• Die Autobiographie von Harry Alan Towers: Ein zu kleines Buch für eine zu große Persönlichkeit


    Ich habe Harry Alan Towers wahrlich oft genug gebeten, seine Biographie schreiben zu lassen. Mit dem unausgesprochenen Zusatz "… am besten von mir". Irgendwann erwähnte Harry beim Mittagessen, dass er mit einem kanadischen Journalisten dabei sei, sein Lebenswerk zu durchforsten. Wie es aussieht, wurde daraus nichts.

    Mir war immer klar, dass es eine schwierige Aufgabe sein würde, Harry Alan Towers zwischen zwei Buchdeckeln gerecht zu werden. Sein Leben war lang, ereignisreich, voller unerwarteter Wendungen – und voller dunkler Ecken, in die er niemanden schauen lassen wollte…

  • Ein charmanter Gauner weniger: Zum Tod von Harry Alan Towers (1920-2009)


    Leser Sirk hat es gerade vermeldet: Vor knapp einer Woche ist der legendäre B-Film-Produzent Harry Alan Towers verstorben. Er wurde 88 Jahre alt.

    Ich habe seinerzeit mit Harry den Film "High Explosive" für ProSieben entwickelt, und er hat meinen ersten Film "Sumuru" in Südafrika produziert. Über unsere vielen gemeinsamen Abenteuer habe ich bereits ausführlich geschrieben. Dort findet ihr auch ein Video-Interview mit dem alten Haudegen.

    Man kann nicht sagen, dass Harry zu früh abgetreten ist – einen Tag nach meinem 41. Geburtstag hätte er seinen 89…

  • Harry Alan Towers – Movie Legend


    Über meine Abenteuer mit dem Trashfilm-Produzenten Harry Alan Towers habe ich 2008 schon ausführlich geschrieben.

    Ein halbstündiges Video-Interview mit vielen Filmausschnitten sollte vor ein paar Jahren dazu dienen, neue Partner an Land zu ziehen, denn Harry plante u.a. einen Börsengang. Das hat sich wohl zerschlagen, die entsprechende Webseite gibt es auch nicht mehr.

    Um das Video nicht ebenso verschwinden zu lassen, habe ich es bei YouTube für euch hochgeladen – ein Schmankerl für Fans klassischer B-Movies:

    Man mag es kaum glauben – Harry lebt und arbeitet noch (er ist 88!), aber der Interviewer Sheridan Morley verstarb im Februar 2007 im Alter von 65 Jahren…

  • „Writers get no pussy“ – und andere Dinge, die ich von Harry Towers gelernt habe (4)


    Harry fand meine Idee eines "99 Women"-Remakes nicht schlecht – und präsentierte mir tags darauf ein fertiges Skript! Was soll ich sagen: Der unvermeidliche Peter Jobin hatte bereits Jahre zuvor ein Remake geschrieben. Allerdings war diese Version besonders schlecht, denn sie hielt sich sklavisch an die Vorlage, und funktionierte auf emotionaler Ebene rein gar nicht. Glücklicherweise sah man das bei Tandem auch so, und gab mir einen Vertrag, die neue Fassung nach meinen eigenen Vorstellungen zu schreiben.

    Zu meiner eigenen Überraschung ging mir die Arbeit extrem leicht von der Hand…

  • „Writers get no pussy“ – und andere Dinge, die ich von Harry Towers gelernt habe (3)


    Ich wollte natürlich weiter mit Harry arbeiten – noch lieber wollte ich allerdings seine Biographie schreiben. Zu dumm, dass Harry dazu weder Zeit noch Lust hatte.

