Düsseldorf war mal eine große Kino-Stadt: 1959 gab es unglaubliche 59 Kinos, 1970 immerhin noch 28. 1980 war die Zahl schon auf 20 geschrumpft, 1990 auf traurige 14.

Düsseldorf war mal meine große Kino-Stadt.

Mein Onkel erzählt, dass er nach dem Krieg in Düsseldorf-Wersten seine ersten Filme in einem alten Bunker gesehen hat. Privat wurden dort auf altersschwachen Projektoren Laurel & Hardy-Stummfilmrollen gezeigt. Man hatte ja sonst nichts. Tatsächlich gibt es noch ein Foto von Dieter und seiner „Posse“ – rechts hinten ist der Eingang des „Kino-Bunkers“ zu erkennen:

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Als dann die ersten Kinos aufmachten, kostete die Vorstellung 50 Pfennige für Kinder und Jugendliche. Dieter erzählt, dass es in unserem Viertel (Eller) das „Deli“ gab, das „Rondell“, und die „Schlossburg“. Dazu auf der Kölner Straße das „Veronika“ „Victoria“ und das „Scala“.

Das ist lange her. 40, 50 Jahre.

kino2Diese Kinos gab es größtenteils schon nicht mehr, als ich in Düsseldorf aufwuchs. Aus den Vorstädten und Randgebieten zogen sich die Lichtspielhäuser in den mondänen Stadtkern zurück.
Multiplexe gab es in meiner Jugend keine, dafür jede Menge „reguläre“ Kinos, teilweise bis zu 80 Jahre alt, Jugend-Matineen während der Sommerferien, und Schuhschachteln, deren Leinwände heutigen Flachbild-Besitzern ein müdes Lächeln ins Gesicht treiben.

Das ist ebenfalls lange her. 30, 35 Jahre.

Heute dominieren drei Multiplexe (Hauptbahnhof, Hafen, Oberkassel) das Düsseldorfer Stadtbild, nach und nach ist fast alles drum herum eingegangen. Das, was sich gehalten hat, verdient Beachtung, denn es kann vielleicht als Beispiel dienen.

Begleitet mich auf eine hemmungslos nostalgische Reise in meine Kino-Jugend. Erste Station: Die frühen 70er.

Der Wahrheit verpflichtet möchte ich an dieser Stelle einschieben, dass meine erste Film-Vorführung mit keinem Kinobesuch verbunden war. Damals gab es nämlich auf dem Dorf noch Vorführungen in Gemeindezentren und Schulaulas, zu denen die Verleiher ihre ausgelutschten Kopien mitbrachten. Und so saß ich als ca. vierjähriger Steppke in Monheim auf einem Klappstuhl, als meine Kinoleidenschaft das Licht eines altersschwachen Projektors erblickte. Diese Ehre gebührt der Disney-Teenie-Komödie „Es kracht, es zischt, zu seh’n ist nischt“ (doch doch, der hieß so – schlagt es nach!).

Kurz vor meiner Einschulung zogen wir von Monheim wieder nach Düsseldorf-Eller, wo sich der Großteil meiner Familie heute noch rumtreibt. Meine Mutter erzählt, dass es in Eller in den 60er Jahren noch vier Kinos gab. Als ich alt genug war, um zu wissen, was ein Kino ist, war nur noch eins übrig. Dieter meint, das sei das „Deli“ gewesen. Dort habe ich meine ersten beiden „richtigen“ Kinovorführungen besucht: „Bambi“ und „Ein Käfer auf Extratour“. Fand ich massiv knorke, so mit fünf oder sechs Jahren.

Das Haus, in dem ich cineastisch defloriert wurde, sieht heute so aus:

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Es ist schon lange kein Kino mehr: Mitte der 70er wurde es ein Teppich & Farben-Laden. Seither hat Eller kein Kino mehr.

Hilden geht es besser – marginal. Bei einer Fahrt durch Kleinstadt stieß ich neulich auf das bezaubernd original-retro aussehende „Lux Kino“, bei dem die Filmtitel noch oldschool mit Plastikbuchstaben zusammen gesetzt werden:

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Wer genau hinsieht, entdeckt auch das legendäre Marketing-Logo der Filmbranche aus den 70er Jahren – „Komm wir geh’n ins Kino!“. Hätte nicht gedacht, dass das noch irgendwo im Einsatz ist. Wenn der Laden mal dicht macht, kaufe ich mir die Leuchtreklame für mein Arbeitszimmer.

Das „Metropol“ in der Brunnenstraße war schon früher eine Ausnahmeerscheinung. Hier läuft seit jeher Arthouse, Kunst, Independent, Mini-Festivals. Also alles Kram, der mich als Teenager einen knappen Furz interessierte. So kam es auch, dass ich erst mit 20 das erste Mal ins „Metropol“ ging, als dort eine Retrospektive von Jack Arnold-Filmen lief, und zwar in 3D mit Brille!

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(Der Wortvogel ist der Hungerhaken in der Mitte!)

Mit seinem eklektischen Programm und den vielen Originalversionen hat das „Metropol“ immerhin bis heute überlebt, und das, ohne sich dem Zeitgeist anzupassen: es sieht immer noch eher düster und runtergekommen aus.

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Vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass ich damals nie in der Zeitung nachschlug, was wann wo im Kino läuft. Wir hatten nämlich nie die passende Ausgabe vom „Express“ griffbereit. Es gab aber eine Kino-Ansage, die man anrufen konnte (ich meine, die Nummer wäre 11511 gewesen). Dort wurde von einer leidlich freundlichen Damenstimme vom Band das gesamte aktuelle Programm samt Laufzeiten vorgelesen. Praktische Sache, die über die Jahre regelrechte Konditionierungserfolge zeigte: Das „Berolina“ war für mich nicht das „Berolina“, sondern bandgemäß „dasberolinatheaterberlinerallee“.

