Fantasy Filmfest 2026 (19): MOTHERWITCH
Regie: Minos Papas
Darsteller: Margarita Zachariou, Miltos Yerolemou, Jason Hughes, Danai Katsameni, Athos Antoniou, Sifis Katsoulakis, Marina Makris
Offizielle Synopsis: Bei einem tragischen Unfall verliert die Malerin Eleni ihre Kinder, woraufhin sie in tiefe Trauer und Verzweiflung versinkt. Als Michalakis in ihr Leben tritt, hilft der Junge ihr bei einem Ritual: Mithilfe seines Blutes malt sie ein Porträt, das ihre Kinder ins Leben zurückholen soll. Doch anstatt Erlösung zu finden, setzt sie einen Fluch frei, und etwas Uraltes erhebt sich aus den Schatten.
Kritik: MOTHERWITCH – der nächste "Mutterschafts-Horror". Hurra?
Mein Problem ist weniger, dass so kurz nach MUTTER schon wieder ein männlicher Regisseur keine Ahnung hat, welche andere Rolle er einer weiblichen Hauptfigur zuweisen könnte – mein Problem ist, dass mir langsam die Variationen der Argumente ausgehen, mit denen ich das zur rhetorischen Schlachtbank führen kann. Ähnlich wie "was hat der auf dem Fantasy Filmfest zu suchen?" nutzen sich die Phrasen ab.
Nun gut, es hilft nix. MOTHERWITCH hat wenigstens ein frisches Setting zu bieten. Zypern Ende des 19. Jahrhunderts ist allemal besser als ein einsam gelegenes Haus in Irland oder Kanada. Und als "folk horror" ist es auch nahrhafter, einen Blick in eine dörfliche Kultur zu werfen, in der die sozialen Mechanismen anders funktionieren als bei uns, in der Frömmelei und Isolation eine sehr enge Weltsicht befördern, die keine Abweichler zulässt.
Ich rechne MOTHERWITCH zudem an, dass er keinen feigen Rückzieher macht: die Dämonen und Geister sind hier keine reinen Metaphern oder Einbildung, sondern tatsächlich manifeste Bedrohungen.
Packt einen intensiven visuellen Stil, erdige Performances und ein gewisses Gefühl der Desorientierung oben drauf, dann ergibt das schon mal einen gerechtfertigten Beitrag zum Festival, der vielleicht nicht das große Entertainment-Feuerwerk abbrennt, aber die Veranstalter nicht in Erklärungsnot bringt.
MOTHERWITCH ist kein Etikettenschwindel. Wir sind mittlerweile so weit, dass das als Pluspunkt gelten muss.
Es sei noch erwähnt, dass MOTHERWITCH das ist, was ich als Fake-Folk bezeichnen möchte, ähnlich wie seinerzeit der überlegene A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT: der Regisseur ist zwar zypriotischer Herkunft, lebt und arbeitet allerdings in New York. Der Film speist sich nicht aus seiner eigenen experience.
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BILD VIDEO DES TAGES
Dance, flesh monkey, dance!
