Beim Ausräumen alter Kisten, die im Keller meines Bruders gelagert waren, bin ich auf das obige Pappschild gestoßen (die Rückseite findet ihr am Ende des Artikels).

Ja, ich war ein Tramper. Drei, vier Jahre lang, von 1990 bis ungefähr 1993, danach nutzte ich noch ein paar Mal die Mitfahrzentralen. Ich hatte kein Auto, hing noch an Freunden und Familie in Düsseldorf – und zugtaugliche Notebooks gab es damals noch nicht, arbeiten war unterwegs also eh nicht drin.

Nun ist es nicht so, dass es mir als GONG-Redakteur an Geld mangelte, ein Zugticket zu lösen. Aber ich hatte meine erste Tramper-Erfahrung als Zivi gemacht und das war prägend. Vor Handy und Navi war es noch ein Abenteuer, den Daumen raus zu halten….

Ihr erinnert euch wahrscheinlich: 1990 war meine Freundin nach München gezogen. Ich wollte sie unbedingt und überraschend besuchen. Auf dem Konto herrschte Ebbe und so beschloss ich, es gegen jede Vernunft mal mit Trampen zu versuchen. Das entsprach überhaupt nicht meinem Charakter, weil ich sehr ungern Leute anquatsche, niemanden um Hilfe bitten mag und sowieso lieber in Ruhe gelassen werden will. Aber meiner Freundin zuliebe habe ich damals viele Dinge gemacht, die mir neu und fremd waren.

Ich beendete meinen Zivildienst also freitags recht früh und fuhr mit dem Bus zur Autobahnauffahrt der A59 im Düsseldorfer Süden (Abfahrt Eller). Schnell stellte sich heraus, dass die ganze Sache nicht gut durchdacht war: In der Kurve, die zur A59 führte, konnten die Autos an keiner Stelle wirklich gut stehen bleiben, ich wurde auch einfach zu spät gesehen. Nach einer halben Stunde erbarmten sich dann ein paar Studenten, ihren Ford Fiesta halsbrecherisch auf den Grünstreifen zu lenken, um mich einzuladen. So kam ich zumindest bis Bad Camberg, was ca. einem Drittel der Strecke entsprach.

Am dortigen Rasthof machte ich instinktiv das, was schlicht und ergreifend die effektivste Methode ist, um an eine Mitfahrgelegenheit zu kommen: Ich quatschte Leute, deren Nummernschild grob in meine Richtung wies (N-, M-, A-, Wü-), direkt an der Zapfsäule an: „Entschuldigung, fahren Sie zufällig gen Süden? Ich müsste nämlich nach München.“

Es brauchte bei meiner ersten Tour noch zwei weitere „Etappen“ und insgesamt sieben Stunden, bis ich in München rausgelassen wurde. Eine unspektakuläre Feuertaufe, die mir den Spass an der Tramperei nicht verleiden konnte.

Zwanzig, dreißig Mal bin ich die Strecke München – Düsseldorf danach vermutlich getrampt. Kein hoher Schwierigkeitsgrad: Es ist praktisch eine gerade Asphaltschnur quer durch die Republik, man muss weder auf Landstraßen ausweichen noch in Kuhkäffern den Daumen heben. An normalen Tagen kam ich auf sechs Stunden Fahrtzeit, manchmal sieben. Die Bahn ist auch nicht schneller. Der Rekord waren knapp fünf Stunden – dank einer Medizinstudentin mit ihrem klapperigen Corsa und einem Manager mit 5er-BMW, der aus Prinzip nicht weniger als 240 fahren wollte.

Es war oft ein Bonus, dass ich nie wie ein Tramper aussah, oder zumindest nicht dem Klischee entsprach. Ich trug immer Hemd und Sakko, hatte meinen Kram in einer Samsonite-Reisetasche. Eine Frau meinte mal nach einer halben Stunde Fahrt baff: „Ach, Sie sind Tramper? Sie sehen gar nicht danach aus. Ich dachte, Ihnen wäre der Wagen liegen geblieben.“

Fakt ist: An einem Tramper vorbei fahren ist einfach. „Nein“ sagen ist viel schwerer. In den folgenden vier Jahren habe ich praktisch nie länger als 20 Minuten an einer Tankstelle gestanden, manchmal ging es schon nach fünf Minuten weiter. Oft bekam ich den Spruch zu hören: „Eigentlich nehme ich keine Tramper mit…“.

Klar kostet es Überwindung, wildfremde Leute anzusprechen. Und ich habe bei jeder Tour in den ersten fünf Minuten einen Knoten im Magen gehabt. Aber wenn man einmal über die Schamgrenze hinweg ist, wird es einfacher. Man bleibt immer freundlich und auch ein „nein“ quittiert man mit einem „Kein Problem, schönen Tag noch“. Ein einziges Mal kam ein pissiger Tankwart und meinte, ich solle mich weg scheren. Ich ging dann zwanzig Meter weiter zum Parkplatz.

Natürlich gibt es die Arschlöcher, denen es sichtlich Spass macht, dich stehen zu lassen. Die sogar noch ein „Klar fahre ich in die Richtung, aber ich nehme DICH ganz bestimmt nicht mit“ draufsetzen. Da lernt man Gelassenheit. Verständnis hatte ich immer für Frauen, die zugaben, sich bei Trampern unwohl zu fühlen.

Beliebte Absagen waren:

„Tut mir leid, wir sind schon voll“ (zwei Leute in einem Passat)
„Ist ein Firmenwagen, in dem darf ich niemanden mitnehmen“ (Golf, ca. Baujahr 1978)
„Ich fahre die nächste Ausfahrt raus“ (tankt aber noch teuer auf der Autobahn)
„Neee, geht nicht, sorry“ (das gilt wohl als Grund)

Steht jedem frei und ich hatte nie vor, Leute unter Druck zu setzen. Easy does it.

