Fantasy Filmfest 2026: Das Vorprogramm


Alle Jahre wieder beschwere ich mich über die Trailer beim Fantasy Filmfest – nicht etwa, weil sie schlecht sind, sondern weil sie ein Programm teasern, das erheblich besser zu sein scheint als das, was wir zu sehen bekommen. Auch für 2026 können wir das so stehen lassen.

Gehen wir sie mal gemeinsam durch.

HER PRIVATE HELL: Nicolas Winding Refn hat nach 10 Jahren erstmals wieder einen Kinofilm gedreht – HER PRIVATE HELL sieht aus wie SYNTHWAVE – DER FILM, auch wenn die Musik vor allem nach hinten raus eher nach klassischem Hollywood-Drama klingt. Ich weiß nicht, ob ich mit dem je warm werde:

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OTHER MOMMY: Das hier sieht nach der Family-Version von LEVITICUS aus. Jessica Chastain gehört zu den Schauspielerinnen wie Emily Blunt oder Sarah Paulson, die mich völlig kalt lassen. Der Trailer scheint mir schon etwas zu gelackt:

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CRAWLERS: Das hier sieht nach perfektem Filmfest-Futter aus und hätte zur Mitternacht sicher fett abgeräumt. Aber wir hatten ja schon STING und VERMIN:

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BAD APPLES: Filme mit Lehrern, die außer Kontrolle geratene Schüler züchtigen, hatten wir auch schon mehrfach beim FFF. Den hier hätte ich gerne gesehen, aber kurioserweise fiel das Pressescreening genau in die Zeit des Festivals:

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WILDWOOD: Das ist so kitschig und manipulativ, dass es von einer KI stammen könnte. Es wird mich vermutlich komplett begeistern. Im Trailer stört mich allerdings die alles zusuppende Musik:

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CITY OF BLOOD: Ein deutsches postapokalyptisches Vampirdrama? Ich möchte dran glauben. Aber dann denke ich: ein deutsches postapokalyptisches Vampirdrama. Soll ich mich überwinden oder meinem Selbsterhaltungstrieb folgen?

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CLAYFACE: Der hier schert mich gar nicht. Who the fuck is Clayface? Ich weiß, ich weiß. Aber über den will doch kein Mensch einen Film sehen. Der Trailer ist generisch wie die Pest und wenn ich noch einmal die Phrase "I want my life back" hören muss, gibt es ein Unglück. Nichts hier reizt mich, ins Kino zu gehen.

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WERWULF: Robert Eggers is as Robert Eggers does – der kreative Köcher des VVITCH- und NOSFERATU-Regisseur scheint mir sehr begrenzt. Diesmal tritt er an, um das historische Europa erneut als dreckig, deprimierend, und lebensfeindlich zu zeichnen. Ich weigere mich, das noch irgendwie als "bahnbrechend" zu sehen. Als Titel hätte ich WER IST ULF? oder WERWULF ULF lustiger gefunden:

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SACRIFICE: Den hier hatte ich gar nicht auf dem Schirm – sieht aber zynisch-lustig aus. Die Besetzung und die Story lassen mich vermuten, dass haufenweise internationale Investorengelder geflossen sind für Schecks, bei denen die Darsteller endgültig nicht mehr nein sagen konnten:

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MATCH: Kleiner Low Budget-Horror aus Südafrika, der jetzt in Deutschland in den Umlauf gebracht wird. Sieht wieder mal deutlich besser aus als zehn Filme des Festivals, die man durch ihn hätte ersetzen können:

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COYOTE VS. ACME: Über den hier könnte man einen eigenen Beitrag schreiben – aber das haben andere schon gemacht. Der Film wurde Ende 2022 gedreht und dann im Zuge einer buchhalterischen Bereinigung bei Warner ins Archiv gelegt (zusammen mit BATGIRL). Nach vier Jahre hat er es über einen kleinen Verleih doch in die Kinos geschafft und nicht nur gute Kritiken bekommen, sondern auch ordentlich Geld eingespielt. Das hier sieht gerade für Looney Tunes-Fans sehr nach big fun aus:

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MEAT KILLS: Holländischer Horror, der in seiner Heimat keine Jugendfreigabe bekommen hat. Angesichts des Themas sicher nichts für Filmfreunde, die leichtfüßiges Entertainment suchen:

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ONSLAUGHT: Wohl im selben Universum wie angesiedelt wie Wingards THE GUEST. Ich bin ein großer Fan des Regisseurs, aber ich kann diese olle "wir haben einen Supersoldaten erschaffen!"-Nummer nicht mehr hören. Das sollte seit UNIVERSAL SOLDIER, SOLO, FARCRY etc. doch eigentlich durch sein:

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WHALEFALL: Dieser Trailer ist blanker Irrinn. So eine Geschichte kann nur in der Bibel und/oder als Fantasy funktionieren – aber das hier sieht nach Survival-Drama aus. Und am Ende hat’s mich dann doch gepackt:

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Ihr seht: nicht alles Gold, was da glänzt, aber eine große Bandbreite hoch kommerzieller Streifen, die im Programm des Fantasy Filmfest nicht verkehrt gewesen werden. Aber man bedient sich anscheinend weiterhin lieber aus der Wühlkiste des internationalen Filmfestival-Fundus. Irgendwas geht ja immer.

Oder auch nicht.



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8 Kommentare
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10. September, 2026 14:29

Meat Kills lief schon auf dem Weird Weekender, US Start von Crawlers ist der 16.10. daher beide raus, aber Crawlers ist gut, im Februar gesehen. Auch andere starten erst später und wären dann für das FFF nicht verfügbar gewesen. Oder halt mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wie Handy abgeben.

10. September, 2026 15:31

Eine spannende Auswahl!

"Bad Apples" schaue ich morgen recht spontan im Kino. Hatte davon zuvor nichts mitbekommen, aber Trailer sieht famos aus und die Frau ist Lehrerin. Als der perfekte Film für eine Date Night? 😅

A.A.R.G.U.S.
10. September, 2026 20:18

"City of Blood" basiert auf der deutschen Comic-Novelle 'Berlinoir', die ich eher empfehlen würde. Guter Weltenbau, schön gezeichnet, interessant inszeniert. Hier ein Einblick: https://www.carlsen.de/hardcover/berlinoir-neuausgabe/978-3-551-80915-5

Magineer
10. September, 2026 21:43
Reply to  Torsten Dewi

Wäre aber etwas daneben gewesen, weil man im Zuge der Verfilmung das Setting der Graphic Novel (20er-Jahre-Berlin-trifft-Propagandismus-mit-leichtem-Steampunk-Einfluss-in-alternativer-Realität) in eine Near-Future-Dystopie umgewandelt hat. An der Verfilmung ist halt leider nichts mehr "Noir". Soll trotzdem gut sein, aber passt nun eben einfach nicht mehr zum Titel.

A.A.R.G.U.S.
11. September, 2026 20:21
Reply to  Magineer

Wenn die Macher den Comic annähernd 1:1 umgesetzt hätten, hätten die Kulissenbauer richtig rotieren müssen. Berlin sieht in der Novelle aus wie eine Mischung aus Gotham City und Fritz Langs "Metropolis". Das hätte höchstwahrscheinlich den Kostenrahmen gesprengt, wenn nicht sogar pulverisiert.

Rudi Ratlos
21. September, 2026 12:09

Mit Clayface dürfte DC den nächsten Flop einfahren – wer ist da die Zielgruppe?!