Ich habe 1988 mein Abitur gemacht.

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Kurios, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Mein Abi war sowieso ein eher bizarrer Abschluss meiner schulischen Laufbahn gewesen: Auf der Gesamtschule hatte ich mich unterfordert gefühlt, war zappelig und unkonzentriert gewesen, und wurde von den etwas einsichtigeren Lehrern dafür nicht bestraft, sondern mit Extraufgaben gefüttert. Ich kann mich nicht entsinnen, daheim jemals Hausaufgaben gemacht zu haben. Entweder habe ich das in den 5 Minuten-Pausen zwischen den Schulstunden erledigt, oder gar nicht. Unser Biolehrer Dr. Wilfert sagte mal: „Sie wären besser dran, wenn Sie nur halb soviel Arbeit daran verschwenden würden,  [weiterlesen]



Ich weiß, Medienkritik hat hier in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Das ist auch eine Frage des Alters – meines, nicht des Blogs. Ich bin über 50 und lese einfach weniger Quellen, die mich aufregen. Das ist Seelenpflege. Ich suche den Ärger nicht mehr, sondern lasse mich nur noch (und immer seltener) von ihm kalt erwischen.

Warum sollte ich bento lesen? Warum die Post von Wagner, die News von Politically Incorrect oder die Twitter-Streams der AfD? Was davon zu halten ist, ward und wird bewiesen, es bedarf meiner Aufklärung wahrlich nicht mehr.

Es gibt Ausnahmen. Wenn ich (wie täglich,  [weiterlesen]



Da dieser Blog fast so eine Art ungeordnete Biographie darstellt, möchte ich heute von einer Phase meines Lebens erzählen, die bisher außen vor blieb. Und ich möchte eure eigenen Erinnerungen und Anekdoten hören.

Es geht um Nebenjobs, Schülerjobs, Ferienjobs, mit denen man in seiner Jugend zum Taschengeld was dazu verdient, um sich vielleicht das erste Mofa zu kaufen oder statt des Eiskonfekts im Kino mal das teurere Happy Kirsch.

Erstmals „Geld für Leistung“ habe ich bekommen, als ich Hunderte von Autogrammkarten eines Düsseldorfer Rock’n’Roll-Sängers auf der Rückseite mit der Adresse seines Managers stempelte – der mein Vater war.  [weiterlesen]



Meine Leser wissen sehr viel über mich. Nicht alles – ich weiß sehr gut zu unterscheiden, was meiner Web-Persona dienlich ist und was nicht. Aber sehr viel. Zum Beispiel, dass ich nicht gerade aus einer glücklichen Familie komme, dass mein Vater Alkoholiker war und dass ich als Kind eher von der schwächlich-schüchternen Sorte war. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass ich immer Ersatzfamilien gesucht habe, Autoritätsfiguren, um das fehlende heimische Konstrukt zumindest zu simulieren. So fühlte ich mich seit jeher meinen Arbeitsstellen weit über die vertragliche Bindung hinaus verpflichtet. Vielleicht ist auch deshalb mein Beruf immer mein Hobby gewesen und umgekehrt –  [weiterlesen]



Ich war beeindruckt von den konstruktiven und positiven Kommentaren zum ersten Teil dieser kleinen Reihe. Vielleicht liegt es daran, dass es leichter ist, sich zu konkreten Vorschlägen zu äußern als zu der weiter verbreiteten schwammigen Kritik am Status Quo. Wie Linus von den Peanuts mit einem Schild „Ich bin dagegen!“ rumlaufen kann schließlich jeder. Findet auch immer Anhänger.

Heute mache ich mir ein paar Gedanken über Kultur und Bildung.