Eines der von mir am häufigsten besuchten Kinos war das üppige „Residenz Center“ (unter Kennern nur „Resi“ genannt). Zuerst einmal hatten die einen der größten Säle der Stadt (das „Resi 1“), und auch die anderen Säle waren verschwenderisch ausgestattet. Außerdem war das Resi recht früh sorgsam renoviert worden, und hatte das wieder in Mode gekommene „Theater-Flair“ (dicker Vorhang, samtrote Sitze, Raucher-Kabinen auf der Hinterseite). Man musst dort nur manchmal nervig lang anstehen.

Das Resi hat vor bestimmt schon zehn Jahren dicht gemacht, und obwohl der Name überlebt hat, ist es kein schöner Anblick:

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Der tollste Film, den ich dort gesehen habe: „Der dunkle Kristall“. Ich wollte eigentlich „Die Mächte des Lichts“ von Roger Corman sehen, weil die Aushangfotos knackige Fantasy-Möpse versprachen, aber mein Vater bestand darauf, dass ich den Dreikäsehoch seiner Lebensgefährtin mitnehme (er selbst schaute sich in der Zeit „Kiez – Aufstieg und Fall eines Luden“ an). Der letzte Film, den ich dort gesehen habe: „Der Mann im Hintergrund“. Die Ex-Freundin meines Bruders saß an der Kasse, und nach dem Zivildienst konnte ich nachmittags umsonst reinschleichen. Bei diesem Film war ich allein im Saal.

Das „Savoy“ (in dem ein Freund von mir Kartenabreißer war) hat eine interessante Wandlung durchgemacht: In den 70ern wurden hier die Sommer-Jugendprogramme gespielt, dank derer ich u.a. „Batman hält die Welt in Atem“ und „Monster des Grauens greifen an“ für drei Mark sehen konnte. Dann wurde aufwändig renoviert, auch das „Savoy“ wurde ein edles „Theater-Kino“. Leider bezog sich das nicht auf die im Haus befindlichen „Linse“-Kleinstkinos, die für jeden Fan der Horror waren. Passend, dass der letzte Film, den ich dort gesehen habe, einer der späteren Freddy Krueger-Heuler war. Im „Savoy“ selbst versaute ich mir letztmalig mit dem grottenschlechten „Moontrap“ die Laune.

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Heute ist das Savoy tatsächlich Theater und Kleinkunst-Bühne, und scheint als solches ganz gut zu laufen. Das „Atelier im Savoy“ gibt es immer noch, nur spielt man dort extravagante Sonderwünsche:

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Manchmal gibt es sogar Live(!)-Übertragungen New Yorker Opern:

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Auch das „Rex“ hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In dem Kino am Hauptbahnhof habe ich Trash-Knaller wie „Timerider“ und „Hercules“ gesehen, für „Octagon“ mit Chuck Norris war ich leider zu jung. Wenn was mit sexy Mädels lief, drückte ich mir oft genug die Nase an den Schaufenstern mit den Aushangfotos platt. Das verkürzte die Wartezeit auf den Bus, der direkt vor dem Kino losfuhr. Im „Rex“ wurde ich auch mal heftig von einem Schwulen angebaggert – ich glaube, es war bei einem „Poltergeist“-Sequel.

In den 80ern wurde das Rex renoviert, und hieß fortan „Neues Rex“. Die hatten sogar Pärchensitze, und veranstalteten einmal im Monat eine „Sneak Preview“. Die Idee war brandneu, und wir fanden es sensationell – am Tag der Vorführung musste man schon sehr früh da sein, um noch Karten zu bekommen. Bei der allerersten Sneak zeigte Warner zusätzlich zum Film eine halbstündige Rolle mit frischen Trailern von der Filmmesse, was für ein großes Hallo im Saal sorgte (es war meine erste Begegnung mit Stevel Seagal – der Trailer von „Above the Law“ rockte!). „Beetlejuice“ bekamen wir mehr als ein halbes Jahr vor dem US-Kinostart zu sehen, und mussten hinterher einen Fragebogen ausfüllen: ob es z.B. besser wäre, den Film in Deutschland „Bieteldschus“ zu nennen…

Normalerweise halte ich jeden Sneak-Film bis zum bitteren Ende durch, weil sich das aus Respekt vor den Machern so gehört. Außerdem habe ich Eintritt bezahlt. Manchmal wird man ja auch positiv von Filmen überrascht, die man sich sonst nicht angesehen hätte, zum Beispiel Robert Redfords „Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld“. Aber einmal startete der Film, und nach zwei Minuten war klar: Kriegsfilm. Mit Michael J. Fox. Nun kann ich auf Kriegsfilme gar nicht. Ich gab „Die Verdammten des Krieges“ noch zehn Minuten, dann verdrückte ich mich. Ich war damals Zivi, und musste früh raus (Sneak ging immer erst um 23.00 Uhr los).

Ins „Neue Rex“ ging ich auch mit meiner ersten großen Liebe, passenderweise in einen Film, auf den ich keine große Lust hatte, der aber bis heute mein Lieblingsfilm ist: „Harry und Sally“. Ich glaube nicht, dass ich das je vergessen werde.

Das „Neue Rex“ hatte das Problem, gleich schräg gegenüber des ersten Düsseldorfer Multiplexes zu stehen – es hat den Kampf schnell verloren:

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Das „Europa-Center“ birgt auch viele Erinnerungen. Dort habe ich zum ersten Mal „Star Wars“ gesehen. Und zum zweiten Mal. 1978. Da standen in der Vorhalle auch Spielautomaten wie „Asteroids“, was ein Knaller war. Später hatten sie den einzigen „Dragon’s Lair“-Automaten in Düsseldorf, zu dem ein Minderjähriger wie ich Zugang hatte. Ich spielte nicht selbst (nicht genug Geld, keine große Fingerfertigkeit), aber ich sah anderen Kids gerne dabei zu, wie sie ihr Taschengeld verzockten.

