Gestatten – „Creature“:

Man in a Suit, Daniel Bernhardt, Sid Haig – what’s not to like?

Sowas gehört auf den Syfy-Channel. Auf dem Fantasy Film Fest wäre der in meinem Progamm gelandet, weil ich ein zünftiges Creature Feature allemal französischen Gewaltdramen und asiatischen Historienschinken vorziehe.

Das Problem: Die Produzenten haben den Film in die US-Kinos gebracht. Mit satten 1507 Kopien. Da dürfte Uwe Boll feuchte Augen kriegen.

Das Ergebnis: hochgerechnet sechs Zuschauer pro Vorstellung. Ein Gesamteinspielergebnis von 331.000 Dollar am ersten Wochenende. Bei angeblichen 3 Millionen Dollar Produktionskosten.

6 Leute pro Saal – gut, das sind mehr zahlende Kunden, als andere Filme in sechs Monaten für ihre DVD-R zusammen bringen, und 300.000 Dollar sind mehr als 30 – aber es ist trotzdem der Rekord für den miesesten Filmstart im breiten Release aller Zeiten.



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Peroy
Peroy

„This was a stunt. The goal was to set the all-time lowest gross (a marketing ploy for the home video release). They gave out tickets to anyone who was interested and intentionally only sold one (to the director, I believe). If you wanted to go, you literally couldn’t buy a ticket. But you could get one for free.“

http://reelviews.net/reelviewsforum/viewtopic.php?f=39&t=5281

Stephan
Stephan

@Peroy

Du hast aber gemerkt, dass sich das nicht auf „Creature“ bezieht, oder?

Peroy
Peroy

Hoppala…

Marcus
Marcus

Das Schlimme aber ist: die bei dem „Showgirls“-Link angezeigte Grafik wird sich der Vorländer vermutlich übers Bett hängen. Fast 360.000, do! Muss er ja nicht ranschreiben, dass das der Verkaufsrank ist und nicht die Verkaufszahlen…. 🙂

Und ich bin, ohne ihn gesehen zu haben, überzeugt, dass „Creature“ ungefähr um denselben Faktor besser ist als S:E, wie er mehr Einspielergebnis gebracht hat….

Dr. Acula

Autsch. Das tut wirklich weh – aber wie kommt man auch auf die Idee, dass so’n B-Creature Feature im Wide Release nicht total floppt?

Magineer
Magineer

Wahrscheinlich nicht. „Shark Night 3-D“ erwartet uns ja auch noch (gestern im Kino gab es ungläubige Lachflashs im gesamten Publikum, als der Trailer lief).
Und der ziemlich ridikulöse (hust!) PIRANHA 3D lief ja auch als Wide. Die sind da gnadenlos… 😀

Richard von Bronken
Richard von Bronken

Apropos: Wo bleibt das SHOWGIRL-Review? Wir warten alle sehnsüchtigst.

Exverlobter
Exverlobter

Über die Thematik „Wide-Release vs. Limited Release“ sollte der Wortvogel mal einen ausführlichen Bericht schreiben(für Laien wie mich). Ich kapier das nämlich einfach nicht und hab diesbezüglich noch keinen guten Info-Bericht gesehen.
Wie sollen sich die Filme den sonst refinanzieren? Z.B. einer der von mir am meisten erwartete Film des Jahres „The Devil’s Double“ hat laut Boxofficemojo bislang 1 Million eingespielt( bei einem Budget von über 20 Millionen). Ist das ein Flop? Aber wie kann das als Flop gelten, wenn für den Film 0 Werbung gemacht wurde, und der Film lediglich in einer Handvoll US-Kinos gesehen werden kann. So redet sich ja auch Uwe Boll immer raus. Das manche Filme von Grund auf keine Chance haben erfolgreich zu sein.
Ich würde mich freuen, wenn mir einer die Zusammenhänge mal diesbezüglich erklären könnte.

