• Servicewüste Deutsche Bahn


    Die Geschichte, die ich euch heute erzähle, ist nicht mal die halbe Geschichte. Der Rest wird warten müssen. Aber es wird sich lohnen.

    Was ihr wissen müsst: Aus Gründen bin ich am letzten Montag früher nach Hause gefahren. Das eigentlich nicht umbuchbare Spar-Ticket wurde netterweise vom Reisezentrum der DB in Berlin mit "Zugbindung aufgehoben" gestempelt, was mir erlaubte, den ICE drei Stunden früher zu nehmen. Der war fast leer. Ideal.

    Weniger ideal, dass ich am Ende trotzdem mit einer "Fahrpreisnacherhebung" von 130 Euro da stand…

  • Hoppala! Das "lustige" Dritte Reich


    Filme und Dokumentationen über das Dritte Reich gibt es in unüberschaubarer Zahl. Die Rückschau auf die Jahre 33-45 ist eine der primären Beschäftigungen und Obsessionen unserer Republik. Der Blick nach vorne geht in Deutschland nie ohne den Blick zurück. Und ich begrüße das. Weitgehend.

    Filme und Dokumentationen aus dem Dritten Reich sind schon deutlich spärlicher gesät. Nicht nur, wie die Nazis spätestens ab 1939 immer mehr Produktionskapazitäten in die Rüstung steckten und den Begriff "Blockbuster" damit anders definierten als z.B. die Amerikaner.

    Quellen zufolge wurden während der Nazi-Zeit 1094 Filme aufgeführt…

  • "dumm gelaufen"-Drama deluxe


    Konzentriert euch. Das hier hat viele Beteiligten, die ich nur abkürzen kann.

    Nach der Arbeit (ihrer, nicht meiner) fragt die LvA gestern: "Wollen wir noch eine Runde ums Haus gehen?"

    Ums Haus gehen. Das ist ihr Euphemismus für einen voraussichtlich 15-20 minütigen Spaziergang. Baustellen gucken, Katzen streicheln, Gärten begutachten. Kein Problem, bin ich immer für zu haben.

    Der übliche Ablauf: Ich greife meinen Wohnungsschlüssel vom Schlüsselbrett, sie nimmt ihren eigenen Schlüssel auch mit, weil sie etwas paranoid ist. Trotzdem fragt sie habituell: "Hast du deinen Schlüssel dabei?"…

  • Adventures of the Me-Generation


    Es gibt Artikel, die lese ich mit großem Interesse – und ärgere mich dann, weil so gar nicht eingelöst wird, was ich erwartet habe. Nehmen wir den hier:

    Grundsätzlich spannend für die LvA und mich, denn wir sind Fans von Australien und Kopenhagen, haben uns in stiller Stunde schon selber die Frage gestellt, ob die uns noch nehmen würden. Brüder, zur Sonne, zur Freiheit?

    Ich hadere natürlich mit der Aussage "Jeder fünfte 14- bis 29-Jährige plant konkret, ins Ausland zu ziehen" – wer hat nicht schon mal davon geträumt, in Kanada zu leben oder in Schweden, in Namibia oder in Tokio…

  • Qual der Wa(h)l


    Bis zum Wochenende hatte ich nicht vor, mich zu dem Thema zu äußern – auch weil der Typ von Ankerherz völlig Recht hat:

    Aber es beschäftigt mich, das hier ist mein Blog, und los geht’s.

    Kurz zur Einführung: Es ist ein Buckelwahl in der Ostsee gelandet, wo er nicht hin gehört. Alle Versuche, ihn in tieferes Gewässer zu lotsen und dann in Richtung Ozean waren nicht erfolgreich. Mittlerweile steckt das erschöpfte Tier wieder fest.

    Das tut weh. Es ist Tierleid im XXL-Format. Man kann es nicht übersehen, kann es nicht ignorieren…

  • Wartungsarbeiten: Ausgrabungen aus dem Wortvogel-Archiv


    Ihr seid gewöhnt, dass ich für euch meine Keller durchwühle, alte CD-Boxen aus dem Schrank krame, und von weit her PLAYBOY-Ausgaben heranschaffe.

