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Es gibt unangenehme Menschen da draußen. Gewöhnlich ist das kein Problem. Die meisten lernt man gar nicht erst kennen und die, die man kennen lernt, kann man schnell wieder vergessen, wenn sich die Wege trennen. Außer im Landschulheim und in der Mehrbettzelle im Knast ist man ja nicht gezwungen, soziale Inkompatibilitäten hinzunehmen.

Kurios aber, wenn man einem Menschen, den man vor langer Zeit als unangenehm empfunden hat, irgendwann wieder begegnet – und dieser Mensch dann so nahtlos immer noch unangenehm ist, dass man ihn an dieser Verhaltensweise perfekt wieder im Gedächtnis einordnen kann.

Nehmen wir B…  [weiterlesen]

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Peroy ist Dauerkommentator bei Wortvogel und anderswo, will möglichst anonym bleiben und schreibt SEHR viele Filmkritiken. Außerdem ist er als Drehbuchautor aktiv und nicht unerfolgreich.

Netterweise hat der Wortvogel bei mir angefragt, ob ich während seiner Abwesenheit nicht einen Gastbeitrag liefern möchte. Logo. Und wenn ich dann schon mal die Chance habe, ungestraft vom Leder zu ziehen, nutze ich die auch. Mir ist vor kurzem ein lustiger Film vor die Linse gekommen, von dem man sämtliche DVD-Kopien, wenn’s nach mir ginge, mit der Dampfwalze in den Straßen-Asphalt einarbeiten könnte. Dann rutscht man zwar mit’m Auto wenn’s regnet,..  [weiterlesen]

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Es geht gar nicht so sehr um den TV-Film “Das Mädchen auf dem Meeresgrund”, den das ZDF nach den Erinnerungen von Lotte Hass hat drehen lassen. Sie war die Ehefrau des bekannten Meeresforschers und Dokumentarfilmers Hans Hass, der in den 70ern noch landesweit bekannt war, heute aber nicht mehr die Strahlkraft von Grzimek oder Sielmann besitzt. Dabei lebt er noch.

Ich habe den Film nicht gesehen, ich kann ihn nicht bewerten. Zumindest optisch hat man die Originale gut getroffen, auch wenn man Yvonne Catterfeld einen fesch-roten Badeanzug und Benjamin Sadler Badeshorts statt eines Slips gönnt:

Es stößt mir nur ein wenig sauer auf,..  [weiterlesen]

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Weil ich gerade praktisch keine Zeit habe, den ganzen Bilderkram raus zu suchen, den ich für meine nächsten Artikel brauche, fange ich heute mal mit einer losen Serie an, die sinnloser nicht sein könnte: Ich erzähle Anekdoten. Keine relevanten. Die unwichtigen. Die albernen. Die nicht immer lustigen. Das Zeug, das ich bei Partys raus lasse, wenn ich drei oder vier Drinks hatte. Nicht alle Details mögen mehr der “ganzen Wahrheit” entsprechen, gerichtsverwertbar sein. Even the names have been changed to protect the innocent.

Den Anfang macht ein Geständnis: Ich musste während der Führerschein-Probezeit Anfang der 90er in die Nachprüfung…  [weiterlesen]

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Neueinsteiger bitte Teil 1 lesen!

Freitag Nachmittag, Ende April 1990. Mir ist gerade ein Praktikum zugesichert worden – für ab Montag. Und es klang gar nicht nach einem gemeinen Scherz.

Es gibt Momente, da muss man sich entscheiden. Ich habe keine Wohnung in München, keinen Plan, kein Geld, und nur 48 Stunden übers Wochenende, alles zu organisieren. Zu wenig Zeit, um Angst zu haben.

Also mache ich mich auf den Weg zur Mitwohnzentrale, lasse mir ein paar Adressen von potentiellen kurzfristigen Wohnorten geben. Dann rufe ich beim Sozialdienst in Düsseldorf an: Sie sollen die Papiere für einen dringlichen Eilantrag fertig machen –..  [weiterlesen]

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“Den Mut, Regeln zu brechen, kenne ich auch”

Interview mit Heike Makatsch

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Dr. Hope ist nach Margarete Steiff und Hildegard Knef eine wei­tere Person der Zeitgeschichte, die Sie verkörpern. Worin be­steht für Sie der Reiz, in historische Rollen zu schlüpfen?