Thomas Thiemeyer

Ich versteh’s noch nicht ganz. Soll das ein Remake des Arnold Klassikers ‚Creature From The Black Lagoon‘ sein?

TimeTourist
TimeTourist

Und? Taugt der Film denn was? Sah doch ganz unterhaltsam aus.

Magineer
Magineer

@Exverlobter:
Was die Wide Releases angeht – natürlich kann nicht jeder Film als solcher gestartet werden. Das ist nicht nur eine Frage der Masse (bis zu 15 Kinostarts pro Woche wollen ja auch erst einmal in den einzelnen Kinos untergebracht werden), sondern letzten Endes auch der Zielgruppe. Mainstream und renommiertes Arthouse haben einfach ein ganz anderes Publikum als etwa ein „Creature“, den ja, wie Torsten bereits anmerkte, in Look & Story nicht wirklich viel von einer SyFy-Eigenproduktion unterscheidet.
Wide Releases sind auch eine Kostenfrage – das P&A-Budget eines Filmes liegt inzwischen bei den Studioproduktionen zwischen 50% und 70% des Filmbudgets, und je stärker du rausgehst, umso mehr musst du wieder einspielen. Einige Filme müssen dann einfach wissen, wo ihre Grenzen sind.
Ein Limited Release kann verschiedene Gründe haben – manchmal passiert das nur, weil der Verleih eine Verpflichtung hat, den Film ins Kino zu bringen, manchmal nutzt der Verleih halt wiederum das Potential eines Limited Release für die öffentliche Aufführung eines Films vor dem Auslaufen der Deadline für die Academy Awards (um somit im Oscar-Rennen noch wahrgenommen zu werden). Manchmal, bei besonders starken Filmen, sind limited releases auch eine gute Werbung und der PR-Startschuss für einen Wide Release: Wenn ein klein gestarteter Film überdurchschnittlich gute Zahlen in den jeweiligen Theatern schreibt, sorgt das zum einen für Mund-zu-Mund-Propaganda und treibt zum zweiten den PSA gewaltig nach oben. Und nur dieser PSA ist ein guter Indikator für die Branche – denn der sorgt dafür, dass der Film anschließend von den anderen Kinos wahrgenommen und eventuell gebucht wird. Reine Chartspositionen sind da nicht so ausschlaggebend.
Im Falle von DEVIL’S DOUBLE plant der Verleih vielleicht genau das, denn natürlich ist das Ding (wahrscheinlich und gerade auch in den USA) schwer unter die Leute zu bringen, schwarze Komödie hin oder her.
In deinem Beispiel des unabhängig produzierten DOUBLE kommt noch hinzu, dass du dennoch weltweite Verkäufe einrechnen musst plus die Erlöse aus anderen Auswertungsstufen, die nach und nach reinkommen. Ein Großteil der 20 Millionen dürfte ferner aus einer Kombination von Deferrals und virtuellem Budget zustande kommen – selbst im Falle eines Verlustes ist die Fallhöhe also nicht so extrem, wie du angesichts der nackten Zahlen vielleicht denken würdest. 😉

Marcus
Marcus

@Magineer: sehr interessanter Beitrag. Zwei Fragen:

Kannst du noch erklären, was ein PSA ist? Wikipedia kennt nur „Prostrate-specific antigen“ und „Public Service announcement“, und das wird es ja wohl nicht sein. 🙂

Was meinst du mit „Deferrals“? Kenne ich nur buchhalterisch (ARAP), aber was das mit einem Filmbudget zu tun haben kann, darauf komme ich gerade einfach nicht.

