Thema: Best of
67 Artikel
Die ersten drei Teile dieses Epos könnt ihr hier nachlesen.
Ich habe diese mehrteilige Story etwas schleifen lassen, weil mir andere Sachen dazwischen gekommen sind. Ich denke aber, dass sie einen würdigen und zeitnahen Abschluss verdient.
Wir befinden uns mittlerweile im Jahr 1995. Ich bin seit knapp fünf Jahren beim GONG, habe mich vom Randspalten-Tipper zum Redakteur hochgedient, reise viel, verdiene solide, und kann mich generell nicht beschweren, denn ich werde mit Goodies und Giveaways von den Sendern zugeschüttet. Meine hübsche Wohnung liegt mitten in der Innenstadt, meiner Schildkröte geht es gut, und ich habe einer Kollegin ein Mofa abgekauft, das diese bei einer Tombola gewonnen hat…
Es gibt Blogs, die würde ich betreiben, wenn ich die Zeit dafür hätte. Und mich jemand bezahlen würde. Dazu gehört allemal ein Blog über die Verlogenheit der Yellow Press. Einige von euch werden sich an meinen ersten Beitrag zu diesem Thema vielleicht erinnern.
Nun gibt es Antje Tiefenthals Klatschkritik, aber das geht mir nicht genug an die Substanz. Kritisiert werden hier nur einzelne Versäumnisse der Blätter – das Existenzrecht von Magazinen, die praktisch komplett aus Hörensagen und Gerüchten bestehen, wird nicht in Frage gestellt. Dabei wäre genau das der Punkt, an dem ich ansetzen würde…
Das größte Lob, das man uns für die "LandIdee" oft macht ist, dass man dem Heft die Mühe nicht ansieht, die darin steckt. Im Idealfall ist die Zeitschrift entschleunigend, entspannend, leicht und unbeschwert. Hinter den Kulissen ist sie aber gehörige Plackerei. Und heute erzähle ich euch mal, wieso das so ist.
Am Beginn jeder Ausgabe stehen Themenkonferenzen: Was soll überhaupt ins Heft? Das ist keine Frage zufälliger Eingebungen, sondern orientiert sich an den Rubriken ("Landblick", "In den Topf geguckt") und vor allem an der Jahreszeit…
Neueinsteiger bitte Teil 1 und 2 lesen!
Ich bin also nun "fester" Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, welcher Spielfilm mit Bild dargestellt wird, Kritiken aus Filmenzyklopädien suchen, Todesdaten eintragen, und viele Schauspieler um ein "(bek. aus "XY")" ergänzen. Sind alle sieben Spalten für eine Programmwoche abgenommen, kürze ich sie noch für die Bedürfnisse der Schwesterzeitschrift "die2" ein…
Neueinsteiger bitte Teil 1 lesen!
Freitag Nachmittag, Ende April 1990. Mir ist gerade ein Praktikum zugesichert worden – für ab Montag. Und es klang gar nicht nach einem gemeinen Scherz.
Es gibt Momente, da muss man sich entscheiden. Ich habe keine Wohnung in München, keinen Plan, kein Geld, und nur 48 Stunden übers Wochenende, alles zu organisieren. Zu wenig Zeit, um Angst zu haben.
Also mache ich mich auf den Weg zur Mitwohnzentrale, lasse mir ein paar Adressen von potentiellen kurzfristigen Wohnorten geben. Dann rufe ich beim Sozialdienst in Düsseldorf an: Sie sollen die Papiere für einen dringlichen Eilantrag fertig machen – ich muss eine Freistellung für zwei Monate erreichen…
Keine Ahnung, ob euch das hier interessiert. Aber wenn ich es heute nicht aufschreibe, schreibe ich es vielleicht nie auf.
Jubiläen und Jahrestage haben etwas sehr Willkürliches. Die Wiederkehr eines Datums bekommt ein Gewicht, zerrt an den Erinnerungen, und spiegelt früh gestellte Fragen in die Gegenwart zurück.
Diesen Monat bin ich ziemlich genau 20 Jahre in München. In keiner Stadt habe ich länger gelebt, auch nicht in Düsseldorf, das ich immer noch als Heimat betrachte. Nicht mehr lange, und ich werde die Hälfte meines Lebens hier verbracht haben…
Wenn man wenig Stauraum in der Wohnung hat, muss man immer wieder mal ausmisten. Kartons vom Flachbild-Fernseher, Plastikfolien von den Matratzen, das kaputte Faxgerät, die Schnittreste der Küchenplatte, ein paar übrig gebliebene Laminat-Bretter. Immer wieder Styropor.
Zum Wertstoffhof.
Es ist eine dieser Gebrauchsfahrten, die in sich nicht unterhaltsam sind, deren Konsequenz aber das Wohlbefinden steigert. Wie der Einkauf, nach dem der Kühlschrank endlich wieder voll ist. Oder der Gang zum Container, damit hinter der Haustür nicht immer Berge von Glasflaschen klappern.
Ein letztes Durchforsten des Haushalts: Was geht noch in den Wagen…
… ist kein schönes Haus. In unserem Viertel ist es sogar sowas wie ein Schandfleck. Der Putz bröckelt ab, die blass-blaue Farbe ist fleckig, und in den verzogenen Fenstern hängen dicke, von Schmutz und Nikotin trübe Gardinen, die sich nie bewegen, und bei Berührung vielleicht zu Staub zerfallen. Abends, wenn in den Wohnzimmern zur Straße mattes Licht scheint, kann man viel Gerümpel sehen, und auf den Fensterbrettern stehen seit Jahren Schalen mit Styroporkugeln verschiedener Größe, die jemand in Alufolie gewickelt hat. In einer Wohnung schwenkt manchmal eine Taschenlampe hin und her, als gäbe es keine reguläre Beleuchtung mehr…
Am Flughafen im Zeitschriftenladen, im Flieger rechts neben der Stewardess, am Pool, im Restaurant, am Strand – beim Urlaub unter südlicher Sonne ist es praktisch unmöglich, den Paparazzi-Postillen auszuweichen: „OK!“, „Life & Style“, „InStyle“, „InTouch“, oder einfach nur „In“ – sie sind überall. Und während die Freundin kurz den Bikini an die Leine hängen geht, lässt man sich verführen, auch mal drin zu blättern. Dabei fiel mir auf, wie wenig diese Hefte mit der klassischen Yellow Press zu tun haben. Und es wurden viele Erinnerungen wach…
Ich weiss nicht mehr, was der erste Film war, den ich als Kind im Kino gesehen habe. Laut Aussage meiner Mutter war es "Bambi", und ich muss Rotz und Wasser geheult haben, als Bambis Mutter starb. Da war ich wohl 3, maximal 4.
Der erste Film, an den ich mich erinnern kann, ist "Ein Käfer gibt Vollgas", der Herbie-Ripoff von Rudolf Zehetgruber. Ich war definitiv schon 4. Damals gab es in Düsseldorf-Eller ein letztes Kino (als meine Eltern dorthin zogen, waren es vier gewesen) – seit Mitte der 70er ist es einem Tapetenhandel gewichen…
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