Vorab ein Wort an die Freunde von 13th Street, denen ich ja schon lange verbunden bin: Ich habe kein grundsätzliches Problem damit, dass ihr in diesem Jahr WIEDER den Spot mit der Villa im Wald und dem kleinen Jungen zeigt. Klar, nach dem 30igsten Mal nervt es ein wenig, aber ich finde die „kühle Rote“ Franziska Petri eigentlich ziemlich lecker, besonders wenn sie süffisant-vieldeutig „vielleicht…“ sagt.

http://www.youtube.com/watch?v=uLIuJPS-4h4

ABER: Es macht mich kirre – jedes Mal! – wenn der Junge fragt, ob sie vielleicht eine Packung Kekse kaufen möchte.

Er hat ein Glas in der Hand. Ein GLAS!!!

Das muss doch jemandem bei der Produktion aufgefallen sein!

Da werde ich zum Hulk…

Okay, ich habe diesmal versucht, die Reviews halbwegs thematisch zu ordnen: „JCVD“ und „My name is Bruce“ zusammen, „Virus Undead“ und „36 pasos“ zusammen – und heute sind die Funsplatter-Komödien dran. Zwei aus dem Highschool-Umfeld, eine als Musical.

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DANCE OF THE DEAD

Dance of the Dead PosterUSA 2008. Regie: Gregg Bishop. Darsteller: Jared Kusnitz, Greyson Chadwick, Carissa Capobianco, Mark Oliver u.a.

Kurz gesagt: Romero-eske Zombies hüpfen just in der Nacht aus den Gräbern, als die Teenager einer Kleinstadt zum Abschlussball gehen wollen. Will man sich von fleischfressenden Untoten wirklich „die wichtigste Nacht des Lebens“ versauern lassen?

Ins Detail: Splatterkomödien sind schwierig, weil die Balance aus Grusel und Humor notorisch schwer zu halten ist. Besonders, wenn Teenager im Spiel sind, die Geißel des modernen Horrorfilms. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Autoren die eigenen Highschool-Jahre meistens schon zwei Dekaden hinter sich haben, und sich nur noch rudimentär daran erinnern können. Darum wird dann bei den Figuren zumeist tief in die Klischeekiste gegriffen. Und weil man die Teenager als Publikum haben will, wird die Gewalt vergleichsweise runtergefahren. So macht man sich auf keiner Seite Freunde.

„Dance of the Dead“ ist da anders. Der Film ist in diversen Kritiken als eine US-Variante von „Shaun of the Dead“ bezeichnet worden. Das ehrt ihn, auch wenn er deutlich weniger smart ist als die britische Vorlage. Aber ich glaube, die (vielleicht zu jungen) Kritiker haben die offensichtlichsten Vorbilder übersehen: „Dance of the Dead“ ist die Romero-Version der frühen Teenager-Komödien vom Schlag „Fast Times at Ridgmont High“, „Rock’n’Roll Highschool“, und „Porky’s“. Das fällt schon im Look der Produktion auf: Fast alle Autos sind alte 70er-Schleudern, die Wuschel-Frisuren der Jungs erinnern mit den labberigen No Name-Shirts an Episoden von „That 70’s Show“, und würden nicht ab und an Handys benutzt – man könnte „Dance of the Dead“ unterstellen, 1978 zu spielen. Es ist kein Zufall, dass Hauptfigur Jimmy aussieht wie der kleine Bruder der Ramones. Das wird auch beim Soundtrack durchgehalten, der uns gleich zwei sehr schöne Fassungen des Pat Benatar-Klassikers „Shadows of the Night“ präsentiert.

Dance of the Dead

Weil der Film sich auf die Frühzeit der Teenager-Komödie bezieht, ist er weder so zynisch, noch so berechnend wie die modernen Varianten: eigentlich sind alle Kids ganz nett, man hat halt so die üblichen Probleme, und die Welt ist noch nicht strikt in Gewinner und Verlierer aufgeteilt. Dazu passt, dass der Film auch nicht versucht, irgendwelche Jocks als menschliche Antagonisten aufzubauen. Man schaut den handelnden Personen gerne zu, statt ihnen dauernd die Zombiepest an den Hals zu wünschen.