Kulturkanon als politische Bildung neu definieren

Bei der Bundeszentrale für Politische Bildung kann man sich super Informationen holen, kostenlose Bücher, Schriften über die Arbeit der Regierung.  [weiterlesen]



Dieser Beitrag kommt zu spät, in vielerlei Hinsicht. Ich hätte ihn vielleicht 1990 schreiben sollen, da war alles noch frisch in meinem Kopf. Oder im Juli 2011, als mit der allgemeinen Wehrpflicht auch der Zivildienst abgeschafft wurde.

Es ist allerdings nicht schwer zu verstehen, warum ich ihn heute schreibe. Über die Weihnachtstage musste ich viel an meine Nachbarin Frau C. denken, die mit 106 Jahren verstorben ist und deren Wohnung gerade mit Schleifmaschinen und Brecheisen renoviert wird, als müsse man das Leben dieser Frau gewaltsam aus den Mauern stemmen.

In meinem Nachruf auf Frau C.  [weiterlesen]



Es gibt unangenehme Menschen da draußen. Gewöhnlich ist das kein Problem. Die meisten lernt man gar nicht erst kennen und die, die man kennen lernt, kann man schnell wieder vergessen, wenn sich die Wege trennen. Außer im Landschulheim und in der Mehrbettzelle im Knast ist man ja nicht gezwungen, soziale Inkompatibilitäten hinzunehmen.

Kurios aber, wenn man einem Menschen, den man vor langer Zeit als unangenehm empfunden hat, irgendwann wieder begegnet – und dieser Mensch dann so nahtlos immer noch unangenehm ist, dass man ihn an dieser Verhaltensweise perfekt wieder im Gedächtnis einordnen kann.

Nehmen wir B.  [weiterlesen]



Peroy ist Dauerkommentator bei Wortvogel und anderswo, will möglichst anonym bleiben und schreibt SEHR viele Filmkritiken. Außerdem ist er als Drehbuchautor aktiv und nicht unerfolgreich.

Netterweise hat der Wortvogel bei mir angefragt, ob ich während seiner Abwesenheit nicht einen Gastbeitrag liefern möchte. Logo. Und wenn ich dann schon mal die Chance habe, ungestraft vom Leder zu ziehen, nutze ich die auch. Mir ist vor kurzem ein lustiger Film vor die Linse gekommen, von dem man sämtliche DVD-Kopien, wenn’s nach mir ginge, mit der Dampfwalze in den Straßen-Asphalt einarbeiten könnte. Dann rutscht man zwar mit’m Auto wenn’s regnet,  [weiterlesen]



Es geht gar nicht so sehr um den TV-Film „Das Mädchen auf dem Meeresgrund“, den das ZDF nach den Erinnerungen von Lotte Hass hat drehen lassen. Sie war die Ehefrau des bekannten Meeresforschers und Dokumentarfilmers Hans Hass, der in den 70ern noch landesweit bekannt war, heute aber nicht mehr die Strahlkraft von Grzimek oder Sielmann besitzt. Dabei lebt er noch.

Ich habe den Film nicht gesehen, ich kann ihn nicht bewerten. Zumindest optisch hat man die Originale gut getroffen, auch wenn man Yvonne Catterfeld einen fesch-roten Badeanzug und Benjamin Sadler Badeshorts statt eines Slips gönnt:

Es stößt mir nur ein wenig sauer auf,  [weiterlesen]



Weil ich gerade praktisch keine Zeit habe, den ganzen Bilderkram raus zu suchen, den ich für meine nächsten Artikel brauche, fange ich heute mal mit einer losen Serie an, die sinnloser nicht sein könnte: Ich erzähle Anekdoten. Keine relevanten. Die unwichtigen. Die albernen. Die nicht immer lustigen. Das Zeug, das ich bei Partys raus lasse, wenn ich drei oder vier Drinks hatte. Nicht alle Details mögen mehr der „ganzen Wahrheit“ entsprechen, gerichtsverwertbar sein. Even the names have been changed to protect the innocent.

Den Anfang macht ein Geständnis: Ich musste während der Führerschein-Probezeit Anfang der 90er in die Nachprüfung.  [weiterlesen]