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Ich bin bekanntermaßen niemand, der Kundenverarsche lustig findet. Es ist nicht okay, irgendwo "100 Prozent Frucht – Geschmack Erdbeer" drauf zu schreiben, wenn über 90 Prozent Äpfel drin sind.

Neulich ist mir ein weiteres schöneres Beispiel für diese Form von Beschiss untergekommen. Während des Fantasy Filmfest 2015 in Nürnberg habe ich mir immer mal im sicher gedrängtesten und unschönsten ALDI der Republik was für den Durst zwischendurch gekauft. Ich bin da nicht wählerisch, primär greife ich zu Wasser mit irgendeinem Fruchtaroma, was sich auch zimmerwarm noch trinken lässt.

An einem dieser Tage für mich auf dem Kassenband:

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The Invitation
sxsw2015theinvitation USA 2015, Regie: Kary Kusama. Darsteller: Logan Marshall-Green, Tammy Blanchard, Michiel Huisman, Emayatzy Corinealdi, Lindsay Burdge, Mike Doyle, Jay Larson, Michelle Krusiec, Karl Yune

Story: Es soll eine längst überfällige Wiedersehensfeier werden – nach zwei Jahren rufen David und Eden ihren gesammelten Freundeskreis wieder zusammen. Edens Ex, Will, mittlerweile mit Kira liiert, hält die Party nicht gerade für eine gute Idee. Dennoch – bis auf den notorischen Zuspätkommer Choi sind alle da, allerdings auch zwei unvertraute Gesichter, Sadie und Pruitt, zwei neue Freunde von David und Eden, die diese bei ihrem therapeutischen Aufenthalt in Mexiko… [weiterlesen]

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Zuerst die guten Nachrichten: Trotz der bulligen Hitze und des Gepäcks, das ich zwischen den Bahnhöfen hin und her schleppen musste, war die Anfahrt völlig in Ordnung. 15.02 Uhr ab in Speyer, 18.35 an in Nürnberg. Der Fernbus wie immer klimatisiert und gerade mal ein Drittel besetzt.

Das Hotel ebenfalls erfreulich: Zimmer im sechsten Stock nach hinten raus. Mit Klimaanlage. Ein ideales Basiscamp mit ALDI, Bäckerei, Burger King und Joey’s Pizza gleich um die Ecke – und gerade mal 300 Meter vom Kinocenter entfernt.

Das Kinocenter: Kaum vorstellbar für Leute, die in Berlin oder gar in München auf das… [weiterlesen]

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Eine gewisse Vorliebe für ungesunde ausländische Fresskultur meinerseits ist bekannt. Verbunden mit meiner Affinität für Discounter führt das dazu, dass ich gerne in fernen Ländern durch ALDI und LIDL stromere, um zu sehen, wie sich die Sortimente unterscheiden. Nicht viel, würde ich sagen – zwei bis fünf Prozent nationaltypische Produkte konnte ich ausmachen.

Bei ALDI Memphis hat der Konzern es geschafft, den Amerikanern das bei ihnen bis dato unbekannte Pfand-Prinzip bei Einkaufswagen beizubringen. Viel ekliges Lightbier und gigantische Schachteln mit Cornflakes sind mir außerdem aufgefallen.

Auf Sizilien macht man sich nicht mal die Mühe, beim LIDL die Verpackungen… [weiterlesen]

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Ich halte Stil für wichtig. Den individuellen wie den allgemeinen. Jeder nach seiner Façon, aber mit Geschmack, bitte. Was du trägst, ist mir wurscht – solange dir nicht egal ist, was du trägst. Nach meiner Erfahrung verfestigt sich der Geschmack mit dem Alter. Die Experimente lassen nach, man findet das, was einem gefällt – und bleibt dann auch dabei. Früher dachte ich, das wäre ein Verlust. Aber es ist das Gegenteil: Es ist ein Gewinn von Gewissheit und Souveränität.