Zu verdanken hat Regisseur Bishop das nicht zuletzt einer gut aufgelegten Besetzung, allen voran Greyson Chadwick und Carissa Capobianco, die aus den Rollen „Final Girl“ und „Cheerleader“ mehr rausholen, als drinstecken sollte. Falls Greyson das hier liest: Ich will dich heiraten! Combat Boots und Prom Dress – eine unwiderstehliche Mischung…

„Dance of the Dead“ bezieht sich nicht nur stilistisch auf die 70er, sondern hat sich auch deren Unschuld und Sympathie bewahrt. Das allein steigert den Unterhaltungswert beträchtlich.

http://www.youtube.com/watch?v=Mrz7GdEaqaQ

Hinzu kommt, dass der Film mit einer Energie und Geschwindigkeit abläuft, dass der Nachspann schon läuft, wenn man sich gerade mal im zweiten Akt wähnt. Exposition wird komplett vermieden (die Stadt hat ein riesiges Atomkraftwerk, da kann das mit den Zombies schon mal vorkommen). Die Actionszenen sind von einfacher Eleganz, alle Figuren sind ständig in Bewegung, und es wird keine Zeit an dämliche Subplots verschwendet. Fettfrei, fix, und frech – genau die richtige Einstellung für einen Film dieses Kalibers. Dazu Splatter satt und einfallsreich, und eine grandiose Sequenz, in der die Zombies wortwörtlich aus ihren Gräbern katapultiert werden. Es braucht so wenig, um mich glücklich zu machen…

Was aber am wichtigsten ist: Der Humor funktioniert. Nicht zuletzt deshalb, weil wir die Figuren ja sowieso sympathisch finden. Sprüche, Situationskomik, Slapstick – alles greift sauber ineinander. Und wo Klischees aufgebaut werden (Coach), da werden sie auch gerne am Ende wieder gebrochen.

Der Film deutet nicht auf eine Fortsetzung hin – er setzt sie einfach voraus. Und ich für meinen Teil kann es kaum erwarten.

Fazit: Ein extrem kurzweiliger Splatterspass, der die besten Seiten der 80er Highschool-Komödie gekonnt mit sämtlichen billigen Zombieklischees mixt, und deshalb im Rahmen seiner Möglichkeiten durchaus 9 von 10 Sternen verdient hat.

Andere Meinung: The most outrageous, most sanguine and most irrepressibly hilarious horror comedy since SHAUN OF THE DEAD“ (Bloody Disgusting)

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REPO! THE GENETIC OPERA

Repo Poster

USA 2008. Regie: Darren Lynn Bousman. Darsteller: Anthony Stewart Head, Sarah Brightman, Paul Sorvino, Paris Hilton, Alex Vega

Kurz gesagt: Punk/Goth/Sci-Fi-Musical – in einer düsteren Zukunft, in der Menschen ständig Organe austauschen müssen, regiert mit GeneCo ein gigantisches Unternehmen, dessen „Repo Man“ auch gerne mal die Wirbelsäule zurückholt, wenn ein Patient mit den Zahlungen im Rückstand ist. Als der GeneCo-Präsident Rotti Largo erkrankt, sucht er sich ausgerechnet die abgeschirmt aufgewachsene Teenagerin Shilo Wallace als Nachfolgerin aus, deren Vater Nathan vor 17 Jahren sein Konkurrent um die Liebe der schönen Marni war.

Ins Detail: Groucho Marx war es, der für eine seiner Spielshows den Begriff „close, but no cigar“ prägte – auf deutsch: knapp daneben ist auch vorbei. Auf keinen Film des Festivals trifft das so sehr zu wie auf „Repo! The Genetic Opera“.

Die Produktion? Exzellent. Eine dystopische Welt, in der es nie Tag zu werden scheint, eine schräge Mischung aus Hongkong, „Dark City“, und der „Rocky Horror Picture Show“.

Die Darsteller? Fehlerfrei. Ein großartig aufgelegter Anthony Stewart Head, der mal wieder beweist, dass er für Musicals geboren wurde. Diva Sarah Brightman als Gothic-Tante mit einer extrem spookigen Fähigkeit (ihre digitale Hornhaut kann alles aufzeichnen, was sie sieht, und als geisterhafte Projektion in den Raum werfen).  Alex Vega zeigt, dass sie mehr sein kann als eins von den „Spy Kids“ (wobei ihre Rocknummer verdächtig an Avril Lavigne erinnert).

Repo PlakatDas Drehbuch? Einem Musical angemessen – melodramatisch bis zum Anschlag, mit hübschen Verwicklungen, und überraschenden Wendungen. Man kann mit den Figuren leiden, auch wenn die angedeutete Liebesgeschichte von Shilo und dem Grabräuber am Ende etwas im Sande verläuft.