Bei Hope, wie auch bei Margarete Steiff, ging es nicht darum, eins zu eins die Biografie einer berühmten Person zu verfilmen. Diesen An­spruch erheben wir nicht, aber wir wollten einen gewissen Grad an Authentizität erreichen. Es machte großen Spaß, eine Figur zu ent­werfen, die zwar kein Abbild der echten Hope ist,..  [weiterlesen]

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intouchAm Flughafen im Zeitschriftenladen, im Flieger rechts neben der Stewardess, am Pool, im Restaurant, am Strand – beim Urlaub unter südlicher Sonne ist es praktisch unmöglich, den Paparazzi-Postillen auszuweichen: „OK!“, „Life & Style“, „InStyle“, „InTouch“, oder einfach nur „In“ – sie sind überall. Und während die Freundin kurz den Bikini an die Leine hängen geht, lässt man sich verführen, auch mal drin zu blättern. Dabei fiel mir auf, wie wenig diese Hefte mit der klassischen Yellow Press zu tun haben. Und es wurden viele Erinnerungen wach.

Flashback in die späten 80er: Ich bereitete mich in Düsseldorf auf mein Abitur vor,..  [weiterlesen]

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ShitSie sind heimtückisch. Man sieht sie nicht kommen. Hat man einmal auf dem Kinosessel Platz genommen, ist man ihnen ausgeliefert. Schmerz, Übelkeit, Depressionen sind die Folge. Man reibt sich die Augen, als ob sie bluten, man windet sich, verschränkt die Arme vor dem Bauch, als könne man damit signalisieren, dass man nicht weiter belästigt werden will. Sinnlos. Am Ende wird man von den albanischen Multiplex-Putztanten auf dem Boden zwischen den Reihen gefunden, wimmernd in fötaler Position, und zusammen mit klebrigem Popcorn und leeren Bierflaschen aus dem Saal gefegt.

Ich rede von Scheißfilmen. Nicht schlechten Filmen. Scheißfilmen…  [weiterlesen]

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Disclaimer: Dieser Beitrag lässt mein Leben eventuell erheblich cooler aussehen, als es eigentlich ist…

Früher war ich ein harter Kerl. Früher konnte ich freitags nach der Arbeit zur Autobahn radeln, und von dort nach Düsseldorf oder Berlin trampen, um Freunde zu besuchen. Und nach durchfeierten Wochenenden konnte ich auch Montag früh wieder rechtzeitig am Schreibtisch aufschlagen, um Randspalten zu tippen. Sex, Drugs, and Rock’n’Roll – lange ist es her. Heute kriege ich den Arsch für einen Wochenend-Trip nicht mal mehr hoch, wenn ich wirklich gar nichts anderes zu tun habe. Und das, obwohl sich immer wieder Freunde beschweren,..  [weiterlesen]

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Jul 2006

Biographie

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Torsten Dewi wurde 1968 in Düsseldorf geboren, einer Stadt, der er im Herzen auch nach 25 Jahren München nicht untreu geworden ist. Nach Abitur und Zivildienst zog er in die bayerische Hauptstadt, um dort bei der Fernsehzeitschrift GONG zu arbeiten.

Er schrieb Kinokritiken für den Playboy, war Ko-Entwickler der Zeitschrift TV Serien und begann Romane zu amerikanischen Fernsehserien für den deutschen Markt zu übersetzen. Aus seiner Feder stammen deutsche Fassungen von “Lois & Clark”, “Space 2063”, “Charmed”, “Babylon 5”, etc. Als Autor schrieb er die sehr populäre Sachbuch-Reihe “Science Fiction TV Guide”.

Den Sprung ins Freiberuflertum verschob Torsten Dewi erstmal ein paar Jahre,..  [weiterlesen]