02
Aug. 2026

Wortvogels Facebook-Retrospektive Juli 2026

Themen: Facebook, Film, TV & Presse |

Ich bekomme von Spotify regelmäßig einen Newsletter mit Konzert-Tipps geschickt. Die letzte Version konnte ich auf Facebook nur so kommentieren:

Ich habe gerade einen Spotify-Newsletter mit Event-Empfehlungen in meiner Nähe bekommen: Jethro Tull, Joe Jackson, 10cc, Tom Jones, OMD. Demnächst: Mozart, Nero und Neanderthaler, die mit Stöcken auf Steine klopfen.


Diese Werbung für den 1987er Chevrolet Corsica war dark as fuck:


Zu Boom der überkandidelten, oversexten, muskelspackigen, albernen und beiden Geschlechtern höhnenden Image-Comics der 90er schrieb ich:

Diese Art Comic hat mich in den 90ern auf einem Level angekotzt, das ich kaum beschreiben kann. Und ich habe jeden verachtet, der so etwas gesammelt hat.


Jeder Mensch braucht feste Regeln:


Bei allem Respekt vor der Arbeit von Foodwatch – das ist Empörungs-PR, die von den Kommentatoren korrekterweise Prügel bezieht:


Mit dem vielleicht letzten Temu-Paket nochmal einen Kuschel-Donut für die Katzen bekommen. Becky approves!

Mittlerweile haben wir nach einer Beschwerde von Rufus einen zweiten gekauft.


Zum Tod von Lindsey Graham fiel mit beim Tagesschau-Nachruf was auf:

Ich finde es bemerkenswert, dass auch 2026 noch der Code "Er war nicht verheiratet." verwendet wird, um durchblicken zu lassen, dass Lindsey Graham schwul war.


heise macht mit "IBM-CEO schockiert Aktionäre, Aktie kracht" auf.

Die Börse ist schon ein perverser Ort: "IBM-Aktien haben am Dienstag rund ein Viertel ihres Börsenwertes eingebüßt. Das ist der schlimmste Fall des Wertpapiers an einem einzelnen Handelstag seit IBMs Börsengang vor bald 111 Jahren. Auslöser ist die außerplanmäßige Veröffentlichung vorläufiger Finanzzahlen, die nicht den Erwartungen des Finanzmarktes entsprechen. Der Umsatz ist im Jahresabstand zwar gestiegen, aber nicht so stark, wie Analysten erwartet hatten."


Ein perfektes Interview, das die Wurstigkeit und Menschenfeindlichkeit der AfD entlarvt – es ist schade, dass so etwas nicht vom deutschen Fernsehen kommt:

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Die European Broadcasting Union und European Athletics haben einen 23seitigen Leitfaden veröffentlicht, um Fotografen bei der Dokumentation von Athletinnen zu mehr Sittsamkeit anzuhalten. Weil man Sportlerinnen zwar in Bikinis stecken darf, die den halben Hintern zeigen – wer das aber beim Zielablauf fotografiert, ist ein Perversling.

Ich schrieb lediglich: "Wir leben in gestörten Zeiten."


Neue Kunst im Hause Dewi:

If you know, you know.


Ich folge seit diesem Monat dem Account "coxy", der u.a. bezaubernde Variationen der beliebten "misheard lyrics" produziert. "You take a piece of meat with you" hatte ich auch schon mal gedacht:


Auch eine spannende Erkenntnis – ich habe mich auf Facebook darüber ausgelassen, dass die CINEMA schon vor Wochen ein Review zu Eli Roths neuem Film ICE CREAM MAN veröffentlichen durfte, während wir Wald & Wiesen-Kritiker per Sperrfrist erst am 4. August unsere Meinung sagen können.


Es macht natürlich bis zu einem gewissen Grad Sinn – die CINEMA ist an ihren Veröffentlichungstermin gebunden, in der nächsten Ausgabe wäre die Kritik schlicht zu spät dran gewesen. Es antwortete mir sogar Autor Markus Fiedler, der versicherte, dass die CINEMA dafür im Gegenzug ihre Kritik aus dem Heft nicht online stellen darf.


