Fantasy Filmfest 2026 (5): CAROLINA CAROLINE
USA 2025
Regie: Adam Carter Rehmeier
Darsteller: Samara Weaving, Kyle Gallner, Kyra Sedgwick, Jon Gries u.a.
Offizielle Synopsis: Tankstellenaushilfe Caroline muss nicht lange überlegen, als der charismatische Ganove Oliver in ihr Leben tritt. Gemeinsam machen sie sich auf einen Roadtrip durch den Süden der USA, der in immer raffinierteren Gaunereien mündet. Was sind schon Banküberfälle, Schießereien und eine Menschenjagd des FBI gegen die große, wilde, alles verändernde Liebe?
Kritik: Und ja, der Film ist exakt so generisch, wie sich die Inhaltsangabe liest. Ich habe selten einen Film beim FFF gesehen, der derart aus den Standards und Klischees des Bonnie & Clyde-Genres zusammen gebastelt ist, wie CAROLINA CAROLINE. Die Liebe gegen alle Widerstände, der Bruch mit dem herzlosen "System", das allumfassende Gefühl von "wir gegen die Welt", die erste Ahnung von Unheil, die Ausweglosigkeit der eskalierenden Kriminalität.
"The sexiest crime thriller of the year!" behaupten die schamlosen "poster quote whores" von Bloody Disgusting. Wer sich jetzt Hoffnungen macht: damit sind Samara Weaving in Unterwäsche und ein paar harmlose angedeutete Sexszenen im Stil der 90er-Erotikthriller gemeint.
Es ist mir egal, wie schick das gefilmt ist, wie straff es inszeniert ist, wie sehr es auf das Charisma der beiden attraktiven Darsteller setzt – es reicht nicht. Es ist mechanischer Dienst nach Vorschrift, ein Abhaken der Tropen, als gälte es, eine Hausaufgabe an der Filmhochschule zu erledigen. Keine Überraschungen, keinen Mut, keine Eier.
Gallner war besser in STRANGE DARLING, Weaving besser in MAYHEM.
Wer von dieser Art schickem Gauner-Drama nicht die Schnauze voll hat, kann sich den hier den Buckel runter rutschen lassen. Ich halte es mit RogerEbert.com:
We’ve all seen that movie a hundred times.
Und jetzt zum hundertersten Mal.
Selbst das Vorschaubild des Trailers zeigt die abgelutschteste Szene des Subgrenres – der Gauner bringt seiner Freundin das Schießen bei:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Vergleicht das mal mit dem Trailer von Terrence Malicks BADLANDS:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
BILD DES TAGES
Für Leute, die häufiger bei 2g2g zuschlagen, ist STARBUCKS ein echter Geheimtipp – ich habe für ein pain au chocolat, ein Croissant, eine Zimtschnecke, einen riesigen Cookie und ein Stück Mango/Nuss(?)-Torte so viel bezahlt wie für den kleinsten Cappuccino im Laden:

Der Film ist sowas von flach, lahm und langweilig. Hab ne Review geschrieben und versucht objektiv zu bleiben. 5.5 Punkte von mir, aber nur, weil ich Roadmovies mag.
Bei der Bewertung würde ich mitgehen. Nach DINNER IN AMERICA habe ich etwas mehr erwartet – vor allem weil der Host uns vorher noch ein Zitat von Rehmeier kredenzt hat, nach dem er seine Filme immer maximal unvorhersehbar machen will. An CAROLINA CAROLINE war absolut gar nix unvorhersehbar.
Aber Gallner und vor allem Weaving haben trotzdem abgeliefert, und ich mochte den Soundtrack.