Die Effekte? Allererste Sahne, von der CGI bis zum erfreulich hemmungslosen Splatter. Wer wollte noch nicht sehen, wie der „Repo Man“ einem Opfer die Wirbelsäule wieder entfernt? Dazu kommt eine erstaunliche Liebe zum Detail: Die Bilder von Marni, die in der Villa hängen, sind schwarzweiß, aber trotzdem krude Hologramme, was für einen interessanten „Dark Romance“-Effekt sorgt.

Und trotzdem: mehr als ein „geht so“ gibt’s nicht.

Jetzt höre ich schon die Experten: „Klar, ist ja von der Lusche, die ‚Saw II-IV‘ gedreht hat – KANN ja nicht gut sein“.

Falsch. An Bousmans Regie ist nichts auszusetzen. Er kann die Action ebenso glaubwürdig inszenieren wie das Melodrama. Er hat außerdem ein Händchen für die Choreographie der Musiknummern. Ich bin kein Fan der „Saw“-Filme, aber an ihm mache ich den Mißerfolg nicht fest.

Repo

Ist Paris Hilton das Problem? Auch falsch. Sie schlägt sich ganz gut, und fällt stimmlich nicht annähernd so unangenehm auf wie Pierce Brosnan in „Mamma Mia!“. Regisseur Bousman hat gewußt, wieviel er von ihr erwarten kann, und hat genau das auch bekommen.

„Repo!“ scheitert an der Musik. Und das ist bei einem Musical, das fast ausschließlich aus Musik besteht, der Todesstoß. Nun könnte man sagen, ich sei einfach nicht der richtige Kunde für diese bräsige Goth-Rock-Kiste. Das mag stimmen. Aber selbst wenn ich meinen persönlichen Geschmack außen vor lasse, funktioniert der Soundtrack einfach nicht. Die Nummern sind alle sehr gleichförmig – größenteils Power-Balladen mit Rock-Brücken, die dem Film jeglichen „flow“ nehmen. Gerade Musicals leben von einer Abwechslung in der Stimmung: sanfte Ballade, harter Rock, hymnisches Finale. Bei „Repo“ klingt alles irgendwie gleich, und ist so eng aneinander geklatscht, dass es eher wie ein albern pubertärer Goth-Rock-Teppich wirkt. Die Texte helfen nicht, denn sie sind oft redundant, und doppeln das, was wir sowieso auf der Leinwand sehen. Die Komposition der Songs ist so wenig eingängig, als hätten die Darsteller jede Zeile einzeln einfach mal drauf los gesungen. Strophen und Verse lassen sich kaum ausmachen. Ohrwürmer Fehlanzeige.

http://www.youtube.com/watch?v=l8A6lZpdwmU

Verdammt. Verdammt, verdammt, verdammt! Mit einem anständigen Rock-Soundtrack aus der Steinman-, oder meinetwegen auch aus der Sisters of Mercy-Ecke (geht ja auch zusammen: „More“) hätte der Film eine totale Granate sein können. Alle Elemente sind vorhanden. Stattdessen ödet man sich durch eine lahme Goth-Nummer nach der anderen, und erinnert sich sehnsüchtig daran, wieviel besser das bei „Rocky Horror Picture Show“ oder sogar dem „Buffy“-Musical war.

Fazit: Eine wunderschöne Produktion und exzellente Darsteller können dem potentiellen Kultfilm leider nicht über seine schwachen und ausgegorenen Songs hinweghelfen, die das Gesamtniveau dann doch wieder auf 4 von 10 Sternen drücken.

Andere Meinung: „A fiercely original sideshow freak-out of killer tunes and bloody mayhem unlike anything you’ve ever seen!“ (Dread Central)

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JACK BROOKS: MONSTER SLAYER

Jack Brooks Poster

USA 2007. Regie: Jon Knautz. Darsteller: Trevor Matthews, Robert Englund, Rachel Skarsten

Kurz gesagt: Splatter-Komödie über einen Klempner mit Aggressionsschüben, der seine Bestimmung findet, als ein Dämonenherz aus einem Highschool-Professor ein Tentakel-Monster macht…

