• Der märchenhafte Mythos von der Münchner Miet-Misere


    Zwei Dinge möchte ich diesem Beitrag vorausschicken.

    Ich bestreite nicht, dass München teuer ist, sauteuer, überteuert – die wie auch immer definierte "Lebensqualität" unbenommen. Wohnraum ist knapp und bei der Suche nach einer Bleibe ist sich jeder selbst der Nächste.

    Ich bestreite ebenso wenig, dass ich privilegiert bin. Die LvA und ich gehören zu denjenigen, die sich den Münchner Wohnraum (zähneknirschend) leisten können. Wir haben vor langer Zeit entschieden, dass die Stadt es uns wert ist. Noch.

    Wogegen ich heute aber anschreiben möchte, ist das fast schon zum Hintergrundrauschen der Stadt gewordene Jammern von den unbezahlbaren Mieten, dem "man bekommt nicht mal eine Wohnung, wenn man sie sich leisten kann" und "echte Münchner haben hier keinen Platz mehr!"…

  • Der Deppen-Dopplereffekt


    Eine meiner bisher unwiderlegten Arbeitsthesen lautet: Die Menschheit wird nicht daran scheitern, dass sie die Lügen durch KI und Propaganda nicht erkennt – sondern daran, dass es ihr komplett egal ist, was KI und Propaganda ist. Der Feind ist nicht die Niedertracht, sondern die Dummheit. Schuld ist nicht der Sender, sondern der Empfänger.

    Gestern ist mir wieder ein hübsches Beispiel dafür begegnet.

    Es ist eine relativ alte Sau, die immer noch grunzend durch das Dorf getrieben wird: YouTube-, tik tok-, Facebook-Accounts, die sich mit harmlosen, oft nostalgischen Titeln ein Publikum heranziehen, um dann langsam über "früher war alles besser"-Postings latent Fremdenhass und Stammtischgroll zu düngen…

  • Missing the Basterd


    Morgen beginnen die Fantasy Filmfest White Nights 2026 – zehn Filme, die ich mir mit dem Frankster geben werden. Geteiltes Leid ist halbes Leid und "whoa!" murmelt sich in Gesellschaft auch besser.

    Dabei musste ich zwangsläufig daran denken, dass ich vor 2020 meistens mit dem ollen Doc Acula auf den Festivals war – was er mir dadurch versaut hat, dass er mit gerade mal 49 Jahren tot auf dem Sofa umgekippt ist. Dick move, man.

    Es ist schwer, genau zu sagen, was eine Freundschaft "special" macht, zumal der Doc und ich ja nicht aneinander geklebt haben wie siamesische Zwillinge…

  • Reden wir über Trump: Warum ich nicht über Trump rede


    Es ist kein Geheimnis, dass ich früher auf diesem Blog sehr gerne über Politik geschrieben habe. Meistens waren Schlagzeilen in der BILD der Aufhänger, manchmal auch intellektuell fehlgeleitete Essays im SPIEGEL oder depperte Aussagen irgendwelcher Lokalpolitiker.

    Das ist vorbei. Und es liegt alles am orangenen Donald.

    Meine Entscheidung, die Weltpolitik aus meinem Leben heraus zu halten, ist deutlich weitreichender, als den meisten Lesern bewusst sein dürfe. Ich schreibe nicht nur hier kein Wort mehr über Trump, auch auf Facebook halte ich mich aus allen diesen Diskussionen raus…

  • Flashback auf dem Wahlplakat


    Je älter ich werde, desto größer wird die Zahl der Menschen, die ich kennen gelernt und dann wieder aus den Augen verloren habe. Das ist normal. Nicht jeder Bekannte taugt zum Freund, oft kreuzen sich die Pfade kurz und dann nie wieder.

    Meine fünf Jahre beim GONG gehören zu den goldenen Erinnerungen, verbunden mit vielen Menschen, an die ich mich teilweise nur vage erinnern kann.

