Fantasy Filmfest 2026 (10): BUDDY


USA 2026

Regie: Casper Kelly

Darsteller und Sprecher: Cristin Milioti, Delaney Quinn, Topher Grace, Keegan-Michael Key, Michael Shannon, Patton Oswalt

Offizielle Synopsis: Alle lieben Buddy. Oder müssen es zumindest, denn wenn das orange Einhorn wütend wird, verwandelt sich seine quietschbunte Kindersendung schnell in blutiges Chaos. In der künstlich perfekten Studiowelt im Stil der 80er und 90er leben Kinder neben sprechenden Gegenständen, singen, tanzen und lernen Lektionen über Freundschaft und Zusammenhalt. Doch als Josh keine Lust auf Buddys Geburtstagsparty hat, bekommt die fröhliche Fassade schnell Risse und Josh einen tödlichen Axthieb verpasst. Folge für Folge eskaliert die Lage, denn gegen Buddys Zorn gibt es keine pädagogisch wertvolle Lösung.

Kritik: Es gibt aktuell ja einen Trend, in die Gemeinfreiheit entlassene Figuren wie Winnie Puuh und Popeye für billigen Slasher-Tand zu missbrauchen, weil es einen inhärenten Reiz hat, geliebte Begleiter der Kindheit zu demontieren. Man nutzt die Vertrautheit und das Vertrauen, um den Zuschauer eiskalt mit Mord & Totschlag zu verunsichern. Die Nostalgie wird der Katalysator für den Terror.

Ich dachte zuerst, BUDDY wäre der Versuch, Ähnliches anhand des lilanen Dinosauriers Barney zu versuchen, der neben den Teletubbies zu den prägendsten Figuren im US-Kinderfernsehen der 90er Jahre gehörte.

Tatsächlich ist BUDDY viel, viel mehr. Er deutet die Sets der Kinderserie zu einer bizarren Metawelt um, die strengen Regeln unterworfen ist. Alle müssen mitspielen, und ohne Umarmung zum Nachspann gibt es keinen Reset zur nächsten Folge. Aber wo kommen die Kinder überhaupt her? Was ist ihre Realität zwischen den Sendungen? Und was, wenn ein Kind einfach mal keine Lust auf eine "dance party" hat?

Das ist nur der Ausgangspunkt. BUDDY baut gleich mehrere Welten mit mehreren Wahrnehmungsschichten an. Es gibt die Welt außerhalb der Sets, es gibt "unsere" Realität, es gibt eine bizarre Zwischenwelt, in der die "Sendung" entsteht – und es gibt Hinweise auf weitere "Buddys"…

Das alles ist anfänglich so perfekt an der BARNEY-Vorlage entlang inszeniert, dass man sich augenblicklich in die bonbonbunte Geborgenheit dieser Sendungen zurück versetzt fühlt. Das währt allerdings nicht lange, denn Regisseur Casper Kelly hat darauf aufbauend viel zu erzählen – und viel zu verstören.

Der erste echte Diamant des Festivals (ein Begriff, den ich noch mit Inhalt füllen werde). Perfekt beobachtet, perfekt erzählt, perfekt getaktet.

Fazit: Was MEET THE FEEBLES für die MUPPET SHOW war, ist BUDDY für den lila Dinosaurier BARNEY – eine brutale, gnadenlose und hysterisch komische Dekonstruktion der bizarren TV-Kinderwelten. Ohne Abstriche 10 von 10 Punkten. DAS hätte der Eröffnungsfilm sein müssen.

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BILD DES TAGES

Wenn ich das richtig verstehe, konnten sich die Fans sogar mit den Jungs von TAKE THAT fotografieren lassen:

Den Spaß Wortvogel vs. Gary Barlow hätte ich euch sogar gegönnt – da saß ich aber leider bei NEVER AFTER DARK im Kino…



2 Kommentare

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2 Kommentare
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Alex
5. September, 2026 12:58

Interessant wie unterschiedlich die Sicht auf Filme sein kann. Ich fand den anfangs so mies, das ich nach 20 Minuten abbrechen wollte. Wegen ein paar guter Gags hielt ich dann zwar bis zum Ende durch, finde den Film aber trotzdem total bescheuert. 5.5 Punkte von mir.

petz79
9. September, 2026 09:40

Vom gleichen Regisseur gibts auch den Kurzfilm "Too Many Cooks". Tolle absurde Parodie auf den amerikanischen Serienvorspann: https://www.youtube.com/watch?v=QrGrOK8oZG8