Der einzige Spruch, den ich hassen gelernt habe (und bis heute hasse): „Ich nehme aus Prinzip keine Anhalter mit“. Welches Prinzip soll das sein? Eben das Prinzip, keine Anhalter mitzunehmen. Grrr…

Weil die Mitnahme von einer Raststätte ungleich einfacher ist als von einer Autobahnauffahrt, ließ ich mich künftig von meinem Stiefvater oder meinem Onkel immer direkt zur Rastanlage Solingen Ohligs bringen. Fliegender Start quasi. Hat sich ausgezahlt.

In entgegen gesetzter Richtung waren solche Strategien das nicht nötig, denn an der Verdistraße in München kann man auf einem breiten Parkstreifen direkt hinter einer Ampelanlage stehen. Da fahren die Autos noch Schrittgeschwindigkeit und können ganz schnell mal ausscheren, um einen einsteigen zu lassen. An schönen Sommertagen standen damals bis zu 10 Tramper gleichzeitig dort. Obwohl die Autobahn eigentlich Richtung Stuttgart führt, kamen immer genug Wagen vorbei, die über die Westumfahrung nach Nürnberg mussten. Auch dort habe ich nie lange gestanden. Pluspunkt: Ein Kiosk, an dem man sich mit kalten Getränken versorgen konnte.


Größere Kartenansicht

Man lernt auch, im Zielgebiet Zeit zu sparen: Gerade beim Ruhrgebiet findet man leicht jemanden, der einen „ungefähr“ bis Düsseldorf bringt. Das kann Essen sein, aber auch Leverkusen, Neuss oder Monheim. Für die letzten 20 Kilometer lohnt kein Daumen. Da ruft man wieder den Onkel oder den Stiefvater und lässt sich abholen.

Es hilft, wenn man für sich selbst ein paar Spielregeln aufstellt: Keine Tour unter 100 Kilometer, sonst zieht sich die Reise zu lange. Keine Abfahrt von der Autobahn – es gibt Stellen, da kommt man nie wieder rauf. Keine Bezahlung jedweder Art. Die Hippie-Maxime „Gas, ass or grass“ gilt nicht mehr. Einmal traf ich einen schwulen Tramper, der zugab, eigentlich regelmäßig von Autofahrern betatscht zu werden. Mir passierte das nie. Auch nicht bei Frauen. Schade?

Ja, Tramper reden miteinander. Es gibt keinen Konkurrenzkampf, man ist eher froh, einen „Leidensgenossen“ zu treffen, der einem die Wartezeit verkürzt. Einmal lehnte mich ein Fahrer mit dem Hinweis ab, er müsse nicht nach München, sondern nach Ulm. Ich konnte ihn praktischerweise gleich an ein Pärchen zehn Meter weiter verweisen, die mir gerade erzählt hatten, dass sie nach Ulm wollten.

Zu behaupten, Trampen sei immer toll oder immer scheiße, ist Unfug. Man muss vor allem flexibel sein, sich auf den Fahrer einlassen können, keinen rigiden Anspruch an die Strecke haben. Es gibt Frauen, die erzählen in einer Tour von ihren Kindern – und Männer, die nach zwei Minuten verkünden, dass man alle Dreckausländer aus dem Land jagen sollte. Letzteres ist aber eher selten, denn: wer Tramper mitnimmt, hat schon mal grundsätzlich kein schlechtes Herz. Manchmal kommen angeregte Gespräche zustande, manchmal nimmt man es hin, dass der Fahrer gerne Country hört und Zigarillos raucht.

Ich kam mit allen klar. Abgebrochen habe ich erst viel später mal eine Tour von der Mitfahrzentrale, als ich in einem VW Käfer landete, der gerade mal 90 schaffte, mit fünf Leuten samt Gepäck (Kirchentag!) belegt war, und drei Raucher beherbergte. Es war auszurechnen, dass trampen schneller und angenehmer sein würde.

Es gab aber durchaus grenzwertige Situationen: Einmal blieb ich im Großraum Frankfurt hängen, wo selten jemand bei der teuren Autobahn-Raststätte tankt. Weil sich wirklich gar nichts tat, war ich sogar bereit, eine kurze Etappe in Kauf zu nehmen, nur um aus dem Dunstkreis der hessischen Metropole raus zu kommen. Ein total wirr aussehender Perser ließ mich schließlich in seinen Schrotthaufen einsteigen. Er fuhr wie ein Wahnsinniger, blieb vor einer Ausfahrt zwecks Orientierung einfach auf dem Standstreifen stehen, raste dann in Frankfurt ins Rotlichtviertel, murmelte was von „Muss kurz was holen“, sprang aus dem Auto – und blieb verschwunden. Nach einer endlos scheinenden Stunde begann ich, den Wagen zu durchsuchen – und fand Papiere, die belegten, dass er die Kiste erst am Tag zuvor für 50 Mark gekauft hatte. Ich wurde richtig sauer, stiegt schließlich aus und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof, um überhaupt noch an diesem Tag nach München zu kommen, was mich satte 77 Mark kostete. Die Wagenpapiere des Persers warf ich in einen Mülleimer.

Und dann war da der Typ, der mir sagte, dass er zwar nicht nach München, aber nach Memmingen fahre, das sei „ungefähr“ die selbe Richtung. Ich wußte es damals auch nicht besser und so fuhren wir im großen Bogen um München herum und ich landete 110 Kilometer von meinem Ziel entfernt auf einer Landstraße – 22.00 Uhr nachts, im Schneetreiben. Ich kämpfte mich bis zur nächsten Tankstelle vor und quengelte den ersten Autofahrer an, der ein M auf dem Nummernschild hatte: „Es tut mir leid, aber ich stecke hier fest. Wenn Sie mich nicht mitnehmen, muss ich die Nacht hier an der Tanke verbringen“. Er nahm mich mit. Hätte ich ja auch getan.