@Torsten: „Die Sonnenseite: Wenn die in der Tat nicht allzuviel in die Promo gesteckt haben, könnte der Film mit Weltvertrieb, DVD und Fernsehrechten am Ende noch halbwegs in die rotschwarze Zone kommen.“

Meinst du? Ich dachte immer, Herstellung und Logistik der Filmkopien sei ein wesentlicher Kostenfaktor bei einem Kinostart, gerade in den USA, wo das alles gewerkschaftlich geregelt und daher teuer ist. (Deshalb interessieren sich die Studios ja so für Digitaltechnik). 1500 Kopien an den Start zu bringen könnte doch bei einem so billig wirkenden Film durchaus teurer als das Produktionsbudget selber gewesen sein. Oder meinst du, die haben einfach mit der Post verschickte BluRays gescreent?

Marcus
Marcus

@Magineer: „Und der ziemlich ridikulöse (hust!) PIRANHA 3D lief ja auch als Wide.“

Der Vergleich hinkt aber. Piranha 3D ist *absichtlich* lustig, und mit seinen $24m-Budget dürfte er weitaus teurer als „Creature“ gewesen sein.

Marcus
Marcus

@Wortvogel: Danke. Aber dann verstehe ich das hier nicht ganz:

„Wenn ein klein gestarteter Film überdurchschnittlich gute Zahlen in den jeweiligen Theatern schreibt, sorgt das zum einen für Mund-zu-Mund-Propaganda und treibt zum zweiten den PSA gewaltig nach oben. Und nur dieser PSA ist ein guter Indikator für die Branche – denn der sorgt dafür, dass der Film anschließend von den anderen Kinos wahrgenommen und eventuell gebucht wird.“

Was wird nach oben getrieben?

Marcus
Marcus

@Torsten: Danke!

off-topic: hast du eigentlich das „Conan“-Reboot gesehen? Deine Meinung würd mich interessieren. Ich finde, der ist überraschend ansehbar geworden.

Marcus
Marcus

@Wortvogel: naja, jedem das Seine.

Trotzdem abzug bei den Nerdpunkten 😉

Magineer
Magineer

Ha, wenn man schon mal ein paar Tage nicht reinguckt. 🙂

[X] Alles, was Torsten sagt*. 😀

* Bis auf die Sache mit CONAN. Ich hatte Interesse. Leider. Wenigstens haben die lustigen Zwischenkommentare in der Pressevorführung (!) den Unterhaltungswert des Films (und damit dessen Wertung) auf 01/10 angehoben. 😀

Exverlobter
Exverlobter

Ok, danke an alle für die Info.
Hier noch ein paar Folge-Fragen:

– Kann man dem zufolge also schlussfolgern, dass ein Limited-Release eine Möglichkeit ist, den Film zu schützen?

Habe mal gelesen, dass die Kosten für das Marketing eine immer größere Rolle spielen. Besteht darin also ein Risikofaktor? Falls der Film nach einer großen WErbekampagne eine Bruchlandung hinlegt besteht ein größeres Risiko rote Zahlen zu schreiben, als wenn man das Werbe-Risiko nicht eingeht?
Z.B. schafft es ja Uwe Boll trotz Limited Release, und 0 Marketing ja anscheinend trotzdem sich stets zu refinanzieren. Sonst wäre er ja schon längst weg vom Fenster.

– Besteht für FIlme in der mittleren Preiskategorie das größte Risiko?

Große BLockbuster sind laut einem Spiegel-Bericht, den ich mal gelesen habe meist „too big too fail“ und floppen ja meist nur in seltenen Fällen (dann aber richtig, siehe Stealth). 30-50 Millionen Dollar Filme sollen ja aber das größte Risiko darstellen (z.B. Pandorum, den keiner gesehen hat, der aber zu teuer war, um seine Kosten wahrscheinlich wieder über DVDs usw. einzuspielen.

– Ach ja, und weiß zeigt BoxOfficeMojo eigentlich an? Das nackte Film-Budget? Oder auch die Kosten für das Marketing?

Jeff Kelly
Jeff Kelly

Ein Ansatz der möglicherweise Sinn machen kann ist die Art wie Kevin Smith Werbung für Red State macht.

Allerdings wohl nur, wenn man schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hat.