Im „Europa“ habe ich auch meine erste Filmnacht mitgemacht: „Drachentöter“, „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“, und „Krull“. Da war ich schon in der Tanzschule, und tatsächlich in weiblicher Begleitung. Ich meine, die gleiche Begleitung hätte ich auch bei dem letzten Film dabei gehabt, den ich in einem der Schuhschachtel-Nebensäle des „Europa“ gesehen habe: „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“. Ich weiß noch, dass das Bild sehr unscharf war. Wir haben uns geärgert.

Wenn man nicht weiß, wo das „Europa“ war – man würde das Haus nicht mehr erkennen:

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Auf dem selben Abschnitt der Graf Adolf-Straße gab es zwei weitere Kinos, die ich heute immer verwechsel: Die „Kamera“ und das „ABC“. Gesehen habe ich in in einem dieser Kinos den japanischen Zeichentrick-Zusammenschnitt „Goldorak“, der mich damals mächtig beeindruckte (Riesenroboter!). Und Disneys „Die Katze aus dem Weltraum“, zusammen mit meiner Cousine. Dort bin ich auch erstmals in einen Film geschlichen, für den ich laut Freigabe zu jung war: „Jäger des verlorenen Schatzes“. Was für ein Erlebnis! Eines der Kinos wurde in den 80ern durch die Bhagwan-Disco ersetzt, in den Räumen des anderen befindet sich heute ein Wellness-Center. Vielleicht erinnere ich mich da aber auch falsch.

Das „Bambi“ war das erste Programmkino in Düsseldorf, und eröffnete 1965.  Es lag immer sehr versteckt in einer Seitenstraße – und da liegt es heute noch:

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Auch hier wird, wie im „Metropol“, das Programm für die Minderheit gemacht, die sich im Multiplex nicht gut bedient fühlt. Deutsche Filme, Arthouse, Wiederaufführungen. Ich meine, dass ich ein einziges Mal als Teenager im „Bambi“ war, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, in welchem Film.

Ein anderes kleines Independent-Kino in der Altstadt, das „Cinema“, habe ich auch nur zweimal besucht: „True Stories“ mit einer Klassenkameradin, die auf David Byrne und Talking Heads stand, und vor ein paar Jahren Enki Bilals „Tykho Moon“, den ich bis heute für verquaste Intellektuellen-Scheiße halte.

Auch das schon erwähnte „Berolina“ hat, wie das „Residenz“, den alten Namen behalten – aber hinter der schön geschwungenen Neonschrift verbirgt sich heute eine Lounge Bar:

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Mein letzter Film im „Berolina“ (mit einem Mädchen, das mich nicht verdient hatte): „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“.

Bis zur Unkenntlichkeit von einem Möbelhaus verschandelt ist ein echter Klassiker der Düsseldorfer Kino-Kultur – nur an dem geschwungenen Vordach erahnt man noch die Vergangenheit:

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Ich kann mich an den Namen beim besten Willen nicht mehr erinnern. Hier stand das „Universum“ (danke, Mario!). Aus irgendeinem Grund war es nie mein „cinema of choice“, vielleicht weil es mir missfiel, zu den großen Sälen in den Keller gehen zu müssen (wenngleich über eine schöne alte Marmortreppe). Kurz bevor es zumachte, sah ich dort mit einem Kumpel noch „Kopf über Wasser“ mit Cameron Diaz und Harvey Keitel.

Nicht mehr ausmachen konnte ich die ursprüngliche Location der „Lichtburg“ auf der edlen Einkaufsmeile Königsallee. Hier lief über Jahrzehnte in der Dauerschleife die Doku „Panamericana – Traumstraße der Welt“, bis die Kopie praktisch zu Staub zerfiel. Als letzten Film habe ich dort „Die Braut des Prinzen“ gesehen (mit einem Mädchen, das die Genialität des Films nicht zu schätzen wusste!). Als das Kino 2004 zumachte, berichteten viele Lokalmedien darüber – kein Wunder: sechs Jahre später hätte man dort das 100jährige Bestehen feiern können. Geblieben ist aber eine Webseite über die Geschichte des Kinos.

Das waren sie also, ein paar der Orte, in denen ich einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Jugend verbracht habe. Kinos, von denen jedes einzigartig war, mit eigenen Gerüchen, Farben, Lichtern. Darum fällt es mir auch nach 30 Jahren noch leicht, einzelne Filme den entsprechen Sälen zuzurordnen.

Seit die Cineplexe den Markt übernommen, hat sich auch das Erlebnis Kino verändert: die meisten jungen Leute, die ich treffe, gehen nicht mehr ins Kino, um einen bestimmten Film zu sehen, der sie interessiert. Man trifft sich „fürs Kino“, und sucht sich dann unter den 10-12 angebotenen Filmen spontan was aus. Früher wäre das nicht gegangen, man musste schon wissen, wo was läuft. Man war vorbereitet.

So sieht „Kino“ in Düsseldorf heute aus – es könnte auch Berlin, München, Köln, oder Frankfurt sein:

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Die 11511 ist auch schon lange abgeschaltet.



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Peroy
Peroy

Hmm, die Sonnenbrille macht die Anonymisierung überflüssig…

Michael
Michael

Tolles Thema!
Das von dir genannte kann ich auch für Köln wiederholen. Die Kinolandschaft hat sich leider völlig geändert. Besonder schade ist dabei auch, dass die Filmvielfalt völlig verloren ging. Das klingt im ersten Moment abstrus, da ja die grossen Multiplexe Platz genug bieten für >10 Filme. Der Punkt ist nur, dass jedes der Multiplexe die immer gleichen 10 Filme zeigen. Etwas abseitiger Filmgeschmack hat es da leider sehr schwer.

