10
Feb 2022

Final Thoughts: STAR TREK PRODIGY

Themen: Film, TV & Presse |

ACHTUNG: SPOILER AM ENDE DES BEITRAGS IN FORM EINES VIDEOS!

Als wir die die Teenager-Helden von STAR TREK PRODIGY das letzte Mal gesehen haben, waren sie gerade aus einem galaktischen Gefängnis entkommen und hatten mit der PROTOSTAR ein experimentelles Föderationsschiff gestohlen – inklusive Janeway-Lehrhologramm. Ich lobte die hochwertige Animation und die knackig-schnörkellose Dramaturgie der ersten beiden Folgen, die sich zum besten Pilotfilm der modernen Trek-Ära addierten. Aber ich kritisierte auch den Mangel an TREK-Feeling – PRODIGY wirkte eher wie eine "5 Freunde auf der Flucht"-Version im STAR WARS-Universum.

Jetzt, nachdem die erste Staffel von 10 Folgen (inkl. drei Zweiteiler) zu Ende geht, kann ich Rückschau halten, Erwartungen mit Ergebnissen abgleichen und ein vorerst finales Urteil fällen: Ladies and Gentleman, we have STAR TREK!

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Ich hadere ein wenig mit der Frage, ob es des Lobes zu viel wäre, wenn ich verkünden würde "Best Trek Ever!". Wäre es. Mit Superlativen soll man sowieso vorsichtig sein. Aber es lässt sich nicht bestreiten, dass PRODIGY wirklich alles richtig macht, was die Dickschiffe DISCOVERY und PICARD versaut haben:

  • Eine sympathische Crew mit vielen Ecken und Kanten
  • Spannende Abenteuer mit einem modernen, aber glaubwürdigen Schiff
  • Ein Verständnis für die Werte der Föderation und der Starfleet
  • Eine übergreifende Storyline, die Platz für geschlossene Episoden lässt
  • Ein gut gezeichneter Bösewicht mit immer neuen Überraschungen
  • Echte plausible Charakterentwicklung über die Staffel
  • Viele angedeutete Fragezeichen für zukünftige Episoden
  • Eine nicht jammernde, sondern hoffnungsfrohe Grundstimmung
  • Haufenweise bezaubernde Referenzen aus allen Trek-Serien

Wer sich nicht spätestens bei der Episode KOBAYASHI vor Freude ein wenig ins Höschen macht, ist kein echter Trekker und kann mein Freund nicht sein:

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Was hat das Spaß gemacht. Und nein, es ist kein Kinderkram: Die Themen sind nicht minder düster als bei den klassischen Trek-Serien, die Kämpfe nicht weniger dramatisch und die psychologischen Dramen nicht weniger komplex.

PRODIGY ist mehr als eine verdammt gute Serie, die weit über ihren Status als Teenager-Abenteuer hinaus gut unterhält. Sie ist wichtig. Weil sie beweist, dass STAR TREK vielleicht aktuell "broken" ist, aber nicht "done". Da ist noch Sprit im Tank und mit den richtigen Leuten im Writers Room kann jederzeit eine neue Serie entstehen, die den Spirit von STAR TREK lebt und gleichzeitig neue Ideen und Konzepte auffährt.

Und am Ende würde ich sogar die These in den Raum stellen, dass ich seit "Mr. Worf… FIRE!" kein Trek-Staffelende mehr gesehen habe, nachdem ich mich so auf die nächste Staffel gefreut habe – die es erfreulicherweise geben wird.

Die neue STAR WARS-Serie Käse, die neue STAR TREK-Serie großartig. Bin ich im Spiegel-Universum gelandet oder auf der Dunklen Seite der Macht?! But it is what it is – und diese "post credits sequence" ist nur die Kirsche auf der Sahne:

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Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass ein in der Galaxie verlorenes Föderationsschiff mit Janeway als ranghöchstem Crewmitglied den Hintergrund für die beste Trek-Serie bilden würde – ich hätte die Fäuste gen Himmel geschüttelt und die Götter verflucht.

Welcome back in my good graces, STAR TREK!



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lostNerd
lostNerd
10. Februar, 2022 19:52

Das hat meinen Appetit jetzt wirklich geweckt. Ohne VPN wird das aber wohl erstmal nichts. Wann genau Paramount+ bei uns startet steht leider auch noch nicht fest. Irgendwann 2022 soll es wohl losgehen.

Einsamer Schütze
Einsamer Schütze
10. Februar, 2022 21:26

Auch wenn es sich so anfühlt: "A Moral Star" ist gar kein Staffel- sondern nur ein Halbstaffel-Finale. Im Gegensatz zu den anderen Trek-Serien besteht die erste Staffel von Prodigy nicht aus 10 sondern aus 20 Episoden, die restlichen sollen noch dieses Jahr (irgendwann im Herbst?) erscheinen:

https://blog.trekcore.com/2022/01/star-trek-spring-schedule-picard-strange-new-worlds-discovery-lower-decks-renewals/

Ansonsten bin ich im Wesentlichen der Meinung des Hausherrn: Prodigy ist großartig und von den New-Trek-Serien bislang meine zweitliebste (Lower Decks gefällt mir noch ein kleines bisschen besser).

trackback

[…] Die Originalserie wäre demnach schlechter als DISCOVERY und PICARD, schlechter als LOWER DECKS, schlechter als DEEP SPACE NINE? Fuck that! Und DEEP SPACE NINE gleichauf mit NEXT GENERATION? Well, fuck that, too! DISCOVERY besser als LOWER DECKS? Mittelfinger. PICARD als beste Trek-Serie aller Zeiten? Dei Mudda! Die tatsächlich einzige Wertung, die ich von ganzem Herzen unterstütze, ist das gute Abschneiden von PRODIGY. […]

trackback

[…] Solidarität und Entschlossenheit, die im Star Trek-Universum zuletzt nur noch als kleines Licht in PRODIGY […]