• Lie, cheat, steal – whatever it takes: Die kriminelle Energie des Autorennachwuchses (2)


    Es sind nicht nur Einzelpersonen oder überforderte Jungautoren, die sich die Finger schmutzig machen, um im Amazon-Ranking nach oben zu kommen. Manche "Verlage" verkaufen gesammelte Wikipedia-Artikel für teuer Geld als Bücher bei Amazon in der Hoffnung, dass der Kunde den Beschiss erst nach Erhalt der Druckware bemerkt. Und das ist rein rechtlich gesehen nicht mal zu beanstanden.

    Es ist ja auch erschreckend einfach, sich bei Amazon in den Rankings hoch zu schmuggeln, wie dieser Artikel von The Hustle beweist – wobei hier nur belegt wird, dass man Chartpositionen beeinflussen kann, nicht aber den daraus resultierenden Profit…

  • Lie, cheat, steal – whatever it takes: Die kriminelle Energie des Autorennachwuchses (1)


    Klar klingt das super: Self Publishing erlaubt jedem, wirklich JEDEM, seine Werke unter das Volk zu bringen. In den Computer tippen, in Ebook wandeln, auf entsprechenden Plattformen veröffentlichen, kräftig trommeln. Den Rest erledigt der Markt. Keine elitäre Vorauswahl durch Verlage und Lektoren, keine undurchsichtigen Vertriebsmechanismen, keine happigen Gewinnbeteiligungen für Mittelsmänner. Fairness und Gerechtigkeit für alle. Jeder, der Autor sein will, kann Autor sein.

    Eine Kehrseite scheint offensichtlich: Self Publishing ist zunächst einmal Selbstausbeutung. Alle Zeit, alle Energie, alles Geld muss vorgeschossen werden, ist der Einsatz in einem fast unberechenbaren Spiel…

  • Wortvogels YouTube-Retrospektive April 2026 (1)


    Erst die zweite "Folge" dieser neuen Reihe und schon gerät alles außer Kontrolle. Ich schaue einfach zu viele YouTube-Videos, die ich gerne mit euch teilen möchte. Ich splitte das heute mal in zwei Teile – eventuell steige ich demnächst auf ein 14tägiges oder gar fixes wöchentliches Format um.

    Ich weise auch noch einmal darauf hin, dass YouTube-Videos oft genug eine begrenzte Lebensdauer haben und schnell gesperrt werden können. Wenn ihr demnach von einem Video besonders begeistert seid, solltet ihr euch einen der vielen Online-Anbieter suchen, die einen Download ermöglichen…

  • Schreibknecht KI: Worte wie Heu (2)


    Im ersten Teil haben wir gelernt, wie mühelos die KI zu jedem Thema und jedem Genre Welten erschaffen und Multiple Choice-Abenteuer aus dem Ärmel zaubern kann. Heute gehen wir einen Schritt weiter, lassen Chat-Bots entstehen und die KI eigenhändig komplette Romane schreiben. Be afraid. Be very afraid.

    AI Chat modern Mit AI Chat kann kann sich einen eigenen Chat-Bot bauen und mit diesem dann Konversation betreiben. Ich habe mich mit dem Generator nun schon länger auseinander gesetzt und kann euch garantieren: ihr unterschätzt bei den ersten Experimenten seine Möglichkeiten…

  • Lie, cheat, steal – whatever it takes: Klautorinnen unter sich


    Man möge zum vollen Genuss dieser Geschichte noch mal diesen Beitrag von 2016 lesen, in dem ich ein paar junge Damen vorgestellt habe, die ihren Traum von der Schriftstellerei dadurch erfüllten, dass sie bei etablierten Kollegen und Kolleginnen abschrieben. Einmal erwischt, wurde zerknirscht gebeichtet, was längst bekannt war, und nach einer Schamfrist kehrte man mit angeblich genuinen Eigenproduktionen in die offenen Arme der loyal-treudoofen Leserschaft zurück.

