Thema: Nachrufe
28 Artikel
Ihr kennt Doc Acula, den geradezu zen-entspannten Webmaster von Badmovies. Der kommentiert hier ja auch regelmäßig, wenn seine Leidenschaft für Zelluloid-Schrott ihm die Zeit dafür lässt.
Ich kannte auch seine Mutter. Sie hat uns einige Male im Kreise von Katzen und Porzellanpuppen bei Kaffee & Kuchen bewirtet. Wie findet man eine Frau, die einem begeistert erzählt, dass sie von "Lotta in Love" jede Folge aufgenommen hat? Herzensgut, so findet man die. Obwohl sie an der Küchentür ein Poster von Daniel Küblböck hängen hat, und obwohl ihr Lieblingsfilm "Niemand weint für immer" mit Howard Carpendale ist (klickt auf den Review-Link, um es von Acula selbst zu hören)…
Leser Sirk hat es gerade vermeldet: Vor knapp einer Woche ist der legendäre B-Film-Produzent Harry Alan Towers verstorben. Er wurde 88 Jahre alt.
Ich habe seinerzeit mit Harry den Film "High Explosive" für ProSieben entwickelt, und er hat meinen ersten Film "Sumuru" in Südafrika produziert. Über unsere vielen gemeinsamen Abenteuer habe ich bereits ausführlich geschrieben. Dort findet ihr auch ein Video-Interview mit dem alten Haudegen.
Man kann nicht sagen, dass Harry zu früh abgetreten ist – einen Tag nach meinem 41. Geburtstag hätte er seinen 89…
Der amerikanische Pop-Titan starb in dieser Nacht, nachdem er mit Herzversagen in eine Klinik in LA eingeliefert worden war. Hintergründe sind noch keine bekannt.
Sowas ist hier eigentlich kein Thema, aber hey – es ist Michael "Thriller" Jackson. Vielleicht kein Saubermann, aber ein Superstar.
Ich bin seit den 80ern kein Fan mehr, halte seine Karriere für ein Paradebeispiel von "stark angefangen, und dann stetig nachgelassen". Die letzten 10 Jahre war er ein Freak, sein Leben eine Farce. In ein paar Wochen sollte eine Reihe von Comeback-Konzerten starten, für die er Medienmeldungen zufolge eigentlich nicht kräftig genug war…
Ich war ein Anfänger, ein Fanboy, ein Greenhorn, als ich im Herbst 1990 beim GONG in München anfing. Ich war nicht in der TV-Branche aufgewachsen, wie so viele andere Redakteure, sondern hatte sie nur von kleinauf begeistert mitverfolgt (peinlicherweise über das Konkurrenzprodukt HÖRZU).
Meine Aufgabe beim GONG war es zu Anfang, die Programmspalten von SAT.1 in den Computer zu tippen, und diese mit Zusatzinformationen zu versehen – Bilder, Kritiken, Wiederholungsdaten. Eine Besonderheit des GONG war es zudem, bei Schauspielern die jeweiligen Todesjahre ("Curd Jürgens (+1982)") anzugeben, und etwaige Serienverweise ("David Janssen (bek…
Es sind manchmal die Nebensätze, die beiläufig ins Gespräch gestreuten Informationen, die einen aus der Spur bringen. Ich habe heute morgen mit meiner Mutter telefoniert. Sie erzählte eine halbe Stunde lang von ihrem Urlaub in der Türkei. Von den Ausflügen, dem zu teuren Bier, dem schönen Wetter.
Und dann, fast ansatzlos: "Ach ja, nur zu deiner Information: Maria ist tot."
Maria, das ist Maria Plotes, geborene Krümling. Die zweite Ehefrau meines vor einigen Jahren verstorbenen Großvaters. Meine Stiefoma. Irgendwie verwandt mit Gudrun Landgrebe (Großtante, wenn ich mich recht erinnere)…
Nachdem heute jeder was zu dem Thema schreibt, lasse ich mich auch nicht lumpen.
Ich habe zwei spezifische Erinnerungen an Diana Spencer. Die erste stammt vom Tag ihrer Hochzeit mit dem Kronprinzen Charles. 1981 war "Märchenhochzeit" sicher der inflationärst verwendete Begriff des Jahres. Bis heute ist der Kuss auf dem Balkon ein Zeitdokument, und selten fehlt er auf den Covern dieser fetten und billigen "Chronik"-Bücher.
Ich war damals kaum 13, und bei meiner Oma auf dem Bauernhof zu Besuch (müssen wohl Sommerferien gewesen sein). Es ging mir unheimlich auf den Senkel, dass meine Großmutter stundenlang vor dem Fernseher saß…
Nil nisi bene, und so weiter – ich weiß. Aber wenn das Universum sich entscheidet, auch mal einen abzuberufen, für den das Wort "Gott" von "bigott" kommt, dann werde ich keine Krokodilstränen vergießen.
Der US-Prediger und christliche Aktivist Jerry Falwell ist platt – im Nichts, wenn ICH Recht habe; in der Hölle, wenn SEIN Weltbild stimmt.
Falwell gehörte zu der Sorte Fanatiker, die sich für bessere Menschen halten, weil sie gegen Schwule, Schwarze, Gewerkschafter, Demokraten und Feministen sind. Und er war immer besonders konsequent – für seine Anhänger haute er auf die Pauke, und hinterher bestritt er einfach gerne mal, die kontroversen Aussagen überhaupt gemacht zu haben…
Es gibt für mich wenige Autoren, deren Werk weit über die Qualität der einzelnen Bücher hinaus strahlt. Schade, dass es sich dabei fast ausschließlich um anglo-amerikanische Schriftsteller handelt, die das heilige Licht der Literatur befeuern. Harlan Ellison. Theodore Sturgeon. Neil Gaiman. Richard Matheson.
Und Kurt Vonnegut. Er ist nicht tot – er hat nur die Gesprächspartner gewechselt. Von Ellison zu Sturgeon, von Gaiman zu Matheson.
Überraschend? Nein. Vor ein paar Monaten trat er in der "Daily Show" auf, und ich erschrak angesichts seines offensichtlichen Endspurts auf der Tartanbahn, die wir Leben nennen…
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