Ins Detail: Jack Brooks ist nicht die Sorte Held, die wir gewohnt sind – und genau deshalb ist er mir sympathisch. Ein ewiger Loser, der kein Bein mehr auf die Erde bekommt, seit er als Kind mitansehen musste, wie seine Eltern und seine Schwester bei einem Campingausflug von einem Monster gekillt wurden. Seither hat er eine kurze Lunte, und haut Leuten gerne aus Prinzip aufs Maul. Seine Freundin Eve ist eine schrille Zicke, und die Stunden im Nacht-College gehen ihm massiv auf die Eier. Als aber der nette Professor Crowley (jau – Robert Englund läßt es mal wieder massiv in der Slapstickecke krachen) plötzlich als Tentakel-Monster von Jabba-Ausmaßen seine Mitschüler zu Dämonen zu machen, greift Jack zum Abflußrohr – „facing your demons“ wurde noch nie so wörtlich genommen…

„Jack Brooks: Monster Slayer“ ist der Versuch, einen positiven „character“ für eine Horrorfilm-Reihe zu schaffen, so etwa im Stil von „Ash“ aus „Tanz der Teufel“. Von der Sorte kann man nicht genug haben, sag‘ ich immer, und „Jack Brooks“ haut da größtenteils (und größtenteils mit der Axt) in die richtige Kerbe. Es macht Spaß, wenn mal wieder so richtig old school gesplattert wird, ganz ohne CGI, dafür mit eimerweise Latex. Die Monster-Kostüme sind wirklich eine Freude für die Fans von Jack Arnold und Inoshiro Honda gleichermaßen. Nur der „big baddie“, in den sich Englund verwandelt, wirkt eher wie eins der drei Meter großen Zauselmonster aus der „Muppet Show“, und es mangelt an echter Bedrohung.

„Jack Brooks“ ist auch ganz flüssig inszeniert, in der Action flott, und bei den Pointen relativ standsicher. Strukturelle Probleme gibt es nur, weil „Jack Brooks“ sich mit dem titelgebenden Charakter soviel Zeit läßt, als handele es sich um den Pilotfilm einer TV-Serie. Erst im dritten Akt geht die Monsterschlacht los – und bis dahin zieht sich die Chose etwas.

Jack Brooks

Die Besetzung ist durchweg sympathisch, Rachel Skarsten hat sich VERDAMMT verändert, seit sie in der Batman-Ablegerserie „Birds of Prey“ dabei war – und nicht zum schlechteren. Als „Eve“ bricht sie alle Rekorde, was hysterisches Rumgekiekse angeht.

EInen Extrapunkt bekommt „Jack Brooks“ für die kleine Episode, die den Film einrahmt, und die Lust auf mehr macht.

Fazit: Nicht so schlau oder so rasant inszeniert wie „Dance of the Dead“, aber als munterer Genre-Spass mit einer coolen Identifikationsfigur allemal 7 von 10 Sternen.

Andere Meinung: It obviously had budgetary restrictions but what they managed to do with the cash is certainly all up there on screen for you to enjoy. The monsters and creatures looked great and have that typical iconic 80’s style about them“ (Horror Asylum)



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OnkelFilmi

„…ABER: Es macht mich kirre – jedes Mal! – wenn der Junge fragt, ob sie vielleicht eine Packung Kekse kaufen möchte…“

Vor allem: warum sitzt sie mit Wolfgang Schäuble am Tisch!?!

N.
N.

Franziska Petri. Tinte im Füller. Feuer!

Dieter
Dieter

Also ich hätte gerne eine Tüte Pommes. Palim palim Hö Hö Hö

Dieter
Dieter

Quatsch. Das war eine Flasche Pommes. Mist. Pointe versaut.

Tom
Tom

Hi Wortvogel,

spezielles Dankeschön für die Fun-Splatter-Kritiken. Ich bin ja Fun-Splatter-Riesenfan… wenn sie denn lustig sind. Und mit dieser Erwartung falle ich zu 90 % auf die Schnauze :-).

Aber Deine Argumente für „Dance of the Dead“ und „Jack Brooks“ klingen überzeugend.

[Auch wenn ich gerade über Deine Suchfunktion feststellen musste, dass Du „Black Sheep“ mit etwa 3 Belas zuviel bewertet hast – hähä!]

Mencken
Mencken

Dance of the dead war in der Tat eine positive Überraschung, meines Erachtens aber gerade weil -ähnlich wie bei Black Sheep- nicht allein auf Splatter gesetzt wird und viele Gags auch so funktionieren. Den Funsplatter-Freunden mag dies aber nicht gefallen, zumindest hatte ich den Eindruck, daß viele Zuschauer den mangelnden Blutgehalt enttäuschend fanden.

