Filmverbrechen-Fotostory (1): KAMIKAZE 1989 oder: Deutschtopia
Thema: Fotostory |Brace yourself!
Ich dachte, das hier würde eine relative geradlinige Geschichte werden, die ich in zwei Etappen durchboxen kann. Aber es passiert, was immer passiert, wenn ich recherchiere – Zusammenhänge wurden klar, Fragezeichen tauchten auf, Nebenstränge drängten sich in Vordergrund.
Ich gestehe vorab: KAMIKAZE 1989 ist ein großer Verhau, dem ich nur mangelhaft gerecht werden kann – weil das verlangen würde, in den ganzen Sumpf der Abhängigkeiten, Nepotismen, Seilschaften und "Freundschaftsdienste" der deutschen Film/TV-Kultur der letzten 60 Jahre hinabzusteigen. Das ist nicht stemmbar und zudem hochriskant. Ich werde aber an geeigneten Stellen auf Auffälligkeiten hinweisen.
Außerdem werde ich das,… [weiterlesen]
Filmverbrechen-Fotostory:
GINA WILDKATZE oder: Happy End am Krankenbett (2)
Thema:
Fotostory |
Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, die Rückblenden, die keine Rückblenden hätten sein müssen, sind endlich rum. Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass Gina Arnold sich an keiner Form von erkennbarer Emotion versucht und dass über weite Strecken wechselnde Erzählerstimmen die Scherben des "Plots" zusammenfegen müssen.
In mancherlei Beziehung ist GINA WILDKATZE wie der Trash-Klassiker MANOS – HANDS OF FATE: produziert von Leuten, die kein Interesse oder keine Kenntnis von den Mechanismen des Filmemachens hatten. Die Abwesenheit der üblichen Erzählstrukturen macht ihre Notwendigkeit umso schmerzhafter sichtbar.
Nachdem Gina und Peter endlich ihre gesamte Romanze nochmal vollumfänglich… [weiterlesen]
Für die nächsten drei, vier Filme werde ich bewusst in obskure Keller hinabsteigen, werde in die Ecken schauen, in denen die deutsche Filmgeschichte gerne das feucht durchwischen vergisst. Da, wo sich Staub und Schmier festgesetzt haben, wo man einen hässlichen Sessel vorstellt, wenn Verwandtschaft zu Besuch kommt.
Heute zum Beispiel geht es um GINA WILDKATZE, einen bizarren Regionalfilm aus dem Freiburg Mitte der 70er Jahre, der nach seiner "Welturaufführung" in einem lokalen Kino 20 Jahre lang verschwand und erst nach dem Tod der dafür verantwortlichen Person wieder auftauchte. Den hatte ich vor ein paar Jahren auch schon mal im… [weiterlesen]
Filmverbrechen-Fotostory: BIG MÄC oder: Vollgas zum letzten Platz (3)
Thema: Fotostory |Dafür, dass der Film bei seiner einzigen TV-Ausstrahlung in HEISSE ÖFEN IN AFRIKA umbenannt wurde, hat es verdammt lang gedauert, bis die Beteiligten endlich mal in Afrika ankommen. Ich vermute, dass man 1989 den Originaltitel nicht mehr verwenden wollte, weil Gottschalk da bereits offizielle McDonalds-Werbefigur war.
Laut der Wikipedia (die sich auf die Produktionsfirma beruft), wurde BIG MÄC in Garmisch-Partenkirchen, Istanbul, Kairo, Nairobi und Mombasa gedreht. Augenscheinlich sind damit die Teile gemeint, in denen der Cast tatsächlich präsent ist. So vermute ich, dass Gottschalk bei dieser Begegnung der BMW mit den Beduinen einen Off-Tag hatte:
Filmverbrechen-Fotostory: BIG MÄC oder: Sand im Getriebe (2)
Thema: Fotostory |Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Bernhard hat sich bereit erklärt, an einer Wettfahrt gegen ein japanisches Team teilzunehmen, die von der Zugspitze bis zum Kilimandscharo führt (und alle zeitgenössischen politischen Probleme des Nahen Ostens, Israels und Nordafrikas ignoriert).
