Berlin: Foodguide ohne Futterneid
Disclaimer: Die folgenden Food-Fotos sind teilweise mit KI nachbearbeitet, aber nur, um die allgemeine Bildstimmung etwas gefälliger zu halten und die teilweise hanebüchenen Umstände der Entstehung zu verschleiern.
Gehen wir auf eine kulinarische Reise – oder nennt es einen Horrortrip, je nach eurem Anspruch an die Esskultur. Beim Fantasy Filmfest habe ich mich diesmal nicht komplett von 2good2go ernährt, auch deshalb, weil in meinem Hotel das (sehr frugale) Frühstück inbegriffen war. Außerdem bleibt es dabei, dass man die wichtigste Verpflegung für das Festival – Getränke – über 2g2g nicht bekommt.
Gehen wir die Tage mal halbwegs chronologisch durch.
Schon am ersten Tag habe ich auf dem Weg zum Kino bei Starbucks am Europacenter Halt gemacht. Zwar unterscheidet sich das Angebot von Filiale zu Filiale, aber es ist generell großzügig und hochwertig. Leider hatte ich keine Zeit, diese Tüte für euch auszupacken und den Inhalt dekorativ anzurichten:
Der Inhalt: ein riesiger Haselnuss-Cookie, ein Stück Mango(?)-Cremetorte, ein pain au chocolat, ein gefülltes Croissant, ein Vollkorn-Panini mit Salat und Salami, und eine Zimtschnecke mit Blaubeeren. Da kann man für 4,80 Euro wahrlich nicht meckern – das ist der Preis eines kleinen Cappuccino bei Starbucks.
Zu meiner Freude nimmt auch mein Stamm-Inder am Treffpunkt Zoo mittlerweile bei 2g2g teil – wenn die Geisterstunde rum ist, gibt es eine komplette Mahlzeit für weniger als 3 Euro. Und für die Qualität kann ich bürgen:
Allerdings hätte das bedeutet, dass ich nach dem letzten Film immer bis nach Mitternacht in dieser schlecht beleumundeten Gegend rumhängen müsste – da habe ich mir zwischen zwei Vorstellungen lieber eine Mahlzeit nach Wahl zu einem immer noch mehr als angemessenen Preis gegönnt:
Ein weiteres 2g2g-Experiment entwickelte sich erneut zur Totalpleite: Ich holte bei einer Pizzeria ab, was der Abend übrig gelassen hatte:
Klar sind das über ein Kilo Teigfladen mit verschiedenen Toppings – aber kalt eben auch ungenießbar. Das Thema "Pizza" hake ich damit endgültig ab.
An den "FIVE GUYS" bin ich diesmal nur vorbei spaziert – so gerne ich deren Pommes und Hot Dogs mag, so sehr stoßen mich die Preise ab. Aber dieses Angebot machte mich als Düsseldorfer zumindest neugierig:
Mit guten Freunden war ich am Samstag beim Brunch in der alten Turnhalle – coole Location, cooler Kiez, cooler Brunch. Die hatten aber was auf der Karte, das hieß "Pink Cloud Coffee" – und das konnte ich nicht unrecherchiert lassen:
Der Beschreibung nach "Espresso · Milch · Pink Power Cold Foam". Dem Geschmackstest nach milde nach Erdbeere schmeckender Schaum. Kann man mal probieren. Kann man aber auch lassen. Ihr wisst es ja jetzt.
Ganz schräg fand ich, dass FLYING TIGER COPENHAGEN in der Mall of Berlin bei 2g2g inseriert – den Laden assoziiere ich primär mit Schnickschnack aus Holz, Pappe und Plastik. Aber wahrlich, für 3,50 Euro konnte ich mir dort Süßigkeiten für den Rest der ganzen Woche abholen:
Dieses Bild habe ich im Food Court der Mall of Berlin gemacht – und die Hälfte des Krams danach an zwei holländische Mädchen vom Nachbartisch verschenkt.
Es war durchaus immer eine Frage, WO die Angebote gemacht wurden. Idealerweise irgendwo im weiteren Raum des Weges zwischen Hotel und Kino. So kam ich auch zum Café Le’Mira. Dort sollte eigentlich Kaffee oder Tee für satte 6,99 Euro warten, aber die junge Dame packte mir ein komplettes Lunchpaket:
Kinky Coconut Limo, Sachertorte, Croissant, Madeleine, und eine Bowl mit verschiedenem Gemüse. Das ist schon mehr als eine Mahlzeit. Sie fragte sogar, ob sie mir noch ein Besteck einpacken solle. Das habe ich allerdings immer dabei.