Vielleicht sollte man mal einen Blick auf Zürich werfen. In Zürich kam mit der Kitag AG erst sehr spät ein grosser Multiplex-Betreiber. Die vielen kleinen Kinos haben daraufhin entscheidend richtig reagiert und sich unter dem Trademark „Arthouse“ gemeinsam organisiert. In den Arthouse-Kinos, die grösstenteils weiterhin selbstständig sind, laufen tatsächlich unterschiedliche Filme, jedes Kino hat seinen eigenen Schwerpunkt. Das ergibt bei 8 Arthouse-Kinos etwa 12 verschiedene anspruchsvollere Filme, und das ist dann wirkliche Vielfalt.
In den Arthouse-Kinos in Zürich findet sich damit auch eine ganz andere Kundschaft, die ich in Multiplexen sehr selten sehe – eben Leute, die häufiger ins Theater als in einen Actionheuler gehen. In D’dorf oder Köln gingen die den Kinobetreibern scheinbar verloren.

Was also müssen Kinobetreiber tun? Haben kleine Kinos überhaupt eine Chance?

Mario

Das Kino im Keller der Berliner Allee nannte sich übrigens „Universum“. Habe dort irgendwann in den 70-ern das erste Mal „Planet der Affen“ gesehen und irgendwann später „Brazil“.

Wortvogel
Wortvogel

Das Universum, natürlich! Wird gleich eingetragen. Danke!

Lars
Lars

In Paderborn ist das ganze etwas anders gewesen. Wir haben „früher“ (also in den 80ern; bin noch nicht so alt ;)) vier „kleine“ Kinos gehabt, von denen jetzt keins mehr existiert, dafür haben wir aber zwei Multiplexe bekommen. Die Besonderheit in Paderborn ist aber, dass zwei der kleinen Kinos jetzt in einem der beiden Multiplexe (Cineplex Paderborn) aufgegangen sind, welches vom gleichen Inhaber wie die früheren Schuhschachteln betrieben wird. Dies hat zur Folge, dass neben den obligatorischen Blockbustern auch zahlreiche Arthouse-Filme und Wiederaufführungen gespielt werden. Zudem gibt es einige Aktionen, wie z.B. das WDR 2 Kinofestival oder ein französisches Filmfestival (passt in PB sehr gut, da wir traditionell eine enge Beziehung zur französischen Partnerstadt Le Mans habe). Multiplex muss also nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Programmvielfalt leidet. Das andere extrem haben wir dann mit dem zweiten Multiplex, welches mittlerweile den dritten Besitzerwechsel hinter sich hat und jetzt UCI Kinowelt heißt. Das Programm ist subjektiv mit jedem Besitzerwechsel schlechter geworden (oder ich hab meinen Anspruch geändert) und bietet mittlerweile nur noch Blockbuster. Man braucht also nicht extra zu erwähnen, dass ich – auch für Blockbuster – mittlerweile nur noch ins Cineplex gehe, insbesondere da dieses auch ausgewählte Filme in Originalfassung (+ O-Ton Sneak an jedem ersten Montag im Monat) spielt.

Stephan
Stephan

Auch wenn das eine Düsseldorf-Geschichte ist, muß ich doch – bezogen auf den letzten Satz – einwerfen, daß München durchaus noch mehr Kino-Vielfalt als „Cineplexe“ (da gibt es ja nur das Maxx und das Mathäser) bietet.

Neben vielen kleineren Kinos (Neues Gabriel, Cadillac, Goetheplatz, etc.) gibt es auch echte Cineasten-Kinos (Museum-Lichtspiele etc.).

Auf jeden Fall ein schöner, nostalgischer Artikel (auch wenn ich noch nie in Düsseldorf war).

Baumi

Da wirkt jetzt bei mir doch der Karneval nach – man verzeihe mir, wenn ich in einem bayrisch-düsseldorfer Blog ein Bläck-Fööss-Lied zitiere:

„Ävver irjendwann jing em Roxy dann et Leech für immer us. Sie maaten dann, wie üvverall,‘ne Supermaat dorus.“

Übersetzung für Nicht-Kölner:
„Aber irgendwann ging im Roxy (= Kino, um das es in dem Lied geht) dann das Licht für immer aus. Sie machten dann, wie überall, nen Supermarkt daraus.“

So ein „Komm wir geh’n ins Kino“-Schild gibt’s auch noch in Köln auf der Rückseite des Rex am Ring. Ist allerdings schon zum Teil zerbrochen und hängt wohl nur noch da, weil die Rückwand von Kinos sowieso egal ist.

Aber ich erinnere mich noch, dass mein erstes Kino (Das Central Kino in Lingen im Emsland) auch so ein Ding über dem Eingang hatte – und wie sehr es mich als Kind frustrierte, dass mir niemals hübsche Mädels anboten, mit mir ins Kino zu gehen. 🙂

Immerhin, das Central hat die Errichtung eines Multiplex im Ort überlebt und setzt jetzt auf ein One-Dollar-House-Konzept, gewürzt mit Montagsvorstellungen von Arthouse-Filmen, die sonst in der Region nicht zu sehen wären. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sich das auf Dauer trägt…

Dr. Acula

Ich kann die Berliner, Erlanger und Nürnberger Sicht anbieten.

In Berlin ist es sehr tragisch, dass viele traditionsreiche Häuser (Marmorhaus, Gloria, Filmbühne Wien) eingegangen sind (auch wenn die Filmbühne scheusslich war… fünf Stockwerte Treppensteigen, um in ein Schachtelkino zu krabbeln) – dafür halten sich dort (oder haben sich gehalten, als ich noch dort gelebt habe) relativ viele der kleinen Ein-Saal-Kinos gehalten (einige haben sich auf das erwähnte One-Dollar-Konzept konzentriert, andere machen halt zielgruppenorientiertes Programm; ich habe „Matrix“ in einem dieser Mini-Kinos auf Mikro-Leinwand gesehen, aber halt nur für 1,99 DM Eintritt…). Und sehr positiv ist das CineStar Potsdamer Platz, das einzige mir bekannte Multiplex, das ausschliesslich Originalfassungen zeigt.

