Ich bin ein Star – stellt mich hier aus!


Ende Oktober ist in Köln mal wieder WEEKEND OF HORRORS – und jeder, der mich kennt, weiß genau: DA ist der Wortvogel nicht zu finden. Ich habe gar keine Affinität für diese in den Exzess gewachsenen Veranstaltungen, bei denen sich Fans Merchandise andrehen lassen und "Stars" (using the term loosely) im Sekundentakt für reichlich Geld Autogramme schreiben und für Fotos stehen.

Ich kratze mich schon am Kopf, warum ich anstehen soll für Autogramme von Leuten, die ich auf der Straße nicht mal erkennen würde, weil sie vor 20 Jahren in einem mäßig erfolgreichen Horrorfilm eine Nebenrolle gespielt haben.

Dennoch ist das lineup dieses Weekends of Horrors ziemlich beeindruckend:

Geht übrigens davon aus, dass die alle in echt nicht mehr so frisch aussehen…

Spielen wir ein Bingo: Wegen welchem Stargast würdet ihr zu diesem Event fahren, wenn ihr euch ausführlich mit ihm/ihr unterhalten könntet – und warum?

Ich fange an.

Malcolm McDowell. Weil der Mann eine Legende ist, nur noch begrenzte Lebenszeit hat, und ich mich mit ihm über Harry Alan Towers, LEXX, CLOCKWORK ORANGE, CALIGULA, SUING THE DEVIL, und viele andere Projekte unterhalten will.

William Ragsdale. Weil jeder mit ihm über FRIGHT NIGHT reden würde, wäre mein Thema die großartige und zu Unrecht vergessene Sitcom HERMAN’S HEAD.

Michaela Schaffrath. Weil die bestimmt ein paar wilde Geschichten aus ihrer Gina Wild-Zeit erzählen kann, erfolgreich Boulevardtheater spielt, und weil ich ihr in Hamburg schon mal vorgestellt wurde und sie positiv in Erinnerung habe.

Neil Marshall. Weil er einer der besten Regisseure für intensive Budget-Action ist, dessen eigene Wahrheit über den Skandal um seine Lebensgefährtin ich gerne mal hören würde.

Hugo Stiglitz. Weil der Mann in unfassbar viel Käse auf mehreren Kontinenten mitgespielt hat und einen Einblick in eine Filmwelt geben kann, die uns sonst weitgehend verschlossen bleibt.

Laurene Landon: Weil sie in Low Budget-Krachern und Hollywood-Projekten mitgespielt hat, weil sie eine B Movie-Queen war, als die Branche nicht gut mit Frauen umsprang, und weil sie gottverdammt Hundra UND Yellow Hair war!

Stephen Dorff. Weil es wenige Stars gibt, die sich so lange auf einem derart soliden B-Level halten konnten und ich gerne wissen würde, was es mit QUANTUM PROJECT (2000) auf sich hatte, dem ersten direkt über das Internet gestreamten Film, über den heute praktisch nichts mehr in Erfahrung zu bringen ist.

Wenn ich aber ganz ehrlich sein darf: Schauspieler sind Gesichtsverleiher. Ich rede lieber mit Regisseuren, Drehbuchautoren, und Showrunnern.

Und jetzt seid ihr dran.



17 Kommentare

Abonnieren
Benachrichtige mich bei

17 Kommentare
Älteste
Neueste Am meisten gewählt
Der Altehrwürdige
19. September, 2026 09:15

Da gehe ich ausnahmsweise mal wieder nach 7—8 Jahren hin, weil Line-up gut. Mir reichen die Panels, Autogramme können die behalten.

19. September, 2026 11:19
Reply to  Torsten Dewi

Ich wünschte, ich könnte hinkommen. Schon alleine wegen Malcolm…

McCluskey
19. September, 2026 09:36

Das wäre bei mir ähnlich. McDowell (keine Erklärung nötig), Dorff (mit dem ich gerne über den Beatles-Film "Backbeat" und seinen Auftritt in "Eine schrecklich nette Familie" plaudern würde) und Michaela Schaffrath. Obwohl ich nicht glaube, dass sie noch auf ihre Gina Wild-Zeit angesprochen werden möchte. Aber bei allem, was sie heute so sagt und tut, macht sie einen äußerst sympathischen Eindruck. Ach naja und an Juliette Lewis käme ich auch nicht vorbei.

Jens Polze
19. September, 2026 10:16
Reply to  Torsten Dewi

vermutlich ist sie auch wegen yellowjackets dort. das war/ist ja ihr letzter grösserer erfolg

19. September, 2026 10:28

Mich wundert Amber Midthunder in dem Lineup, die hat doch gefühlt gerade erst angefangen.
Treffen wollen würde ich niemanden davon. Nicht so mein Ding.

andreas
19. September, 2026 10:45

Natürlich – Malcolm McDowell – egal was. Er hat sicher genug zu erzählen.
Juliette Lewis . Auch, weil wir immer Heiligabend Christmas Vocation gucken.
Michaela Schaffrath – aus den gleichen Gründen.

Squirrelius
19. September, 2026 15:28

Juliette Lewis: weil Juliette Lewis. In die war damals JEDER verliebt.

Malcolm McDowell: Einfach weil er ein geiler Schauspieler ist, der in jedem Film immer unterhält (kann mich eigtl an keine schlechte Rolle von ihm erinnern).

Eihi Shiina: Die Frau hat mich damals in AUDITION eiskalt erwischt. Und mit TOKYO GORE POLICE hatte ich auch meinen Spaß.

