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Es gibt Träume, die besser nicht wahr werden sollten. Seit Jahren habe ich darauf gehofft, dass mal wieder jemand die knackige Weltraumabenteuer-Saga „Flash Gordon“ aufbereitet. Kein pseudophilosophischer Unsinn wie in den neuen Star Wars-Filmen, keine ikonenlastige Athritis wie Star Trek, und schon gar keine Dauerdepression wie „Battlestar Galactica“. Einfach knallbunter Spass mit bösen Bösewichtern, vielen Feuergefechten, und Raketen, die rückwärts fliegen können.

Und nun hat der amerikanische SciFi-Channel eine neue „Flash Gordon“-Serie produziert:

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Ich würde gerne sagen: Mir fehlen die Worte. Aber das wäre gelogen.

Scheiße. Dreck. Müll. Kacke. Langweilig. Dumm. Schlecht. Widerlich. Armselig. Ekelhaft. Amateurhaft. Lachhaft. Grauenhaft. Übel. Fade. Kastriert. Unkomisch. Grau.

Und doch – damit treffe ich immer noch nicht den Kern, es fehlt das Verständnis, genau wie schlecht „Flash Gordon“ ist.

Fangen wir mal kurz bei der Story an, denn da diese nichts mit der Vorlage (oder den bisherigen Verfilmungen) zu tun hat, muss man sie tatsächlich erklären: Stephen „Flash“ Gordon ist ein erfolgreicher Marathon-Läufer, der noch bei seiner Mama lebt. Von seiner Freundin, der Fernsehreporterin Dale, hat er sich getrennt – sie ist nun mit einem Cop verlobt. Flash vermißt immer noch seinen Vater, der vor Jahren angeblich bei einem Laborbrand umkam. Eines Tages tun sich an diversen Orten kleine Risse im Raum/Zeit-Gefüge auf, durch die außerirdische Sonden und Roboter auf die Erde kommen. Alle suchen das „Imex“, was auch immer das sein mag. Flash und Dale stolpern durch ein solches Dimensionstor, und landen auf dem Planeten Mongo, wo der mürrische Ming herrscht (in dem er das Wasser für die verschiedenen Kantone rationiert). Flash und Dale gelingt die Flucht zurück zur Erde, und dabei nehmen sie eine Mongo-Bewohnerin mit, die sich als Mings Tochter Aura entpuppt. Ebenfalls auf der Erde landet so eine Art Kopfgeldjägerin des Imperators, die Aura zurückholen soll..

Okay, scheißer kann die Story eines Pilotfilms wohl nicht klingen. Kein Weltraum, keine Raketen, keine Lasergefechte, keine Falkenmänner, kein gar nix – bis auf ein paar Figurennamen hat die Serie NICHTS mit der Vorlage gemeinsam.

Wie entsetzlich banal und freudlos die Neuauflage ist, läßt sich schon prima an der Besetzung ablesen, insbesondere im Vergleich um glorreich durchgeknallten Film von 1980.

Flash, wenn ich Sie mit Flash bekannt machen dürfte?

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Wir präsentieren: Ming den Gnadenlosen und Tochter Aura:

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Und hier kommt Ming, der Angestellte im mittleren nicht- technischen Postdienst, samt Tochter, 9live-Moderatorin Aura:

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Auch Mongo hat beim Sprung auf den kleinen Bildschirm schwer gelitten: Zwei halbwegs nette digitale Matte Painting, dazu noch zwei dunkle Gänge, drei dunkle Räume, und ein paar Bahnen Stoffe an der Wand. Imperien habe ich mir anders vorgestellt. Ein Freund bezeichnete die Sets korrekterweise als „irgendwo zwischen ‚Babylon 5‘ und dem ‚Glücksrad'“.

Banale Figuren, die banale Dialoge daher plappern, und sich meistenteils mehr über ihre Ex-Freunde und verstorbenen Verwandten sorgen als um das Schicksal der Erde – „Flash Gordon“ ist das GEGENTEIL dessen, was es sein sollte. Die Serie stinkt nach kanadischer Billigproduktion, als hätte sich das Genre seit „Time Trax“ und „Krieg der Welten: Die Serie“ keinen Schritt weiterentwickelt. Als hätte es „Farscape“ nie gegeben. Oder „Kampfstern Galactica“. Oder wenigstens „Mission: Erde“.