    Erneut sprach ich den alten Kauz, dessen Gepäck keine unserer Sekretärinnen anfassen wollte, auf „Fu Man Chu“ an. Leider lagen die Rechte bei Hallmark Entertainment, wo man den Stoff für eine aufwändige Miniserie frischmachen wollte. Auch daraus (ihr ahnt es) ist nichts geworden. Ich vermute mal, der (wenig latente) Rassismus der Vorlage hat die Produzenten von „Merlin“ und „Die Odyssee“ abgeschreckt…

  • „Writers get no pussy“ – und andere Dinge, die ich von Harry Towers gelernt habe (2)


    Wir bekamen also von Harry ein neues Drehbuch für "High Explosive". Leider war die zweite Version keinen Deut besser als die erste – Harry hatte zwar unsere Anmerkungen berücksichtigt, sich aber keinerlei Gedanken darüber gemacht, wie diese in den Kontext der Story passen sollten. Für ihn war das Drehbuch kein Ausdruck des Wunsches, eine Geschichte zu erzählen, sondern nur ein notwendiges Übel im überaus komplexen Prozess des Filmemachens. Obwohl er seit 40 Jahren schrieb, und mindestens ebenso viele Skripts auch verfilmt hatte – Harry war kein Drehbuchautor…

  • „Writers get no pussy“ – und andere Dinge, die ich von Harry Towers gelernt habe (1)


    Auf die Frage, wie man Drehbuchautor wird, antworte ich für gewöhnlich: „Aus Notwehr“. Das ist in meinem speziellen Fall nicht einmal Koketterie. Es ist vielmehr die Geschichte von „Sumuru“, dem ersten Film, der im Vorspann meinen Namen trug. Und es ist die Geschichte meiner Bekanntschaft mit Harry Alan Towers.

    Angefangen hat alles (mal wieder, und wie so oft) bei ProSieben. Vier Jahre lang arbeitete ich in Unterföhring als Redakteur, zuerst in der Abteilung Serie, dann bei der neu geschaffenen „Internationalen Koproduktion“ unter Rola Zayed (später verheiratete Bauer)…

  • Book 'em: B-Movie Masters


    Ich habe in meiner prägenden Zeit als Horrorfilm-Nerd sehr viele Biographien von Schlüsselfiguren des Genres gelesen: Roger Corman, Sam Arkoff, William Castle, Lloyd Kaufman, Harry Alan Towers, etc. Bei zwei größeren Werken zum Oeuvre von Charles Band war ich dann später sogar Ko-Autor.

    Alles Produzenten.

    Biographien von Regisseuren habe ich recht wenige gelesen. Das hängt auch damit zusammen, dass das Genre relativ wenige "auteurs" hervorgebracht hat. Gerade der B-Horror ist üblicherweise ein Handwerk, bei dem Regisseure angeheuert werden, um "in time and on budget" Vermarktbares abzuliefern…

  • Wortvogels Facebook-Retrospektive April 2026


    Schon wieder ein Monat rum? Alder…

    Es war ein relativ bunter Monat auf Facebook, obwohl ich wegen der FFF Nights in Berlin eine Woche lang "ausgefallen" bin. Gute Nachrichten (Orban weg) wechseln sich mit schlechten Nachrichten (Trump noch da) ab, seriöse Kollegen schreiben unseriöses Zeug und die KI zielt immer mehr direkt auf die Eier.

    Seht das hier als eine Zeitschrift, in der ihr blättern könnt…

    Ein neuer Robin Hood-Film steht an, der die Legende dekonstruieren will:

    Vorgestern sollte die Pressevorstellung sein, wurde aber kurzfristig abgesagt…

  • Hörspiel-Trash als Ohrenfolter: DÄMONENJÄGER EWALD HEINE


    Ihr mögt euch wundern, warum ich schon wieder beim Thema Hörspiel lande. Die Erklärung ist einfach: Bei meinen Reisen durch die digitale Welt auf der Suche nach Ohrenschmaus stolperte ich vor gut einer Woche über eine Produktion, die zu preisen mir nahe lag. Und dann machte ich den Fehler, sie zu hören.

    Aber der Reihe nach.

    Ich hatte euch vom grandiosen Krimi-Podcast KEIN MUCKS! erzählt und von seinem deutlich weniger gelungenen SF-Äquivalent DAS WAR MORGEN.

    Ich meine, dass es Bastian Pastewka selbst war, der ein paar Tage später auf die Reihe KNALLHART verwies, in deren Rahmen es eine Adaption von H.P…