Fantasy Filmfest 2026 (8): THE RESTAURATION AT GREYSON MANOR
Irland 2025
Regie: Glenn McQuaid
Darsteller: Chris Colfer, Alice Krige, Daniel Adegboyega, Gabriela García-Vargas, Declan Reynolds
Offizielle Synopsis: Die herrschaftliche Grayson-Villa bewohnt Boyd mit seiner fiesen Mutter, die alle Mittel in Bewegung setzt, ihn zum Zeugen von Nachwuchs zu zwingen. Schließlich gilt es, die Familiendynastie weiterzuführen. Doch der junge Mann pfeift auf Traditionen, und die Übergriffigkeiten seiner Mutter sind einfach die Höhe. Als ihm jedoch bei einem spektakulär blutigen Unfall beide Hände abgetrennt werden, ist er ihr und dem ehrgeizigen Arzt, der ihm revolutionäre Neuroprothesen baut, zunächst ausgeliefert. In die Enge getrieben, mobilisiert Boyd jedoch ungeahnte Kräfte.
Kritik: Smart move, Fantasy Filmfest! Den nächsten "queer horror" einfach mal mit einer bewusst neutralen Inhaltsangabe präsentieren, vielleicht merkt’s ja niemand. Wir unterschlagen, dass Boyd als Musiker in Fetisch-Discos auftritt, sich wegen seiner Homosexualität mit der Mutter überworfen hat, die das Ende der Dynastie befürchtet, und dass der angeheuerte Pfleger primär dazu da ist, Boyd immer wieder einen runterzuholen. Die Dialoge bestehen zu 90% aus "gay bitching".
Ich würde an dieser Stelle wieder einmal mit den Veranstaltern ins Gericht gehen und hier sogar bewusste Publikumstäuschung unterstellen. Ich würde auch auf die Vielzahl von Fördergremien im Vorspann hinweisen, die erklären, warum jemand wie Glenn McQuaid immer wieder Filme in Irland mit exakt EINEM US-"name star" dreht (wir kennen das Prinzip ja zur Genüge).
Aber wisst ihr was? Ich bin relativ milde. Weil THE RESTORATION AT GRAYSON MANOR trotz seiner gewollt tuntigen Art, seinem Zynismus und seiner kompletten Moralfreiheit wenigstens bunt ist und Spaß macht. Diese schrille Variation der "killer hand"-Horrorfilme aus den 70er Jahren versucht nicht, den Zuschauer mit irgendeiner tieferen Botschaft oder langsam exhumierten Familiengeschichte zu ködern – es geht die (er)tragbaren 90 Minuten ordentlich zur Sache.
No excuses, no hugs.
Dass "Boyd" eine unsägliche Nervensäge ist? Dass Claudia überhaupt keine Funktion in der Geschichte hat? Dass die "Killerhände" letztlich unerklärt bleiben? Versendet sich, weil immer noch gilt: entertainment first.
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BILD DES TAGES
Vorgestern gab es im Kino einen echten Event zu bestaunen. Schon ab Mittag standen vor allem weibliche Fans bis zum Abend Schlange:
Warum? All will be revealed…