Für den Mangel an Vision und Spielfreude darf man neben dem mangelnden Budget vermutlich Peter Hume danken, der vorher schon so Perlen wie „Charmed“ und „Relic Hunter“ produziert hat (zu beiden Serien habe ich Bücher geschrieben, hoffentlich bleibt mir das hier erspart). Diese Shows hatten wenigstens sympa- thische Darsteller, und pissten nicht auf eine legendäre Vorlage.

Leider ist „Flash Gordon“ weit mehr als eine billige, schlechte TV-Serie, die es hier vermutlich allenfalls in den Samstag- Nachmittag auf ProSieben schafft (wenn überhaupt). „Flash Gordon“ ist ein weiteres Indiz für den qualitativen Bankrott des Sci Fi-Channels.

„Farscape“ abgesetzt, „Battlestar Galactica“ abgesetzt, „Stargate SG-1“ abgesetzt – aber dafür Shows wie „Painkiller Jane“ und eben „Flash Gordon“ ins Programm gehoben. In nur zwei Jahren hat der Sender die TV-SF um 20 Jahre zurückgeworfen. Zu diesem Masterplan (denn so konsequent, wie Sci Fi das macht, kann es eigentlich kein Zufall sein) gehören auch die strunzdummen, schlecht gemachten, und immer gleichen Monsterfilme, die der Sender im Dutzendpack für den Samstag Abend produzieren läßt. Und ja, eine Wrestling-Show hat Sci Fi mit „ECW“ mittlerweile auch.

Science Fiction für Dosenbier-Trinker und Allesgucker – der Sci Fi-Channel zieht sich eine eigene Zielgruppe heran. Jeder Versuch, etwas mehr Tiefe oder Reflektion zu produzieren, wird nicht nur ignoriert, sondern aktiv bekämpft. Qualität ist ein Risiko, Fließband ein Bonus.

„Flash Gordon“ ist als Produkt schlecht – und als Stellvertreter des neuen Kurses des Sci Fi-Channels eine Katastrophe.

Und kann ich bitte ein Moratorium auf Dimensionstore bekommen? Es wird langsam lächerlich.



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Joe
Joe

Tja, da hier der kompetente Autor von „Das Babylon 5 – Universum“ (jenes Buch habe ich seinerzeit „verschlungen“) spricht, erübrigt sich wohl jede Hoffnung, die Sache könnte schlimmer aussehen als sie ist.
Schade. Ich wähnte dieFernseh-SF seit Battlestar Galactica auf guten innovativen Wegen.

Perry
Perry

Hm, ich dachte LOST CITY RAIDERS sollte auch für den Sci-Fi-Channel entstehen?! Wird der dann die Trendwende bringen?

Tornhill

Oh NEEEEEEEE ! ! !

Verdammt, dabei hatte ich wirklich große Hoffnungen in die Serie gesetzt…Als ich letztens irgendwie im Netz ein kurzes Featurette über die Serie sah, versuchte ich mir einzureden, ich habe etwas falsch verstanden und jene fade Gestalt sei gar nicht Ming, aber…Angestellter im mittleren nicht- technischen Postdienst…das trifft es schmerzlich genau!
Wissen die denn nicht, dass „Flash Gordon“ nun einmal eine schräge, höchst unseriöse Sache ist, an die man nur mit überbreitem Grinsen und ungezügelter Spielfreude herangehen sollte?
Ach Menno…

Und dann haben sie auch noch „Battlestar Galactica“ abgesetzt? Wusste ich noch gar nicht…welch elende Lumpen.

spa

Die einzig wahre Flash Gordon Verfilmung stellt wohl „Flesh Gordon“ dar. Eine wahre Perle. Und sehr liebevoll umgesetzt. Mit tollen Darstellern, einer tollen Geschichte… und Vogelmenschen.

Ansonsten war aber auch der „normale“ Flash lustig. Schade, dass daraus so ein „aktueller“ und unkreativer Flash wurde. Warum muss sowas immer in bierernstem Müll enden? Warum nicht mal wieder schön überzeichnete Fratzen? Wo die Guten gut aussehen und die Bösen böse gucken und nen bösen Haarschnitt haben?

Naja. Schade drum. Kann man wohl getrost vergessen, diese „Neuauflage“.

comicfreak
comicfreak

..Painkiller Jane? Ich liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiebe Painkiller Jane! Die Comics.

Von der Serie wusste ich bisher nix (selektive Blindheit).

Bitte sag, dass sie nicht sooo schlecht ist, wie ich mir das jetzt denke..

