Wahrscheinlichkeit und Zufall sind spannende Sachen, besonders wenn sie an unser eigenes subjektives Empfinden gekoppelt sind. Wie oft scheinen Dinge von so unglaublicher Unwahrscheinlichkeit aufeinander zu treffen, dass man sich am Kopf kratzt und denkt: “Das KANN doch kein Zufall sein, oder?” Wir haben das bei meinem letzten Beitrag ja gerade erst gesehen.

Mir sind dieser Tage gleich zwei weitere banale, aber nichtsdestotrotz memorable Beispiele untergekommen.

Beispiel 1: Ich schaue die ersten beiden Folgen der neuen Staffel/Serie “Scrubs (Med School)”. Dr. Dorian erklärt den Medizinstudenten, auf dem “quad” dürften sie ihn “J.D.” nennen. Ich bin zwar u.a. Übersetzer, kenne den Begriff aber nicht. Aus dem Kontext reime ich mir zusammen, dass es sich dabei um einen Teil des Campus-Geländes handelt, der zur Entspannung der Studenten dient.

Am selben Abend sehe ich eine Folge von” Saturday Night Live” von 1978 mit dem Schauspieler Robert Klein. In einem Sketch erwähnt er den “quad” seiner Uni.

Ein Wort, das ich in 40 Jahren nie gehört zu haben meine, taucht im Abstand von nur zwei Stunden gleich zwei mal auf.

Beispiel 2: Ich schaue das Comedy-Special “I swear to God”. Nagelneu, von 2009. Im Nachspann wird als Regisseur John Moffitt genannt. Der Name bleibt hängen, weil er so viele Assoziationen weckt: Steven Moffat von “Dr. Who”, der Muffit von “Galactica”, der Schauspieler D.W. Moffett…

Am selben Abend sehe ich die erste Folge der Nachrichten-Satire-Show “Not necessarily the news”, die HBO immerhin schon 1982 von der BBC adaptiert hat. Eine eher lahme und juvenile Sache. Als Regisseur im Abspann: John Moffitt.

Erklärbar ja – mein Gehirn hat neue Informationen aus verschiedenen Gründen als „ungewöhnlich“ getagged, und kurz darauf ein Wiederauftauchen vermeldet. Aber komisch auch.

Nett auch: Ich schaue in einem Fenster auf meinem Notebook eine Sitcom, in der ein Charakter „Bring it!“ ruft – während Firefox gerade einen Artikel öffnet, der… na, kommt ihr drauf?… „Bring it!“ heißt…

Keine Überraschung ist hingegen, dass in zwei von 20 aktuellen Filmen, die ich auf Ibiza gesehen habe, der mir bis dato unbekannte Christopher Marquette als Hauptdarsteller auftrat.



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Dr. Acula

Bei mir läuft das meistens so, dass der Fernseher mit mir redet. Beispiel am Samstag:

Freundin: „Hast du noch Geld?“
Malcolm Mittendrin: „Nichts!“

qapla
qapla

Is JD nicht auch auf nem „Quad“ unterwegs?

http://de.wikipedia.org/wiki/Quad

reptile
reptile

Ja solche Situationen sind schon merkwürdig.
Ich weiß noch wie bei The Ring exakt nach DEM Video das Haustelfon klingelte, nachts….verdammt!

Oder man sitzt so rum und denkt“Was macht eigentlich XYZ“ und punkt genau dann ruft die Person an. Wobei solche Sachen ja nicht genau den Kern der Sachen trifft die Wortvogel beschreibt.

@acula
Danke für das gelungene CAM Review, hast wirklich alles genau auf den Punkt gebracht. Fühl mich echt besser jetzt.

dLTexid
dLTexid

Schön, wenn auch nicht ganz dem Thema entsprechend, sind auch die Diaolge die der Fernseher beim Zappen mit sich selber führt.
Ich kann jetzt zwar kein konkretes Beispiel anführen, aber ab und an passiert es schon mal, dass sich Filmfiguren, Nachrichtensprecher und/oder Werbeakteure senderübergreifend mehr oder weniger sinnvoll miteinander unterhalten.

