THE GRAVEDANCERS (USA 2006, 95 min, englische OV)

REGIE: Mike Mendez
DARSTELLER: Dominic Purcell, Clare Kramer, Tchéky Karyo, Marcus Thomas, Josie Moran
DREHBUCH: Brad Keene, Chris Skinner

GravedancersStory:
Die Jugendfreunde Harris, Kira und Sid treffen sich bei der Beerdigung des alten Kumpels Devin wieder. Nostalgisch verklärt verbringen sie die Nacht am Grab, saufen, tanzen herum. Das hat leider böse Folgen – aus drei entweihten Gräbern entfleuchen die Geister einiger extrem unangenehmer Zeitgenossen, die nun einen Monat lang Zeit haben, um unsere drei Helden ins Jenseits zu holen. Die Freunde suchen Hilfe bei einem Team von Parapsychologen, die allerdings zu Anfang auch etwas überfordert sind…

Kritik:
Jau, DAS meine ich, wenn ich von ordentlich durchkonstruierter Geschichte rede! In „Gravedancers“ wird eine plausible Horror-Grundidee (die Entweihung von Gräbern) mit ein paar netten Details aufgemöbelt, und dann wird die ganze Sache folgerichtig weiter durchgespielt. Jeder Twist mag überraschend sein – aber er ist auch logisch. Der Film hält sich an die selbst gesetzten Spielregeln, und findet daher am Schluss auch zu einem inhaltlich befriedigenden Ende. Das ist heute ein Novum, und negative Gegenbeispiele gibt es auch bei diesem Filmfest genug („Messengers“, „Abandoned“, „Dead Silence“ etc.). Schon dafür bekommt der Film den Daumen hoch.

Bei den Darstellern erlaubt sich „Gravedancers“ keine Fehler – Tcheky Karyo ist kantig wie immer, Dominic Purcell („Prison Break“) sieht aus wie ein Steak, und Josie Maran (die leckere Vampirbraut aus „Van Helsing“) darf zur Abwechslung mal mit mehr spielen als dem eigenen Dekolletè. Megahn Perry ist massiv „geek sexy“ mit Rollkragenpulli und Brille.

gravedancers-4.jpg

Zwar sieht die Produktion angemessen „slick“ aus, trotzdem merkt man deutlich, wo Mendez das Budget mangelte (oder es ihn einfach nicht scherte) – die CGI ist bestenfalls okay, einige der Maskeneffekte sehen sehr nach Karneval aus (der „kleine Junge“ hat mit Monster-Makeup einen geradezu lächerlich großen Schädel), und die Rückblenden in die 20er und 40er Jahre sind so unglaubwürdig, dass man schon wieder drüber lachen kann.

Regisseur Mike Mendez ist spätestens seit „The Convent“ Spaßgarant für das Fantasy Filmfest. Auch hier läßt er es (zumindest am Ende) wieder kräftig krachen – was allerdings eher Verblüffung als wirkliche Begeisterung hervorruft. Während die ersten 80 Minuten von „Gravedancers“ eher in die Kategorie „klassischer Grusel“ fallen, dreht Mendez gegen Ende derart auf, dass man sich an „Tanz der Teufel 2“ erinnert fühlt. Komplett überblasene und teilweise hanebüchene Effekte helfen da auch nicht mehr. Bitte nicht falsch verstehen – das Ende funktioniert, und es macht auch Spass, aber es scheint so gar nicht zu dem vorher Gesehenen zu passen.

Was ebenfalls überrascht: „Gravedancers“ ist vergleichsweise zahm. Vom Teaser abgesehen kommt es erst nach 80 Minuten zum ersten Todesfall, und auch danach hält sich der Bodycount massiv in Grenzen. Wir bekommen nie wirkliche in Gefühl für die Gefährlichkeit der Geister, zumal unsere Helden sich zur Abwechslung mal an die alte Horrorfilm-Weisheit halten, dass man sich bei Gefahr nicht voneinander trennen sollte. Gut für sie – schlecht für die Spannung.

Egal – „Gravedancers“ mag kein „Nagelbeisser“ der harten Sorte sein, und er erfindet sicher nicht das Genre neu, aber angesichts der Bereitwilligkeit, mehr auf die Story als auf die Schocks zu setzen, findet er bei mir jederzeit gnädige Aufnahme.

Dringlichkeit: Kann man sich prima auf DVD ansehen – vielleicht sogar im Fernsehen, weil er wohl nicht stark geschnitten wird.

4belas.jpgPositiv:
Solide Story, ordentlich erzählt, witzige Ideen

Negativ:
Überdrehtes Finale, teilweise schwache Effekte, niedriger Bodycount

Hört nicht auf mich:
“A creepy nail-biter that combines old-fashioned eerie supernatural tension with more contemporary physical horror. Director Mike Mendez delivers more than enough horror to satisfy thrill-hungry fans.” – Hollywood Gothique



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Peroy
Peroy

Regisseur Mendez hat vorher die abgrundtief miserablen Loser-Streifen „Killers“ und „The Convent“ verbockt und allein aus diesem Grund gehört „Gravedancers“ schon boykottiert…

Peroy
Peroy

„Regisseur Mike Mendez ist spätestens seit „The Convent“ Spaßgarant für das Fantasy Filmfest.“

Bitte, sag‘ mir dass das irgendwie sarkastisch gemeint ist und ich den Witz dahinter nur nicht verstehe. Oder ist das tatsächlich die Klientel, die das FFF gemeinhin zieht ? 🙁

Tornhill

Daaaa bleibe ich auch skeptisch – „The Convent“ und „Killers“ waren SO üble Stinker, dass ich den Mendez eigentlich absolut abgeschrieben habe.

Peroy
Peroy

Torsten, füg‘ doch mal oben den Bereich „Fantasy Filmfest 07“ in den Kategorien hinzu… das macht mich monkmässig wuschig, dass der fehlt…

Peroy
Peroy

Gerade geguckt, war wie erwartet sackmies. Die ersten 50 Minuten waren stinklangweilig, alles was danach kam schlecht aus „Poltergeist“, „Firestarter“ und „Tanz der Teufel“ zusammengeklaut. Die Qualität der Effekte schwankt irgendwo zwischen „Geht so“ und „Boah, mies!“, die Schauspieler kämpfen arg gegen das luschige Material an (Ausnahme: Tchéky Karyo, der immer gut rüberkommt, hier allerdings verschwendet wirkt) und die Anlegung irgendwo zwischen klassischem Schauerstück und F/X-Kino hinkt noch mehr als beim „Haunting“-Remake. Nö, das war nix…

Mendez kann’s nicht.

Peroy
Peroy

Ich würde ja eher behaupten die funktionieren im Kontext von Schnaps am besten…

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