Ein "Jamie Bixby", der sicher nur zufällig den Nachnamen von Bill Bixby trägt, stellt auf Facebook eine absurd klingende, aber plausibel erklärte Behauptung auf – es gibt vom "Hulk"-Pilotfilm eine brutalere Fassung, die u.a. "full frontal nudity" der Hauptdarstellern enthält, nachträglich gedreht für den asiatischen Markt:

The 'Lost' Adult Japanese version of the pilot movie that featured more horror, violence & infamous full frontal nudity by Susan Sullivan. After the pilot movie was released in cinemas in Europe to great success, Japan & China were the next destination for release but the Japanese distributors demanded changes that would see the pilot qualify as an American horror movie that they would fund themselves. Bill Bixby was busy with a live magic appearance in New York but at great expense Lou Ferrigno & Susan Sullivan were signed to film extra scenes to beef up the movies running time. In her 2008 autobiography You Know Me, Susan Sullivan said after agreeing to be part of the project she was shocked to find she would be required to do full frontal nudity in the shower scene. At first she was annoyed but the more she thought about it the more she surprised herself for wanting to do it. Sullivan felt empowered & felt they wouldn’t be asking her if they didn’t find her attractive. And the money was excellent. She did her nude scenes in one day convinced no one in the US would find out, but just a few weeks later stills from the scene found themselves in various American male mags such as Playboy. Lou was concerned about playing Hulk as evil in his rerecorded scenes, worried it would frighten children but the Japanese investors explained that is exactly what they wanted. This version circulated in Japan at cinemas & on VHS until 1985 when Marvel president Jim Shooter was outraged & ordered recalls of the VHS & banned public screenings. The 1980 Japanese VHS release therefore is a much sought after collector’s item
* It’s been suggested that the flashbacks to the pilot movie when David transforms into the Hulk for the Pratts in Death of the Incredible Hulk were transferred directly from the Japanese version. If you notice those scenes were much granier than any other presentation of the pilot movie. The reason? Kenneth Johnson thought Death of the Hulk was the wrong way to end the series & refused to let any clips be used so Marvel exploited a loophole that allowed a few seconds from the Japanese version to be used. None of the rerecorded scenes were used obviously, but its proof that at least SOMEWHERE, there was still access to the Japanese version

Er kann sogar ein Cover der "verschollenen" Version präsentieren:

Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Kappes. Bei näherer Betrachtung wird klar, dass Susan Sullivan keine pikanten Duschszenen für den asiatischen Markt dreht, die Asiaten auf so etwas auch nicht bestehen, und die Fotos auch niemals im PLAYBOY abgedruckt wurden. Aber in der digitalen Ära wird so etwas von Mensch und Maschine aufgesogen, weshalb ich schrieb:

Auch das ist eine Gefahr von KI und Fake News – diese Story ist FAST plausibel und lange genug her, dass sich die Details kaum überprüfen lassen. Das mischt sich jetzt unter die realen Details zur Produktion des Pilotfilms und irgendwann ist es dann Kanon, weil es als "Allgemeinwissen" gilt. Es ist nicht nur eine Lüge – es vergiftet auch die Wahrheit.


Wertstoffhof: So viele Geschichten, so viel Leben, so viele Maschinen, die ihren Dienst brav bis in den Container verrichtet haben:


Pretty much:


Erdbeerwein(!)-Werbung aus den 70ern: Sue Ellen besäuft sich mit Magnum:


Inhaltsangaben für die Ewigkeit:


Nach der Entgeisterung über den CSD-Anschlag von Berlin hat mich fasziniert, wie blitzschnell die meisten Kommentatoren nach einem Halbsatz über die Gefahr religiöser Idioten alles wieder dem rechten Rand in die Schuhe schoben:

Ein plumper Whataboutism, den ich folgendermaßen kommentierte:

Es sind sich mal wieder alle einig: der Anschlag eines Islamisten muss uns alle daran erinnern, dass die Gefahr von rechts kommt. Gratulation. Genau deshalb kommt die Gefahr von rechts.


Wie schnell der Versuch, die "Schwachen" durch "Gerechtigkeit" zu schützen, nach hinten losgeht, kann man an diesem Fall aus Kanada prima sehen.

Keine Zeugen, keine Beweise, kein Geständnis – nur ein falsch abgeschriebener Username reichte für 18 Monate Haft. Es ging ja um den Schutz von Kindern. Ein perfektes Beispiel für den Alptraum, den wir im Namen des Schutzes von Schutzbefohlenen zulassen, weil plötzlich die normalen juristischen Maßstäbe nicht mehr gelten (müssen).


