Filmverbrechen-Fotostory in HD, KI und mit (Aus)Schnitt-Alarm: DREI UND EINE HALBE PORTION (3)


Letzte Runde und bevor jemand fragt: Als Aufmacherbild für diesen Teil habe ich deshalb einen KI-Cartoon einer bestimmten Szene genommen, weil es generell relativ wenig frei verfügbares Promo-Material von DREI UND EINE HALBE PORTION gibt, das sich alternativ geeignet hätte. Davon ab: mir gefällt’s.

Fabo und sein Hausschläger feiern die glückliche Kaperung des Sargs mit angeblich 300 Kilogramm Haschisch für Mallorca. Das würde einige Vorgänge auf der Ferieninsel in den 80ern durchaus erklären.

Sven beobachtet die Schurken und entdeckt dabei, dass der Sarg mitnichten "nur" Drogen enthält, sondern auch den "Paten-Sohn" (ich liebe den Begriff).

Eva versucht derweil wieder mal, von ihrer liebsten Telefonzelle aus die Polizei über den Transport der Drogen zu informieren – aber Malone hat sie im Visier:

Der Polizeichef will die Gelegenheit nutzen, seinen Ruhm mit einer Verhaftung bei der Landung zu mehren. Die Gefahr, dass seine Erna die Gelegenheit nutzt, um ihre eigene Libido mit einer Landung beim Jungpolizisten zu mehren, lässt ihn aber umdenken – das frivole Gesocks soll selber zum Flughafen fahren:

Weil man austesten muss, wann genug zu viel ist, reißt Gonzalez der alten Dame vor dem Revier erneut versehentlich die Kleider vom Leib:

Statt die Landung zu überwachen, nutzen Erna und ihr Kollege die Chance, im Moos neben dem Streifenwagen zu fummeln. Erneut ist die erotisierende Wirkung für die Beteiligten wie für den Zuschauer begrenzt:

Nun kann man fragen, was das soll. Ein typischer Bumsplot sollte sich auch in entsprechenden Bumsszenen "auszahlen". Warum gibt sich Margit Geissler, die sich in englischen Sex-Magazinen und in DIE SCHÖNEN WILDEN VON IBIZA schon deutlich freizügiger gezeigt hatte, plötzlich so verkrampft zugeknöpft? Die Antwort mag lauten: Hier war sie dann mit dem Regisseur liiert. Interessant, wie sehr das die moralischen Maßstäbe verschiebt.

Calcera ist mittlerweile völlig durchgeknallt und hat nur noch ein Ziel: er will sich an den Bruchpiloten Tscharlie und Hammer rächen!

Tatsächlich fährt er hochkalibrig bewaffnet auf das Rollfeld und schießt auf die Maschine, deren Triebwerk natürlich wieder Feuer fängt.

Es gehört zu den Defiziten der KI, dass ich den im Film sehr kümmerlichen Rauch künstlich dazu erfinden lassen musste, damit man das Bild versteht.

Bevor die Angelegenheit aber vom Sach- zum Personenschaden eskalieren kann, ist Erna zur Stelle und verhaftet den Wüterich.

Die Maschine startet durch und landet derweil irgendwo in der Pampa.

Eva würde sich gerne von Doc befreien lassen, aber der steht noch unter dem Einfluss der Hypno-Spritze. Egal – zweimal schnipsen und der olle Zausel nimmt es mit dem Schergen von Malone locker auf.

Fabo und sein Handlanger laden den Sarg aus. Der Handlanger soll im nächsten Dorf einen Wagen zum Abtransport besorgen:

Auf die Gelegenheit hat der "Paten-Sohn" nur gewartet. Er steigt wie weiland Graf Dracula (und damit wie Gianni Garko!) aus dem Sarg:

Mit einem flinken Schlag ist der Bösewicht erstmal ausgeschaltet:

Ehrlich? Ich bin massiv enttäuscht, dass man aus der Idee mit dem "Untoten" im Sarg nicht mehr gemacht hat, nicht mal einen Insider-Gag, der GRAF DRACULA (BEISST JETZT) IN OBERBAYERN referenziert. In dem hatte immerhin neben Garko auch Margit Geissler eine frühe kleine Rolle.