In Nürnberg ist es relativ einfach – die Kinoszene ist fest in einer Hand, nämlich der des Betriebers des Cinecitta‘ Multiplex; da der gute Mann sich sein Vermögen aber mit einem Rudel Programmkinos verdient hat, zeigt nicht nur das Multiplex ein relativ vielfältiges Programm, sondern auch die „alten“ Programmkinos existieren weiter und zeigen ein gutes anspruchsvolles Programm (und die Meisengeige ist das coolste Kino des Universums. Man beweise mir das Gegenteil). Zwei 70er-Jahre-Schachtelkinos haben zugemacht, eins davon auf 5 Säle und Multiplex-Standard renoviert, hat wieder aufgemacht (das Admiral, 08/15-Programm). Traurig bin ich nur, dass das einzige Fremdsprachenkino a) winzig und b) am Ende der Welt ist…

In Erlangen hat das CineStar die „unabhängige“ Konkurrenz platt gemacht – es existiert noch ein der Programmkinogruppe des Nürnbergers zugehöriges Arthousekino. Interessant ist, dass das „Lamm“, ein uraltes kleines Kino, das zu meiner Jugendzeit Heuler wie „Der weiße Hai 4“ spielte, nach jahrelanger Schließung sich als Arthouse-Kino neu erfunden hat und scheinbar passabel läuft.

Sebastian

Unsere Tanzschule in Stuttgart lag direkt über dem Traditionskino Ambo (welches seit einem Jahr oder so auch zu ist), und wenn wir im Sommer abends bei geöffneten Fenstern tanzten, wehte der Geruch von Zimtpopcorn, dass es wohl auch nur dort gab, in unsere Nasen, was uns mehr als einmal in die Säle lockte.

Es gab zwar auch eine offizielle Kooperation zwischen Tanzschule und Kino, aber ich wette, die geöffneten Fenster waren Teil einer weiteren, inoffiziellen 🙂

Mitleser

Manchmal bin Ich doch froh auf dem Land zu Leben. Da Überleben Kinos schon mal über 80 Jahre ohne nur Blockbuster zu zeigen.

http://schauburg-filmtheater.de/pages/home.php

Sehr schöner Artikel übrigens.

Baumi

Ach ja, noch eine schöne Kinoerinnerung aus den 80ern: Es gab da auch noch das Burg-Kino in Lingen. Während das Central ein Ein-Saal-Kino mit großer Leinwand war, hatte das Burgkino zwei eher kleine Sälen. (Wenn auch nicht so winzig wie einige der Großstadt-Schachtelkinos.)

Um die kleinere Projektionsfläche zu kompensieren, hatte sich der Betreiber einiges einfallen lassen:

In beiden Sälen durfte jahrelang geraucht werden (was im Central schon lange vor Nichtraucherschutzgesetzen undenkbar war), und im größeren gab neben einer gut ausgestatteten Bar mit Barhockern auch kleine Ablagetischchen mit Lampen vor der Lehnen der vorderen Sitzreihe. Die waren für die Getränke und Snacks, die eine Bedienung auch während der laufenden Vorstellung jederzeit am Platz servierte…

Klar, dem Cineasten in mir graust es bei dieser Vorstellung, aber als Kind fand ich es klasse, jederzeit Weingummi und Cola an den Sitz gebracht zu bekommen. 🙂

Lutz
Lutz

Sehr schöner Artikel. Ich liebe ja solche nostagischen Reichen.

Ich bin jetzt mal so egoistisch und bilde mir ein, dass ich dich mit meinem Kommentar über die früheren Kinos in Kiel dazu inspieriert habe. Scheiß egal obs so ist oder nicht. 🙂

Hirngabel

Wirklich sehr toller nostalgischer Artikel!

Und natürlich kann man nur einstimmen ins Gejammer, dass die Vielfalt einfach weggebrochen ist. Das ist in Köln, wie von Michael erwähnt, leider auch nicht groß anders. Wobei es immerhin noch ein paar Hoffnungsschimmer gibt, wie das Off-Broadway, das Cinenova oder das Metropolis.

Und in Sachen Vielfalt ist sicherlich auch noch das Rex zu erwähnen.

Das ist zwar sicherlich bei weitem nicht mehr so viel wie früher – aber in Anbetracht der Zeiten schon noch eine annehmbare Auswahl. Wage ich jetzt mal zu behaupten.
Die Multiplexe senden ja auch nicht *nur* die Blockbuster-Filme. Der Cinedom bringt immerhin auch regelmäßig mal was „arthousiges“ in einem oder zwei seiner Säle. Und sie bieten Sneaks an.

Mitleser

@ Baumi

…….. auch kleine Ablagetischchen mit Lampen vor der Lehnen der vorderen Sitzreihe. Die waren für die Getränke und Snacks, die eine Bedienung auch während der laufenden Vorstellung jederzeit am Platz servierte…

Und noch ein Grund in der Provinz zu Leben. Das oben beschriebene „Verzehrkino“ ist bei uns noch Standart. Bei uns liegt auf jedem Tischen eine kleine „Speisekarte“.

Heino
Heino

In Köln gibt es auch noch das Metropolis, das sich auf Originalfassungen und Kinderfilme spezialisiert hat (und damit sind nicht die Power Rangers gemeint). Ausserdem das Kino in der Weisshausstrasse, das reines Arthouse ist. Und es gibt noch diverse andere Lokalitäten, die auch schon mal Filme zeigen wie z.B. das Museum Ludwig.

Lindwurm
Baumi

Wo wir schon bei der Kölner Kinokultur sind: Filmhaus und Filmpalette nicht vergessen. Ersteres wackelte zwar „dank“ Querelen im Trägerverein in der letzten Zeit etwas, dafür hat die Filmpalette jüngst noch einen zweiten Saal angebaut – und das, obwohl man konsequent auf Programmkino abseits der Blockbuster setzt.

