Logan

Ich glaube, „Logan“ ist der erste Superheldenfilm seit Jahren, der mich zwar interessiert hat, den ich im Kino aber verpasst habe. Das ist umso kurioser, da hier genau das versprochen wird, was ich seit Ewigkeiten einfordere: Solo-Filme innerhalb eines Superhelden-Universums, die eher wie Graphic Novels erzählt werden und sich endlich auch mal wieder an Erwachsene richten. Nach dem Erfolg von „Deadpool“ traut man sich „hard r“ und hier wird das nicht mal mit einer humorigen Grundeinstellung übertüncht.

Der Vorgänger „The Wolverine“ versuchte Ähnliches, krankte in meinen Augen aber an einer unentschlossenen „sowohl als auch“-Haltung.  [weiterlesen]


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Ich habe die ersten Folgen der neuen Twin Peaks-Staffel gesehen. Für einen ausführlichen Review ist das zu wenig, aber in kurz: mir gefällt’s. Fast alle Charaktere mitsamt ihrer Darsteller sind wieder dabei, es werden gleich drei spannende neue Plots aufgemacht und verstörtes Kopfkratzen ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.

Es sei noch erwähnt, dass sich die Neuauflage/Fortsetzung in zwei Dingen von der ersten Minute an deutlich vom Original abhebt. So sieht man den Wasserfall im Vorspann nicht mehr von vorne, sondern von oben. Das ist den neuen Produktionsmethoden geschuldet, die für solche dynamischen Aufnahmen keine teuren Helikopter mehr brauchen,  [weiterlesen]


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Es ist bekannt, dass es zu meinem Musikgeschmack zwei Meinungen gibt, die der Charakterisierung von Troubadix in den Asterix-Comics entsprechen: ich selbst finde ihn genial, alle anderen finden ihn unbeschreiblich. Deshalb verkneife ich mir Platten- und Konzertkritiken auch üblicherweise. Mir fehlt der Background, mir fehlt die Expertise, mir fehlt schlicht die Masse an Musik zum kompetenten Vergleich.  Aber es ist Feiertag und ich hatte gestern einen guten Abend, also mache ich eine Ausnahme.

Bryan Ferry ist mal wieder auf Tour. Ein alter Mann singt für alte Menschen. Ich vermute, hier ist die Nostalgie ein ebenso starker Motivator des Publikums wie die tatsächlich gebotene Performance.  [weiterlesen]


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Originaltext November 2014:

Vom identitätsstiftenden Familienmagazin zum rotblauen Klon-Listing samt austauschbarer Blondine auf dem Cover: Mit der Vermehrung der TV-Sender ist eine Vermehrung der TV-Zeitschriften einher gegangen, die einen ruinösen Wettbewerb ausschließlich über den Preis betreibt. Dabei würde der Markt im Zeitalter des individualisierbaren Programmangebots ganz andere Ansätze brauchen.

Über die 80er Jahre hinaus definierten Schüler ihren TV-Konsum über die daheim verfügbare Fernsehzeitschrift: Es gab Hörzu- und Gong-Kids, Familien mit TV Hören & Sehen oder der sympathisch altmodisch betitelten Funkuhr. In anspruchsvoller interessierten Haushalten musste die kostenlose Beilage zur Wochenzeitung reichen, Vorreiter mit Videorekorder und Privatfernsehen griffen gerne zur hochmodernen TV Spielfilm.  [weiterlesen]


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Wer schon länger auf YouTube unterwegs ist, kennt Thunderfoot. Genauere Details über Phil Mason kann man hier nachlesen. Der Mann ist Vlogger-Urgestein, war lange Jahre einer der führenden Köpfe zuerst der Atheisten, dann der Anti-Feministen, generell auch der Skeptiker. Was ihn auszeichnet: Er weiß, wovon er redet. Er ist Wissenschaftler und hat sich mit allen Themen, die er bespricht, auch ausführlich auseinander gesetzt. Hinzu kommen seine ruhige Art, seine klare Sprache, seine undogmatische Herangehensweise. Die Höchstmaß an Aggression bei Thunderfoot ist die entgeisterte Empörung.

