Thema: Food
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Nach meinem Test der authentisch schmeckenden Gustavo Gusto-Pizza meldete sich auf Twitter erstaunlicherweise Dr. Oetker zu Wort – und war von mir menschlich enttäuscht:
Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass man einem Nahrungsmittel-Giganten mit mehreren Milliarden Euro Umsatz derart schnell auf die Füße steigen kann. Es mag damit zusammen hängen, dass Oetker gerade versucht, mit der "Mia Grande"-Linie verlorenen Boden wieder gut zu machen. Diese Pizza-Variante ist derart offensichtlich auf die Klientel von Gustavo Gusto ausgerichtet, dass es fast schon wieder den Sprung von "frech" zu "witzig" schafft:
Coole Sprüche auf der Packung…
Ich hatte das "Pech", mit einer Mutter aufzuwachsen, die selber nicht gerne kochte. Das bisschen, was sie kochte, kochte sie gut – aber Bandbreite oder gar kulinarische Experimentierfreudigkeit waren bei uns zu Hause kein Thema. Auch deshalb, weil meine Mutter immer noch nebenher arbeiten gehen musste und einfach keine Zeit war, mit den Söhnen wie in der Fernsehwerbung lachend die Kekse in den Ofen zu schieben. Ich beschwere mich nicht, ich erkläre es nur.
Meine eigene kulinarische Sozialisierung war entsprechend. Kochen bedeutete zwar Topf aufsetzen und Backofen anschmeißen, aber letztlich meistens nur für Fertiggerichte…
Über den Background von GREAT BRITISH BAKE OFF habe ich bereits geschrieben – auch darüber, wie die LvA und ich zu der Serie gekommen sind. In dem Artikel von 2014 wird erwähnt, dass die Show unglaublich strikt strukturiert ist. Nicht nur ist der Ablauf der Sendung immer gleich, sogar das Editing, die Musik-Clips und die einzelnen Kommentare kommen aus einem begrenzten Baukasten:
"Was würdet ihr sagen, wer ist nach der technical challenge vorne mit dabei?"
"Bäcker, euch bleiben 30 Minuten!"
"Ich habe die unangenehme Aufgabe zu verkünden, wer uns heute verlassen wird"…
Ist schon komisch: da schmeißt man ein bisschen Butter zu einem Häufchen Zucker, haut ein Ei rein, pudert es mit Mehl – und nach einem Trip in den Backofen hat man einen Kuchen oder Kekse wie aus dem Supermarkt. Nur besser. Und billiger. Das war mir eigentlich klar, aber nie wirklich KLAR. Ich habe Kochen und Backen immer für komplizierter gehalten, dabei kann man mit ein paar Zutaten und "warten bis der Backofen pingt" als primäre Aktion Dutzende, gar Hunderte von Leckereien zubereiten. Wenn ich’s doch sage…
Ich hatte ja schon erzählt, dass ich mich in letzter Zeit (und eigentlich erstmals in meinem Leben) mit richtigem Kochen & Backen beschäftige. Es ist nicht so, dass ich als Single-Mann (bevor ich eine Frau heiratete, die sowohl kochen als auch backen kann) nur von LIDL-Pizza gelebt habe: Kartoffeln, Frikadellen, Spaghetti Bolognese, Fisch und ein paar Kuchen – ich kam klar. Das meiste war allerdings Fertigfutter. Neue Sachen nach Rezept – da fehlte mir immer die Geduld und vor allem die Gesellschaft, in der ich das genießen konnte…
Geschmackstests obskurer Lebensmittel mache ich hier ja mittlerweile eher selten – was primär daran liegt, dass ich eine Ehefrau habe, die auch im Kühlschrank ein Mindestniveau erwartet und zudem noch kochen kann.
Nun ist dies aber der Sommer, in dem wir unseren Garten katzensicher gemacht haben und deshalb auch viel draußen grillen. Und es ist der Sommer, in dem sich erstmals das Thema "fleischfreies Burgerfleisch" in den Medien festgesetzt hat. LIDL war sehr gut darin, die Einführung ihres "Beyond Meat" Burgers pressetechnisch aufzublasen.
Ich hatte immer mal das vage Gefühl, ich sollte die veganen Burgerscheiben testen, kam aber irgendwie nicht dazu…
Es ist mal wieder Zeit für ein Diät-Update. Ich habe jetzt knapp vier Wochen mein Intervall-Fasten hardcore durchgehalten: Jeder zweite Tag fällt in Sachen Speis & Trank flach, es wird nur Wasser getrunken. Und es ist hart. Gestern Abend war mir regelrecht flau vom Hunger und erstmals hatte ich auch leichten Schwindel, als ich aufstand.
Das war aber zu erwarten. Je mehr ich meinen Körper in die Knie zwinge, desto weniger hat er, wovon er ersatzweise zehren kann. Mein Körper wehrt sich, er will nicht hungern…
Wahrlich, Amerika ist in Sachen Kulinarik vielleicht als Vorreiter, aber nicht als Vorbild bekannt. Hier werden Cremetörtchen frittiert, Burger in Hühnerschnitzel gepackt, und Bällchen aus Cola-Sirup in Sahne getunkt. Ich selbst habe damit kein Problem und bei früheren Reisen sogar die explizite Entscheidung getroffen, den USA als "fast food nation" zu huldigen. Von Taco Bell zum Wienerschnitzel, von Johnny Rockets zu Sonic, von Jamba Juice zu Krispy Kreme. Die erwartbaren und sichtbaren Folgen konnte ich immer hinterher gut abhungern.
Nun hat aber die LvA ein anderes Verständnis dessen, was "gutes Essen" ausmacht und mich gebeten, die Speisen wenigstens primär am Tisch und nicht am Drive-Thru entgegen zu nehmen…
Mit der Streetfood-Kultur bin ich bisher primär in London und Kalifornien konfrontiert worden. Schwer angesagt: hochwertiges Fastfood, gerne exotischer Herkunft, für happige Preise. Hier ist nicht alles Gold, was glänzt, aber es macht einfach Spaß, sich durch gänzlich andere Esskulturen zu futtern, bis der Wanst das Hemd sprengt.
Als ich zufällig letzte Woche an einem Plakat vorbei kam, dass auch in Baden-Baden ein solches Festival anstand, war ich etwas skeptisch, zumal das Campus-Gelände nicht gerade als Eventlocation bekannt ist. Hippes Streetfood im Badischen? Viel Pommes, Bratwurst und Waffeln, dachte ich mir…
Eine meiner unangenehmeren Erkenntnisse in Sachen Ernährung ist diese: ich habe ein Problem mit der Portionskontrolle. Eben war die Packung Eis noch voll, plötzlich ist sie leer. Ich will die halbe Dose Chips essen, aber zum Ende des Bond-Films bleiben nur noch Krümel übrig. "Aufhören, wenn man genug hat" ist kein Prinzip, nach dem ich funktioniere. Ich habe nie genug. Genug ist, wenn ich träge "börps" sage.
Koche ich selbst, koche ich instinktiv zu viel. Was ich für eine Portion halte, reicht locker für zwei…
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