Marko

@ Packung Kekse: Ist mir noch nie aufgefallen, Werbung geht meistens an mir komplett vorbei …

Von den Fun-Splatter-Streifen habe ich nur Jack Brooks gesehen und fand ihn ganz okay. Schön, Englund mal wieder in einer netten Rolle zu sehen („Hatchet“ war schrecklich schlecht). Das Jabba-The-Hutt-Monster fand ich lustig! Das Viech bei den Eingeborenen sah allerdings eher aus wie aus „Power Rangers“ geklaut.

Gruß,
Marko

OnkelFilmi

„They ate my dog! German shepherd, best bitch i ever had. I had to kill the whole block!“

Mencken
Mencken

@sehe ich ja genauso und fand das auch gerade gut, aber gerade das „Immer schön Draufhalten“ erwarten eben leider viele Leute und zumindest in Berlin war dann doch vielfach „nicht krass genug“ zu hören, allerdings war das Publikum (habe vorher immer in Hamburg das Festival gesehen) auch insgesamt ausnehmend unangenehm, keine Ahnung, ob das an der Stadt liegt oder einfach Zufall war.

Peroy
Peroy

„Jetzt höre ich schon die Experten: “Klar, ist ja von der Lusche, die ‘Saw II-IV’ gedreht hat – KANN ja nicht gut sein”.“

KANN nicht gut sein, weil’s ein scheiss Musical ist, meinst du wohl…

Tom
Tom

@Mencken:
„Black Sheep“ – falls Du mich so verstanden hast – war mir keinesfalls zu unsplatterig. Es muss halt passen, egal ob es ein einziges Splatterbad ist oder nur ein paar gezielte Effekte.

Und bei Black Sheep mochte ich eigentlich fast nichts außer dem beschaulichen Bild der in Eingeweiden „grasenden“ Schafen.
Ansonsten: Story – ganz ulkig, aber nix draus gemacht. Charaktere – Müll. Gags – gähn. Und wenn ein Werschaf-Virus einem mal eben die Hand in einen Huf verwandelt, dann fehlt mir da persönlich der aufschreiende Lektor 🙂

Peroy
Peroy

„Black Sheep“ war eigentlich okay, wenn’s jetzt hier wieder losgeht von wegen „Mir hat das und das nicht gefallen weil so und so“, dann kotz‘ ich…

Letztens hat hier doch auch einer gesagt, „Spider-Man 2“ wär‘ Müll? Geht’s noch? 😕

Peroy
Peroy

Ach ja, nochmal wegen „Repo“: Zu sagen „Eigentlich alles super, aber die Musik ist scheisse, deshalb ist der Film scheisse“ (was die Quintessenz ist, die ich aus der Kritik ziehe) und dann mit der lausigen RHPS als Beispiel für bessere Songs anzukommen… nun ja, das ist schwach…

Mencken
Mencken

Ich hatte das eher generell angemerkt, war nicht auf den ersten Post bezogen.
Die Verwandlung fand ich aber super,gerade weil das so albern war und eben nicht -wie erwartet- mit viel Blut und Schleim einherging. Wüßte auch nicht, warum da der Lektor aufschreien sollte, eigentlich ist das doch nur das konsequente Equivalent zu ähnlichen Szenen in anderen Funsplatterfilmen (denke da etwa an Tom Savini in From Dusk till Dawn), nur das es statt Krallen eben Paarbehufung gibt.

Tom
Tom

„“Black Sheep” war eigentlich okay, wenn’s jetzt hier wieder losgeht von wegen “Mir hat das und das nicht gefallen weil so und so”, dann kotz’ ich…“

Okay, okay, ich kapituliere:
Black Sheep war knüllewitzig – wie es abgerissene Arme nunmal per se sind. Sonst würde es ja nicht „Fun“-Splatter heißen, gelle, Peroy? 🙂

Peroy
Peroy

Nein, der war nicht knüllewitzig, mal abgesehen von dem Schaf hinterm Steuer, aber er war verglichen mit anderem Fun-Splatter-Abschaum („Convent“, „Evil Aliens“ etc.) okay und vor allem technisch gut…

OnkelFilmi

„KANN nicht gut sein, weil’s ein scheiss Musical ist, meinst du wohl…“

Nur daß es kein Musical ist, sondern eine Oper. Stil, Rhytmus, Darbietung – alles Oper, nicht Musical.