Ich kann mich an erstaunlich viele Menschen erinnern, die mich mitgenommen haben: Da war der Hubschrauberpilot von der Bundeswehr, der stolz erzählte, wie er sich als „Flieger“ in den Dorfdissen die Mädels aussuchen könne. Da war die adrette Holländerin, deren Geliebter seine Frau nicht verlassen wollte, weil sie ein behindertes Kind hatten. Da war das junge Tänzerpaar, das nach Wuppertal zu Pina Bausch pilgern wollte. Ein Zahnarzt. Eine Esoterikerin.

Einmal habe ich Björn Hergen Schimpf (damals noch bei RTL) angesprochen, aber der nahm in seinem Oldtimer „aus Prinzip“ keine Anhalter mit.

Es ist erstaunlich, wie leicht man mit den Menschen ins Gespräch kommt, wie tief sie sich in die Seele blicken lassen. Das liegt wohl daran, dass die Fahrer wissen, dass sie dich vermutlich nie wiedersehen werden. Du bist so eine Art gefahrloser Beichtvater. Man redet im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt, aber auch über den Knoten in der Brust und die Angst vor der Arbeitslosigkeit.

Gerade WEIL man die Menschen nie wiedersehen wird, kann man sich natürlich auch den ein oder anderen Spass erlauben. Ich fing an, ad hoc immer unglaublichere Lügengeschichten zu erzählen. Einmal war ich Undercover-Agent für das BKA  in der ostdeutschen Neonazi-Szene, dann ein Makler für Luxusimmobilien in Florida. Es war ein witziges Spiel, nicht nur spontan eine Identität aus dem Hut zu zaubern, sondern sie auch über drei Stunden lang plausibel aufrecht erhalten zu können. Das trainiert die Kreativität. Ich glaube nicht, dass mir irgendein Fahrer je drauf gekommen ist.

So spannend es war – letztlich war das Trampen auch unspektakulär. Ich wurde nie ausgeraubt, angemacht oder als Drogenkurier missbraucht. Dafür mag die Strecke Düsseldorf – München auch einfach zu banal sein. Wäre ich nach Burkina Faso getrampt – wer weiß?

Als ich dann wieder einen eigenen Wagen bekam, nahm ich ein paar Mal Anhalter mit – it’s important to give back. Einer ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: ein extrem übergewichtiger Typ, der leider auch nicht sehr gut roch (was ich an der Ausfahrt nicht wissen konnte). Er erzählte freimütig, dass er von Stadt zu Stadt trampe, um bei verschiedenen Sozialämtern Hilfeleistungen abzuzocken. Außerdem sei er Narkoleptiker – sprach’s, und klappte wie auf’s Stichwort in sich zusammen.

Ich begann danach, meine Mitfahrer eher über die Mitfahrzentrale zu suchen, zumal ich das Benzingeld brauchen konnte. Da gab es dann tatsächlich wilde einige Geschichten, die ich unmöglich in diesem Rahmen erzählen kann. Ich war jung und brauchte das Geld…

Fazit der ganzen Tramperei? Es war eine tolle Erfahrung, die einiges von dem Frust auffing, dass ich (im Gegensatz zu meinem Bruder) nie Interrail gemacht hatte. Ich lernte dabei, mich selbst zu überwinden, auf andere Menschen zu zu gehen, mich an unerwartete Situationen anzupassen. Würde ich es empfehlen? Vielleicht nicht Frauen oder Mädchen. Aber wenn man als Mann um die 20 ist und durchs Land reisen will, gibt es allemal schlechtere Möglichkeiten.

Mich würden eure Erfahrungen interessieren. Seid ihr schon mal getrampt? Trampt man heute überhaupt noch? Mitfahrzentralen? Geht das alles übers Internet?

 



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Dietmar
Dietmar

Ich bin früher nach der Berufsschule-Schule gerne eine Strecke richtig gelaufen so als Sport. Das waren so ca. 6 km. Oder wären es gewesen, denn oft hielt jemand aus meinem Ort an, um mich mitzunehmen. Ich habe nur einmal dankend abgelehnt, weil ich eben wirklich laufen wollte. Kam nicht gut an. Lange Strecken habe ich nie trampend zurückgelegt.

Übrigens nehme ich aus Prinzip keine Tramper mit 😉

Dr. Acula

Tsss… wo man doch aus verdienstvollen Dokumentationen wie „Hitcher“ weiß, dass Anhalter allesamt mordgierige Psychopathen sind.

Bin selbst nie per Anhatler gereist – Mitfahrzentralen waren mir zumeist schon Abenteuer genug (wie bei der Berlin-Nürnberg-Tour, die ich in einem wurmstichigen Ford Transit Bj. frühe 70er, verbracht habe. Zwar nette Leute – Hippies – aber bei jeder Steigung von mehr als 2 % wurden wir von Sattelschleppern überholt…).

Exverlobter
Exverlobter

Ich bin nie getrampt. Mein Vater hat mich immer davor gewarnt, weil er mal diesbezüglich in jungen Jahren schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Ein Brummifahrer hat ihn mitgenommen weil er ihn für einen Stricher gehalten hat. Der Brummifahrer wurde zudringlich und verlangte einen Blowjob. Ein Faustkampf war die Folge, mein Vater hat ihn dann zu Boden geschlagen und ist abgehauen. Danach schwor er niemals mehr zu trampen.