Hatte sogar ernsthaft kurz darüber nachgedacht hinzufahren, aber zwischen zwei Musikreiseveranstaltungen am vorherigen bzw. folgenden Wochenende, der Geburtstagsfeier meines besten Freundes am Veranstaltungswochenende und der Tatsache, das Autogramme von Juliette Lewis 70€ und Eihi Shiina 45€ pro Stück kosten sollen, haben mich davon Abstand nehmen lassen (mal abgesehen von der horriblen Zugfahrt… es gibt nichts Schlimmeres als von mir aus mit den Öffis nach Köln an einem Wochenende).

War vor vielen vielen Jahren mal auf dem Weekend of Horrors, damals noch in Bottropp. Da war es für mich und meine Begleiter halt spaßig, weil es damals am Abend noch Livemusik von THE OTHER gab (die rocken halt) . Auch Robert Englund, der der Hauptgrund war weswegen wir hin sind, war super; hatten uns damals für irgendwas um die 50€ ,glaub ich, nen Dreierpack Autogramme gegönnt. Der war dann auch echt gut drauf und hat sich bei den Autogrammen auch zu nem kurzen Schnack hinreissen lassen und so die ein oder andere Geschichte von Dreharbeiten erzählt. Der soll, so wie ich gehört habe, solche Veranstaltungen auch nutzen um sich mit dem Vorranschreiten des Tages mehr und mehr abzuschießen, aber das nur am Rande.

Finde es aber auch ein Stück traurig dort ehemealige A- Stars , oder solide B – Stars, zu sehen, die anscheinend wirklich auf das Geld der Autogramme, der Photoshoots oder des "Star Dinners" angewiesen sind.
Selbst Mel Gibson (okay, der hat wahrlich genug getan um dort zu landen wo er jetzt ist) verdingt sich jetzt auf Conventions wo er Autogramme für 275$ gibt (und dort natürlich wieder negativ aufgefallen ist)

19. September, 2026 17:23
Reply to  Squirrelius

Dem grössten Teil der Stargäste ist es relativ egal wieviele Autogramme oder Fotoshoots sie verkaufen. Die Leute stehen bei Agenturen unter Vertrag, die ihnen ein festes monatliches Gehalt zahlen, und dann an Conventions etc vermitteln. Besonders für ältere Darsteller ist das inzwischen die bessere "Rente" geworden.

Die Zahl der Leute die "mit Mülltüten voller Cash" nach Hause gehen, ist relativ gering.

20. September, 2026 01:04
Reply to  Torsten Dewi

_

lies
DerSascha
19. September, 2026 17:49

Der Wahl würde ich mich tatsächlich anschließen.
Mit Malcolm McDowell würde ich gerne mal über Tank Girl reden und über die Arbeit an verschiedenen Sets auch unter dem Aspekt Filmarbeit früher(tm) und heute.
Michaela Schaffrath macht auch mich generell den Eindruck, dass man mit ihr prima bei nem Bierchen an der Bar versacken und über Jott und die Welt quatschen kann. Primär würde ich über das Krankenhaus Stolberg reden, in dem sie Krankenschwester war und (zeitweise) den gleichen Betreiber hatte wie das Spital, in dem ich Zivi gemacht habe und mit dem ich mich ein daher wenig auskenne. Es würden also viele Krankenhausgeschichten ausgepackt und über Stolberg und die Stolberger Kneipenszene ganz allgemein gequatscht. Da habe ich Ende der 90er viiiieeeel Zeit verbracht.
Juliette Lewis kenne ich primär als eine Lieblingssängerin der Herzdame und würde mit ihr Karaoke singen.
Und ansonsten würdet Ihr mich vermutlich auch nicht auf so einem Festival finden, weil mich mit den Genre so gut wie gar nix verbindet.

Mencken
19. September, 2026 22:54

Bei mir wären es Camille Keaton, Ragsdale und Hugo Stiglitz. Bin ehrlich überrascht, dass letzterer noch am Leben ist.

Ede Stürm
20. September, 2026 00:23

Die Con werde ich mit nem Kumpel durchaus besuchen. Aber vorrangig wegen Filmkauf-Geschichten. Wir waren im vergangen Jahr bei dem Weekend of Hell und ich hatte tatsächlich mal dort von Brigitte Lahaie das Buch von Pulse Video signieren lassen. Das war mir erstmals im Nerd-Leben tatsächlich nen 20er wert. Was aber wirklich toll war, spielte sich abseits dieser Fotoboxen und Bezahltische ab.Christina Lindberg war unglaublich kontaktfreudig, herzlich und in Plauderstimmung und dann kam Bai Ling dazu, die mit nem Kind eines Besuchers rumalberte. Das war zienlich weit weg von so traurigen Nummern, wie damals einen traurigen Rutger Hauer einsam an so einem Autogrammtisch wegdämmern zu sehen. Also zwischen diesem üblichen Gnadenbrot-Nummern gibt es auch schöne Momente zu entdecken.

takeshi
20. September, 2026 08:06
  1. Malcolm McDowell – der Mann ist einfach eine Legende und i m m e r sehenswert.
  2. Veronica Cartwright – für mich die beste supporting sci-fi-horror scream queen.
  3. Eihi Shiina – von der ich gern wissen würde, warum Takashi Miike ganze lange drei Wochen für den Dreh von "Audition" gebracht hat, denn um die Jahrtausendwende herum war das eine ganze Woche mehr, als er sonst benötigte. 😉