Ich war mit meinem Komponisten in dem Film, und der war (wie auch ich) begeistert. Die, die enttäuscht waren, haben sich höchstwahrscheinlich von den beiden Trailern in die Irre leiten lassen, in der Annahme sämtliche Lieder des Filmes wären in einem ähnlichen Stil gehalten. Der Film heisst nunmal „Repo! – The Genetic Opera“ und nicht „… The Genetic Rock Musical“.

@Mencken:
„sehe ich ja genauso und fand das auch gerade gut, aber gerade das “Immer schön Draufhalten” erwarten eben leider viele Leute und zumindest in Berlin war dann doch vielfach “nicht krass genug” zu hören“

Bei F.LM gibt es einen Podcast, bei dem die Macher davon sprechen, daß sie „Martyrs“ langweilig fanden, und den selbst ja „viel härter“ gedreht hätten.

Manchmal wünscht man sich da doch, daß man ein „Scanner“ wäre…

Peroy
Peroy

„Nur daß es kein Musical ist, sondern eine Oper. Stil, Rhytmus, Darbietung – alles Oper, nicht Musical.“

Singen die Leute da permanent ohne Grund… ?

Stephan
Stephan

Sarah Brightman.

Goth-Rock.

Muß ich sehen.

OnkelFilmi

Das sehe ich dann doch ein wenig anders, Torsten. Die Musik ist Goth/Elektro-Rock, der Gesang und die Vortragsweise orientieren sich jedoch an der Oper. Das beste Beispiel dafür ist die Figur des „Graverobber“ (Terence Zdunich), der sich in „Sprechgesang“ (das ist übrigens sogar der international übliche Begriff) artikuliert, eine Technik die seit Bergs „Wozzeck“ und „Lulu“ fester Bestandteil der modernen Oper ist. Auch der eher harte Übergang von Szene zu Szene ist eher ein Merkmal der Oper.

@Peroy:

Der Unterschied liegt da in erster Linie in Darbietungsweise und Inhalt. In einem Musical sind die Songs auch wirklich „Songs“, während in einer Oper die „Songs“ gesungene Dialoge sind.

[On a somewhat related note: Mein Komponist und ich arbeiten seit „Repo!“ an unserem eigenen Horror-Musical. Story steht bereits, und 3 Songs haben wir auch schon geschrieben (von geschätzten 30)]

Peroy
Peroy

„Der Unterschied liegt da in erster Linie in Darbietungsweise und Inhalt. In einem Musical sind die Songs auch wirklich “Songs”, während in einer Oper die “Songs” gesungene Dialoge sind.“

Ich wiederhole: Singen die Leute da permanent ohne Grund…?

Dr. Acula

@Mencken
Das Berliner FFF-Publikum IST das prolligste und gorebauern-gespickteste des Festivals, da gibt’s kein Vertun.

Tornhill
Tornhill

Zu „Dance of the Dead“:
Huch? Eine funktionierende Teenager-Zombie-Komöde? Ganz ehrlich – ich hätte nicht gedacht, dass ich das nochmal erlebe…unfassbar… Das muss ich selbst gesehen haben, bevor ich’s glaube.

Zu „Repo!“:
Das glaube ich leider absolut! Einfach, weil wir in einer so traurigen Welt leben…seit ich einmal einen frühen Ausschnitt sah, war ich gierig auf diesen Film…da ist es fast zu erwarten, dass sie ihn vergurken, um mich zu ärgern.

– Wobei ich übrigens nicht genau sagen könnte, wo der Unterschied zwischen Oper und Musical ist, aber das reine Vorhandensein von Rezitativ oder Dialog kann es eigentlich nicht sein.

Mollari
Mollari

Zu dem Keksjungen:
Ich hatte das immer so gesehen, dass das sein Spenden-/Wechselgeldglas ist, und er die obligatorische Ladung Kekse auf dem Bollerwagen hinter sich herzieht.
Würde natürlich nichts ändern, denn die Regie zeigt uns ja auch diesen, vielleicht vorhandenen Bollerwagen nicht. So schräg von oben über ihre Schulter auf den Jungen gefilmt, mit Kekswagen im Bild – es wäre doch so einfach.

Und diese Kekse verkaufen normalerweise doch auch nur PfadfinderINNEN, die für William Shatner arbeiten.

Naja, egal.