Peroy
Peroy

„Der einzige Spruch, den ich hassen gelernt habe (und bis heute hasse): “Ich nehme aus Prinzip keine Anhalter mit”. Welches Prinzip soll das sein? Eben das Prinzip, keine Anhalter mitzunehmen. Grrr…“

Ich hätte dich aus Prinzip auch nicht mitgenommen und dich noch dazu ausgelacht… und vielleicht auch noch überfahren.

Marko

Muss gestehen, dass ich nie einen Tramper mitnehmen und auch nie selber trampen wollen würde … andere Bundesländer, andere Sitten.

Peroy
Peroy

„Fazit der ganzen Tramperei? Es war eine tolle Erfahrung, die einiges von dem Frust auffing, dass ich (im Gegensatz zu meinem Bruder) nie Interrail gemacht hatte. Ich lernte dabei, mich selbst zu überwinden, auf andere Menschen zu zu gehen, mich an unerwartete Situationen anzupassen. Würde ich es empfehlen? Vielleicht nicht Frauen oder Mädchen. Aber wenn man als Mann um die 20 ist und durchs Land reisen will, gibt es allemal schlechtere Möglichkeiten.“

Wenn ihn einer umgelegt und im Wald verscharrt hätte, würde er nicht so daherquatschen…

Peroy
Peroy

Mann, für diesen Mist war es echt zu früh…

heino
heino

Selbst getrampt bin ich nie, habe aber schon den einen oder anderen mal mitgenommen. Keine grosse Sache, da das immer nur zwischen Gummersbach und Köln stattfand. Und ich habe schon lange keine Tramper mehr an Autobahnen gesehen. Scheint nicht mehr in zu sein.

Exverlobter
Exverlobter

@Heino
Hmm, nicht mehr in. Das wundert mich bei den steigenden Benzinpreisen aber schon etwas.

flippah

Ich hatte bisher nur zwei Mal Erfahrung mit Anhaltern. Einmal fuhr ich mit einer Bekannten (mit dem Auto ihres Freundes) von Hannover nach Balingen. In Göttingen bei MCD saßen zwei Mädchen am Nebentisch, die sich darüber unterhielten, wie sie wohl nach Freiburg kämen. Die haben wir bis Heilbronn mitgenommen. Sie freuten sich nen Keks, gleich mit der ersten Tour so weit zu kommen.
Im Tunesien-Urlaub im Mai hab ich auch zwei mal Leute mitgenommen, die beide ebenfalls supernett waren.
Fazit: ich würde es wieder tun.

Marko

OMG, so viele vertrauensvolle Menschen hier … Ihr werdet alle auf verdreckten Raststätten enden, zusammengeklumpt in einem Mülleimer hinter dem penetrant stinkenden Männerklo …

Exverlobter
Exverlobter

@Marko
Wirklich? Wie ich oben gepostet habe, geht die Gefahr ja oftmals nicht von den Trampern selber aus, sondern von den ach so netten Leuten die einen mitnehmen.

Marko

@ Exverlobter: Mit „vertrauensvoll“ meinte ich nicht nur die Mitnehmer. 😉

Exverlobter
Exverlobter

1984 war der Wortvogel ja noch 16. Ich dachte das empfiehlt sich deiner Aussage nach nur für junge Erwachsene.

Peroy
Peroy

„Wegen der Gefahr: Bei 90 Prozent der Fahrten haben wir uns nicht einmal von der Autobahn runter bewegt. Mal eben in ein stilles Wäldchen zu fahren war also gar nicht drin.“

Und die übrigen 10%… ? Was bist du denn für ein Katholik ?

Marcus
Marcus

@Doc: „Tsss… wo man doch aus verdienstvollen Dokumentationen wie “Hitcher” weiß, dass Anhalter allesamt mordgierige Psychopathen sind.“

„Allesamt“? Mir schien es bisher, dass du den Wortvogel persönlich etwas näher kennst als die, die nur hier auf dem Blog mit ihm reden. Weißt du was, was wir nicht wissen? 🙂

Marcus
Marcus

„In den USA ist es über Land sogar ziemlich normal.“

Was? Leute mitnehmen oder nicht mitnehmen?

@Marko: Stimmt, das ist ein weites Feld.

Contra Tramper:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hitcher,_der_Highway_Killer

Contra Tramper-Mitnehmer:

http://de.wikipedia.org/wiki/Riding_the_Bullet

Und gab es nicht auch mal einen Film, in dem eine verrückte Serienkillerin sich gerne als Tramperin mitnehmen ließ und dann die Fahrer umbrachte – und die dann ins Auto eines Serienkillers einstieg, der es auf Tramper abgesehen hat? Wie hieß der noch gleich? Weiß es einer?

Marcus
Marcus

Note to self: wenn der Wortvogel nächstes Jahr wirklich zum FFF nach Köln kommt und danach fragt, ob ihn einer bis zu seinem Hotel mitnehmen kann, lehnen wir höflich, aber bestimmt ab.

Exverlobter
Exverlobter

Trampen ist wie Bareback-Sex. in 99% aller Fälle passiert nix, aber wehe Fortuna hat mal einen schlechten Tag.

Peroy
Peroy

„@ Exverlobter: Ein Non-Argument, das man beliebig spinnen kann: “In 99% aller Fälle wird man nicht von der Straßenbahn überfahren”…

Ich halte die Chance, als männlicher Tramper in Deutschland am hellichten Tag auf der Autobahn in Schwierigkeiten zu geraten, für hart gegen null.“

Anecdotal evidence giltet nicht…

Exverlobter
Exverlobter

Wie oben gesagt, es hat in meinem Verwandtenkreis diesbezüglich schon Probleme gegeben. Also gehört mein Vater wahrscheinlich zu diesen 1%.