    Ich dachte, solche Betrügereien seien ein kurzlebiges Phänomen einer sich noch in den Kinderschuhen befindlichen Branche. Nach kleineren und größeren Skandalen spricht sich schnell rum, dass man so etwas nicht machen kann, weil es fast zwangsläufig rauskommen muss…

  • Lie, cheat, steal – whatever it takes: Der Ghostwriter-Scam (3)


    Vor ein paar Jahren habe ich über Amateur- und Profi-Betrüger geschrieben, die fremde Werke umetikettieren und mit neuen Titeln & Covern als eBooks auf den Markt schmeißen. Es ist ein wohl lukratives, aber letztlich immer kurzlebiges Geschäftsmodell. Wer sich für das Thema interessiert, sollte die beiden Artikel vielleicht noch mal lesen. Es gibt zum ominösen Buchverlag Teleprogress auch ein Update: Nachdem man sich komplett unsichtbar gemacht hatte, als der Skandal um die gekaperten Fremdwerke auffiel, wurde die Firma laut eines Eintrags beim Handelsregisteramt 2020 auf neue Besitzer überschrieben…

  • TV Kritik: SANFTER SCHRECKEN – UNHEIMLICHE GESCHICHTEN AM KAMIN


    Durch die Darstellerin einer Filmverbrechen-Fotostory, die ich dieser Tage freischalten werden, stolperte ich über diese ZDF-Produktion des Jahres 1977, die mich bass erstaunte – weil ich noch nie von ihr gehört hatte. Weder im LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS noch im LEXIKON DES HORROR-FILMS war darüber zu lesen – zwei Werke, die sich sonst für keinen obskuren TV-Käse zu schade waren. Das ist umso kurioser, da SANFTER SCHRECKEN einen veritablen Altstar-Supercast zusammen getrommelt hat, um vier mehr oder wenige unheimliche Geschichten aus den Federn internationaler Genre-Autoren zu adaptieren (Henry Slesar, Stanley Ellin, Robert Bloch, Jack Sharkey)…

  • Alles Under ConTROLL: Die wundersame Geschichte von GOBLIN 2


    Nehmt euch einen Tee und Kekse, das wird wieder mal eine längere Geschichte.

    Ich habe mich in meinen 13 Jahren als Blogger ja schon mehrfach mir obskuren Produktionen auseinander gesetzt, mit Möchtegern-Filmemachern und Produzenten, die nix produzieren außer heiße Luft und Drohungen mit dem Rechtsanwalt. Ich stehe am Wärterhäuschen der schmalen Grenze zwischen Hype und Betrug, zwischen Talent und Größenwahn. Es sind Geschichten, die hell brennen, aber selten lang – über den Moment hinaus gehende Substanz ist keine vorhanden. Puff und aus.

    Eine Zeitlang habe ich mich gescheut, so etwas wieder anzufassen…

  • Bilians bumsfidele Bettlektüre


    Keine Sorge, ich werde die restlichen Reviews vom B-Film Basterds Festival noch nachreichen, aber es hat sich da was ergeben, das ist… na ja, "wichtiger" ist kaum der richtige Begriff. Aber ich will’s loswerden.

    Es hat ja Tradition, dass die Basterds auch dem deutschen Schundkino huldigen, vom Amateur-Horror über den Sittenreißer bis hin zum volkstümelnden Schlagerfilm. So hatten wir letztes Jahr den soliden Alpenringelpiez "Ich kauf' mir lieber einen Tirolerhut" gesehen, in dem u.a. die spätere Frau Heino mitspielte.

    In diesem Jahr präsentierte uns Doc Acula mit "Betthupferl in Oberbayern" aka "Die Jungfrauen von Bumshausen" einen Streifen, der zwar noch die Mechanismen der harmlosen Alpenkomödie bedient, diese aber mit haufenweise (harmlosen) Nackereien anreichert…

  • Wortvogels Wochenspiegel (2)


    Ich denke : Dass dieses Essay von mir nach mehr als zwei Jahren immer aktueller wird. Dass Brangelina mir wurscht sind. Dass es zu früh für Stollen im Supermarkt ist. Dass Terry Jones das nicht verdient hat. Dass es geil ist, dass man von Baden-Baden aus für 43 Euro zu prima Zeiten nach London und zurück fliegen kann. Dass ich in Basel mal im Rhein schwimmen gehen will. Dass ich hoffe, dass die Welt 2017 ihren gesunden Menschenverstand wiederfindet – aber zweifle. Dass diese Zeit die Zeit meines Vaters in den 70ern war – als Taxifahrer:

    Ich fühle : Entspannung…