Ich will gar nicht ständig über die BILD schreiben. Dafür gibt es BILDblog. Und andere. Der Wortvogel handelt von mir – steht ja auch schon in der Titelzeile.

Aber man lässt mir keine Wahl.

Die BILD ist in meinen Augen in den letzten Jahren wieder deutlich in die übelriechendsten Ecken des politisch und ideologisch motivierten Kampagnen-Journalismus verfallen. Missliebige Politiker und Prominente werden mit Häme und Halbwahrheiten in die Ecke gedrängt, während Kai Diekmann die Fahne des kleines Mannes hoch hält. Was sich das Blatt bei Horst Köhler im Fall der Begnadigung von Christian Klar erlaubte, gehört für mich in die Rubrik „Nötigung“.  [weiterlesen]



Ellen Tauscher ist Demokratin, und „Vorsitzende des Untersuchungsausschusses für Strategische Streitkräfte im Repräsentantenhaus“. Steht zumindest im neuen SPIEGEL. Dort wird sie nämlich interviewt.

Es geht um den Raketen-Schild, der vielleicht nicht funktioniert, der uns vor einer Gefahr bedrohen soll, die vielleicht nicht besteht, und der mindestens 4 Milliarden Dollar kostet. Wenigstens spaltet er dafür die westliche Allianz.

Nun sollte man meinen, Madame Tauscher hätte auch jenseits des parteipolitischen Kalküls Verständnis für Europäer, die ungern hastig und ohne Absprache Großwaffensysteme im Vorgarten installiert haben möchten.

Mitnichten:
Tauscher-Zitat

14 Worte, die sehr viel über das Selbstverständnis der Amerikaner aussagen.  [weiterlesen]



Die BILD schreibt heute unter der Überschrift
„Paris Hilton will Knast-Tagebuch schreiben!“:

„Ach, herrje! Wir dachten, wir hätten mal 23 Tage verdiente Zwangsruhe von Berufs-Blondine Paris Hilton (26). Doch weit gefehlt: Paris will uns aus der Zelle heraus mit ihren gedanklichen Ergüssen penetrieren. Kurz: Sie schreibt ein Knast-Tagebuch!“

Ach herrje – zweifelt irgendwer daran, dass die BILD dann auch in erster Reihe stehen wird, wenn es darum geht, dieses Knast-Tagebuch abzudrucken?!

Die Promis unablässig ausschlachten und gleichzeitig höhnend verachten – niemand kann das so gut wie Diekmanns Truppe.  [weiterlesen]



Falwell

Nil nisi bene, und so weiter – ich weiß. Aber wenn das Universum sich entscheidet, auch mal einen abzuberufen, für den das Wort „Gott“ von „bigott“ kommt, dann werde ich keine Krokodilstränen vergießen.

Der US-Prediger und christliche Aktivist Jerry Falwell ist platt – im Nichts, wenn ICH Recht habe; in der Hölle, wenn SEIN Weltbild stimmt.

Falwell gehörte zu der Sorte Fanatiker, die sich für bessere Menschen halten, weil sie gegen Schwule, Schwarze, Gewerkschafter, Demokraten und Feministen sind. Und er war immer besonders konsequent – für seine Anhänger haute er auf die Pauke,  [weiterlesen]



HalmichNachdem BILDblog sich entschieden hat, meine Recherchen über „jetzt erstmals nackte Promis“ fortzuführen, mühe ich mich auch gar nicht mit weiteren Ausführungen, sondern verweise gleich auf die Kollegen.

Zu ergänzen wäre allenfalls noch, dass Regima Halmich sich bereits VOR Maxim und VOR Playboy ausgezogen hatte – anno 1998, im deutschen Penthouse.  [weiterlesen]



Bob DobbsEndlich mal wieder ein Pflichtprogramm – die fünf Teile einer „Nightline“-Diskussion zum Thema „Gott ist wissenschaftlich beweisbar“.

Ich hatte vom christlichen Radikal-Konvertierer Ray Comfort ein wenig mehr Substanz erwartet – seine Argumentation ist so transparent, dass selbst ich sie lässig abgebügelt hätte.

Mindestens ebenso unterhaltsam wie die Auseinandersetzung fand ich zwei Kommentare zu den Videos.

„Rapid Rationalist“ Brian hatte seine ziemlich scharfe Freundin Kelly dabei, die in High Heels und mit beängstigender Oberweite über wissenschaftliche Methodik referierte (sie selber scheint gleich diversen Gesetzen der Statik zu widersprechen).  [weiterlesen]



… auf schlampige Recherche und dumme Fehler.

SPIEGEL, Ausgabe 1/99:

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Man kann das für eine Kleinigkeit halten, den Lapsus Memoriae eines Redakteurs, der für Banalitäten wie Groschenromane kein Interesse zeigt. Aber die wirkliche Frage ist doch: Wenn der SPIEGEL bei Alltäglichkeiten schlampt, wie steht es dann mit der Faktenlage bei Themen, die wir selber nicht überprüfen können? Deuten Fehler im Kleinen nicht auch auf Fehler im Großen?  [weiterlesen]



SiegelJa ja, auf Bush rumhacken, der BILD einen reinwürgen, sich über SAT.1 und RTL aufregen – ich suche mir nicht gerade schwer zu treffende Opfer für meine kleinen Tiraden. Da kann man leichten Applaus ernten, und ernster Widerspruch steht nicht zu erwarten. Billige Polemik vom Herrn Dewi, wie immer.

Heute also wieder BILD.

Die BILD zeigt gerne nackte und halbnackte Frauen. Besonders, wenn sie prominent sind. Und noch lieber, wenn die Bilder aus dem Springer-eigenen Glanzblättchen „Maxim“ kommen. Corporate Synergy, so sieht sie aus.

Natürlich muss das alles knackig betextet werden, und marktschreierisch heißt es regelmäßig: „nackt wie nie!“,  [weiterlesen]



In der Ronald Reagan-Bücherei in Simi Valley stellten sich zehn republikanische Bewerber um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten den Delegierten. Im Stil von „7 Tage, 7 Köpfe“ durften Leute wie McCain, Giuliani und der Mormone Mitt Romney um die Gunst der eigenen Partei buhlen.

Mittendrin die Frage des Moderators: „Wer von Ihnen glaubt an die Evolutionstheorie – Handzeichen, bitte?“

Drei Hände, zögerlich (Brownback, Tancredo, Huckabee). McCain als einziger „sowohl als auch“ irgendwo dazwischen. Sechs dagegen.

Noochmal: Sechs Kandidaten der Republikaner leugnen die Evolution. SECHS. 60 Prozent. Darunter Giuliani, der ehemalige Bürgermeister von New York.  [weiterlesen]



Deutsche Serien haben es schwer – alles, was in den letzten Monaten auf Sendung gegangen ist, wurde vom Publikum mit Indifferenz bestraft: meine eigene Serie „Lotta in Love“, „Bis in die Spitzen“, „Verrückt nach Clara“, „GSG9“, „Mitten im Leben“, „Schmetterlinge im Bauch“, „Ahornallee“.

SAT.1 hat es besonders stark getroffen, denn der Berliner Sender hatte einst ein Paket veritabler Dauerläufer im Programm, die man auf der Suche nach jüngeren Zuschauern aus dem Programm gekegelt hat: „Kommissar Rex“, „Wolfs Revier“, „Der Bergdoktor“. Leider konnte sich keiner der Nachfolger etablieren.

In den letzten Wochen hat es „Allein unter Bauern“  [weiterlesen]