Peroy
Peroy

„Trampen ist wie Bareback-Sex. in 99% aller Fälle passiert nix, aber wehe Fortuna hat mal einen schlechten Tag.“

„Wie oben gesagt, es hat in meinem Verwandtenkreis diesbezüglich schon Probleme gegeben. Also gehört mein Vater wahrscheinlich zu diesen 1%.“

Oh Gott, ich hoffe es geht ums Trampen…

Exverlobter
Exverlobter

@Peroy
Das war ein Vergleich. Natürlich geht es ums Trampen

Exverlobter
Exverlobter

@Peroy
BTW, du arbeitest wie Glenn Beck. 2 Aussagen die miteinander nix zu tun haben aus dem Zusammenhang reißen, verknüpfen und zu einem eigenwilligen Fazit kommen. Vielleicht solltest du auch ne politische Radioshow machen. Die Tea-Party könnte sowas gut gebrauchen.

Exverlobter
Exverlobter

@ Peroy
Aber ich gebe zu, das mag etwas missverständlich rüberkommen sein.
Bareback-Sex war ein Vergleich, der die Chancen beim Trampen einem Gewaltverbrechen zu erliegen, veranschaulichen sollte. (99:1)
Der anfangs erwähnte „Oralsex“ welchen mein Vater unterbinden konnte, hat mit diesem späteren Statement nichts zu tun.
So wie du es aber verknüpfst erweckt den Anschein, als ob sich mein Vater Aids beim Bareback-Sex geholt hat.
Autsch!
Sowas was nennt man in der Geschichte „Emser Depesche“!

Marko

@ Exverlobter: Du machst Dir viel zu viele Gedanken, Peroy hat nur einen Scherz gemacht. 😉

Exverlobter
Exverlobter

@Marko
Ich weiß, ich kenne Peroys Späßchen, aber beim flüchtigen Drüberlesen mag mancher hier zur falschen Schlussfolgerung kommen. Dem wollte ich hiermit zuvorkommen.

Patrick

Lieber Wortvogel,
ich mag und schätze dich ja sehr, obwohl wir niemals ein Wort gewechselt haben. Aber, erst sagen das es doch spannende Geschichten gab und diese dann NICHT erzählen, gilt quasi als Körperverletzung. Eventuell ist das sogar ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Bestimmt sogar 🙂

Du musst ja nicht alles erzählen, aber bitte ein wenig an der Oberfläche kratzen!

Aber davon abgesehen, fiel mir erst jetzt auf, dass ich den letzten Tramper hier in Mainz vor einer Ewigkeit gesehen haben muss… Als Jugendlicher standen die hier noch an jeder Bundesstraße.

Grüße

PS: Ich bin wirklich Neugierig, gell!

Dietmar
Dietmar

Hmmm … da scheint an dieser Stelle B. einen schlechten Einfluss auf Dich auszuüben …

😉

Peroy
Peroy

„Sowas was nennt man in der Geschichte “Emser Depesche”!“

Ich werde das genausowenig googeln wie ich „Bareback-Sex“ gegoogelt habe… 8)

Exverlobter
Exverlobter

@ Peroy
Emser Depesche? Das lernt man doch im Kindergarten, wie mein alter Lehrer stets zu sagen pflegte.
Und Bareback? Schon mal „Boogie Nights“ gesehen?

Peroy
Peroy

„Emser Depesche? Das lernt man doch im Kindergarten, wie mein alter Lehrer stets zu sagen pflegte.
Und Bareback? Schon mal “Boogie Nights” gesehen?“

Nein, das ist gegen meine Religion…

Exverlobter
Exverlobter

Also streng katholisch?

Peroy
Peroy

Byzantiner und Rasenmäher…

Exverlobter
Exverlobter

Schlaf deinen Rausch aus

Peroy
Peroy

Geh‘ Trampen, du Eumel…

TomHorn
TomHorn

Ich bin nur einmal so eine lange Strecke getrampt. Durch ein dubioses Jobangebot hat es mich als Abonnentenwerber von Itzehoe, Schleswig-Holstein, nach Rheinland-Pfalz verschlagen. Das Abenteuer „Drückerkolonne“ endete einige Wochen später an einer Autobahn-Zufahrt in der Nähe von Koblenz.

Es ging eigentlich recht schnell los, zuerst eine russische Familie, die mich eine kleine Strecke Richtung Köln mitnahm, gleich darauf ein netter Porsche-Fahrer, der mich an eine sehr belebte Autobahnraststätte vor Düsseldorf brachte.
Doch gerade dort verließ mich mein Glück. Ich saß mehr als fünf Stunden fest, handelte mir eine Absage nach der anderen ein, z.T. von Fahrern, deren Autos ein HH(=Hamburg)-Kennzeichen hatten. Als ich mir bei einsetzender Dunkelheit wieder eine Abfuhr einhandelte, erbarmte sich ein BMW-Fahrer & setzte bei der Auffahrt zurück. Es war ein österreichischer Vertreter für Glücksspielautomaten, netter Kerl. Er erklärte, dass er eigentlich „grundsätzlich“ keine Anhalter mitnehme, aber ich habe wohl so einen niedergeschlagenen Eindruck gemacht, dass er damit brach. Er selbst war auf dem Weg nach Berlin, machte aber extra meinetwegen einen Schlenker & brachte mich zu einer gut frequentierten Raststätte hinter Dortmund, da er meinte, dass ich über Bremen schneller Richtung Hamburg kommen würde. Außerdem gab er mir zehn Mark, richtig netter Kerl.
Und das Glück blieb mir treu.
Auf dem Weg zum Tankstellen-Shop sah ich an einer Zapfsäule einen Mitsubishi mit Hamburger Kennzeichen. Der Fahrer, ein junger Russe, hatte gerade zwei Kumpels zu einer Bundeswehrübung nach Luxemburg gefahren und sagte sofort zu, mich mit nach Hamburg zu nehmen. Er war schon seit 9 Stunden unterwegs & froh, jemanden zum quatschen zu haben. Ich versorgte mich noch schnell mit ´nem Halben, ´nem Snickers & ´nem Päckchen Luckys & ab ging´s.
Um zwei Uhr nachts kam ich also in HH an & stand vor dem nächsten Problem. Ich war mitten in der City, hier war nichts los, kein Verkehr, überall gähnende Leere. Ich hatte nur noch 20 Pfennig in der Tasche, telefonieren (30 Pfennig in Telekom-Telefonzellen) war also auch nicht drin. Ich saß an einer S-Bahn-Station, qualmte eine nach der anderen, da fiel mir auf, dass die Hamburger Verkehrsbetriebe einen anderen Telefon-Anbieter hatten, der nur 20 Pfennig Grundbetrag verlangte. So was nenn´ ich mal Glück. Also den kleinen Bruder angerufen, der mich eine halbe Stunde später abholte…
Interessanter Trip, im Endeffekt bin ich knapp 13 Stunden unterwegs gewesen. Ich hatte am Anfang nicht gedacht, dass ich so gut durchkomme. Bin aber seitdem nie wieder getrampt…