Retzer erzählt im Buch DIE SUPERGLATZE zu diesen Szenen übrigens eine Anekdote, die ich nicht mal glauben würde, wenn er mir als Gegenleistung das Schloss am Wörthersee schenken täte:

Für die Sargszene habe ich mit dem Regisseur Sigi Rothemund ausgemacht einen Sarg mit einem Schlüssel zu nehmen – den ich mitnehmen kann, damit ich nicht eingesperrt werde und bei Gefahr wieder raus kann.

Und was passierte, obwohl ich den Schlüssel bei mir hatte? Der Sargdeckel ist eingerastet. Und jetzt war ich in dem Sarg drinnen und habe Hilfe geschrien und so eine Panik bekommen, dass ich mit den Füßen den Sarg von innen zertrümmert habe.

Ein Sarg mit einem Schloss? Der sich von innen öffnen lässt? Dessen Deckel einrastet? Selbst wenn es das (aus "lebendig begraben"-Gründen) geben würde – hierbei handelt es sich ja doch nur um eine Filmrequisite. Citation needed!

Sven versucht, seine Kumpel von dem Mafioso im Sarg zu überzeugen, aber Hammer und Tscharlie finden nur den bewusstlosen Fabo, den sie für den toten Bruder halten. Ihr braucht das nicht mitschreiben, es gibt keinen Test.

Doc gelingt es, einen Teil der Gauner mit einer erbeuteten Pistole zu überwältigen, aber dann schnippst Malone zweimal und hat ihn wieder unter Kontrolle.

SCHNITT-ALARM! Malones geknurrtes "Das hast du nicht umsonst getan!" am Ende der Szene ist auf der DVD weggefallen, allerdings vermutlich aus einem ganz anderen Grund: die ungeschnittene Version zeigt deutliche Schäden am Zelluloid, weil hier die Rolle zu Ende ging. Es ist nicht unüblich, den zerkratzten Teil dann zu entfernen, sofern es dem Verständnis des Films nicht abträglich ist.

Auch der Einstieg in die nächste Szene ist deshalb etwas verkürzt: "Paten-Sohn" Leo hat die Drogen aus dem Sarg geholt und in zwei Reisetaschen gestopft. Dabei wird er von Fabos Handlanger überrascht und k.o. geschlagen.

Fabo und sein Handlanger verstauen den Sarg in einem Lieferwagen, ohne dass sie die beiden Reisetaschen mit den Drogen bemerken:

In jeder vernünftigen Komödie würden die Reisetaschen unterschiedlichen Inhalt haben und ständig vertauscht werden (siehe IS WAS, DOC?). Aber die Mühe wollte man sich bei LISA erwartungsgemäß nicht machen.

Eva treibt sich mal wieder an einer Telefonzelle herum – ist das ihr Fetisch oder soll hier irgendwas insinuiert werden? Doch sie muss vorsichtig sein, denn die Häscher von Malone lauern überall!

Es gelingt ihr, bei Bravo Air anzurufen, um… was genau zu erzählen? Wir erfahren es nicht und es ergibt sich auch nicht aus dem bisher Gesehenen.

Sven würde Eva aus pubertären Gründen natürlich zu gerne mal "helfen":

SCHNITT-ALARM! Hier fehlen ganze 30 Sekunden auf der DVD, in denen Sven mit dem Fahrrad durch die Stadt fährt und die Schläger von Malone den Wagen der Bravo Air entdecken. Wir steigen erst wieder ein, als Tscharlie und Hammer vor ihnen Reißaus nehmen müssen:

Auch Fabo und sein Handlanger sind auf der Suche nach den Bruchpiloten:

Die Verfolgungsjagd durch die Stadt gerät an ihre Grenzen, als bei Hammer im wahrsten Sinne des Wortes die Schuhe qualmen:

Wohin nun? Es trifft sich gut, dass in einem Lokal gerade zwei Tanzlehrer für eine ganze Busladung älterer Damen erwartet werden:

Die Begeisterung angesichts der strammen Herren ist groß:

Und so kommt es, dass Tscharlie und Hammer gleich mehrere Stunden das Tanzbein schwingen müssen, um von den Gangstern nicht entdeckt zu werden:

Danach liegen unsere Helden erstmal platt am Strand:

SCHNITT-ALARM! Die gesamte Sequenz ab dem rauchenden Schuh fehlt mal wieder auf der DVD. Satte zwei Minuten. Es mag an der Musik liegen, auch wenn dabei ein paar gemeinfreie Standards zum Besten gegeben werden.

Eva ist mittlerweile bei der Bravo Air angekommen und sitzt neben Sven, als dieser den Playboy mit einem sehr bekannten Gesicht (und mehr) entdeckt:

Aus bereits besprochenen Gründen habe ich die Bildstrecke etwas zensiert und setze auch an dieser Stelle stellvertretend einen Cartoon ein:

Wir können aber durchaus mal wieder gepflegt fragen: WHAT THE FUCK?!?!?

Nicht wegen der Nacktbilder, damit kann ich leben – aber die Szene sprengt jede filmische Wirklichkeit. Was wird hier erzählt? Dass die brave Eva Schneider sich mit 15 im Playboy ausgezogen hat und Sven sie nun plötzlich nackt bewundern darf? Oder schaut sich Sven die Bilder von Natalie Uher an und wundert sich lediglich über die Ähnlichkeit zu Eva? Sind Eva und Natalie im Universum von DREI UND EINE HALBE PORTION Zwillingsschwestern? Der einzige Grund, den diese Szene haben kann, ist folgender: die LISA wollte die Popularität und die Nacktfotos von Natalie Uher unbedingt auch im Film ausschlachten. Every naked is good naked!

Eva bestätigt nun die Beobachtungen von Sven – Art Malone zieht einen Drogendeal durch und der Stoff ist im Sarg versteckt.

Ist er eben nicht, wie der Handlanger auch gerade feststellt:

Mit ein bisschen "tough love" lässt sich Leo entlocken, dass er die beiden Reisetaschen mit den Drogen im Flugzeug der Bravo Air verstaut hat.

Der Handlanger fährt hin und holt die Taschen ab:

Klar, diese ganze Szene ist so unwichtig wie ein Kropf, weil die Drogen ohne den Umweg über die Taschen auch im Sarg hätten sein können. Und DAS ist natürlich in allen Fassungen drin!

Gonzalez, Erna und der Jungpolizist kommen nun für die "Party" von Art Malone angedüst, wobei Gonzalez langsam einen Verdacht hegt. Nicht etwa, was die Mafia oder die Drogen angeht – nein, die Treue seiner Frau wird in Frage gestellt!

SCHNITT-ALARM! Die gesamte Ankunft der Polizei bei Malone fehlt auf der DVD, wir steigen erst mit der Ankunft von Tscharlie, Hammer, Sven und Eva ein.

Hier kann man übrigens schön sehen, dass Patrick Bach noch Spange trägt!

Doc steht wieder voll unter dem Einfluss der Hypno-Spritze – warum er einen Smoking trägt oder wo er den her hat, kann er sicher nicht mal selbst erklären.

Was die Nonne mit dem Sammelbüchse auf der Mafia-Party zu suchen hat? Ist ebenso unergründlich wie die Wege des Herrn:

Etwas durchgeknallt schnappt sich Doc die alte Dame, die schon den ganzen Film Gegenstand der dümmsten Witzchen ist, die Autor Tomek im Köcher hat.

Es wird stark insinuiert, dass Doc sie auf ein Schäferstündchen in einen Nebenraum führt – die Begegnung mit der "Leiche" Leo macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Kreisch! Ohnmacht! Garantierter Schenkelklopfer.

Ab hier gerät der Film dann völlig außer Kontrolle. Alle Beteiligten sind vor Ort, es gibt zwei Taschen mit Drogen – der Rest ist Hysterie, alberner Slapstick und ein wenig preiswerte Kloppe als "action".