*zitter*

Tornhill

@Comicfreak:

Zumindest die ersten Bilder bei der IMDB sehen ja schon mal nicht sehr ermutigend aus:

http://www.imdb.com/title/tt0866432/

– Die übliche schwarze Leder-Standartcoolness. Von bunten Farben und Verbänden an der Heldin keine Spur.

lindwurm

Und alles nur, weil die Mongos das IMAX nicht finden…

comicfreak
comicfreak

*Bilder_betracht_und_bitterlich_wein*

Sax Rohmer
Sax Rohmer

Hey, ich hab heute morgen (zu grauenhaft nachtschlafender Zeit) das Finale von Lotta gesehen. Wie wär’s mal mit einer Nachklappe zur Serie, Highlights, Siege und Niederlagen, etc.

Perry
Perry

Ich wollte mich mal mehr über LOST CITY RAIDERS schlau machen und bin dabei über dieses Interview mit Brent Friedman gestoßen: http://www.comicon.com/cgi-bin/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=36;t=005945

Ganz am Schluss spricht er von LOST CITY RAIDERS. Schreibt der jetzt wirklich mit. und wird das echt ne Fernsehserie?

Perry
Perry

Ist ja interessant. Dann ist das Drehbuch in der ersten Variante ja noch vor Sumuru entstanden, oder? Ermüdung, Erschmüdung. Schenkt man da nicht Geld ab oder gibt’s nicht pro Fassung Piepen?

Is übrigens sehr interessant, mal mit einem echten Autoren zu kommunizieren.

Perry
Perry

Über Geld spricht man ja normalerweise nicht, aber scheiß drauf. Wie muss man sich das denn vorstellen? Man wird zur Hälfe bei Vertragsabschluss und zur Hälfte bei Ausstrahlung bezahlt oder wie? Und gibt’s da Unterschiede zwischen US-Markt und deutschem Markt. Muss ja doch recht schwer sein, für US-Produktionen Skripte zu schreiben.

Perry
Perry

Danke für die Offenheit. Und klar verstehe ich, dass man da auch diskret sein muss. Freue mich schon, wenn du in einem deiner künftigen Blogs mal über das Thema sprichst.

Peroy
Peroy

„Brent hat das Skript übernommen, weil ich mich nach fünf Jahren und sechs Fassungen einfach ausgepumpt fühle. Ich habe meine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, mein Name wird im Vorspann stehen – den Rest machen jetzt andere. Ich hatte Brent selber vorgeschlagen, weil ich ihn für einen exzellenten und völlig unterbewerteten Genreautor halte. Außerdem ist er ein cooler Typ.“

Wahhhh, du kennst sie alle ! Sogar den Autor von „Syngenor“… !!! *durchdrehsmiley*

Peroy
Peroy

Scheiss‘ auf „Dark Skies“ !

„SYNGENOR“, MANN !!!

Peroy
Peroy

„Meister, ich habe Syngenor gesehen, als der auf Video rauskam – so scheiße alt bin ich schon.“

Und ich hab‘ das Poster im Schaufenster gesehen… das war besser als der Film… 8)

Hendy

„Dark Skies“ hat gerockt, aber hatte ja wie viele gute Serien nur eine Staffel.

trackback

[…] Ausgenommen habe ich von diesem Beitrag “Flash Gordon” – weil ich die Serie anderweitig bereits in Grund und Boden getreten […]

Name
Name

Du bist einfach ein unflexibler jugendromatischer verknöcherter konservativer Hohlkopf, der hier abkotzt ohne dass seine Kritik an all den Serien irgendwie fundiert wäre. Lass das schreiben, auch im Internet!

PabloD
PabloD

Immerhin scheint die Allianz Google+Wortvogel einigermaßen zu funktionieren.

Dietmar
Dietmar

@Name: Du bist einfach ein wendehalsiger, altbarocker, osteoporotischer, pseudo-revolutionärer Knallkopf, der nichts auf die Reihe kriegt, als in einem Blog zu versuchen, jemanden, der etwas auf die Reihe kriegt, ans Bein zu pinkeln, ohne dass das gehässige Geschreibsel irgendeinen Informationswert hätte. Lass das Pöseln, verpiss Dich, und quake Leute in der Kneipe so an. Dann kriegst Du, was Du verdienst: Was auf´s Maul.

trackback

[…] “Akte X” als auf die Zielgruppe von “Star Trek”. Billiger Schund wie “Flash Gordon“, “The Phantom” und “Painkiller Jane” trug dazu bei, das eigentlich […]