Dr. Acula

In dem Glas ist aber kein Geld, da sind Kekse drin…

Tom
Tom

„aber er war verglichen mit anderem Fun-Splatter-Abschaum (”Convent”, “Evil Aliens” etc.) okay und vor allem technisch gut…“

Sorry für den erneuten Exkurs, aber den Einen muss ich noch raushauen:
„Black Sheep“ war tatsächlich „technisch gut“. Aber müsste er dann statt Fun-Splatter nicht Well-Done-Splatter heißen?

Trotzdem noch versöhnliche Worte zum Abschluss, Peroy:
Bei CONVENT und EVIL ALIEN schwimmen wir Zwei voll auf einer Welle…

Dieter
Dieter

@OnkelFilmi: So wie ich Oper verstehe, ist für sie charakteristisch, dass grob gesagt die Handlung durch Rezitative vorangetrieben wird, Gefühlsinhalte durch Arien vermittelt werden. Insbesondere die größten Gefühlsregungen machen Arien erforderlich. Dieses Prinzip auf populäre Musik angewendet (beispielsweise Arie = Rock-Ballade) ergäbe eine moderne Oper. Deshalb ist Bernsteins West Side Story trotz des unglaublichen musikalischen Gehalts und Niveaus und des operngerechten Inhalts auch ein Musical und keine Oper: Als Tony erschossen wird, singt Maria nicht, sondern verzweifelt stumm und fragt dann sprechend als Vorwurf an die Gangs, wieviel Kugeln noch im Revolver seien. Schlussmusik. Ende.

Jedenfalls an solchen strukurellen Merkmalen würde ich einen Film oder ein Bühnenstück messen, um zu beurteilen, ob das ein Musical oder eine Oper ist.

Stony
Stony

@Wortvogel: Paßt hier natürlich nicht ganz rein, aber wo soll man seine Fragen schon platzieren… 😉

Also, was ich gerne wissen würde: Hast du den ‚SciFight‘ von Boll gestern Abend verfolgt und/oder kommt da was von dir zu? Ich habe grad mal gesucht und bisher nur eine Seite im Netz gefunden wo das kommentiert wurde (incl. Transkript des Chats) und arbeite mich da grad durch. Scheint nicht grad der Bringer gewesen zu sein, der Kommentator faßte es mit ‚ScInfotainment‘ zusammen, mich würde aber deine Einschätzung auch mal interessieren… 😉

*****

Hier noch der Link zur seite die ich gefunden habe und zum Verlauf des Chats:

http://limbodiablo.wordpress.com/2008/09/09/ja-ich-habe-mit-jason-statham-nicht-nur-einen-gesoffen/

http://limbodiablo.wordpress.com/geistiger-abfall/ftrtr/

Mollari
Mollari

@ Dr. Acula:
Wer trägt denn Kekse in einem Glas mit sich herum?

Jetzt bin ich endgültig GEGEN diesen Spot eingenommen, auch, um damit von meiner Sehschwäche abzulenken. 😉

Peroy
Peroy

„Ich nicht! Ich kann mich an “Convent” kaum erinnern, meine aber, mich rechtschaffen amüsiert zu haben. Und “Evil Aliens” lässt zwar stetig nach, ist aber trotzdem recht putzig (und hey – Emily Booth!).“

Dann ist „Virus Undead“ auch putzig…

Tornhill
Tornhill

@Dieter:
Demnach wäre die „Entführung aus dem Serail“ auch keine wirkliche Oper, da ja die doch recht wichtige Figur des Bassa Selim eine Sprechrolle ist?
Aber stimmt – wenn ich mich recht erinnere, wird es immer neutral als „Singspiel“ (was man wohl als Vorgängerbegriff von „Musical“ sehen könnte) bezeichnet.

Mencken
Mencken

Ich dachte immer, in dem Glas wären „Probierkekse“, damit potentielle Käufer vorher mal kosten (und sich den Kram ansehen) können. Möglich ist natürlich auch, daß die Packung bei Gefallen dann per Post kommt – wie bei den frisch entlassenen Häftlingen, die einem unbedingt ein Zeitungsabo verkaufen wollen.

Dieter
Dieter

@Tornhill
Das Singspiel ist eine deutschsprachige Sonderform der Oper, in der gesprochene Dialoge das Rezitativ ersetzen und damals populäre und bekannte Lied- und Tanzformen neben den Arien auf die Bühne gebracht wurden (stimmt, glaube ich, so eingermaßen).