Leo landet im Pool, weil haha!

Die Taschen mit dem Haschisch landen auf dem Grill, weil haha!

Tscharlie und Hammer vermöbeln die Bösewichte, weil haha!

Weil es in der LISA-Bibel steht, landen angezogene Menschen im Wasser. Haha!

Tscharlie macht den Terence Hill und bongt Köppe zusammen:

Zwei Stuntmen springen für einen Hungerlohn vom Dach:

Erna möchte jetzt endlich mal ungestört fummeln!

Hammer gibt definitiv den Spencer und fängt grummelnd eine Faust ab:

Die Reisetaschen mit dem Haschisch fangen Feuer und setzen die ganze betörende Wirkung ihres Inhalts frei:

Erst bricht großes Gelächter aus, dann die große Verbrüderung:

Die Kripo und die Kriminellen, im Rausche vereint:

Onkel Doc hat wohl in Gebüsch die Nonne von ihrem Zölibatsversprechen entbunden und gleich mit ihr die Uniform getauscht:

Der Zustand drogenunterstützter Euphorie macht jedes weitere Vorgehen überflüssig: es gibt keinen Streit, keine Verhaftungen, keine gerechte Strafe.

Tscharlie und Hammer sind etwas zerknirscht. Ohne das Rauschgift bekommen sie auch nicht die Belohnung dafür, es bei der Polizei abgeliefert zu haben. Sven informiert sie aber darüber, dass das eine Milchmädchenrechnung ist. Ob das Haschisch nun verbrannt ist oder nicht, macht keinen Unterschied – die zehn Prozent "Finderlohn" stehen ihnen dennoch zu.

Am nächsten Tag machen Tscharlie und Hammer Kassensturz: 300.000 Kröten sind doch mal eine Ansage! Leider sind damit Peseten gemeint und nach der Bezahlung aller Reparaturen und Schäden bleibt gerade genug übrig für zwei warme Mittagessen.

Und ja, natürlich habe ich das für euch recherchiert: 300.000 spanische Peseten entsprachen 1985 gut 35.000 Deutschmark. Das ist in der Tat kein Hauptgewinn. Andererseits würde das bedeuten, dass die 300 Kilo (!) Haschisch gerade mal einen Marktwert von 350.000 DM hatten. Das kann ich kaum glauben. Bei dem Preis hätte ja sogar ich (mit gerade mal 16 Jahren!) zugeschlagen und mir ein Kilo gegönnt, um es dann auf dem Schulhof zu verticken. Ein Schnäppchen!

Ich vermute mal, die Jungs von der LISA-Film kannten sich erheblich besser mit den Preisen von Koks als von Haschisch aus…

Sven darf Eva zum Abschied noch mal in den Ausschnitt starren. Davon wird er sicher in einsamen Nächten noch lange zehren…

Tscharlie und Hammer beschließen wieder einmal, sich künftig nicht mehr auf Weibergeschichten einzulassen, weil das nur Unglück und Schulden bringt – was etwas seltsam klingt, denn in diesem Film haben sie wirklich bei keiner Frau irgendwas reißen können. Aber egal, der Vorsatz hält eh nicht lange:

Und raus!

Der Filmdienst urteilte 1985 nicht ganz falsch:

Eine schlechte Werbung für die Hauptdarsteller: grober Klamauk, Peinlichkeiten, Schlägereien und Fleischbeschau wechseln einander ab.

Der SPIEGEL regte sich primär darüber auf, dass Hingsen für die Dreharbeiten sein Wintertraining vernachlässigt hatte:

Auch der Film machte eine Bruchlandung in den deutschen Kinos, »Hollywood-Hingsens« angestrebte Karriere als Leinwandheld wurde zum bundesweit belächelten Flop. Dafür war der Winter ohne Schweiß vorübergegangen, die Zeit, in der die Athleten sich gemeinhin die Grundkondition für das spezialisierte Sommertraining erarbeiten. Beim Europacup scheiterte Hingsen dann beinahe folgerichtig.