Elon spinnt mal wieder rum, die BILD schreibt es brav mit:

Elon wurde mal wieder falsch zitiert. In zehn Jahren kann ER sich alles leisten. Und damit sind nicht nur Statussymbole gemeint…


Ich probiere gerne Prompts aus, die auf Facebook an mir vorbei schwimmen. Mit dieser Artwork war ich spontan sehr zufrieden, die gäbe ein tolles Poster ab:

Da ich aber nicht mehr so der Trekkie bin, habe ich mir lieber ein Huldigung an die "new classics" des britischen Crime-TV erstellen lassen:

Wer’s nachmachen will:

A vibrant contemporary geometric abstract portrait style constructed entirely from vertically oriented rounded rectangles, elongated capsules, circles, dots, and thin linear connectors. The artwork is built using clean flat vector shapes with crisp edges, no gradients, and uniform solid color fills. Layers of colorful modular elements overlap rhythmically to create depth, movement, and visual complexity while maintaining a minimalist, highly organized composition.
The color palette is bold and saturated, featuring vivid crimson, scarlet, cherry red, golden yellow, warm orange, coral, magenta, hot pink, deep purple, violet, royal blue, cobalt blue, teal, emerald green, cream, white, and soft pastel peach accents. Strong color contrast is balanced harmoniously across the composition.
The background is a smooth solid off-white with a faint blush-pink tint, completely clean and uncluttered, allowing the colorful geometric forms to dominate. Thin monoline connector curves, delicate vertical stems, floating dots, and circular nodes extend beyond the main composition, creating a futuristic infographic-inspired aesthetic.
Extremely clean vector illustration, Swiss modernist influence combined with generative geometric art, modular design language, perfect spacing, rounded corners throughout, flat graphic design, ultra-sharp edges, high visual rhythm, premium editorial poster aesthetic, minimalist negative space, no textures, no shadows, no gradients, no typography, no logos, no watermark. Ar 9:16!


Wie gestern steige ich mit einem gruseligen und griseligen Musikvideo aus – aber dieses Beispiel von "cultural appropriation" macht wenigstens gute Laune:



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10 Kommentare
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Magineer
2. August, 2026 12:52

Danke für den Prompt, kommt mal mit in die Sammlung. 🙂

Hast du zum Auftakt dann einfach nur "Create a poster artwork showcasing the faces of (Name 1), (Name 2), (Name 3) and (Name 4)" vorangestellt oder bist du da auch etwas expliziter geworden?

Magineer
2. August, 2026 13:33
Reply to  Torsten Dewi

Oh ja, immer gerne. Inspirationen sind bei KI-Spielereien immer schon die halbe Miete.

Magineer
2. August, 2026 13:34
Reply to  Magineer

Ach so, weil es aus dem Beitrag gar nicht ersichtlich wurde: GPT oder Gemini?

Magineer
2. August, 2026 19:31
Reply to  Torsten Dewi

Danke.

Roman
2. August, 2026 17:39

Ich habe mal verschiedene AIs darauf losgelassen. Canva und Gemini produzieren sehr schlechte Ergebnisse mit diesem Prompt. ChatGPT kriegt das um Längen besser hin. Claude sagt mir, dass es kein Bild erstellen kann (evtl. gehts mit der PRO-Version, ich hab’s mit Free versucht).

Magineer
2. August, 2026 19:33
Reply to  Torsten Dewi

Wobei das Referenzbild schon mutig war – ich bekomme bei Referenzbildern oft auch schon Verwarnung wegen Persönlichkeitsrechten. Aber das ist wirklich von Update zu Update unterschiedlich.

nmh
4. August, 2026 19:28

Ich liebe diese alten Instrumentaltitel aus den 1960ern bis 1980ern. Diese Melodien hat man auch heute noch im Kopf, früher aus dem Radio, aber häufig kennt man dann den Titel nicht. Viele dieser Melodien stammen von Henry Mancini (z.B. "Ladebalken-Lied" = Baby Elephant Walk), Herb Alpert (Tijuana Taxi), Alan Parsons Project (Lucifer), Hot Butter (Popcorn), After The Fire (1980-F), Johnny and the Hurricanes (Red River Rock; meine Lieblingsversion ist aber von den Silicon Teens aus dem Film "Planes, Traines, Automobiles"), Klaus Doldinger oder Bert Kaempfert, oder auch von Jean-Michel Jarre. Der Titel aus dem Video, das der Wortvogel verlinkt hat, ist "Apache" von The Shadows (1960). Weitere Beispiele gerne hier posten; hat zwar nichts mehr mit dem Wortvogel-Content zu tun, aber auf Einzelschicksale kann ich keine Rücksicht nehmen. Grüße aus einem hochsommerlichen München-Bogenhausen, nmh