Ich dachte eigentlich nur, dass man bei einer Rock-Oper ,,Oper“ als Gattungsbegriff ernstnehmen könnte und irgendwie damit umgehen. Muss man natürlich nicht. In einer soap-opera singt ja auch nicht die Kernseife.

Tornhill
Tornhill

„In einer soap-opera singt ja auch nicht die Kernseife.“
Wobei das Potential für einen seeeehr schmerzhaften Sketch hätte…

Danke aber für die Erläuterungen…trotz vagen Interesses habe ich mir nie die geringe Mühe des Nachlesens gemacht. 😉

trackback

[…] mixt, und deshalb im Rahmen seiner Möglichkeiten durchaus 9 von 10 Sternen verdient hat.“ (Torsten Dewi) „Der Film ist oberklasse: unglaublich lustig und unterhaltsam. Ein Gag jagt den nächsten und es […]

Peroy
Peroy

@ „Dance of the Dead“:

*kopfschüttel*… kreativ war hier gar nichts, die Gags sind mehr miss als hit, die „sehr schönen“ Versionen von „Shadows of the Night“ haben deutlich weniger bums als das Benatar-Original, der restliche Score passt eher zu einem Italo-Söldner-Spektakel. Das ist alles jetzt nicht aggressiv schlecht, aber „Die Nacht der Creeps“ hat wirklich das gesamte Packet schon vor über zwanzig Jahren BESSER geschnürt… und wenn ich eine Stadt mit angegliedertem Atomkraftwerk besuchen will, dann fahr‘ ich nach Tromaville, gelle…

Zugegeben, nicht viel schlechter als „Shaun of the Dead“, aber den fand ich ja schon nicht toll… und wenn einem so was schon beinahe die Höchstpunktzahl wert ist, nun ja…

Und Tobe Hoopers „Dance of the Dead“ war um Meilen besser…

So 4 bis 5/10, je nach Alkoholpegel.

Peroy
Peroy

Noch ein P.S.:

Besonders peinlich übrigens, dass die angestrebte Stimmung (so angelegt als gritty-70s/80s-Style, schätze ich mal) durch die Verwendete knackscharfer Video-Bilder mal eben gar nicht realisiert werden konnte, da nützen auch Frisuren und Autos nichts mehr. Atmosphäre geht anders…

Heino
Heino

ist zwar jetzt nicht mehr wirklich aktuell, aber ich habe eben in der Mitte von „Jack Brooks“ aufgegeben. Der hat für mich so ziemlich alles falsch gemacht, was nur möglich ist. Schlecht gespielt, viel zu lange Einleitung, null Spannung, grottige Masken (die waren sogar in Buffy um Welten besser) und Robert Englund zeigt mal wieder, warum Freddy auf ewig seine beste Rolle bleiben wird. Das war nix:-((

Peroy
Peroy

@ Heino: Ich kann bestätigen… du hast nicht wirklich was verpasst…

trackback

[…] der nächste Nicolas Cage zu werden. Vielleicht sollte man auch einfach nicht die Story von “Repo: A Genetic Opera” nochmal erzählen – diesmal ohne Dystopie, Paris Hilton, und […]

heino
heino

Und nochmal reichlich spät, aber was soll`s. „Repo“ taugt auch nur sehr bedingt. Ich stimme Torsten in jedem Punkt zu (außer in dem, daß Steinman oder die Sisters die bessere Wahl gewesen wären) und ob das jetzt ein Musical oder eine Oper sein soll, spielt eigentlich auch keine Rolle. Tatsache ist, die Lieder sind allesamt langweilig, eintönig und keine einzige Melodie bleibt hängen. Und da die ganze Dramaturgie an der Musik hängt, hängt der Streifen völlig durch. Die RHPS mag ihre Schwächen haben, gleicht das aber durch Irrwitz und bessere Songs aus. Hier geht leider gar nix, eine absolute Schlaftablette.

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[…] Feet ♣ 36 Pasos ♣ Afro Samurai ♥ Dance of the Dead ♦ Dog eat dog ♥ Hush ♥ Jack Brooks – Monster Slayer ♥ JCVD ♥ Like a Dragon […]

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[…] Nicht sehr innovative, aber durchaus witzige Melange aus „Tanz der Teufel“ und „Dance of the Dead„, aus der echte Metalheads sicher noch mehr Saft ziehen werden. Perfektes Festivalfutter, […]