Zu meiner Überraschung scheint die BRAVO den Streifen komplett ignoriert zu haben. Zumindest konnte ich keine Erwähnung finden. Die CINEMA hingegen vermeldete knapp Start und Inhalt, vergeigte aber wieder einmal die Bildunterschrift:

Tatsächlich blieb dem Film der Erfolg versagt, auch wenn Hingsen und Milser in diversen TV-Shows kräftig Werbung machten und ihren Song "Keine Angst vorm Fliegen" trällerten: 109.658 Zuschauer reichten gerade mal für Platz 90 der Kinocharts 1985, teilweise weit hinter den artverwandten BIG MÄC, FORMEL EINS FILM, und EIS AM STIEL 6.

Siggi Götz und die LISA gingen aber trotzdem als Sieger vom Platz, denn ihre andere Kooperation im gleichen Jahr wurde ein echter Kassenschlager: DIE EINSTEIGER mit Gottschalk und Krüger landete auf Platz 15 und lockte über 1,2 Millionen zahlende Schafe in die Lichtspielhäuser:

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Und was denke ich, so als Fazit? DREI UND EINE HALBE PORTION ist… okay. Er ist das Milchtoast unter den LISA-Filmen. Zu harmlos, um zu empören oder zu begeistern. Hingsen und Milser sind okay, Karl Dall spielt zuverlässig Karl Dall, und Natalie Uher ist hübsch anzusehen – alle eint, dass sie ihre schauspielerischen Defizite mit einem naiv-natürlichen Charme wettzumachen wissen.

Auffällig ist, dass einige der Portionen sich haben fremdsprechen lassen: Rolf Milser von Michael Rüth ("Rowlf" in der MUPPET SHOW), Jürgen Hingsen von Holger Schwiers (u.a. Ray Winstone), und Natalie Uher von Marina Köhler (u.a. Brooke Shields).

Hingsen sieht die Produktion restrospektiv genau richtig – er schämt sich für nix:

"Wir hatten vier schöne Wochen auf Mallorca verbracht und einfach mal an was anderes gedacht als an Training." Trotzdem gibt er inzwischen zu, dass es besser gewesen wäre, beim Sport zu bleiben: "Die Entscheidung für den Streifen fiel nicht zuletzt deshalb, weil ich kein Management hatte und wie ein Elefant im Porzellanladen in die medialen Fallen tappte."

In der Welt äußerte er sich eher kritisch den Kritikern gegenüber:

"Vor kurzem lief der Film erst wieder im Privatfernsehen. So mies kann er also nicht gewesen sein. Die Häme habe ich ertragen, klar wären mir Lobgesänge lieber gewesen, doch es ist nun einmal, wie es ist. Die Kritik uferte gar so weit aus, dass Heribert Faßbender, der damalige Chef der ARD-„Sportschau“, die noch erzkonservativ war, sich weigerte, mit Rolf und mir über den Film zu reden."

Man kann finden, dass es okay ist, wenn der Moderator der "Sportschau" nicht über eine depperte LISA-Komödie reden will.

Sei es, wie es sei. Was DREI UND EINE HALBE PORTON fehlt, ist die Starpower, der clevere Aufhänger, die pubertäre Hysterie, die alle "besseren" LISA-Filme auszeichnet. Nur nett sein ist für eine Kino-Komödie einfach nicht genug, besonders wenn man die weiblichen Schauwerte bis zur Nichtigkeit herunter fährt. Wurde früher fröhliche Bumserei noch als unabdinglich angesehen, muss hier ein verschämter oben ohne-Shot von Natalie Uher als trockene Wegzehrung reichen.

So ist DREI UND EINE HALBE PORTION als Film nicht mal eine halbe Portion. Man kommt hungrig aus dem Kino.

Interessant ist der Streifen bestenfalls LISA-historisch: Die Schmierigkeit der Jahre 1977 bis 1983 wird weitgehend vermieden, mit den Teams Milser/Hingsen und Siegel/Meinunger schielt man auf eine größere Vermarktung mehr über die öffentlich-rechtlichen Sender als die Bahnhofskinos.

