Infestation

InfestationUSA 2008. Regie: Kyle Rankin. Darsteller: Christopher Marquette, Kinsey Packard, Brooke Nevin, Ray Wise u.a.

Inhalt: Cooper hat nicht viel Spaß am Leben – sein Vater respektiert ihn nicht, und in der Firma gilt er als fauler Trottel. Doch eines Tages überfallen riesige Alien-Käfer die Stadt, betäuben die Bewohner, und spinnen sie in Netze. Cooper kann entkommen, und führt eine kleine Gruppe erst auf der Flucht, dann gegen das Nest der Super-Insekten…

Kritik: Manchmal fürchte ich, dass ich mit modernen B-Movies generell zu hart ins Gericht gehe. Ich habe einen qualitativen Mindestanspruch, den der durchschnittliche Zuschauer dieses DVD-Futters augenscheinlich nicht hat. Saubere Kameraarbeit, prima Splatter, und ein paar ausgediente Altstars reichen mir einfach nicht, um in Begeisterungsstürme zu verfallen. Es sind dann Filme wie “Infestation”, die mich beruhigen: geht doch!

Tatsächlich ist dieser billig in Bulgarien gedrehte Käfer-Horror genau die Sorte B-Movie, die mir Spaß macht: temporeich, halbwegs anständig inszeniert, mit ein paar kruden Gags angereichert, und dabei innerhalb der Genre-Klischees noch einfallsreich genug, um nicht zu langweilen.

Dass der durchaus humorvolle Heuler ausgerechnet von einem Veteranen der Trash-Firma UFO, T.J. Sasakegawa, ins  Leben gebracht wurde, überrascht dann doch. Die liefern ja seit “Apokalypse Eis” nicht mehr als Dienst nach Vorschrift ab.

Besonders die Idee, den Protagonisten als vom Leben getretenen Nerd (Christopher Marquette, “Fanboys”) zu etablieren, macht “Infestation” frisch genug, um ihn über die Laufzeit zu retten. Endlich mal ein amerikanisches Setting in einem osteuropäischen Billig-Grusler? Check. Mehr Käfer-Ekel, als in die Laufzeit passen sollte? Check. Einfallsreiches Creature-Design? Check. Abgehalfterter SF-Serienstar? Check (Linda Park). Titten? Check (nicht Linda Park). Humor? Check.

Alles, was ich an “Infestation” kritisieren könnte, von einzelnen Effekt-Shots bis hin zu der wirklich horriblen Charakterisierung der Wetter-Lady mit den Appetit verderbenden Silikon-Brüsten, gehört genau zu den Sachen, bei denen man halt ein Auge zudrücken muss, wenn nicht gerade Sam Raimi auf dem Regiestuhl sitzt. Auch das gigantische Logik-Loch, nach dem eine Großstadt scheinbar ohne jegliche Kenntnisnahme der Restwelt von außerirdischen Käfern eingenommen werden kann, lasse ich durchgehen.

Fazit: Ein Film, der mich für 85 Minuten wieder 16 Jahre alt gemacht hat. Cool.



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Dr. Acula

Jou, das war beim diesjährigen FFF-Jahrgang mit „Wasting Away“ der Beweis dafür, dass der charmante B-Film, der mit ein wenig Liebe und Enthusiasmus gemacht ist, doch noch nicht tot ist.

blub
blub

„You’re killing him!“
„No shit!“

Mucke klingt gut, ich schau mal rein. xD

milan8888
milan8888

Sieht spaßig aus der Trailer

Lari
Lari

„Infestation“ war sehr nette Unterhaltung – für einen Tierfilm gehobener Halbwertzeit fehlte es letztendlich ein wenig an Budget und vor allem Ideen.

Der eine Ecke originellere und charmantere „Wasting Away“ hat in der aktuellen Splatting Image übrigens leider einen Totalverriss wie schon lange nichts mehr eingefahren. Völlig unverdient.

Peroy
Peroy

Die Splatting Image liest man ja auch nicht, mit der wischt man sich den Allerwertesten…

Haben die dein Machwerk nicht abgefeiert… ?

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