• Filmkritik: „I am Legend“


    NACHTRAG 16.12. : 76,5 Millionen Dollar am ersten Wochenende, weit jenseits der Insider-Erwartungen.

    Sage keiner, der Wortvogel kenne sich nicht aus: Ich habe Richard Mathesons Geschichte "I am Legend" gelesen und das Comic, ich habe die BBC-Radio-Adaption gehört, und mir die Vincent Price-Version "The Last Man on Earth" besorgt, lange bevor es sie auf DVD gab. Und "Der Omega Mann" mit "Knarre" Heston gehört zur heiligen Dreifaltigkeit der Heston/70er/Hollywood-SF, neben "Planet der Affen" und "Jahr 2022 – die überleben wollen". Im DVD-Player wartet sogar "I am Omega" auf mich, der krude Billig-Trittbrettfahrer mit Marc "hatte ich nicht mal ’ne Karriere"…

  • Filmkritik: „The Wall“


    England 1982. Regie: Alan Parker. Drehbuch: Roger Waters, basierend auf dem Konzeptalbum „Pink Floyd The Wall“. Darsteller: Bob Geldof, Jenny Wright, Bob Hoskins.

    Pink Floyd. Bösartiger Gymnasiasten-Pop der 70er. Gleicher Krätze-Wert wie Barclay James Harvest, Supertramp und Jean-Michel Jarre (alternativ zu letzterem: Mike Oldfield). Wurde von bärtigen Informatik-Studenten dem Vernehmen nach noch bis Ende der 80er gehört, seither ausschließliche Verwendung im ausdrücklich nostalgischen Kontext. Bekifft geschrieben, sollte man auch nur bekifft hören. Besser gar nicht. Gerne viel Hall, weil kosmisch gedacht. Nannte sich damals Rock, was nicht mal ironisch witzig ist…

  • Scheißkalt: "Der eiskalte Tod" & "30 days of night"


    Ich fasse jetzt mal zwei Kinokritiken zusammen, weil sie thematisch gut zueinander passen. Wer sich dieses Double Feature auf der großen Leinwand gibt, sollte Glühwein und Angora-Socken mitnehmen…

    Fangen wir mit der lange erwarteten Umsetzung der Splatter Graphic Novel "30 days of Night" an. Lang erwartet deshalb, weil die Vorlage Kultstatus hat, weil der Regisseur mit "Hard Candy" positiv aufgefallen ist, weil mit Josh Hartnett tatsächlich sowas wie ein "seriöser" Schauspieler dabei ist, und weil Ain’t It Cool News des Film pusht, als seien sie am Einspielergebnis beteiligt…

  • Kritik: "Chuck und Larry"


    Story : Chuck und Larry sind zwei Feuerwehrmänner, die füreinander durch dick und dünn gehen, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Larry ist ein ruhiger Witwer mit zwei Kindern, während Chuck sein Image als Lebensretter nutzt, um fleißig Mädels abzuschleppen. Eines Tages hat Larry ein Problem: Er kann seine Kinder nicht als Begünstigte in seiner Lebensversicherung eintra- gen. Einen Lebenspartner schon. Chuck läßt sich breit- schlagen, als Larrys "schwu- ler" Freund aufzutreten, solange es nicht publik wird – was natürlich augenblicklich geschieht. Die beiden müssen sogar, um nicht wegen Betrugs in den Knast zu wandern, in Kanada heiraten…

  • Kritik: "Bloodrayne 2: Deliverance"


    Ich neige nicht zum Masochismus. Wenn wir etwas nicht gefällt, dann lasse ich die Finger davon. Ich habe Sushi gegessen – einmal reicht. Ich war Mitglied in einem Fitness-Studio – nie wieder. Ich erinnere mich an blaue Cocktails – danke nein.

    Warum also schaue ich mir immer wieder die Filme des deutschen Minustalents Uwe Boll an wie eine verprügelte Ehefrau, die ihrem Gatten glaubt, dass er sich diesmal "ganz bestimmt" geändert hat? Warum kann ich von den cineastischen Monströsitäten dieses Egomanen, der seine Kritiker gerne mal im Ring verhaut, einfach nicht lassen…

  • Kritik: "Shoot Em Up"


    Okay, dies ist meine erste Kino-Kritik, die zwei Wochen vor dem Deutschland-Start des entsprechenden Films online geht.

    Story : "Smith" ist ein namenloser Ex-Soldat, der von Karotten und Lebensmittelkarten lebt. Als ein Gangster eine hochschwangere Frau umlegen will, greift Smith ein – er macht die Bösen fertig, bringt das Baby zur Welt, und schießt die Nabelschnur durch. Weil die frischgebackene Mama kurz darauf eine Kugel zwischen den Augen hat, nimmt sich Smith des Säuglings an – und hat damit mehrere Dutzend Killer unter der Leitung des zynischen Hertz am Hacken…

  • Kino Kritik: "Rocky Balboa"


    Vorab: "Rocky Balboa" ist eine Rückkehr zu den "Wurzeln" der Serie, es geht weniger um den Kampf, als mehr um die Frage, wie Rocky sich selber sieht, wo er im Leben steht, und ob er den Rest seines Lebens in Nostalgie verbringen möchte. Die Entscheidung, ob Rocky kämpft, und ob er eine Chance hat, fällt nicht im Ring – sie fällt in seinem Kopf. Und zwar schon lange vorher.

    Aber "Rocky Balboa" ist viel mehr, der Film ist gespickt mit Meta-Ebenen: Niemals zuvor war der Charakter Rocky so genau der Spiegel des Schauspielers Stallone…

  • Kino-Kritik: The Host (Korea 2006)


    Ein Monsterfilm aus Asien? Wahrlich keine Überraschung. Aus Korea? Die brauchen noch eine Weile, bis ich ihnen „Reptilian“ verziehen habe. Und außerdem sollen die endlich mal mit „D-Wars“ in die Puschen kommen, der müsste doch schon seit Jahren fertig sein. Was soll überhaupt der Titel? „The Host“ – klingt wie einer dieser unerträglichen und austauschbaren Brutal- Schlitzerstreifen, die gerade so en vogue sind. Wie lange ist es eigentlich her, dass es sich gelohnt hat, auf die Lobpreisungen von Harry Knowles bei AICN zu hören? Ewig, so lange ist’s her…

  • Heil Hitler! Es darf gelacht werden!


    Es gibt Themen, an denen man sich eigentlich nur die Finger verbrennen kann: Eine Komödie über Adolf Hitler gehört dazu. Sicher, in amerikanischen oder englischen Filmen darf der „Führer“ gerne mal als Hampelmann auftauchen, aber in Deutschland gehen die Wunden zu tief, ist die Erinnerung zu lebendig.

    Schluss damit! Dani Levy beweist in seiner grandiosen Groteske „Mein Führer – die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“, dass man über die Nazis nicht nur lachen kann, sondern vielleicht sogar lachen muss. Der Film schildert die bizarre Beziehung zweier Adolfs: der Eine, Grünbaum, wird aus dem Lager geholt, um dem Anderen, Hitler, bei den Vorbereitungen für eine mitreißende Rede zu helfen, die das deutsche Volk 1944 ein letztes Mal aufrütteln soll…