    Da war z.B. der Karl, der bei unserer Zeitschrift im Satz gearbeitet hat. Ein netter, robuster Kerl, mit dem man prima ein Bier trinken konnte und der auch ein Faible für Horrorfilme hatte…

  • It’s beginning to look a lot like Christmas (is almost over already)


    Wir hatten dieses Jahr recht wenig "christmas spirit". Der Baum, eine Armee von Weihnachtsmännern und Nussknacker im Wohnzimmer, adventstaugliche Musik von Frank Sinatra & Co. – das muss reichen:

    Gleich wird noch üppig gekocht, danach die Royal Variety Performance 2025 oder das Weihnachtsspecial von DER DOKTOR UND DAS LIEBE VIEH. Dazu die übliche Geistergeschichte zur Weihnacht, das BIG FAT QUIZ OF THE YEAR, und für die Gattin die umpfzigste Episode von CALL THE MIDWIFE.

    Im Herzen ein Engländer halt – ihr kennt das ja:

    Auch weil wir in diesem Monat (schon wieder)…

  • Der Wortvogel bittet um eure Mithilfe: 3 Wünsche zur Weihnacht


    Ich würde mal behaupten, dass ich zumindest im zweiten Halbjahr 2025 meinen eigenen Rekord an langen, spannenden und granatenstark recherchierten Beiträgen gebrochen habe. All great stuff – and it’s free!

    Aus diesem Grund nehme ich mir die Freiheit (Frechheit?), um eure Unterstützung zu bitten. In meinem Leben gibt es drei Lücken, die ich selber nicht füllen kann. Aber vielleicht könnt ihr mir zur Seite stehen.

    Da ist zuerst einmal das gedruckte Programmheft des Fantasy Filmfest 2023. Ein guter Freund und Sammler braucht es für sein Archiv…

  • Endlich alt genug, um mich wieder jung genug zu fühlen


    Seit ich in den 80ern amerikanischer Blockbuster geschaut habe, bin ich ein Fan sogenannter Varsity Jackets, die ChatGPT so erklärt:

    Eine Varsity Jacket ist eine amerikanische College-Jacke, die ursprünglich Leistung auszeichnete und heute vor allem ein stylisches Fashion-Statement ist.

    Ihr kennt die Dinger alle:

    Es gibt sie in tausend Farbkombinationen, meistens mit Lederärmeln und Wollkörper, angepasst auf die Farben der jeweiligen Colleges, aber auch komplett in dunklem Leder für den Biker-Sommer. Ein "american classic", auch sehr schön getragen 1957 von Michael Landon in I WAS A TEENAGE WEREWOLF:

    Mein Problem: In Deutschland gab es die Dinger in den 80ern nicht – und auch kein Internet, um sie in den USA zu bestellen…

  • Der Wortvogel spricht zum Volke: Freiburger Thesen


    Der Besuch beim Black Forest Film Festival in Freiburg war ein kurzes Vergnügen – also genau die Sorte Vergnügen, die ich bevorzuge. Zeit für einen Bericht.

    Man hatte mich gebeten, vor dem ersten Panel einen Impulsvortrag zu halten – ich musste erstmal perplexity.ai anwerfen, um mir den Begriff "Impulsvortrag" erklären zu lassen. Einleitend, einführend, knapp, präzise. Aha. Kann ich.

    Außerdem schickte man noch ein paar vorbereitende Fragen für das KI-Panel.

    Alles keine Zauberei. Ich schrieb meine Gedanken im Zug nach Freiburg zusammen, der übrigens – bei aller habituellen Kritik an der DB – pünktlich und erfreulich leer war:

    Nicht weniger erfreulich: Bahnhof, Veranstaltungsort und Hotel lagen fußläufig in der Innenstadt…

  • Lights! Camera! Christmas!


    Ich wollte den Weihnachtsbaum nicht vor unserem Ibiza-Urlaub kaufen, aber die LvA deutete leichte Enttäuschung an, dass wir an diesem Wochenende den Advent nicht einläuten können. Also bin ich zum Baum-Dealer unseres Vertrauens gefahren und habe eine schöne zwei Meter hohe Nordmann-Tanne abgeschleppt.

    Der Baum bleibt bei uns üblicherweise bis zur tatsächlichen Weihnacht auf der Terrasse, manchmal sogar komplett. Die hauptsächliche Dekoration während der Outdoor-Phase war in den letzten Jahren immer eine Lichterkette mit einem beleuchteten Stern, die wir mal günstig bei Amazon geschossen hatten:

    Die ist schon ziemlich gut, hat aber einige Macken: die acht Stränge müssen sehr vorsichtig ab- und aufgerollt werden, damit sie nicht hoffnungslos verheddern…