Manchmal frage ich mich, ob das nur für mich gilt. Und weil ich euch nicht fragen will, ohne selber die… [weiterlesen]

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Freitag, 4.7.2014, 17.15 Uhr. Ich bin allein in Speyer, ein familiäres Problem hat die LvA nach Marburg gezwungen. Dabei spielt Deutschland. Gegen Frankreich. Und ich habe es nicht so mit Public Viewing.

Also allein vor dem Fernseher. Na ja, so allein, wie man mit zwei Katzen sein kann. Wenigstens hat auch Becky ihr Interesse am Fußball mittlerweile entdeckt, sie schaut gerne zu, wie der Ball auf dem Bildschirm hin und her gekickt wird.

Noch knapp eine Stunde bis zum Anpfiff und plötzlich denke ich: Scheiß drauf. Ich ziehe den Cheat Day vor und mache mir einen brutal ungesunden Abend…. [weiterlesen]

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Ich bin ja nicht so der "early adopter", der nach jeder Technikmesse gleich die neuste Hardware ordert. Ich glaube auch nicht daran, dass ein Gadget sich seine eigene Notwendigkeit schafft. Den Android-Stick im Fernseher finde ich technisch beeindruckend (eigentlich Zauberei), aber für mich unnötig. Das ALDI-Tablet war ein guter Deal für ein gutes Gerät – zurückgegeben habe ich es trotzdem. Den Kobo-Reader hat die Mama zum Geburtstag bekommen, nachdem er bei mir ein Jahr lang Staub angesetzt hat.

Aber diese Woche hat es mich mal wieder erwischt:

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35 Euro, um irgendwie alles vom Smartphone und Notebook auf den Fernseher… [weiterlesen]

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Obwohl ich den gedruckten SPIEGEL vor mehr als einem Jahr abbestellt habe, musste ich mir die "Überarbeitung" des Layouts mal anschauen.

Gefällt mir. Vor allem, weil sie so dezent ist. Es wird nur angepasst, was angepasst werden muss – wie schon vor 17 Jahren, als man sich hörbar seufzend dem Vorbild des "Focus" anschloss und Farbfotos zur Regel machte. Der SPIEGEL ist knorrige Kontinuität in dem Wissen, dass die Auflage dadurch auch nicht mehr zu retten sein wird. Letztlich macht sich das Flaggschiff des deutschen Nachrichtenjournalismus damit nur fit für die Zielgerade der Printbranche. Man will hübsch in den… [weiterlesen]

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Ich bin entwurzelt in diesen Wochen, entfremdet und ruhelos. Nach 25 Jahren aus einer Großstadt in die Provinz gezogen, zwischen Kisten lebend, für meine Zeitschrift viel auf Reisen, Schränke durch Koffer ersetzt. Einpacken, auspacken, waschen.

Osterwieck. Wie bin ich nach Osterwieck gekommen? Eine Reportage. Jemand möchte uns seine Heimat vorstellen, den Harz. Von der Redaktion bin ich halbgar gebrieft: Nur wenige Kilometer bis zur früheren deutsch-deutschen Grenze, ehemals Hochburg sozialistischer Metallverarbeitung, beliebte Wandergegend. Den Brocken kenne ich als „Hexenberg“ aus einem John Sinclair-Roman. Clooney hat hier neulich „Monuments Men“ gedreht.

Ich bin oft genug im Osten gewesen, um nicht

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Dritter und letzter Teil. Als wir das letzte Mal über die alten Damen sprachen, hatte mir Frau G. gerade mitgeteilt, dass sie den Holocaust an den Juden für eine Erfindung hielt.

Dass sich eine „meiner“ Omas als stolze Antisemitin entpuppen würde, war schon statistisch zu erwarten gewesen. Aber Frau G.? Die kleine, runzelige, freundliche Frau G.? Hier war größte Vorsicht angeraten. Es galt immer noch: Respekt und Rücksicht.

Ich hatte als Zivi kein Recht, die Frau umerziehen oder belehren zu wollen. Ich konnte nur innerlich abkoppeln und mich von jeder Sympathie frei machen.

Es stellte sich auf meine nervöse… [weiterlesen]