    Überraschen dürfte euch hingegen, dass es jede Menge unkuratierten Content direkt unter eurer und meiner Nase gibt. Hier. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute (?) liegt so nah?

    Ich bin nämlich gerade dabei, meinen Blog für "das große Ereignis" in diesem Jahr aufzuhübschen. Ich arbeite an einem neuen Logo, denke über neue Funktionen nach, und werde sicher auch tote Links und zerschossene Formatierungen in alten Beiträgen korrigieren…

  • München hat gewählt – und wie!


    Ich äußere mich hier ja immer seltener politisch, weil es mich zu sehr aufregt und zu wenig Konsequenzen hat. Stattdessen ziehe ich mich mit zunehmendem Alter in meine Blase zurück und hoffe, dass die Welt die Füße still hält, bis ich in die Kiste gehe. Man wird bescheiden.

    Angesichts der Oberbürgermeisterwahl in München 2026 liegt der Fall allerdings anders, weil es mich hier durchaus betrifft und weil die Wahl ein erstaunlich-erfreuliches Beispiel für ein politisches Erdbeben der genau richtigen Stärke ist.

    Für alle, die verständlicherweise keine Ahnung von der Münchner Politik haben: Obwohl im tief schwarzen Bayern gelegen, wird München seit Kriegsende von der SPD geführt…

  • Der märchenhafte Mythos von der Münchner Miet-Misere


    Zwei Dinge möchte ich diesem Beitrag vorausschicken.

    Ich bestreite nicht, dass München teuer ist, sauteuer, überteuert – die wie auch immer definierte "Lebensqualität" unbenommen. Wohnraum ist knapp und bei der Suche nach einer Bleibe ist sich jeder selbst der Nächste.

    Ich bestreite ebenso wenig, dass ich privilegiert bin. Die LvA und ich gehören zu denjenigen, die sich den Münchner Wohnraum (zähneknirschend) leisten können. Wir haben vor langer Zeit entschieden, dass die Stadt es uns wert ist. Noch.

    Wogegen ich heute aber anschreiben möchte, ist das fast schon zum Hintergrundrauschen der Stadt gewordene Jammern von den unbezahlbaren Mieten, dem "man bekommt nicht mal eine Wohnung, wenn man sie sich leisten kann" und "echte Münchner haben hier keinen Platz mehr!"…

  • Der Deppen-Dopplereffekt


    Eine meiner bisher unwiderlegten Arbeitsthesen lautet: Die Menschheit wird nicht daran scheitern, dass sie die Lügen durch KI und Propaganda nicht erkennt – sondern daran, dass es ihr komplett egal ist, was KI und Propaganda ist. Der Feind ist nicht die Niedertracht, sondern die Dummheit. Schuld ist nicht der Sender, sondern der Empfänger.

    Gestern ist mir wieder ein hübsches Beispiel dafür begegnet.

    Es ist eine relativ alte Sau, die immer noch grunzend durch das Dorf getrieben wird: YouTube-, tik tok-, Facebook-Accounts, die sich mit harmlosen, oft nostalgischen Titeln ein Publikum heranziehen, um dann langsam über "früher war alles besser"-Postings latent Fremdenhass und Stammtischgroll zu düngen…

  • Missing the Basterd


    Morgen beginnen die Fantasy Filmfest White Nights 2026 – zehn Filme, die ich mir mit dem Frankster geben werden. Geteiltes Leid ist halbes Leid und "whoa!" murmelt sich in Gesellschaft auch besser.

    Dabei musste ich zwangsläufig daran denken, dass ich vor 2020 meistens mit dem ollen Doc Acula auf den Festivals war – was er mir dadurch versaut hat, dass er mit gerade mal 49 Jahren tot auf dem Sofa umgekippt ist. Dick move, man.

    Es ist schwer, genau zu sagen, was eine Freundschaft "special" macht, zumal der Doc und ich ja nicht aneinander geklebt haben wie siamesische Zwillinge…