• SPIEGEL-Stöckchen: 11 Fragen


    Eben bin ich beim SPIEGEL drüben auf einen dieser perfekten Wochenend-Artikel gestoßen, über die sich prächtig nachdenken und diskutieren lässt. Oberflächlich geht es dabei um 11 Fragen, die man bei einem ersten Date stellen kann, um nicht nur die Konversation spannend zu halten, sondern auch um den anderen kennenzulernen. Wenn sich bei der Beantwortung dieser Fragen schon ernsthafte Konflikte ergeben, wird es voraussichtlich nicht die große Liebe sein…

    Tatsächlich erlauben die Fragen auch prima ein wenig persönliche Introspektion.

    Weil der SPIEGEL-Redakteur Daniel Haas die Fragen erfrischend ehrlich und unprätentiös beantwortet hat, will ich mich auch mal daran versuchen…

  • Hasst Deutschland lustige Frauen? Nein, aber miesen "Journalismus"


    Ich habe langsam das Gefühl, mich präventiv verteidigen zu müssen, weil ich schon wieder ein Meinungsstück einer weiblichen SPIEGEL-Autorin hart angehen werde. Das hat weder was mit Antifeminismus noch mit einer Anti-SPIEGEL-Agenda zu tun. Ich kommentiere lediglich Beiträge, die mir als besonders hanebüchen auffallen. Dass die vermehrt im SPIEGEL auftauchen und überproportional von Frauen geschrieben werden, ist ein Problem, mit dem nicht ich, sondern der SPIEGEL sich vielleicht mal auseinandersetzen sollte…

    Es fängt schon mit der völlig überblasenen Überschrift "Hasst Deutschland lustige Frauen?" an. Polemik, sicherlich, aber eben auch doof und unnötig konfrontativ – Maria Herbst möchte eine Lanze für die Comedienne brechen, da ist es nicht förderlich, erstmal wieder gegen ganz Deutschland zu treten…

  • Mädchen an die Front: Widerstand zwecklos


    Ich fühle mich mal wieder genötigt, einen Beitrag im SPIEGEL Zeile für Zeile auseinander zu nehmen – wobei weniger Wut meine Motivation ist als vielmehr schieres Unverständnis. Das Problem von Anna Clauß und ihrer "Elternkolumne" ist nämlich nicht, dass sie empörenden Unfug präsentiert – sondern dass sie es schmerzhaft offensichtlich selbst merkt und mit großen Mühen um das Offensichtliche herum schreibt, und das auf Kosten ihres eigenen Sohnes. Hier ist eine Frau, die gegen jede Vernunft und das Wohl ihres Kindes tapfer eine Fahne hochhält, deren Verteidigung einen totalen moralischen Bankrott darstellt…

  • My Corona: Perlen aus dem SPIEGEL-Archiv 1949-1973


    Ich hab’s schon oft gesagt und ich sage es gerne noch einmal – das SPIEGEL-Archiv ist ein Quell nicht nur hochwertiger Artikel und fundierter Informationen, sondern auch hysterisch komischer Altherren-Glossen und stoffeligen Unverständnisses von allem, was Kinder, Frauen, Technik und ethnische Minderheiten angeht. Je weiter man in die Jahrzehnte zurückgreift, desto schärfer wird der Tonfall, desto gnadenloser das Urteil.

    Anders als auf Facebook werde ich die Artikel hier chronologisch ordnen – das macht die Zeitreise irgendwie noch lustiger.

    Das Grundgesetz war 1949 noch nicht in Kraft, der erste Bundestag noch nicht gewählt, da regte sich der Klerus bereits über den Schweinkram in der gerade mal theoretisch existierenden Bundesrepublik Deutschland auf…

  • Musk das sein? Dummfug-Dauerfeuer beim SPIEGEL


    Man kann mir vorwerfen, dass ich mir mit bento immer leichte Ziele für meine Textanalysen aussuche. Aber dem ist nicht so. Ich entscheide eher nach Affekt, für wen ich Zeit und Nerven opfere – ein Artikel muss schlicht doof genug sein, mich ausreichend zu triggern. Dass das bei bento häufiger vorkommt als bei anderen Medien, ist aufschlussreich und entlarvend – aber eben das Ei und nicht die Henne.