Verglichen mit der Zeit vor ca. 6 oder 7 Jahren, als Broadway, Cinemathek und Lupe 2 dicht machten, macht die hiesige Kinoszene heute auf mich einen schön ausgewogenen Eindruck. Klar, Berlin ist besser, ist aber auch ein paar Nummern größer.

Hoffe nur, dass die aktuelle Wirtschaftslage keine Opfer unter den Kinos fordert.

Martin

Lustig, Bambi war auch mein erster Film – irgendwann Anfang der 1970er…

Und „Der Dunkle Kristall“ ist auch heute noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme und war mein Erweckungserlebnis in Sachen Fantasy. Schade, dass der geplante zweite Teil in den 80ern nie gedreht wurde…

Wortvogel
Wortvogel

@ Martin: Dafür kommt ja dieses Jahr das Sequel, was man so hört…

Peroy
Peroy

Dann kann auch „Moontrap II“ kommen…

Martin

Ja, das habe ich auch schon mehrfach gehört/gelesen. Aber ob über 25 Jahre später ein Sequel in der Lage sein wird, den Charme des Originals einzufangen? Ich bin sehr skeptisch und befürchte, dass man sich heutzutage mehr auf CG setzt, anstatt sich auf solides Puppenspiel und hervorragende Matte-Paintings einzulassen. Jim Henson/Frank Oz/Brian Froud, das war damals das Erfolgsrezept. Und Jim Henson ist tot. Froud wird laut der englischen Wiki für das Charakterdesign zuständig sein, inwiefern Oz noch tätig ist, bzw. am Sequel beteiligt sein wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wortvogel
Wortvogel

@ Martin: andererseits – Puppen altern nicht. Die Charaktere könnten also theoretisch exakt so aussehen wie damals (was sie wohl nicht tun werden). Ich sehe da durchaus Potential.

Mein liebster Fantasy-Film wird aber auf ewig „Drachentöter“ sein.

Peroy
Peroy

Ich sehe da vor allen Dingen Potential, wenn das Ding konsequent als Motion Capture-CGI-Streifen à la „Monster House“ aufgezogen wird und man den Puppen-Kram ad acta legt. Neben der lahmen Story war das das Hauptproblem, das der Streifen hatte, denn die Gesichter der Puppen waren allesamt starr, kalt und tot, was beim Ansehen befremdlich gewirkt hat. Seit Yoda waren es da doch schon ein paar Jährchen, man hätte doch angenommen dass die Effekte mit der Zeit besser werden… nun ja…

Wortvogel
Wortvogel

@ Peroy: Das sehe ich anders: Puppen haben durch ihre physische Präsenz eine ganz andere Wirkung – ob ich „Dark Crystal 2“ als CGI sehen möchte, weiß ich nicht. Man hat ja gesehen, wie es schiefgegangen ist, als Aardman Animation für „Flushed Away“ von Knetgummi auf CGI umgestiegen ist.

Außerdem glaube ich, dass sich auch die Puppenkunst weiterentwickelt hat.

Paddy-o
Paddy-o

*schnief*

Wahnsinn, da kommen ja selbst bei mir Kino-Kindheitserinnerungen auf!
Aber da halt eher aus den 90gern ^^

Universum, Resi und Savoy waren (in der Reihenfolge) auch bei uns die Lokale der Wahl. Jetzt erst begreife ich wieder, wieso man damals so oft zwischen den Kinos tingeln musste.
Versuche mich gerade krampfhaft zu erinnern, ob der ‚klassische‘ Stil im Resi mich beindruckt, oder eher verschreckt hat.. ich glaube eher letzteres – da lag das Haus aber wohl auch schon im Sterben und war dementsprechend ranzig. ^^

Habe auf jedenfall noch bewusst mitbekommen, als die ganzen Läden nacheinander dicht machten.

Ich als Gelegenheits-Kinogänger kann heutzutage durchaus auch mit den (für mich trotzdem nicht besonders attraktiven) Multiplexen leben.
Finde es in DDorf nur blöd, dass ich für 95% der OVs bis nach Oberkassel gurken darf.
Da lob ich mir doch das schon erwähnte CineStar in Berlin, dass ich, als ich mal da war AUSGIEBIG nutzte 😉

Peroy
Peroy

„Puppen haben durch ihre physische Präsenz eine ganz andere Wirkung“

Das bestreite ich auch nicht… die Puppen hätten nur einfach besser sein sollen und wenigstens in Mindestmaß an Mimik aufweisen können…

Modelverhunzer
Modelverhunzer

Das, was man durch die Fenster neben dem ehemaligen Berolina sieht, ist übrigens kein Möbelgeschäft sondern die Lounge, die eigentlich ganz schön sein könnte, aber irgendwie nie auf hat, wenn ich dran vorbei gehe.
Die gehört zu einem Club, der unten in die ehemaligen Kinoräumlichkeiten eingezogen ist und sich auch nur mit „hätte“, „währe“ und „könnte“ beschreiben läst. 😉

Timo
Timo

Wo einst die Lichtburg war, ist heute die Filiale einer amerikanischen Kaffeehauskette zu finden. 🙁

Wortvogel
Wortvogel

@ Modelverhunzer: Danke, ist korrigiert!

@ Timo: Danke für den Hinweis! Ich bin sogar am Samstag mit meinem Bruder nochmal über die Kö gefahren, und wir konnten nicht erkennen, in welchem Haus die Lichtburg war.

Paddy-o
Paddy-o

Am Gebäude selbst hängt glaub ich noch eine Art Metall-Schild-Grabstein, dass an die alte Lichtburg erinnert.