Das sollte sich auszahlen, denn die LISA schaffte durch diese Neuausrichtung in den folgenden Jahren den Wandel zu einer der profitabelsten und produktivsten Fabriken des Seicht-Fernsehens.

Ich glaube, für dieses Jahr bin ich mit der LISA erstmal fertig. Ich kann euch allerdings nicht versprechen, dass ihr 2027 nicht noch mal leiden müsst – die LISA hat schließlich noch ein paar unbesprochene Delikatessen auf Lager:

"Jodelkurse in SEX"? Das muss recherchiert werden!



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Oschmann
30. August, 2026 11:59

Danke für diese schöne erste Fotostory im "neuen" Gewand. Ich habe nichts gegen die Nutzung von KI, so kann man die Bilder viel besser mit dem Text verbinden. Ich habe nur ein Problem mit den Stories: Ich muss mir danach die Filme irgendwie angucken…

dc1
30. August, 2026 12:17

Super interessant und unterhaltsam. 100.000 Zuschauer ist tatsächlich wenig, aber irgendwie auch beruhigend im Nachhinein. Kleine Anmerkung zur Nachsynchronisierung: Die LISA produzierte vor Ort meistens ohne originalen Ton und synchronisierte dann danach im Studio. Da waren dann die Sportler wohl nicht mehr verfügbar, vermute ich bzw. nahm man aus Gründen professionelle Sprecher.

Pascal
30. August, 2026 22:07
Reply to  Torsten Dewi

Sollte man dann vielleicht nicht doch ausdrucksstärkere Darsteller wählen? Frage für einen Freund.

Pascal
31. August, 2026 08:08
Reply to  Torsten Dewi

Ich muss jetzt wohl beim Schreiben noch an meinem sarkastischen Unterton arbeiten. 😉 Habe den ersten Teil natürlich gelesen und die Auswahl der ,,Schauspieler“ verstanden. Trotzdem Danke für die Antwort.

Perrak
30. August, 2026 22:08

Schon amüsant, dass der tatsächliche Altersunterschied zwischen Natalie Uher und dem kleinen Patrick Bach wohl gerade mal vier Monate beträgt.
Netter Funfact: Laut IMDB war der Film das Debüt der Almodovar-Stammschauspielerin Rossy de Palma, die hier einen Miniauftritt als Nonne haben soll.

Da du "Die Schmierigkeit der Jahre 1977 bis 1983" erwähnst, lieber Wortvogel, dürfen wir uns irgendwann vielleicht auf eine Besprechung einer der LISA/Jess Franco-Kreuzungen "freuen"?

Peter Krause
31. August, 2026 04:08

Ich hatte mich schon gefragt, wie der Paten-Sohn noch in den Sarg passen soll, wenn da schon 300 Kilo Hasch drin sind. Das Bild vom Handlanger mit den beiden Taschen macht dann klar, dass das maximal 30 Kilo sein können – was dann auch eher zu den 350.000 Deutschmark passen würde. Da hat sich wohl jemand gesagt: "30 Kilo Hasch sind für die Mafia doch Peanuts, häng da mal noch eine Null dran", ohne sich zu kümmern, wie das zum Rest der Story passt.

Was ich aber viel unglaublicher finde: laut Wikipedia ist Patrick Bach keine 3 Monate jünger als Natalie Uher …

Ralf
31. August, 2026 16:45

Zu den 350.000 Mark für 300Kg Haschisch:
Doch, das ist durchaus realistisch. Für einen typischen Klein-Dealer mitte der 80er waren 1Kg pro Monat nicht ungewöhnlich und so ein Kg kostete ca. 1000 – 1500DM.
Je nach Gegend war bestimmt auch mehr möglich.

Ralf
31. August, 2026 18:46
Reply to  Torsten Dewi

Würde mich nicht wundern wenn die LISA Macher sich in dem Metier auch ganz gut auskannten. Im Gegensatz zum Filmemachen.