    Dass auch arrivierte Großmedien und ausgewiesene Meinungsmacher erstaunlich kruden Unfug publizieren, lässt sich gerade heute wieder beim SPIEGEL erleben, dem "Mutterblatt" von bento:

    Ehrlich gesagt war mir schon nach dem Anreißer klar, dass hier nur heiße Luft zu erwarten ist…

  • Das große SPIEGEL-Wochenend-Quiz


    Ich bin ein Fan alter Archive, ganz besonders aus dem Print-Bereich. Ich kann mich stundenlang durch vergilbte Ausgaben wühlen, um Zeitgeschichte aus der Perspektive der vergangenen Gegenwart zu erleben.

    Einen ganz besonderen Schatz stellt dabei das Online-Archiv des SPIEGEL dar. Nach mehreren Versuchen, die alten Ausgaben für teuer Geld zu verhökern (z.B. 1995 für 200 DM pro Jahrgang auf CD-ROM), gab man im Februar 2008 auf und stellte alles kostenlos bereit. Das ist mehr als nur Journalismus – das ist gelebte Zeitgeschichte.

    Natürlich kann man dieses Archiv nutzen, um so legendäre wie teilweise fehlgeleitete Geschichten nochmal in ihrer Gänze zu genießen, z.B…

  • Lese(r)kritik: Der (un)erfreuliche Rechtsrutsch des SPIEGEL


    Es ist mal wieder ein wenig Vorgeschichte nötig. Ich habe den SPIEGEL Mitte der 80er zu lesen begonnen. Damals bekam ich die gesammelten alten Ausgaben immer von meinem Großvater (und ausgelesene Playboys von meinem Vater, aber das ist eine andere Geschichte). Am Kiosk neu kaufen konnte ich mir mit 8 Mark Taschengeld im Monat nicht leisten. Warum ausgerechnet mein knochenkonservativer und politisch nur mäßig interessierter Opa das Hamburger Nachrichtenmagazin las, verstehe ich bis heute nicht. War mir aber damals und heute egal.

    Der SPIEGEL hat, und das kann man nicht genug betonen, mein Verständnis zu Staat, Kirche und Journalismus geprägt…

  • Der SPIEGEL auf mutigem Kreuzzug gegen verantwortliches Handeln


    Ich muss vermutlich vorab anmerken, dass ich den SPIEGEL nicht so oft kritisiere, weil ich ihn ablehne. Würde ich ihn ablehnen, würde ich ihn nicht lesen. Das Problem ist, dass ich den SPIEGEL mag und deshalb um so empfindlicher reagiere, wenn er mal wieder dummes Zeug schreibt.

    Stellt euch das so vor: Wenn irgendein Idiot in der Straßenbahn "Ausländer raus!" brüllt, denkt man sich (oder sagt es, je nach Zivilcourage) "Arschlöcher raus wäre mir lieber". Aber es ist ungleich problematischer, wenn der Kumpel, den man noch aus der Schulzeit kennt, plötzlich beim Bier grummelt "Ich finde auch, dass wir hier von Immigranten überrannt werden"…

  • Der neue SPIEGEL mit einem alten Ärgernis


    Obwohl ich den gedruckten SPIEGEL vor mehr als einem Jahr abbestellt habe, musste ich mir die "Überarbeitung" des Layouts mal anschauen.

    Gefällt mir. Vor allem, weil sie so dezent ist. Es wird nur angepasst, was angepasst werden muss – wie schon vor 17 Jahren, als man sich hörbar seufzend dem Vorbild des "Focus" anschloss und Farbfotos zur Regel machte. Der SPIEGEL ist knorrige Kontinuität in dem Wissen, dass die Auflage dadurch auch nicht mehr zu retten sein wird. Letztlich macht sich das Flaggschiff des deutschen Nachrichtenjournalismus damit nur fit für die Zielgerade der Printbranche…