Durch die Previews mit anschliessender Panel-Diskussion, die Vermarktung über sein Podcast-Netzwerk und die Red State Tour durch Nordamerika und Großbritannien hat er jedenfalls Produktions- und Marketingbudget schon wieder eingespielt (Immerhin 4 Millionen Dollar)

Als letztes gab es den Film US-Weit über Video-On-Demand und Netflix in HD zu sehen und erst ab Ende September ist er weltweit im Wide Release.

Dazu ist geplant das Tourkonzept weiter auszubauen und die Paneldiskussionen und Fragestunden auch per Videostream zu verteilen.

Smith hat auch clever Multiplikatoren (z.B. andere Podcaster) zu den Previews eingeladen, die weiter Werbung gemacht haben. Was für eine gewisse Qualität des Films spricht da die kein Geld bekommen.

Der Film hat durch die Vermarktung mittlerweile genug Buzz generiert um wohl auch im Kino brauchbar zu laufen und das weitestgehend an den etablierten Medien und Kritikern vorbei (mit denen Smith ja eher eine Art Haßliebe verbindet).

Als Marketingkonzept für Smith wahnsinnig erfolgreich aber auch wahnsinnig aufwändig und zeitintensiv.

Bekanntheitsgrad und Fanbase vorrausgesetzt könnte das aber Schule machen.

Marcus
Marcus

@Torsten: sehr interessante Infos. Und ich freue mich auch schon auf einen ausführlichen Artikel. Für solche Hintergrundinfos mögen wir diesen Blog.

Zum Thema „Budget-Angabe auf boxofficemojo“ sollte man vielleicht noch hinzufügen, dass es ja auch Fälle gibt, in denen das Budget nicht eindeutig feststellbar ist. Z.B. kamen die Märchenzahlen bei „Avatar“ ja auch dadurch zustande, dass bisweilen Entwicklungskosten für die neue 3D-Technik dazugezählt wurden. Oder es gibt Filme wie „Watchmen“, die jahrelang unter verschiedenen Produzenten und Kreativteams in Planung waren und mehrmals wieder gekippt wurden – da kann man dann diskutieren, ob die „verschwendeten“ Entwicklungskosten für die früheren Anläufe mitgezählt werden oder nicht.

Torsten, in welchen Fällen wird, glaubst du, öfter geschwindelt? Nach oben oder nach unten? Ich würde ja vermuten, wenn die Zahlen auf boxofficemojo nach eindeutigem Hit oder totalem Flop aussehen, dann war es bestimmt auch so. Wenn sie nach „gerade so profitabel“ aussehen, kann die Wahrheit durchaus schlimmer sein. Aber die Einspielergebnisse sind schon immer wahrheitsgemäß, oder? Die müssten sich zumindest branchenintern doch nachprüfen lassen.

Marcus
Marcus

@Jeff Kelly: sehr interessant. Ja, das klingt nach einem cleveren Vorgehen, sofern man eben insbesondere bei er „digitalen Elite“ hip und bekannt genug ist. Außerdem muss die Persönlichkeit des Machers passen – nicht jeder ist so eine extrovertierte Rampensau wie Smith.

Einem gewissen Arthouse-Filmer aus Frankfurt würde ich das Vorgehen nicht empfehlen….. 🙂

Exverlobter
Exverlobter

Ja, dass mit den gefälschten Zahlen ist manchmal echt ersichtlich.
Titanic hat ja damals 200 Millionen gekostet, und die Studios hatten James Cameron ja deswegen für größenwahnsinnig gehalten.
Man hat das Budget dem Film letztendlich aber auch angesehen.
Nun sollen hingegen aber auch Streifen wie „Superman Returns“ „X-Men 3“ oder gar „Green Lantern“ 200 Millionen gekostet haben. Gut, da muss man etwas Inflation reinrechnen, aber ich finde diese Zahlen trotzdem sehr unglaubwürdig. Monumental-Produktionen wie Titanic waren die besagten Machwerke nämlich definitiv nicht.

