Fantasy Filmfest 2026 (17): MUTTER: THE DIARY OF A MOTHER


Türkei 2026

Regie: Alphan Eşeli

Darsteller: Hazar Ergüçlü, Güven Kıraç, Erdeniz Kurucan, Ulvi Kahyaoğlu, İncinur Daşdemir

Offizielle Synopsis: Als bei Gül während einer Autofahrt die Wehen einsetzen, wird schnell klar, dass in ihrem Körper etwas heranwächst, das sich jeder natürlichen Ordnung entzieht. Blutend bringt sie ein Wesen zur Welt, vor dem selbst ihr Ehemann die Flucht ergreift. Zurück bleibt eine Mutter, gezeichnet von der Geburt und gebunden an ein Kind, dessen Schreie durch die Wälder dringen. Abgeschnitten von Alltag und Gesellschaft versucht Gül, eine Normalität zu bewahren, die längst nicht mehr existiert.

Kritik: Der nächste Fake-Fantasy-Festivalfilm, der uns als Genre verkaufen will, was in Wirklichkeit ein harsches Frauendrama aus der türkischen Provinz ist. Das Programmheft dreht mal wieder auf 11 und völlig am Rad:

MUTTER: THE DIARY OF A MOTHER erzählt Mutterschaft als fiebrigen Ausnahmezustand, in dem Fürsorge, Instinkt und körperlicher Verfall untrennbar werden. Mit dem surrealen Albtraumgefühl von ERASERHEAD und der Einsamkeit von DANCER IN THE DARK entfaltet sich ein moderner Mythos von unheimlicher Schönheit. Dichte Bilder, die neblige Landschaft und Hazar Ergüçlüs erschütternd intensive Darstellung formen eine Liebe, die keinen Abgrund mehr fürchtet.

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In knapp: Gül bekommt ein missgebildetes Kind, wird von ihrem Macker verlassen, muss sich prostituieren, erschlägt versehentlich ihren Sugar Daddy, flieht, arbeitet hart, erkrankt an einem Tumor, tötet sich und das Kind.

Das ist der Film. Das "Monsterbaby"? Ist lediglich ein Katalysator und verschwindet für den großen Teil der Handlung. Es ist auch kein Monsterbaby. Es ist ein extrem missgestaltetes Kind, das nicht erklärt wird, keinen eigenen Antrieb besitzt, und ausschließlich in seinem Zimmer in der Ecke hockt.

Letztlich ist es mal wieder ein Film, der "weibliche Hauptfigur" mit "Mutter" gleichsetzt, weil dem Horrorfilm kein anderer Ansatzpunkt einfällt, wie ich 2023 zu BIRTH/REBIRTH schrieb:

Es ist augenscheinlich unvermeidlich – stehen Frauen im Horrorfilm im Mittelpunkt, geht es um Schwanger/Mutterschaft. Wäre ich Akademiker, würde ich das in einem Buch anprangern. Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet weibliche Regisseure ihr eigenes Geschlecht auf seine grundlegendste biologische Funktion reduzieren. Natürlich verstehe ich den Gedanken dahinter: die Mutterschaft ist für viele Frauen der Kern ihrer Existenz und es sind leicht anzuzapfende Urängste: was ist, wenn ich nicht schwanger werden kann? Was ist, wenn etwas mit dem Kind nicht stimmt? Die schwangere Frau muss ihr Kind schützen, obwohl sie selbst verletzlich ist. Daraus lassen sich leicht Geschichten schmieden, an die gerade das weibliche Publikum andocken kann. Ich finde es halt nur ein wenig plakativ und simpel.

Und deshalb ist MUTTER auch kein Horrorfilm, sondern ein Drama über eine alleinerziehende Frau, die in der patriarchalischen türkischen Provinzgesellschaft scheitert.

Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass der Film extrem gut in Szene gesetzt ist, Hazar Ergüçlü sich bemerkenswert intensiv in ihre Rolle wirft, und die letzte Szene tatsächlich in den Magen trifft.

Fazit: Ein weiterer "Mutterschaft ist Horror"-Pseudohorrorfilm, dem der Aufhänger des "Monsterbabys" letztlich scheißegal ist, weil er Kritik an der türkischen Gesellschaft üben will und kein Interesse an Genrevorgaben hat. Auf einem Frauen- oder Independent-Festival wären das verdiente 8 von 10 Punkten, aber auf einem FANTASY Filmfest muss er mit 5 von 10 Punkten als "fehl am Platz" gewertet werden.

Dieser Trailer ist ein Musterbeispiel für die Vortäuschung eines Horrorfilms, der nicht geliefert wird:

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BILD DES TAGES

Gestern mit dem LIME-Roller unterwegs. Ich bin ein Fan der für das Ausland in Szene gesetzten Jubel-Architektur im Ost-Teil der Stadt. Stolz der Republik!



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