Immer wieder schön sowas.
Gruss, dLTexid

badsector
badsector

Kurze Recherche zum Thema „quad“:
http://en.wikipedia.org/wiki/Quad
Der zweite Link ist, was ihr sucht!

Christian

Schön das ich als ewiger „Nur-Leser“ des Wortvogels auch mal was dazu beitragen kann, denn natürlich gibt es für dieses Zusammentreffen von Ereignissen sogar schon einen Namen: Das „Baader-Meinhof Phänomen“.
Bei Damn Interesting gibt es dazu einen netten Artikel:

http://www.damninteresting.com/the-baader-meinhof-phenomenon

OnkelFilmi

Chris Marquette war Dir unbekannt? „Fanboys“! „Infestation“! Und vor allen Dingen – „Joan of Arcadia“!

Bernd
Bernd

Ui, gerade hab ich in Wikipedia ein Fahndungsplakat der Baader-Meinhoff-Bande angeschaut. Der Effekt scheint zu stimmen.

OnkelFilmi

Ach was. Du hast doch auch „Freddy vs. Jason“ gesehen, oder nicht? Da war er nämlich auch mit von der Partie!

Ausserdem – jetzt soll ich auch noch Deine Reviews lesen? Reicht es nicht, daß ich Dir bei Twitter folge? 😉 😛

CthIngo
CthIngo

Mysteriös…
Hat der Vatikan hier seine Finger im Spiel?
Stecken gar die Illuminaten dahinter?
Alle Informationen gleich bei Galileo Mystery!

INeedMoney
INeedMoney

Oh man, du musst echt kurz vorm Aufstieg zur nächsten Stufe sein ,))

Peroy
Peroy

Bis „Transformers“ hab‘ ich gedacht Shia LaBeuf und Chris Marquette wären ein und dieselbe Person…

Tornhill
Tornhill

Ui, Synchronizitäten & Co. beobachte ich auch schon länger! Erst gestern hatte ich einen irren Fall vierfacher Übereinstimmung – leider kann ich den hier nicht mitteilen, weil er das Privatleben eines Dritten zu sehr betrifft, so dass ich attention whore mich eigentlich gar nicht hätte zu Wort melden sollen. 🙁

Nur soviel: Ein Thema, über welches ich kurz nacheinander in den Werken Goethes und Mozarts las/hörte, traf zu der exakt gleichen Zeit real in das Leben eines Freundes ein.

Jack Crow
Jack Crow

Mein liebstes Beispiel für die kontextbedingte Wahrnehmung zufälliger Muster als bedeutsam stammt aus dem tollen populär-statistischen Buch „The Tiger that Isn’t“: Die häufig große Aufregung verursachenden „Krebs-Cluster“ (um Atomkraftwerke, Mobilfunkantennen etc.) scheinen brutal auf eine Gesundheitsgefährdung hinzuweisen – tatsächlich ist dieses Phänomen aber statistisch nichts anderes, als würde man eine Handvoll Reiskörner in die Luft werfen – diese ergeben auf dem Boden auch ein Muster…

OJ

Bin spät dran, aber…

Ich habe mal eines Abends mit meiner Noch-Frau mehr oder minder direkt nacheinander „The Sting“ („Der Clou“) und „Men in Black“ geschaut. In letzterem beginnt eine Szene damit, dass Tommy Lee Jones sich über den eigenen Witz totlacht, von dem wir nur die Pointe hören: „Yeah, but this one’s eating my popcorn.“

„Ja, nettes Callback zu der … andere Szene, wo der Witz schon mal vorkam“, dachten wir. Hinterher fragte wir uns dann, wo denn diese Szene gewesen sein konnte; TLJs Charakter war doch am Anfang des Films Will Smith gegenüber eher spröde gewesen und hätte bestimmt keinen Witz erzählt usw.

Bis wir drauf kamen: Die Szene war in „The Sting“! (Als Robert Redford seine Freundin, die Burlesque-Tänzerin, aus der Show abholt und man kurz im Hintergrund einen, äh, Stand-up Comedian hört.)

Die Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Leonard_Barr) kennt sonst nur noch eine „Cheers“-Folge, in der diese Pointe ohne Witz vorkommt. (Und der Witz existiert natürlich auch ganz: http://everything2.com/title/This+one%2527s+eating+my+popcorn )