Fantasy Filmfest 2026 (25): GHOST IN THE CELL


Indonesien, Südkorea 2026

Regie: Joko Anwar

Darsteller: Abimana Aryasatya, Almanzo Konoralma, Aming Sugandhi, Arswendy Bening Swara, Bront Palarae u.a.

Offizielle Synopsis: Noch können die Insassen des Hochsicherheitstrakts hämisch lachen: Dem schmächtigen Neuankömmling mit der Nickelbrille und dem scheuen Blick steht „Opfer“ nur allzu deutlich auf die schweißige Stirn geschrieben. Doch Häftling 1919 hat etwas im Gepäck: Einen bestialischen Geist, der jeden massakriert, dessen Puls auf 180 steigt. Wer aus seiner Haut fährt, fährt hier wirklich aus der Haut.

Kritik: Joko Anwar ist mir (nicht nur in seiner Videobotschaft) sehr sympathisch, obwohl es keiner seiner bisher drei Filme beim Festival zu einer grünen Ampel gebracht hat. Warum? Weil der Mann mit Leidenschaft kommerzielle Horrorfilme dreht, die gleichzeitig den amerikanischen Vorbildern huldigen und ihre indonesische Herkunft nicht verleugnen. Er bedient die Mythen und Kultur seines Landes und bläst sie mit Superhelden, Musical-Nummern und reichlich Splatter auf, bis sie fast platzen. Er ist mehr Fred Olen Ray als Stanley Kubrick – aber wer will schon ständig Stanley Kubrick-Filme schauen?! Eben.

GHOST IN THE CELL ist sicher die wildeste Mischung, die Anwar bisher präsentiert hat. Ein körperspringender Killer-Geist, haufenweise Splatter, Tanzeinlagen, Knast-Seifenoper, und Kritik an der Korruption der indonesischen Oberschicht – 106 Minuten Wundertüte für die müden Festivalbesucher.

Man ahnt es schon: Menschen mit Trypophobie sollten dem Film fern bleiben!

Das alles kippt immer mal wieder in Comedy, manchmal sogar in Parodie, ist aber durchdrungen von einer Herzenswärme für die Figuren, die uns trotz aller Albernheiten dranbleiben lässt. Hier ist jemand bei der Arbeit, der von Kino nicht genug bekommen kann – und für den es nie "zu viel Kino" geben kann.

Ist das perfekte Unterhaltung? Ach was. Weniger wohlwollende Geister mögen das legitim für kruden Quatsch halten, der sich weder für eine Tonalität noch für einen Protagonisten entscheiden mag und dem immer wieder die inszenatorischen Gäule durchgehen. GHOST IN THE CELL ist ein Film, der erkennbar zu viel reinpackt, weil er Angst hat, zu wenig reinzupacken.

Aber ich kann mich erinnern. An die Fantasy Filmfestivals der 90er, an die Veranstaltungen bis ca. 2015. Da waren räudige B-Movies wie GHOST IN THE CELL die Butter auf dem Brot, die Wachmacher nach den Anspruchsfilmen. Als Horror noch kein Thema brauchte, keine Botschaft – und am Ende das Gute siegte.

Schaut euch selber mal die kuratierten Übersichten bei LETTERBOXD an.

So einer ist GHOST IN THE CELL.

Joko Anwar – Gratulation zu deiner ersten grünen Ampel!

Fazit: Ein schräger Mix aus Horror, Gefängnis-Drama, Musik, Männerfreundschaft und sitcom-esker Situationen, der SO vielleicht nur aus einem Land wie Indonesien kommen kann und dort sicher auch noch andere Saiten anschlägt. Kein perfekter Film, aber ein perfekter Crowdpleaser zur Mitternacht, wie es sie mittlerweile zu selten gibt. 7 von 10 Punkten.

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In diesem Kontext verweise ich auch noch mal auf ORANG IKAN.

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Würde mich interessieren – verpasse ich leider:



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heino
9. September, 2026 12:27

Den Tod habe ich mal live gesehen, das war sehr lustig

Alex
9. September, 2026 12:48

Den fand ich unterdurchschnittlich und extrem nervig, typisch Indonesien halt. Eine penetrante Tonspur, die "Soundtrack" zu nennen, zu viel des Lobes für den zusammengeschusterten Lärm wäre, ein redundantes und langweiliges Setting das so richtig billig aussieht, und ein Dialog-lastiges Dauer-geschnatter und -Geplapper, das einem die Subtitles Stakkato-artig um die Augen haut, so das man kaum Zeit hat den Bildern zu folgen, was allerdings auch kein großer Verlust ist. Der "Splatter" wird dann auch meistens in seiner "Endfassung" präsentiert, seltener in seiner Entstehung. Für mich der totale Murks, aber sowas von. 4 Gnadenpunkte wegen ein paar guten Gags die aus dem sonst recht naiven Humor herausstachen.

Matts
9. September, 2026 16:27

Man ahnt es schon: Menschen mit Trypophobie sollten dem Film fern bleiben!

Jaaa, das ist leider mein Problem. Nach der Rezension hätte ich wirklich nicht wenig Lust auf den Film. Aber der Screenshot … er triggert mich.
Ich weiss nicht, ob ich mich überwinden kann.
Ist das nur eine Szene im Film?