Nun hatte ich schon erwähnt, dass ich das Frühstück in meinem Hotel extrem "basic" fand. So wollte ich nicht in den Tag starten, zumal ich ja sehr gute Erfahrungen mit den Boxen der edleren Hotels in Berlin gemacht habe. Zuerst war geplant, mir wieder eine Überraschungstüte beim Hotel Lindner direkt auf dem Weg zum Kino abzugreifen. Aber dann reizte es mich doch mehr, beim extrem gut bewerteten H10-Hotel das Büffet abzugrasen.
In der Tat ist es ziemlich klasse, dass man hier nur die leere Box in die Hand gedrückt bekommt mit der Anweisung, alles reinzuschaufeln, was geht, solange es nicht in einer verschlossenen Verpackung für den Tag verwendbar ist. Das habe ich mir erwartungsgemäß nicht zweimal sagen lassen. "carboloading" deluxe:
Das ist für 4,50 Euro das sicher beste Frühstück, das ich je hatte! Kein Wunder, dass ich zwei Tage später da noch mal aufschlug.
Am nächsten Tag wollte ich was ganz anderes probieren. In Schwabing hat vor ein paar Wochen eine Filiale von New York Bagels eröffnet. Die Berliner Dependence bot eine Tüte zum Nachmittag an. Insgesamt bekam ich sechs verschiedene, sauber verpackte Bagels. Hier die Varianten Roggen, Natur, und Mohn:
Schmeckten extrem weich, sehr lecker, ließen sich auch im Kino ohne Krach und Krümel verzehren. 6,29 Euro ist dafür absolut angemessen.
Ihr merkt natürlich: 2g2g ist primär für Backwaren gedacht und es gibt eine Grenze, wie viele Panini, Croissants, Bagels und Sandwiches man in einer Woche mampfen kann. Darum hatte ich auch am letzten Tag echt keine Lust, schon wieder Backwaren zu ordern. Zu meiner Freude bot der Laden ComebuyTEA Getränke zur Abholung an – nur um dann geschlossen zu haben, weil der ganze Block wegen des Besuchs des Scheichs von Saudi-Arabien weitigräumig gesperrt werden musste.
Wenigstens konnte ich so lernen, dass man bei 2g2g eigentlich nicht mal stornieren muss – sich die App aber brav bedankt, wenn man es doch tut.
Letzter Abend. Ich hatte Hunger und brauchte ein Erfolgserlebnis. Nicht wieder der Inder. Auch nicht wieder McDonalds. Aber ich war in den letzten Tagen immer wieder an der Schnitzery vorbei gegangen und da war es rappelvoll. Die Karte machte mich neugierig – geschnibbeltes paniertes Schnitzel in der Bowl?!
Ich bestellte mit begrenzten Erwartungen und primär für euer Entertainment eine Bowl – das heißt Mac’n’Cheese, ein geschnibbeltes paniertes Hühnerschnitzel, eine Knoblauch/Pfeffer-Sauce, und ordentlich Röstzwiebeln. Ich war rechtschaffen baff, als man mir am Tresen eine XL-Bowl reichte, die bis zum Rand gefüllt war:
Und das war’s dann schon. Damit habe ich mich in der Hauptstadt über Wasser gehalten. Nicht gesund, nicht wertig, aber dem Festival angemessen.

Mein einziger und letzter Schnitzery-Besuch (in einer anderen Filiale) führte zu einem Bääh-Widerlich-Ergebnis, den Inder kann ich aber auch sehr empfehlen. Das Ding mit der Pizza hatte ich auf dem Weg zu dir ins Kino auch abgehakt: zwei Stücken kalte Thunfisch-Pizza, die da schon wer weiß wie lange gelegen haben haben, wurden fachgerecht im nächsten Mülleimer entsorgt. Für das erste Mal 2g2g ein eher ernüchterndes Ergebnis. Doch wenige Tage später dachte ich in Düsseldorf an deinen Hotel-Frühstück-Tipp und kann mich nicht beschweren. Es bleibt sicherlich zum Teil Glückssache, wenn auch viel mit der Erfahrung kommen mag. Ich finde es immernoch schade, dass in meiner direkten Umgebung nix dergleichen zu finden ist.
hier gibt’s nur zwei Bäcker im Nachbarort (5km), die da gelegentlich mit machen.
Beim einen sind dann seine selbst gemachten Elsässer Brötchen zum fertig backen drin, beim anderen hast du das Gefühl er sollte dich bezahlen.