Fantasy Filmfest 2026 (3): AT THE PLACE OF GHOSTS
Kanada, Belgien 2025
Regie: Bretten Hannam
Darsteller: Forrest Goodluck, Blake Miranda, Glen Gould
Offizielle Synopsis: Eines Nachts bekommt Mise’l Besuch von einer verkohlten Gestalt. Als er sie anfasst, zerfällt sie zu Asche. Ist das eine Warnung? Haben die Geister der Vergangenheit den jungen Mann eingeholt und wird seine Familie keine Ruhe mehr finden? Gemeinsam mit seinem seit Jahren entfremdeten Bruder Ante macht er sich in den Wald ihrer Kindheit auf, um das Böse, das sie schon damals malträtierte, endgültig zu begraben.
Kritik: Es ist ein Wochentag, es ist der erste Slot am Nachmittag – da kann niemand überrascht sein, dass die Veranstalter einen "Förderfilm" ansetzen von der Sorte, die zuhauf aus Kanada und Irland kommen und im Vorspann zwanzig Subventionsgremien auflisten. In den letzten Jahren kann man zunehmend unterstellen, dass im Gegenzug diverse "relevante" Themen bedient oder zumindest inkorporiert werden müssen. Und genau deshalb ist AT THE PLACE OF GHOSTS nicht nur ein "indigenous horror", sondern gleich auch noch queer und öko-bewusst. Das lieben die Gremien, dafür wird gerne Budget gegeben.
Wie groß die Zielgruppe für einen Film ist, der hauptsächlich aus zwei Männern besteht, die durch den Wald latschen und regelmäßig in ihrer Ureinwohner-Sprache über ihre Schuldgefühle reden? Das müssen die Macher und die Festival-Veranstalter mit sich selber ausmachen.
Mittlerweile werde ich wütend, wenn der Vertreter von Rosebud vor dem Screening vor das Publikum tritt und kackfrech großes Kino ankündigt, wo bestenfalls drittklassige Stangenware für die unbeliebten Slots zu erwarten ist. In diesem Fall wurde extra die Kameraarbeit gelobt, die dem Wald angeblich eine mystische Atmosphäre verleiht. Wenn ich mit meinem iPhone hier in der Nähe in den Spreewald gehe, sieht das Ergebnis allerdings nicht viel anders aus.
Ich will meinen Frust über den bisherigen Verlauf des Festivals nicht dem Film überstülpen. Ja, er ist vergleichsweise dröge und biete weder in Sachen Atmosphäre noch in Sachen Spannung eine Rechtfertigung für das Eintrittsgeld. Aber er erzählt zumindest eine stringente Geschichte, hat immer wieder interessante Szenen, wenn die Protagonisten auf Figuren aus der Vergangenheit treffen, und am Ende habe ich verstanden, was erzählt werden sollte.
Aber ehrlich: Fantasy Filmfest. FANTASY Filmfest! Der hier endet mit zwei Männern, die den Showdown auslassen und ausgiebig heulen. Not kidding.
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BILD DES TAGES
Berliner Cool: Einfach mal die Straße hinter dem Waldorf Astoria absperren und zu einem Basketball-Court umfunktionieren:

Früher konnte man auf den ach-so-unbeliebten Frühslots am Mittag die tollsten und interessantesten Filme entdecken. Ich verstehe sowieso nicht, warum ganz offensichtlich der Großteil der FFF Besucher ihre Ärsche nicht bis 13 Uhr aus den Pyjamas zwängen können, sich dann aber die Nächte um die Ohren hauen wollen. Ich hasse es, spät Filme schauen zu müssen, weil ich dann einfach zu müde bin. Von mir aus könnten sie morgens um 9 Uhr anfangen. Jedenfalls gab es früher viele sehr gute Filme auf den Frühslots zu entdecken, ich war da oftmals regelrecht begeistert.
Yay, bei dem Basketball-Court waren wir am Wochenende auch 😀