• Könnte, sollte, müsste, dürfte: SPIEGEL und Broder soufflieren Schröder


    Privatmann Gerhard Schröder reist in den Iran – und Henryk M. Broder gibt vor, was der Altkanzler dort bitteschön sagen sollte. So die Titelzeile. Oder was Schröder sagen könnte. So der Anreißertext.

    Lassen wir mal außen vor, dass ich die Broder-Rede für durchaus intelligent und klug strukturiert halte – aber seit wann geben wir vor, was Ex-Kanzler sagen sollten oder könnten? Wäre es nicht angebrachter, sich Schröders Rede anzuhören, und diese dann zu diskutieren?

    In Haltung und Absicht finde ich dieses Beitrag leider wieder sehr Broder-typisch anmaßend, herablassend, und sich selbst beweihräuchernd…

  • SPIEGELblog: Über die Fähigkeit zur Kritik – und die Unfähigkeit zur Selbstkritik


    Zuerst einmal: Die Idee, auch dem SPIEGEL kritisch auf die Finger zu schauen, ist eine noble. Zwar ist die Fehlerdichte des Hamburger Nachrichtenmagazins nicht mit der BILD vergleichbar, aber allein schon die Ausnahmestellung des SPIEGELS verlangt nach einem wachen Auge. Dieses haben teilweise die Leser selbst – in den Foren auf der SPon-Webseite. Und es gibt auch noch das Blog Spiegelkritik, dem es jedoch mitunter an Masse mangelt. In Einzelfällen dokumentieren auch themenfremde Blogger besonders hübsche Aus-, Ein- und Zufälle.

    Seit einigen Wochen gesellt sich eine Seite namens SPIEGELblog dazu, aufgebaut von einem "Journalisten" namens Torsten Engelbrecht…

  • SPIEGEL online setzt auf Abrissbirne


    Aus "tear down" wird also das wortwörtliche "abzureißen", statt das sinngemäße "niedermachen"?

    So einen Babelfisch-Unfug kann man natürlich gerne den Agenturen unterschieben, auf deren Meldungen der Artikel basiert, aber das enthebt SPIEGEL online nicht von der Pflicht des "nochmal drüberlesen". Auch am Sonntag.

  • SPIEGEL 39/07, S. 14: zwei Spalten Unsinn


    Es ist ja beleibe nicht so, dass ich etwas gegen den Spiegel hätte – oder gegen seine Leser, bzw. deren Briefe. Meine Meinungen (Themen Schönhuber und Vaterschaftstests) wurden bereits zweimal dort abgedruckt, und gemeinhin hat man das Gefühl, die Redaktion bemühe sich bei der Auswahl um eine gewisse Balance mit Tendenz zur Stützung der eigenen Thesen. Das ist auch okay so.

    Vor knapp zwei Wochen wies ich auf ein Interview mit Richard Dawkins hin, das mit ob seiner sprachlichen Klarheit und Konsequenz sehr gut gefallen hat…

  • Ach SPIEGEL…


    Zu sagen, dass ich dich mag, wäre untertrieben. Ich liebe dich. Ich vergöttere dich. Meine Bereitwilligkeit, dich zu verteidigen, ist nahezu grenzenlos, trotz böswilliger Patzer gerade im Unterhaltungsbereich. Als Zeichen meiner Wertschätzung verkneife ich es mir sogar, jedes Jahr das Abo zu kündigen, um nach einer Schamfrist eine neue Prämie abzugreifen.

    Aber dein neuer Titel geht gar nicht. Der ist so dumm wie falsch. Ich weiß gar nicht , wo ich anfangen soll.

    Grundsätzlich geben die Atheisten Gott nicht die Schuld – weil sie ja nicht an ihn glauben …

  • Satz der Woche – ach was, des Monats!


    Ellen Tauscher ist Demokratin, und "Vorsitzende des Untersuchungsausschusses für Strategische Streitkräfte im Repräsentantenhaus". Steht zumindest im neuen SPIEGEL. Dort wird sie nämlich interviewt.

    Es geht um den Raketen-Schild, der vielleicht nicht funktioniert, der uns vor einer Gefahr bedrohen soll, die vielleicht nicht besteht, und der mindestens 4 Milliarden Dollar kostet. Wenigstens spaltet er dafür die westliche Allianz.

    Nun sollte man meinen, Madame Tauscher hätte auch jenseits des parteipolitischen Kalküls Verständnis für Europäer, die ungern hastig und ohne Absprache Großwaffensysteme im Vorgarten installiert haben möchten.

    Mitnichten:

    14 Worte, die sehr viel über das Selbstverständnis der Amerikaner aussagen…

  • Wider das BILD-Monopol!


    … auf schlampige Recherche und dumme Fehler.

    SPIEGEL, Ausgabe 1/99:

    Man kann das für eine Kleinigkeit halten, den Lapsus Memoriae eines Redakteurs, der für Banalitäten wie Groschenromane kein Interesse zeigt. Aber die wirkliche Frage ist doch: Wenn der SPIEGEL bei Alltäglichkeiten schlampt, wie steht es dann mit der Faktenlage bei Themen, die wir selber nicht überprüfen können? Deuten Fehler im Kleinen nicht auch auf Fehler im Großen?