Exverlobter
Exverlobter

Btw, das Thema Inflation könntest du in deinen Bericht dann auch ansprechen.

Jeff Kelly
Jeff Kelly

Inflationsbereinigt wäre dann ja auch nicht Titanic, sondern Kleopatra mit Richard Burton und Elizabeth Taylor der teuerste Film aller Zeiten.

Außerdem sind die Kosten für CGI geradezu explodiert im letzten Jahrzehnt, bei Action-Filmen geht da schon mal ein mittlerer achtstelliger Betrag nur für die Computertricks drauf.

@Torsten: Mag sein. Das Konzept „Welttournee“ funktioniert in der Musik allerdings gut und ist der Teil der die Kohle einbringt (nicht die Tonträgerverkäufe), da haben die Leute auch keine Probleme für entsprechend kostspielige Tourproduktionen der Stones, von U2 oder anderen Größen 70 – 120 Euro + Merchandise abzudrücken.

Iron Maiden schafft es auf z.B. auf > 40 Mio Pfund pro Jahr und das fast ohne Support der etablierten Medien. Fanbase vorrausgesetzt.

Das ist ein Vergleich Apfel gegen Bürostuhl ich weiß aber vielleicht gerade für die Leute interessant, die mit dem etablierten Hollywood auf Kriegsfuss stehen.

Exverlobter
Exverlobter

@Jeff
Kosten für CGI explodiert??
Ist es nicht gerade umgekehrt?
Die revolutionären Morph-Effekte von T2 haben doch das Budget damals zum explodieren gebracht. Heutzutage ist das doch Standard.
Vergleich mal T2 und Star Wars EPisode 3. Beide haben etwa das gleiche gekostet. (Inflationsbereinigt müsste Star wars sogar billiger sein).Trotzdem war Star Wars zu 80% aus CGI und T2 vielleicht zu 5-10%

Ja, Kleopatra hatte ja das in der Filmgeschichte einmalige Kunststück hingekriegt, zum damaligen Zeitpunkt der erfolgreichste Film aller Zeiten zu sein, und trotzdem noch Miese zu machen.

Marcus
Marcus

@Exverlobter: CGI an sich wird nicht teurer. GUTE CGI allerdings schon. Die Ansprüche des Publikums an den Realismus steigen eben, gerade bei A-Blockbustern. Das fiel mir auf, als ich nach langer Zeit mal wieder „Die Mumie“ gesehen habe. Meine Güte, was war man damals beeindruckt. Und heute sieht das nach Videospiel aus.

Ich vermute, der Fortschritt bei CGI hat zwar dazu geführt, dass sich jetzt auch Fernsehproduktionen brauchbare Tricks leisten können, s. BSG. Aber er hat eben auch dazu geführt, dass die Ansprüche des Publikums höher sind, sodass die Produktion eines CGI-lastigen Blockbusters der A-Liga nicht unbedingt billiger geworden ist.

Bastian
Bastian

Weil weiter oben schon mal Box-Office-Mojo angesprochen wurde und ich mir die Frage kürzlich gestellt hab: Wie setzten sich denn die Einspielergebnisse eines Films zusammen, die dort angegeben werden? Ist das einfach jeder einzelne Dollar, den der Film eingespielt hat oder sind da schon irgendwelche Kosten rausgerechnet, z. B. das Geld, das bei den Kinos bleibt.

Marcus
Marcus

@Bastian: ich habe es immer so verstanden, dass das der Umsatz ohne Umsatzsteuer in der Kinokasse ist.

