• Literarische Leichenfledderei: Das zu Recht vergessene Frühwerk des Wortvogels


    Vor nun auch schon 11 Jahren habe ich euch anlässlich der Ausgrabung eines Koffers aus meiner Teenager-Zeit von meinen ersten schriftstellerischen Ambitionen berichtet, die inspiriert waren vom ungesunden Konsum der Horrorheftchen à la JOHN SINCLAIR.

    Doch das war gar nicht mein erster Gehversuch in Sachen Belletristik. Für Kunst und Kommerz geschrieben habe ich schon vorher – und es wurde veröffentlicht! Um diesen Blog zu einem möglichst umfassenden Archiv des vogel’schen Werkes zu machen, sehe ich mich genötigt, die Geschichte nun zu erzählen.

    Ich weiß nicht mehr genau, wie es anfing…

  • Index to the max: Katalogsoftware


    Ich hatte ja vorgestern darüber geschrieben, dass ich unheimlich viel Material auf Clouddrives, DVDs und externen Festplatten gesammelt habe. Das Problem ist natürlich, dass man auf diese Sachen keinen augenblicklichen Zugriff hat – ich kann weder fünf Festplatten noch 2000 DVDs permanent in Griffweite halten.

    Daraus ergibt sich: Ich brauche einen Index oder einen Katalog auf meiner Festplatte, der mir augenblicklich sagen kann, wo sich was befindet.

    Für die DVDs war’s einfach: die habe ich eingelesen und den Inhalt in eine Textdatei kopiert. Die DVDs sind nummeriert und ich brauche nur eine vergleichsweise kleine Textdatei durchsuchen…

  • Des Brennmeisters Abschied


    Ich habe ja erst vor einem halben Jahr erzählt, wie ich über die Jahre meine Filmsammlungen von Videokassette zu CD, von CD zu DVD, und dann von DVD zu Festplatte konvertiert habe. Es ist eine Geschichte voller Übergangstechnologien, Normwandlungen und langer Abschiede.

    In der Zeit zwischen 2000 und 2010 habe ich – den ersten wirklichen Breitbandanschlüssen und PayTV von Kabel Deutschland sei Dank – unfassbar viel aus dem Netz gezogen, aufgenommen und auf DVD gebrannt: Filme, Serien, Dokumentationen, aber auch Musik, Comics, private und öffentliche Archive…

  • Horror 2004: The Good, The Bad & The Billig


    Auch als ich für "ernste" Sender und Produktionsfirmen gearbeitet habe, war ich subversiv doch immer ein Geek. Und als solcher habe ich Reisen zu Filmmessen nicht nur dazu genutzt, Deals einzufädeln und Meetings wahrzunehmen, sondern auch, um Flyer obskurer existierender oder angekündigter Filme einzusammeln. Da ist man in Cannes, aber auch beim AFM genau richtig.

    Gestern habe ich einen Haufen uralter, selbstgebrannter DVDs gesichtet und sortiert, um veraltetes und überholtes Material auszusortieren. Dabei sind mir diverse Sachen in die Hände gefallen, an die ich mich gar nicht mehr erinnern konnte…

  • Archivschätze: What we (not actually) lost in the fire…


    Es ist eine wahrlich gut dokumentierte Geschichte, dass ich meinen ernsthaften beruflichen Werdegang bei der Fernsehzeitschrift GONG begonnen habe. Von 1990 bis 1995 habe ich in der Nordendstraße in Schwabing gearbeitet – da sitzt der Verlag auch schon seit 20 Jahren nicht mehr.

    Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, etwas Hintergrund: Der GONG wurde 1948 als reine Radio-Zeitschrift gegründet, erst fünf Jahre später kam das erste Fernsehprogramm dazu. Eher konservativ in der Ausrichtung (auch aufgrund einer Beteiligung der Kirche am damaligen Verlag), hatte der GONG immer ein etwas truschiges Image – trotz Fotoromanen zu Serien wie STAR TREK und einer Beraterseite des Sex-Gurus Ernst Bornemann…

  • My Corona: Perlen aus dem SPIEGEL-Archiv 1975-2000


    Wir befinden uns in den "mellow 70’s", die SPD regiert liberal, die RAF erlebt ihren grausamen Aufstieg und im Kino tauchen die ersten "Blockbuster" modernen Zuschnitts auf. Nur der SPIEGEL, der bleibt so knöchern, wie er immer schon war.