Das hier ist sein Motto:

„The true beauty of a self-inquiring sentient universe is lost on those who elect to walk the intellectually vacuous path of comfortable paranoid fantasies.“  [weiterlesen]


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Ihr wolltet ja, dass ich mir nicht immer einfache „Opfer“ suche…

Depp des Tages ist heute der Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen, der regelmäßig für den Deutschlandfunk arbeitet. Wie so jemand von mir die Bezeichnung „Depp“ angeheftet bekommen kann? Steht der denn nicht auf meiner, der skeptischen Seite, und entlarvt allerlei verschwörungstheoretischen Unfug?

Ja. Und nein. Weil man das richtig und falsch machen kann.

Etwas Kontext: Es gibt die Theorie der Phantomzeit, zu der auch die Annahme eines „erfundenen Mittelalters“ gehört. Ganz grob gesagt: Knapp 300 Jahre zum Ende des ersten Jahrtausends nach Christus haben nie stattgefunden,  [weiterlesen]


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USA 2017. Regie: Ridley Scott. Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, James Franco, Guy Pearce, Billy Crudup, Danny McBride u.a.

Story: Die „Covenant“ ist auf dem Weg zu einem (hoffentlich besiedelbaren) Planeten mit knapp 2000 Kolonisten im Cryo-Schlaf. Der für die Wartung zuständige Android Walter weckt die Kern-Crew, als ein Sonnensturm das große Solarsegel beschädigt. Kurz darauf wird ein Funkspruch von einem bisher unbekannten Planeten empfangen, der noch bessere Lebensbedingungen verspricht und schneller zu erreichen wäre. Kaum dort angekommen, wird die Mannschaft mit den Überresten einer äonenalten Zivilisation, Hinweisen auf einen früheren Schiffbruch eines terranischen Raumschiffs und ein paar außerordentlich aggressiven Aliens konfrontiert…  [weiterlesen]


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Über Nina Hagens musikalisches Können und ihre musikhistorische Bedeutung kann ich nichts sagen – ich kenne zu wenig von ihr, um kompetent zu sein. Das bisschen, was ich kenne, finde ich manchmal erfrischend rebellisch, manchmal aber auch maßlos affektiert.

Der „öffentliche Mensch“ Nina Hagen ist mir allerdings schon immer ungeheuer auf den Keks gegangen, weil die Frau eine Eigenschaft hat, die mich triggert: sie taumelt von einer Scheißidee zu nächsten, von der Sucht in die Sekte, mutiert von der Anarcho-Braut zur Volks-Mama – und verlangt für jeden ihrer Hirnfurze lautstark Respekt. Zumindest, bis sie ihr infantiles Gemüt dem nächsten Schnickschnack widmet.  [weiterlesen]


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Langjährigen Lesern meines Blogs ist bekannt, dass bei uns daheim bevorzugt britische Dokumentationen geschaut werden. Natur, Kultur, Kulinarik – irgendwie scheinen die englischen Sender deutlich breiter und besser aufgestellt, wenn es darum geht, die vergangene und aktuelle Welt abzubilden und aufzuarbeiten. Das gilt besonders, seit sich bei uns das widerliche Stilmittel durchgesetzt hat, zu wirklich jedem Thema irgendein paar unbeteiligte Spaßnasen vorgefertigte Sprüche absondern zu lassen:

„Bismarck? Wieso Kanzler? Ich dachte, der hat den Hering erfunden!“

Lange Zeit unterstellte ich, dass Deutschland vielleicht zu wenig Themen hat, zu wenig relevante Geschichte(n) jenseits des totdokumentierten Dritten Reichs samt folgendem Wirtschaftwunder mit den immer gleichen Aufnahmen von Trümmerfrauen und Mauerbau.  [weiterlesen]


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Okay, weil heute anscheinend jeder noch mal den ESC rekapituliert, hier meine 2 Cents:

Ein guter Jahrgang, in dem deutlich mehr regionale Aspekte und Lokalkolorit präsentiert wurden. Ich begrüße die geringere Anzahl an Power-Balladen und Faux-Musical-Nummern, bei denen Damen in langen Kleidern melodramatisch die angespannten Hände gen Himmel strecken. Diesmal keine reine Gag-Nummer. Tolle virtuelle (durch reale Requisiten ergänzte) Bühnenbilder.

Auf der Minus-Seite: Entsetzliche Moderatoren. Die zweigeteilte Punktevergabe ist scheiße, bitte zurück zum alten System.

Ich kann mit dem Siegersong gut leben, habe die vielleicht einen Tacken zu hippe Heulnummer gestern so beschrieben: „Ein Song,  [weiterlesen]


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