Exverlobter
Exverlobter

@Wortvogel
Noch eine Sache zu BOM.
Da steht immer ganz fett das „Domestic“ und relativ klein gedruckt das „worldwide“ und „foreign“ Einspielergebnis.
Du hattest ja mal erwähnt, das Terminator 4 allgemein als Flop gilt, obwohl er genauso viel eingespielt hat wie Star Trek 11, der ein Hit war (dieser hatte halt ein gutes Domestic-Ergebnis)
Sind den Studios diese Zahlen eigentlich bekannt. Unterschätzen sie das Potential des globalen Marktes? Oftmals wird die Fortsetzung eines vermeintlichen Flops ja nur abgelehnt, weil das Domestic Ergebnis nicht so gut war, obwohl das weltweite Einspielergebnis vollends überzeugt hat.

Marcus
Marcus

@Exverlobter: ich habe es so verstanden, dass das foreign-Ergebnis dem Studio weniger Geld einbringt, weil tendenziell mehr Leute (Verleiher etc.) mitverdienen, und deshalb wird das Domestic-Ergebnis herangezogen. Es war z.B. bei „Der goldene Kompass“ offenbar so, dass die Verträge so schlecht gemacht waren, dass das US-Studio vom foreign quasi nichts gesehen hat. Und daher wurden die Sequels eingestampft, obwohl die foreign-Ergebnisse sehr gut gewesen sind.

http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=goldencompass.htm

Wären die Verträge anders gewesen, hätte man eine Fortsetzung gemacht. Und beim Studio sind Köpfe gerollt, wie man hört.

Marcus
Marcus

@Wortvogel: „Jeder verdiente Dollar (ob domestic oder global) ist ein guter Dollar.“

Gewiss. Aber die Faustregel ist doch – domestic revenue mindestens gleich Budget, dann ist es ein Erfolg.

Exverlobter
Exverlobter

Ok, dann behalten hoffentlich die Studios einen guten ÜBerblick.
Aber zumindest die allegemeine Perzeption wird durch die Journalisten, die häufig von vermeintlichen Flops schwadronieren, stark verzerrt. (T4, Godzilla, The Island, alle schwach in den USA aber weltweit erfolgreich)

Marcus
Marcus

@Torsten: „Es gibt solche Faustregeln nicht.“ Eigentlich wollte ich ja widersprechen, aber obwohl man gerade die, die ich genannt habe, andauernd hört, finde ich bei meiner Recherche gerade keine Belege, dass die Studios selber da was drauf geben. Ist wohl doch so, dass das US Box Office bestenfalls als Stimmungsbarometer eine herausgehobene Bedeutung hat.

Zum Weiterlesen für Interessierte ein interessanter Artikel mit ein paar – wenn auch vielleicht nicht mehr ganz aktuellen – basics:

http://www.guardian.co.uk/film/2001/aug/31/artsfeatures

XXX

„bei “Der goldene Kompass” “

Bei dem Film wurden die Auslandsrechte an viele verschiedene Verleiher überall in der Welt vorverkauft. Wenn dann US einbricht, gibt es für den Produzenten wenig Grund, ein Sequel zu machen, da Foreign ihm nicht mehr einbringt. Bei den großen Firmen ist es aber in der Regel ohnehin so, dass sie ihre Filme weltweit selbst vertreiben. Da ist jeder Dollar ein guter Dollar. Aktuelles Beispiel ist Pirates 4, der in USA unter den Erwartungen blieb, aber sich im Rest der Welt bestens schlug.

xanos
xanos

Der bereits angesprochene Kevin Smith hat in einem seiner drei „Evening with“ auch ein paar Worte dazu gesagt, da er auch mal häufiger für sein US-Kino Einspielergebnis totgeschrieben wurde. Im Prinzip: am Ende wird abgerechnet und die Geldgeber interessiert es nur, ob sie das Geld mit Gewinn zurückkriegen. Wo das Geld herkommt ist ziemlich egal und solange man ihnen Gewinn bringt, darf man weiter Filme machen.

Was ich im Zusammenhang mit den noch interessant finde ist das Hollywood Accounting. Man glaubt es kaum, aber der erste Harry Potter hat Verlust gemacht. Laut Rechnung des Studios.