Medienjunkie

Schöner Artikel! Das Atelier im Savoy gibt es übrigens nicht immer noch, sondern seit ein paar Jahren wieder. Die Linse (1 oder 2) gibt es hingegen nicht mehr und auch nicht wieder. Der neue Betreiber des Atelier (die Metropol GmbH, der inzwischen auch sämtliche andere Programmkinos in Dssd. gehören) hat übrigens irgendwo in den Lagerräumen echte Schätzchen gefunden, die jetzt wieder im Foyer aufgehängt sind: Fotos mit Autorammen und Grüßen, u.a. von Francois Truffaut, der damals zur Premiere eines seiner Filme dort war. Ebenso wie Alfred Hitchcock. Von dem hängt sogar ein selbst gezeichnetes Profil an der Wand. Kinos mit so einer beeindruckenden Geschichte üben auf mich einen ganz anderen Reiz aus als diese sterilen Multiplexe, wo es mMn gar nicht mehr um Kultur geht, sondern nur noch darum, Kumpels zu treffen und Nachos in sich reinzustopfen.

Dssd. dürfte auch die einzige deutsche Stadt sein, die ihr ehemaliges kommunales Kino, die Black Box, die in den 90ern ebenfalls an die Metropol-Leute verpachtet wurde, rekommunalisiert hat. Seit Anfang des Jahres wird das Kino wieder in Eigenregie vom (städtischen) Filmmuseum betrieben. Das Programm ist seitdem noch abseitiger geworden: russische Stummfilme, Kurzfilme, Trash aus den 70ern…

Wortvogel
Wortvogel

@ Medienjunkie: Danke für die Korrekturen, und die Ergänzungen. Finde ich klasse, dass so viele Düsseldorfer sich hier beteiligen.

Was die Linse angeht – ich meine aber, zumindest die Schilder im „Savoy“ noch gesehen zu haben.

In der Blackbox bin ich tatsächlich nie gewesen – als Teenager war ich voll auf Kommerzware ausgerichtet. Ich war ja auch nie im „Souterrain“.

Tornhill
Tornhill

„Der dunkle Kristall“ gehört übrigens zur langen Liste der Filme, die ich verdammt nochmal mögen wollte, es aber nicht hinbekam…Irgendwie wirkte es auch für mich alles starr und lieblos und der Film unentschieden zwischen Ernst und Kindlichkeit.
Zu schade…Der Fall hat sich gerade mit meiner zweiten Sichtung des anderen Listenklassikers „Titan A. E.“ wiederholt.

nils
nils

In Düsseldorf gibt es in Oberkassel noch ein kleines Kino unter einem Cafe…
Gewappnet mit einem schönen Glas Alt und Zigarette saß ich vor nem knappen Jahr einem Jahr dort unten und habe mir den ersten Blues Brother teil angeschaut… Und die Situation kam mir irgendwie surreal vor…

In Bonn gibt es noch das Woki und wird sich wohl auch halten aufgrund der Masse an Studenten und Mangels Plexalternative… Ist trotzdem mal ein Erlebnis, sich da mal die Sneakpreview anzutun.

Wortvogel
Wortvogel

@ Nils: das dürfte das „Souterrain“ sein.

Medienjunkie

Darf man im Souterrain eigentlich noch rauchen oder ist das auch dem NRSG (oder wie man das abkürzt) zum Opfer gefallen? Bin zwar Nichtraucher, fand diese Kneipenatmosphäre da aber immer irgendwie cool.

Jana
Jana

Schade, dass ich so jung bin und die Kinos so gar nicht mehr kenne … Sehr hübscher und spannender Bericht! Nicht nur weil ich so heimatverliebt bin 🙂

Onkel Dieter
Onkel Dieter

Das Kino auf der Kölner Str. hieß Victoria, nicht
Veronica.

Wortvogel
Wortvogel

@ Onkel Dieter: Ich fasse es nicht 🙂

Rohri
Rohri

Schönes Thema! Hat bei mir einige Erinnerungen geweckt…

Allerdings muss ich Dich unbedingt an einer Stelle korrigieren. Das Foto, das Du in Solingen geschossen zu haben glaubst, zeigt tatsächlich das einzige erhaltene Kino in _Hilden_, meiner Heimatstadt.

Ich freue mich immer wieder darüber, dass sich dieses alteingesessene Kino vermutlich dank stets sehr aktuellem Programm noch wirtschaftlich über Wasser halten kann…

Jack Crow
Jack Crow

Tja, mit den Multiplexx-Kinos ist es wohl wie mit breit verfügbarem Internet – da gibt es die Generation „davor“ und „danach“. Bei beidem bin ich noch (knapp 😉 ) „davor“, und sehr froh drum…

meistermochi

noch immer ein traum von mir:

ein richtig tolles programmkino machen!

conrad
conrad

meines wissen nach hieß das kino auf der graf adolf strasse ´CITYKINO.ausserdem gab es noch das asta nielsen kino

Dirk
Dirk

Zum Asta-Nielsen-Kino (1911-1986) gibt es eine ausführliche Website, die an das Kino erinnert: http://www.astanielsen.net

Wortvogel
Wortvogel

@ Dirk: danke dafür. Ich erinnere mich dunkel an das Asta, bin aber (glaube ich) nie drin gewesen.

Tom
Tom

Toller Artikel, eine schöne Reise in die Vergangenheit. Ich erinnere mich auch an die telefonische Kinoansage, die Wartezeiten im Residenz oder die schlecht gelaunten Kartenverkäuferinnen im Savoy. Meine Erlebnisse im Kinoviertel rund um die Graf-Adolf-Str. beginnen Mitte der 80er Jahre und damals bestand Kino noch aus Karte kaufen, auf der Treppe vor dem Kino warten/sitzen, Werbung, Eisverkäufer und Film. Das Rundherum, das heute die Multiplexe bieten mit Lounge, Gastronomie, Nachos, etc. gab es noch nicht. Mitte der 90er, als die Multiplexe so langsam Thema wurden, war oft zu lesen, dass die alten Kinos auch noch eine Chance hätten. Naja, das war dann wohl nichts. ;o)
Ein Kino alter Prägung gibt es noch in Hilden (Lux-Lichtspiele), wo ich auch gerne noch hingehe.

