Thema: Food
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Es ist bekannt, dass ich mit dem deutschen Formatfernsehen auf breiter Front nicht mehr warm werde. Der Fokus auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern liegt immer weniger auf den Spielfilmen, Serien und Shows, mit denen ich aufgewachsen bin. Das ist okay, ich bin einfach nicht mehr die Zielgruppe, auch wenn ich stramm auf das tatsächliche Durchschnittsalter der ARD/ZDF-Zuschauer (ca. 60 Jahre) zumarschiere.
Ich kann die ewig gleichen Quizze, Reality-Wettbewerbe, Clip-Sendungen, Soaps, mit ihrem immer gleichen Dutzend von Moderatoren und Kommentatoren, einfach nicht mehr ertragen. Muss ich ja auch nicht…
Ich versuche aktuell, meine Ernährung wieder etwas besser in den Griff zu bekommen und mich auch wieder mehr zu bewegen. Aus Gründen. Die Tatsache, dass ich mich ständig zu neuen kulinarischen Abenteuern hinreißen lassen, könnte dem Anspruch dienlich sein – oft genug wird er davon aber auch torpediert.
Damit mich etwas genug reizt, um es in den Einkaufswagen zu packen (sei es im Supermarkt oder online), muss es mehrere Funktionen erfüllen:
Es muss sich mir augenblicklich als logisch und spannend erschließen Es muss in meinen geschmacklichen Horizont passen Es muss eigentlich komplett überflüssig sein Es muss ein Schnäppchen sein Es muss eine hochgezogene Augenbraue der LvA provozieren So wurde z.B…
Letzte Woche gab es auf MyDealz eine unwiderstehliche Ankündigung:
Das triggerte mich gleich mehrfach: Popup-Store! Outlet! Rabatte! LIDL! Und vor allem: was zur Hölle soll man sich darunter genau vorstellen?
Wenn es sonst keiner recherchiert, mache ich es halt.
Also nachgeschaut: nächstes Outlet noch zwei Tage in Rosenheim. Die LvA wird am Samstag mit dem Versprechen auf einen entspannten Frühlings-Ausflug ins Auto gelockt. Rosenheim, wir kommen!
In einem der größeren Gewerbegebiete finden wir schnell das große LIDL-Logo. Ich habe zuerst Sorge, versehentlich eine reguläre Filiale angesteuert zu haben, aber in den Fenstern preisen bereits Schilder "Bis zu 50 Prozent Rabatt"…
Ich bin immer noch kein Fan von Tiefkühlpizza – weder geschmacklich noch kulturell noch ernährungstechnisch. Es gibt Ausnahmen, aber selbst die kommen bei mir nicht regelmäßig auf den Speiseplan. Was allerdings in den letzten Jahren zugenommen hat, ist nicht nur mein Bauchumfang – es ist meine Neugier, wenn ich vor einer kuriosen Pappschachtel stehe, die das klassische Fladenmahl als "new and exciting" verkaufen möchte.
Wir leben in einer Zeit, in der einige Hersteller in Einkaufszentren mit Probierpizzen aus dem Heißofen werben:
Das erinnert mich an die Automatenpizza, die ich auch schon getestet habe…
Mit ziemlichem Tamtam hat Dr. Oetker in dieser Woche die neue Premium-Pizza SUPREMA auf den Markt gebracht und dank eines Aktionsangebots bei Kaufland habe ich mir gleich mal alle drei Sorten abgegriffen.
Macht es einen Unterschied, dass das Salz hier Meersalz ist? Dass die Tomaten aus der Emilia-Romagna stammen? Kann es überhaupt eine Rechtfertigung geben, für eine Tiefkühlpizza beeindruckende 5,49 Euro zu verlangen? Ich bin entschlossen, das herauszufinden. My loss, your gain.
Zuerst einmal kommt da ein ziemlich üppiger Fladen mit dickem Rand aus der Packung, der halbwegs dem Produktfoto entspricht:
Die Herstellerbeschreibung informiert mich folgendermaßen:
Die Suprema Calabrese & ´Nduja Tipo ist ein besoneres Highlight, sie ist neben Calabrese-Salami mit würziger Wurst nach 'Nduja-Art belegt…
Ich gehe eher selten zu McDonald’s – maximal einmal im Monat. Meistens esse ich McNuggets und Pommes mit BBQ- oder Senfsauce. Die Burger waren mir immer eher wurscht, weil ich sie für eine reichlich fade Angelegenheit halte, selbst in theoretisch leckeren Varianten wie dem Hüttengaudi:
Der Zusammensetzung nach müsste das für mich der perfekte Burger sein – allein, er schmeckt mir nicht. Weder der Speck noch die Rösti noch das Patty sind auch nur ansatzweise ausreichend gewürzt, den Geschmack muss man mit Ladungen zusätzlicher Soße reinprügeln – als wäre die Fastfood-Kette entschlossen, um der Massentauglichkeit willen jede Form von Aroma auszuschließen…
Das hier wird ein etwas längerer und komplizierter Beitrag. Ich habe ihn seit Monaten auf der to do-Liste, aber mir war bisher unklar, wie ich ihn angehen soll. Es scheint mir am vernünftigsten, das gesamte Thema in zwei separate Beiträge zu splitten und diesen ersten Beitrag in zwei Bestandteile zu zerlegen. Ich hoffe, dass ich es verständlich aufarbeiten kann.
Es geht heute erstmal um Preise. Für Lebensmittel, Miete, Elektronik. Um Lebenshaltungskosten und Lebenslügen. Um den Mythos "früher war alles besser" im Sinne von "früher war alles billiger"…
Die LvA war für ein paar Tage auf Dienstreise. Das allein sollte ausreichen, bei euch alle Alarmsirenen schrillen zu lassen. Wortvogel – Allein zu Haus! Recipe for disaster nennt man so etwas – und eine gute Überleitung, weil ich die sturmfreie Bude nämlich für ein paar Rezepte nutzen wollte.
Wobei… Rezepte trifft es nicht genau. Ich hatte mir in den letzten Monaten in den Kopf gesetzt, dass man aus herkömmlichem Leberkäse/Fleischkäse sicher ein paar tolle Fast Food-Ideen über "Scheibe mit Senf auf Brot" hinaus entwickeln könnte…
Ich habe schon länger kein todesmutiges Food-Experiment mehr durchgeführt – was schlicht daran liegt, dass die LvA super kochen kann und ich nur noch selten unterwegs bin, wo sich "auswärts essen" anbieten würde. Aber heute musste ich die Gattin kurz nach Schwabing bringen und mir dann 15 Minuten Zeit vertreiben – ausreichend, um zu einem legendären Tatort zurückzukehren. Ein kurzer Blick aufs Handy: statt des gewünschten McFlurry wird mir ein heute gültiger Gutschein für 9 Chicken McNuggets angezeigt. Alternativ: 9 McPlant Nuggets. 2,99 Euro statt 5,68 Euro…
Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Sagt man so. Bei uns heißt das: Ist die LvA aus dem Haus, tanzt der Wortvogel auf dem Esstisch.
Wir haben in den letzten drei Jahren unsere Ernährung umgestellt – nicht geplant oder mit Ziel, aber angetrieben von einem schlechten Gewissen. Weniger Fleisch, in Tierbelangen fast ausschließlich Bioprodukte (Eier, Wurst, Milch, etc.), mehr Körner im Brot, praktisch keine Schokolade mehr. Aus Gründen, auf die ich noch eingehen werde, gibt es aktuell auch keine Süßgetränke in unserem Haushalt…
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