Weil wir im Gegensatz zu Thomas Gottschalk keine Tomaten auf den Augen haben, erkennen wir sofort, dass sein Schrauber "Max" natürlich kein Junge ist, sondern ein junges Mädchen, bzw. eine junge Frau:
Im Kontext des Films bleibt es erstmal schleierhaft, warum… [weiterlesen]
Vorab: Ganz am Ende dieser Fotostory findet ihr noch zwei – wie ich finde – sehr interessante Nachträge zu vorherigen Filmverbrechen. Dranbleiben!
Ihr habt am Osterwochenende von meinem letzten Screening-Drama ja gelesen. Nachdem der Fernseher endlich wieder online war (ein Satz, den vor 20 Jahren niemand verstanden hätte), kam die Frage auf, was wir uns ansehen wollen. Der Ordner namens "Trash" ist gut gefüllt, und eigentlich wollte ich endlich mal eine obskure Low Budget Thriller-Farce der späten 90er abfeiern, aber dafür waren der Frankster und ich einfach zu kaputt.
Was Einfaches sollte es sein. Nicht wieder was von LISA-Film…. [weiterlesen]
Wir kommen endlich auf die Zielgerade – es bleibt mir ein Rätsel, warum ausgerechnet ein so dünnes Filmchen eine so lange Fotostory bedingt. Aber ich tue nur meine gottverdammte Pflicht, also müssen wir da durch. Gemeinsam.
Da mit dem Finale von Teil 3 ja geklärt ist, dass Andreas zu Gaby gehört, braucht CCC eigentlich nur noch "aufzuräumen". LISA-typisch heißt das, dass alle Plots und Figuren mit Blick auf den Nachspann gnadenlos abgewickelt werden.
So kommt es, dass Johnny ansatzlos und reuig bei Pfarrer Herbert hockt und sich für seine Scherzkeksereien entschuldigt:
Okay, schauen wir mal, ob wir das Elend in drei Teilen hinter uns lassen können.
Christine ist entschlossen, sich des Gemächts des Geliebten zu bemächtigen. Aus seinem Mangel an Begeisterung könnte sie vielleicht schließen, dass sie mit Andreas nicht alt und glücklich werden wird – tut sie aber nicht.
Auch Andreas könnte vielleicht mal in sich gehen. Das ist ja definitiv kein "match made in heaven". Darf es wegen des gewünschten Happy Ends auch nicht sein.
Sex also? Nein. Geht ja auch wegen der Jugendfreigabe nicht. Um die Szene zusätzlich abzuschärfen, stolpert plötzlich unangemeldet der Hotelbesitzer herein und verkündet,… [weiterlesen]
Nachdem unsere "Helden" mit einer viermotorigen Maschine gestartet, aber mit einer zweimotorigen Maschine auf den Philippinen gelandet sind, kann das losgehen, was die LISA gerne "Handlung" nennt, was aber mit "Mumpitz" meist erheblich besser umschrieben ist.
Mehr noch als bei anderen LISA-Filmen ist das gesamte "Münchner Intro" von 12 Minuten ein Wurmfortsatz zur Streckung der Laufzeit. Die Figuren begegnen sich konkret erst vor Ort und es gibt kein erzählerisch relevantes Element, das aus der bayerischen Hauptstadt mitgebracht wird.
Es ist vielleicht ganz interessant, an dieser Stelle auf die Genese von COLA CANDY CHOCOLATE einzugehen. Wie so oft hat… [weiterlesen]
LISA, why can’t I quit you?! Ich würde gerne mal wieder was anderes besprechen, aber immer wenn es an die Auswahl geht, bleibe ich bei den drögen Bumskomödien der Österreicher aus der Zeitenwende 70er/80er kleben. Die sind so scheiße wie schmerzfrei und lassen sich schön leicht recherchieren. Ich gelobe aber Besserung und mehr Abwechslung bei den Fotostorys.
Heute geht es um einen Film, der in Sachen Crew, Produktion und "Story" so eine Art Blaupause der LISA darstellt – hier ist wirklich jedes Element erwartbar, recycelt, und sattsam bekannt. Das geht schon beim Cast los: Olivia Pascal und Ursula Buchfellner… [weiterlesen]