Pogopuschel
Pogopuschel

Getrampt sind wir immer nur über die Nachbardörfer und Städte.

Mitfahrzentrale habe ich ein einziges Mal und dann nie wieder gemacht. Von Montabaur nach Berlin und zurück, vor ca. 7 Jahren.
Fahrzeug: ein Wohnmobil
Fahrer: leicht durchgeknallt, der das mit der MFZ wohl beruflich machte
Mitfahrer: 7 Personen, ein Hund und eine Katze in einer versiegelten Katzenkiste.
Erlebnis: die Hölle. Da das Wohnmobil nur 100 auf der Autobahn fahren durfte, hat die Fahrt 8 Stunden gedauert. Die meiste Zeit hat die Katze dabei jämmerlich gejault, aber die Kiste war versiegelt und durfte nicht geöffnet werden.
Wohnmobil hört sich gemütlich an, aber durch die 6 Leute hinten drin und dem Hund auf dem Boden war es furchtbar eng (den Text habe ich übrigens geschrieben, bevor ich die Kommentare zu Bareback-Sex gelesen habe) und ich, mit meinen 1,89, hatte keinerlei Beinfreiheit. Ich konnte mich kaum bewegen, ohne dabei nicht den Hund zu treten.
Das Schlimmste war aber das Schweigen. Obwohl wir insgesamt 8 Leute waren, hat keiner auch nur einen Ton geredet. 8 Stunden schweigen.

Die Rückfahrt war noch schlimmer. Wider besseren Wissens bin ich nach 5 Tagen Besuch bei meinem besten Freund wieder mit dem Berufswohnmobilfahrer zurück. Dieses Mal hatte er noch einen Anhänger mit einem großen Boot dabei, was die Fahrtgeschwindigkeit auf 80 km/h reduziert und die Fahrtzeit auf 10 Stunden verlängert hat. Da es dieses Mal 9 Mitfahrer waren, habe ich die 10 Stunden auf dem Boden sitzend verbracht, natürlich wurde wieder geschwiegen. Der Beifahrer hat ständig darauf bestanden an jedem Rastplatz anzuhalten, damit er zum Furzen rausgehen kann. Er meinte, er würde gesundheitlich Probleme bekommen, wenn er es zurückhalten würde, und im Fahrzeug wollte er keinen Dampf ablassen.

Nach diesem Erlebnis machte ich die tolle Entdeckung, dass die Reise im Flugzeug (Hahn-Berlin) meist sogar billiger als die 25-30 Euro der MFZ ist und sehr viel schneller und bequemer. Inzwischen hat Ryanair die Strecke zwar gestrichen und durch die Flugabgabe ist sie auch teurer geworden, trotzdem fliege ich regelmäßig mit Germanwings für 30 Euro von Berlin nach Köln/Bonn oder zurück.

Exverlobter
Exverlobter

30 Euro? Mit dem Flugzeug??
Wieso musste ich vor zwei Wochen 150 Euro für die Zugfahrt von München nach Duisburg und zurück bezahlen, obwohl ich 4 Wochen im Voraus gebucht hatte?
Das steht in keinem Verhältnis!

Shah
Shah

Ich bin nur ein paar Mal getrampt, im Iran, wenn man von irgendwelchen Parks oder Sehenswürdigkeiten wieder zurück wollte und sich plötzlich völlig leerer Straßen gegenübersah.

Was soll ich sagen? Nie Angst gehabt, eher zuviele Essenseinladungen…:)

DMJ

„Ich trug immer Hemd und Sakko, hatte meinen Kram in einer Samsonite-Reisetasche.“
Hähä, aber nicht dein berüchtigtes Sat1-Sakko nehme ich an?

„“Ich nehme aus Prinzip keine Anhalter mit”. Welches Prinzip soll das sein?“
Nö, das kann ich schon verstehen, halt die hier ja öfters erwähnten Sicherheitsbedenken (die du bei Frauen ja auch verstehst). Ich könnte nicht beurteilen, wer nur mitwill und wer mir gleich das Messer an die Kehle setzt, das ist natürlich in allen Lebenslagen eine Gefahr, aber ich erhöhe sie nicht, indem ich mir außerhalb und ohne Zeugen einen Fremden in ein kostspieliges Fahrzeug hole.

