gucken. Reizüberflutung, in gewisser Weise.

Exverlobter
Exverlobter

Man kann nur Mutmaßungen anstellen, aber einige der diesjährigen Enttäuschungen sind möglicherweise auf einen schlechtes Startdatum zurückzuführen.

Bullet to the Head, Last Stand und Die Hard 5 zielen alle auf die gleiche Zielgruppe starteten aber fast alle zum gleichen Zeitpunkt. Von Überfans abgesehen, pickt man sich dann halt einen Film raus und schaut den Rest auf DVD. Die Hard 5 war der glückliche Gewinner (unberechtigt!)

Oblivion und After Earth? Thematisch recht ähnlich. Tom Cruise war klug genug seine Version aus der heißen Blockbusterphase herauszuhalten. After Earth konnte im brutalen Sommer-Verdrängungswettkampf nur untergehen, zumal die SCi-Fi Fans nur 2 Monate zuvor einen recht ähnlichen Film gesehen hatten. Die Scientology-Vorwürfe haben sicherlich auch nicht gehofen (ironischerweise hat man gerade beim Cruise-Film diesbezüglich diesmal nix in der Presse gehört)

Ähnliche Situation bei Olympus und White House Down. Olympus blieb auf Abstand zur heißen Blockbuster-Phase während der ursprünglich für September geplante White HOuse aus einem mir nicht verständlichen Grund sogar vorverlegt wurde.
Gerade im Hinblick auf das überraschend positive ERgebnis von Olympus hätte eher mehr statt weniger Luft zwischen beiden Filmen liegen müssen.
Vielleicht sollte man auch mal das ganze etwas entzerren, und die Hightlights nicht alle immer im Sommer verheizen.

Mollari
Mollari

Interessant ist auf jeden Fall, dass viele der großen Blockbuster in Amerika nicht so gut laufen wie im Rest der Welt, und bei den Superhelden ist das sogar erst recht interessant, dass die an der „Homebase“ nicht mehr ganz so dolle landen.

Bei allem Schlechten, das man den Amerikanern in gepflegter Alte-Welt-Überheblichkeit kulturell so unterstellt, so muss man ihnen zumindest in Sachen Film zugestehen, ein sehr waches und vergleichsweise anspruchsvolles Publikum zu sein, das sich nicht jahrelang mit dem Immergleichen abspeisen lässt.
Von daher vermute ich einfach mal ins Blaue, dass die Welle an Fortsetzungen und nur auf 3D-Effekte abzielenden Spektakel eher an der Unlust im Blockbuster-Mutterland scheitern wird, statt an einem Weltmarkt, der nicht mehr fressen mag, was Hollywood ausspuckt.

Insofern scheint mir der Zeitpunkt für die Spielberg-zitierte Quasi-Siebziger-Revolution genau richtig: Amerika hat sich in den letzten Jahren als zutiefst zerrissene Nation offenbart, deren soziale und wirtschaftliche Zerrüttung endlich einmal seine filmische Entsprechung finden muss. Da liegen Geschichten wie Sand am Meer herum, bei denen sich die Amerikaner sicherlich direkter angesprochen fühlen können als bei Jack und seinen Riesen, dem Zauberer von Oz und Snowwhite und ihrem Huntsman. Die Zeit scheint mal wieder reif für realistisch-gegenwärtige Dramen und ein unbequemes Genrekino, das richtig herausfordert, anklagt und Finger in Wunden legt, statt nur plumpe Standardmuster mit ein wenig Sozialkritik-Zierrat zu verkleiden.

Es bräuchte neue Cravens, Romeros.
Neue Allegorien á la „Planet der Affen“.
Neue Ernsthaftigkeit ohne dabei krampfig zu sein.
So wie Sony seinerzeit mit der Playstation Nintendo das Videospiel entriss und es vom Kinderzimmer in die Studentenbude brachte, müsste auch der moderne Blockbuster etwas erwachsenere Schichten als Zielgruppe ins Auge fassen, endlich mal dieses ewige Nimmernimmerland verlassen. Terminator 5? Unter Androhung von weiteren Fortsetzungen? Ernsthaft?

Natürlich bedeutet das auch das Ende des ganzen postmodernen Zitatkinos und einen Schritt weg von der gegenwärtigen Nerdkultur, und ich weiß nicht, ob das von heute auf morgen geschehen kann.
Immerhin wurde da ja gerade erst eine ganze Subkultur in den Mainstream eingemeindet, und ob diese dabei gezüchtete Cashcow mal eben beiseite trabt…

Proesterchen
Proesterchen

„bei den Superhelden ist das sogar erst recht interessant, dass die an der “Homebase” nicht mehr ganz so dolle landen.“

Hast Du Dir mal die Daten angeschaut? Die zwei größten Filme des Sommers in den USA sind Ironman 3 und Man of Steel, und beide erzielten höhere Umsätze als die jeweiligen Vorgänger.

Ich seh da keinen Niedergang, und so lang die Wirtschaft weiter an der Krücke geht, sehe ich auch keinen Wechsel im Grundanspruch von Produzenten und Publikum.

Mollari
Mollari

Na gut, da hatte ich jetzt noch „The Dark Knight Rises“ im Hinterkopf, der weltweit besser lief, soweit mein letzter Stand. Aber vielleicht lag das ja auch nur an der Amoklauf-Geschichte.