Tom
Tom

Kleiner Nachtrag: Das Solinger Lux-Kino auf dem Bild oben, müssten die Hildener Lux-Lichtspiele sein: http://www.qype.com/place/36661-Lux-Lichtspiele-Hilden

Wortvogel
Wortvogel

@ Tom: Du hast recht, vielen Dank – ich hab’s korrigiert.

Clara
Clara

Hey,

Sonntagmorgen alles schläft. Ich bin auf der Suche nach einer Vorstellung Sonntags um 11h. Aber nix.
Früher gab’s das auch mal! Dafür bin ich auf diesen wunderbaren Artikel gestossen, der mir eine gefühlte Zeitreise von mehr als 30 Jahren brachte. Sehr nett.
Vielen Dank!

Jedoch eine Ergänzung gibt es noch. Das Viktoria auf der Kölnerstraße in Düsseldorf-Oberbilk (später kam da der Supermarkt Groka rein …). Das gab’s definitiv noch in den 70zigern, evtl. auch noch frühe 80er.
Hier habe ich meine ersten Kinobesuche erlebt -zumeist Sonntagsvormittags zu den legendären „Godzilla“ Filmen, die mich bis heute noch mächtig beeindruckt haben!

Conrad
Conrad

hallo es gibt seit kurzen ein buch über alle düsseldorfer kinos.das buch ist im droste verlag erschienen mit der isbn nr978-3-7700-1396-8 und hat den titel Vom tanzsaal zum filmtheater.als kinofreak muss mann dieses buch einfach kaufen.weiter hin viel spass bei den recherchen über die düsseldorfer kino kunst.

Clara
Clara

Hallo Conrad,
prima, vielen Dank! Guter Tipp, denn bei meiner Recherche habe ich keine Literatur gefunden.

Mostertpöttchen
Mostertpöttchen

Hey ! Ein echt guter Artikel
Da kommen die Erinnerungen an alte Kinozeiten in mir hoch
Meine ersten Kinogänge waren immer die Sonntags-Matinee´s – entweder in Alhambra auf der Friedirchstr. ( fuffzig ! ! Pfennig Eintritt ) oder im Asta Nielsen für ne Mark ( inklusive eines „Fix und Foxi“ Heftes gratis.
Später dann ging es durch alle der oben genannten Kinos. Es gab ja immerhin ne menge davon – ich weis garnicht mehr die ganzen namen von denen , die allein auf der Graf-Adolf-Str. waren.

trackback

[…] wollte ich für Rat Pack ein Remake von “Dudu, der Superkäfer” schreiben (immerhin der erste Film, den ich als Kind im Kino sehen durfte). Das scheiterte letztlich an der Renitenz von Rudolf […]

Marie
Marie

Hallo Clara,

an das Viktoria-Theater kann ich mich auch sehr gut erinnern. Sonntags um 11.00h war Kinotime. Suche immernoch nach einen Foto von früher oder einer alten Platzkarte. Schön war die Zeit!

mattes
mattes

Hallo zusammen,
schöner Bericht! Hier noch ein paar Ergänzungen. Vielleicht erinnert sich noch jemand daran.
1. Europapalast, Berliner Allee Ecke Graf-Adolf-Straße (früher Kaufhaus DEFAKA, dann Horten, jetzt „noch“ Kaufhof-Galeria).
2. Kurbelkiste, im ehemaligen Luftschutzkeller unter dem Carlsplatz in der Altstadt (z.B. Eddi Constantin, Pier Angeli, herrlich).
3. Atrium, Worringer Platz (habe dort u.a. 2x „Hair“ als Musical mit Reiner Schöne gesehen, damals ein begeisterndes Erlebnis).
4. Apollo-Theater, „Obere“ Königsallee Ecke Adersstraße (vor dem Film gab’s Varieté mit Live-Orchester!).
Kennt noch jemand weitere Kinos in Düsseldorf?

Wortvogel
Wortvogel

@ mattes: Hallo. Danke für die Hinweise. Die waren wohl alle vor meiner Zeit. Ich kann dir dieses Buch über die Düsseldorfer Kinokultur ans Herz legen: http://goo.gl/IbDujQ

mattes
mattes

Nachtrag:

Nicht zu vergessen, das „ali“ Kino im Hauptbahnhof!!
Nach der Schule: Tom und Jerry, Dick und Doof, Donald Duck etc.
in Endlos-Schleife.

Kinofan
Kinofan

Hallo, wer kennt noch das Kino in der Immermannstraße in Düsseldorf.
Dort wurde Anfang der 60er Jahre Stereoton eingebaut, damit die Aufführung von „Ben Hur“ besser stattfinden konnte.
Ich kann mich an den Namen des Kinos nicht mehr erinnern, finde es auch in keiner Liste. Das Kino gibt es schon lange nicht mehr.

mattes
mattes

Hallo „Kinofan“,
Dir kann geholfen werden! Das Kino hieß „Kristall-Palast“. Es befand sich auf der Immermann Straße 43 und wurde von dem Düsseldorfer Architekten Will Dommel (gegenüber steht das Dommel-Hochhaus) nach eigenen Entwürfen gebaut. Ich selbst habe dort „Ben Hur“ gesehen. Damals ein Erlebnis.
Alles nachzulesen. Eingabe bei Google: Düsseldorf Kristallpalast
Der erste Eintrag von Kinowiki.
LG mattes

Kinofan
Kinofan

Hallo „mattes“, vielen herzlichen Dank!! Werde gleich mal die Seite aufrufen und lesen.
LG Kinofan

Conrad
Conrad

Hallo Mattes,Das Kino am Worringer Platz war das Capitol.
Das Artrium war an der Grafenberger Allee/Ecke Lindemannstrassse.

mattes
mattes

Hallo Conrad,
Du hast völlig recht!
Hab ich wohl durcheinandergebracht.
Danke und LG

Lloyd
Lloyd

Wow, wirklich cooler Artikel. Wat hat dat Spass gemacht, dass zu lesen. Vielen Dank!