– Alles bei mir im Konjuktiv, da ich ja bekanntlich keinen Führerschein habe. 😉

Pogopuschel
Pogopuschel

Exverlobter schrieb:
30 Euro? Mit dem Flugzeug??
Wieso musste ich vor zwei Wochen 150 Euro für die Zugfahrt von München nach Duisburg und zurück bezahlen, obwohl ich 4 Wochen im Voraus gebucht hatte?
Das steht in keinem Verhältnis!

So teuer ist es erst seit der Flugabgabe, ich habe auch schon 15 Euro hin und zurück bezahlt.
Die Bahn ist viel zu teuer. Bevor ich auf die Idee mit den Billigfliegern kam, bin ich erst mal mit der Bahn nach Berlin gefahren. Hat auch 150 Euro hin und zurück gekostet und 6 Stunden gedauert.
Flieger ist zwar nur vermeitlich schneller (eine Stunde Anfahrt, eine Stunde Warten, eine Stunde Flug und eine Stunde Fahrt vom Flughafen weg) aber dafür nicht so eintönig.
Vielleicht ändern sich die Preise ja jetzt, da das Überlandfahrverbot für Buse aufgehoben wurde.

Dietmar
Dietmar

Dabei fühle ich mich aus Prinzip nicht wohl. 🙂

*davontroll*

DMJ

Na ja, aber das Fühlen könnte man eben darauf beziehen, dass einem ein bestimmter Anhalter vertrauenserweckend oder eben nicht erscheint – wenn man seiner Menschenkenntnis aber eben lieber nicht traut, macht man es sich halt zum Prinzip, gar kein Risiko einzugehen. Ergibt für mich schon Sinn.

gerrit
gerrit

Bin bisher dauernd getrampt, werde es wieder tun.
Habe, wenn es einen Termin gab, auch schon MFZ genutzt. Werde es wieder tun.
Aber das geilste Verkehrsmittel für solche Distanzen wie „M-D“ (oder in meinem Fall Köln-Bremen) ist das Fahrrad. Man ist ewig „aus der Welt“, es ist verdammt preiswert. Und macht fit.

Fliegen kann ich nicht, innerkontinental schon gar nicht, habe ich noch nie gemacht.
Und warum der Hausherr ausgerechnet als Zivi getrampt ist, erschliesst sich mir gar nicht. Zu meiner Zivi-Zeit war die Fahrt mit der DB frei, Heimatort = Flensburg & Dienstort = Garmisch-Partenkirchen (nichts davon stimmte, aber damit konnte man halt bundesweit fahren, und keiner in unserer Einsatzstelle hat das anders gehalten)

Exverlobter
Exverlobter

@ Gerrit
Das stimmt.
ICh hab zwar keinen Zivildienst geleistet, sondern das Vaterland verteidigt, aber zu der Zeit war das Bahnfahren für mich auch kostenlos. Bin in dieser Zeit soviel mit der Bahn gefahren wie nie wieder in meinem Leben.
Für das Trampen bestand für mich gar keine Notwendigkeit.

Peroy
Peroy

„@ DMJ: “Aus Prinzip nicht” ist aus Prinzip kein Argument.“

Prinzipiell schon…

Achim
Achim

Ich habe nie getrampt, aber „aus Prinzip“ immer gerne Tramper mitgenommen, jedoch immer nur Kurzstrecke, da ich immer Kurzstrecke fahre.

Zweimal habe ich kurz vor daheim Anhalter eingeladen und sie zu ihrem Ziel gebracht. Ich wohne ja Losheim am See, Ortsteil.

Einmal waren das die merkwürdigen jungen Leute, die Jungle/Breakbeat/House mochten und habe sie nach Schmelz in die Disse gebracht.
Einandermal hatte ich nach dem Kino keine Lust heimzufahren, da hatte ich eine Gruppe junger Leute nach Oberwürzbach aufs Stadtfest gebracht, von Losheim aus, man schaue sich das auf der Karte an.

Marcus
Marcus

@Pogopuschel: „Ich konnte mich kaum bewegen, ohne dabei nicht den Hund zu treten.“

Du sagst das so, als sei das ein ernsthaftes Hindernis….. 😈

@gerrit: „Fliegen kann ich nicht“

Ich auch nicht, aber das macht nichts; dafür gibt es ja schließlich Flugzeuge. 😉

McCluskey

„Die Wagenpapiere des Persers warf ich in einen Mülleimer.“

Böser Torsten! Böser Torsten! 😀 Aber sehr unterhaltsame Story, auch in so manchem Kommentar…

Ich hab sehr unschöne Erinnerungen an meine spärlichen Tramperversuche. Anfang der 90er stieg ich beispielsweise auf der A13 bei Berlin in einen klapprigen Lada, der mich in Richtung Dresden bringen sollte. Beim Überholen eines LKWs platzte dem ein Reifen, wir schlingerten wild auf der damals noch arg holprigen Piste umher, bis man schockstarr, aber unversehrt auf dem Seitenstreifen zum Stehen kam. Glücklicherweise hatten die Kisten höchstens 140 auf der Pfanne sonst wäre es vielleicht ein Freifahrtsschein nach Nirgendwo geworden.

Das Zweite ist eher unfreiwilliges Trampen. Ich schrottete, dank eines suizidal veranlagten Zwölfenders, im September 1994 den ohne Erlaubnis ausgeborgten Untersatz meines alten Herren etwa 10 Kilometer jenseits der deutschen Grenze auf tschechischem Gebiet. Ich unverletzt, Tier tot, Auto hinüber. Die böhmische Staatsmacht kassierte mitten in der Nacht doch gleich mal 50 Deutschmark quittungsfrei mit der Begründung „Ökologie! Ökologie!“ ab, da der abgefetzte Ölfilter die Strasse gut und großflächig eingesaut hatte. Ansonsten ließ man mich dort mitten im Grenzwald sitzen. Da steckt man also nun fest, Handy Jahre entfernt, seniörliches Donnerwetter ahead und weiß nicht weiter. Meine Rettung ein Chemnitzer Abschleppunternehmer, der aus Richtung Komotau kommend, mein Wrack und mich sah, kurz nach Wieso und Warum fragte und mich samt Blechhaufen kurzerhand aufpickte.