    Es mag dem mit Pornhub und Playboy aufgewachsenen Leser unvorstellbar sein, aber in den frühen 70er Jahren tobte ein harter Kampf um die Legalisierung der Pornographie. Das Problem: was bei uns noch verboten war, war anderswo (besonders in Skandinavien) schon erlaubt. Und so entwickelte sich ein florierender Schmuggel von Schweinkram vom Norden in den Süden, von Kopenhagen nach Köln, von Stockholm nach Stuttgart…

  • Das große Filmbuch-Archiv: Expertenwissen für jedermann


    Ich geb’s nicht gern zu, aber ich teile manches nicht mit euch, was ich im Internet so finde. Weil es mitunter von Vorteil ist, eine Quelle für sich zu haben und souverän den Schlauberger geben zu können. Andererseits bereitet es mir ja eine kindische Freude, euch tolle Sachen zu zeigen.

    Aus diesem Grund habe ich in diesem Jahr eine Entdeckung geheim gehalten, gebe sie nun aber doch preis. Weil jeder was davon haben sollte.

    Es geht um Filmbücher, also Bücher über Hollywood, Stars, Kino, Effekte, Genres etc…

  • Flashback: Investigativer Premiumjournalismus der 90er


    Es ist ja bekannt, dass ich 1993/94 u.a. für die von mir mitkonzipierte Zeitschrift "TV-Serien" Seite um Seite rausgehauen habe. Mein Fachgebiet waren dabei die Drama- und Comedy-Serien mit speziellem Fokus auf Genre-Shows. Um die aktuellen Soaps kümmerten sich andere Kollegen.

    Nun war ich damals wie heute aber auch immer hinter den kuriosen Geschichten her, hinter den Ausreißern, bei denen der Leser stolpert. So puzzelte ich eine Galerie kurioser Gaststars aus alten "Bonanza"-Folgen zusammen und rekapitulierte die Historie der Gothic-Seifenoper "Dark Shadows". Sicher nur für eine Nische der Leser interessant, aber ich wollte auch mal MEINE Neugier befriedigen…

  • An der Quelle: Katalog als Kultur


    Es wurden in den letzten Tagen vielfach vermeldet – der neue Otto-Katalog wird auch der letzte Otto-Katalog sein. Damit folgt er dem Neckermann-Katalog (+2012) und dem Quelle-Katalog (+2009). Das Warenangebot wird künftig nur noch online präsentiert und damit natürlich flexibler in Sachen Preisgestaltung, Sortiment und Umfang.

    Wir waren keine Katalog-Familie. Ab und an lag mal ein Quelle oder Neckermann rum, den meine Mutter irgendwo eingesteckt hatte. Wirklich bestellt haben wir da nie – ich erinnere mich an einen Moped-Overall für meinen Bruder, der aber gleich wieder zurück ging, weil er nicht genug gefüttert war…

  • Abstieg ins Chaos: archive.org als Müllhalde


    Ich habe schon mehrfach erzählt, dass sich bei archive.org unfassbar viele seltene Bücher, Zeitungen und sonstiges Schriftgut finden lässt. Aber es sind Perlen, nach denen man mitunter in Kloaken fischen muss. Ich nannte die Webseite mal den wunderbar vollgemüllten Keller des Internets – und je nach Suchbegriff kann man das "wunderbar" problemlos streichen.

    Im Folgenden möchte ich ein paar der fragwürdige Obskuritäten, die ich bei Archive.org und anderswo gefunden habe, kurz vorstellen und werten.

    Nehmen wir das Bild, das über diesem Beitrag steht: "Hansi, the girl who loved the Swastika" (die Hakenkreuze habe ich aus nachvollziehbaren Gründen retuschiert):

    Dieses Comic macht seit Jahren immer wieder mal die Runde und wird gerne (von Leuten, die nur das Cover kennen) als Nazi-Propaganda oder als Parodie darauf missverstanden…