Die Tour führte erst einmal in seine vier Wände, wo seine Herzallerliebste nachts um Drei erstmal Kaffee zusammenbraute, ich meinen Eltern kleinlaut auf den Anrufbeantworter quatschte und er mich anschließend samt Schadmobil nach Hause tuckerte. Bezahlung nach getaner Arbeit lehnte er kategorisch mit den Worten „Bist schon genug gestraft“ ab. Alles in allem ein 150 Kilometer-Schlepp für einen Handschlag unter Unbekannten. Derartige Selbstlosigkeit hab ich nie wieder erlebt.

PS: Meines Erzeugers Wutanfall habe ich ohne bleibende Schäden überstanden. Er meinte nur: „Das Viehzeuchs hält sich nun mal an keine Verkehrsschilder…“

gerrit
gerrit

„Ich auch nicht, aber das macht nichts; dafür gibt es ja schließlich Flugzeuge.“

Haben wir gelacht. Für mich nicht, danke.

Seb

-„Aber meiner Freundin zuliebe habe ich damals viele Dinge gemacht, die mir neu und fremd waren.“

Bitte sagt mir, dass ich nicht der Einzige bin, der an dem Satz kurz hängen geblieben ist.

Marko

@ Seb: Ich nicht. Anfang der 90er war ich einem Mädchen mehr als hörig, ich kenn‘ das …

Dietmar
Dietmar

„Bitte sagt mir, dass ich nicht der Einzige bin, der an dem Satz kurz hängen geblieben ist.“

Aber der Wortvogel macht hier von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch; was soll man machen.

@McClusky: Was für eine Geschichte! Cooler Vater btw.

Howie Munson
Howie Munson

ich würde sogar so weit gehen und den Satz ändern in:
”Aber meiner Freundin zuliebe habe ich damals viele Dinge gemacht, die ich nicht wieder tun würde.”
Also quasi aus Prinzip* damit mir so einige Situationen erspart bleiben… Das würde auch fürs trampen oder mitnehmen gelten, wenn ich das denn getan hätte.
(und falls jetzt jemand an schlimme Dinge denkt, so ist er verdorbener als ich *gggg*)

*=und für mich reicht das völlig als Grund, wieso sollte ich das einen Fremden gegenüber ausführlich rechtfertigen, geht den doch nix an…

Skrymir

Soviel wir wissen hat er einfach ihr zuliebe gelernt zu kochen 😉

Peroy
Peroy

Teufelsdreier…

Montana
Montana

Für diese Geschichten mag ich den Wortvogel. Er hat Interessantes zu erzählen und findet die passenden Worte.

Ich war nie Tramper, noch habe ich je einen mitgenommen. Als ich eine Zeitlang regelmäßig die A1 vom Ruhrgebiet hoch nach Hamburg gefahren bin, hatte ich auch an MFZ gedacht. Habe aber nur die Gesuche abgeklappert, Angebote habe ich nicht eingestellt. Hätte nicht mal Spritgeld verlangt, da ich die Strecke ja eh fahren musste, etwas passendes war aber nie dabei. Hätte mich halt interessiert, was das so für Typen sind, und irgendwie wäre das auch eine gute Tat gewesen. Interessanteres als „die größen Hits der 80er, 90er und das beste von heute“ hätte ich allemal zu hören bekommen.

Da diese Strecke (350km) problemlos am Stück zu schaffen ist, stellte sich die Frage nach echten Anhaltern z.B. an Raststätten nie.

Ich hatte allerdings schon mal einen sehr „offensiven“ Tramper an einer Ausfallstraße Richtung Autobahn, der als solcher zunächst nicht zu erkennen war. Ich stand an einer roten Ampel. Plötzlich geht die Beifahrertür auf und unvermittelt saß ein Kerl neben mir im Auto, der auch gleich das gewünschte Ziel angab. Ehrlich, eigentlich bin ich zurückhaltend, aber da war ich auf 180. Er ist dann doch ohne körperlichen Zwang das Feld geräumt.

Die neueren Zentralverriegelungen, die zunächst nur die Fahrertür öffnen, haben also durchaus ihre Berechtigung.

@Wortvogel: „A9 im Düsseldorfer Süden“?!? Der reicht also grob vom Wannsee bis zum Starnberger See. Heimat ist überall. 😉

Montana
Montana

Guter Anfang! Und jetzt noch zwei Zeilen tiefer. 😛

The Riddler
The Riddler

Ich bin noch nie getrampt und habe schon seit gut zehn Jahren kaum noch Anhalter auf der Strasse gesehen. Scheint wirklich nicht mehr in Mode zu sein.

Zum Thema „Tramperfilme“ möchte ich allerdings noch den „Springteufel“ in die Runde werfen.

Walter, der Highway-Nitpicker
Walter, der Highway-Nitpicker

„A9, im Düsseldorfer Süden, Abfahrt Eller?“. Nee, die ist weit weg.

„A3, im Düsseldorfer Süden, Abfahrt Eller?“. Naja, schon näher.

„A59, im Düsseldorfer Süden, Abfahrt Eller?“. Na, geht doch.

Und was macht das „W“ in „Nummernschild grob in meine Richtung wies (N-, M-, A-, W-)“?

(aus Prinzip nie selber getrampt; die paar mitgenommenen Tramper waren meist langweilig)