16
Juli 2026

2 Cent: Uwe Boll – Rückschau, Einschätzung, Abrechnung

Themen: 2 Cent, Film, TV & Presse |

Es widerstrebt mir wirklich, diesen Beitrag zu schreiben. Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich auch nicht, ob ich ihn veröffentlichen möchte. Eigentlich war er auch erst für den nächsten Monat gedacht, aber ich habe das Gefühl, dieses Thema altert nicht wie Wein, sondern wie Bananen.

In Sachen Uwe Boll gilt für mich momentan die Maxime aus WARGAMES:

THE ONLY WINNING MOVE IS NOT TO PLAY

Ich habe mich lange genug selber nicht dran gehalten, darum erstmal eine Boll-Retrospektive der letzten Jahre. Die ist wichtig, weil ich zeigen will, dass der Status Quo in Sachen Boll gar kein Status ist, sondern nur das Ende der Sackgasse eines Filmemachers, der seit drei Jahrzehnten dachte, auf der Autobahn zu fahren.

Wem das zu viel Text ist, der soll einfach die fett markierten Passagen lesen, die in den letzten 20 Jahren bereits sehr auffällig in die Gegenwart gedeutet haben.


RÜCKSCHAU

Meine erste Bollkritik war BLOODRAYNE 2 im Jahr 2007, die ich folgendermaßen – und wie ich glaube auch sehr hellsichtig – einleitete:

Warum also schaue ich mir immer wieder die Filme des deutschen Minustalents Uwe Boll an wie eine verprügelte Ehefrau, die ihrem Gatten glaubt, dass er sich diesmal "ganz bestimmt" geändert hat? Warum kann ich von den cineastischen Monströsitäten dieses Egomanen, der seine Kritiker gerne mal im Ring verhaut, einfach nicht lassen? Wie blind, blöd und besoffen muss ich sein, um nach "House of the Dead", "Alone in the Dark", und "Bloodrayne" auch noch "Bloodrayne 2" in den DVD-Player zu lassen?

Boll hat weder das Interesse noch das Talent, gute (ach was – erträgliche!) Filme zu drehen. Mit Investorengeldern und Subventionen im Rücken sucht er nie nach einem Thema – er sucht nach Aufhängern, die Publicity und breite Vermarktung garantieren.

2008 echauffierte ich mich, dass Boll mit der BILD-Zeitung die Totenruhe Max Schmelings störte, um für das geplante Bio-Pic des Boxers zu trommeln, das ich 2010 auf Video besprochen und ein Knöllchen dafür kassiert habe:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Als SCHMELING böse floppte, fand Boll die Schuldigen überall, nur nicht im eigenen Badezimmer-Spiegel:

Wenn sie in Superlativen agiert, dann darf man sich natürlich nun auch öffentlich fragen, ob ich (als schlechtester Regisseur) noch schlechter bin als die abertausenden von Amateur-, TV-Daily Soap-, C-Direct to Video-Regisseuren und ob MAX SCHMELING schlechter ist als z.B. DATE MOVIE, MEET THE SPARTANS, LADY IN THE WATER oder Eichingers BUSHIDO Film oder 100.000 andere Titel, die so einwandfrei schlechter sind als MAX SCHMELING und im übrigen all meine Filme, dass man als Kritiker schon komplett geisteskrank sein muss, wenn man das nicht sieht. Die liebe Frau Zylka ist also nichts anderes als total dumm, ungebildet und bescheuert oder ein verlogenes Arschloch, welches absichtlich gegen besseres Wissen die Tatsachen verdreht, um mir und dem Film weiter zu schaden.

Das niemand in MAX SCHMELING geht ist aber nicht nur auf schlechte Kritiken oder zuwenig Werbung zurückzuführen, sondern auf etwas anderes: den wirklichen Wandel in unserer Gesellschaft. Mein Bruder rief mich an, nachdem er den Film angeschaut hat und sagt, dass die Werte des Films niemanden mehr ansprächen. Heutzutage ist alles unverbindlich per Chat und SMS, man muss keinen direkten Kontakt mehr zu Mitmenschen haben, niemandem mehr in die Augen schauen. Werte wie Disziplin, Aufrechtigkeit und Charaktertreue, die Max Schmeling gelebt hat, spielen keine Rolle mehr. Dass der Film vollkommen unzynisch und old fashioned ist, schadet ihm. 

Als ich in Mainz am Donnerstag ins Kino ging und sah, dass 80 Erwachsene OHNE KINDER um 21 Uhr in dem Kinder-Zeichentrickfilm KONFERENZ DER TIERE waren und nur 40 zahlende Zuschauer in MAX SCHMELING, da fiel mir nix mehr ein. Wie doof muss man eigentlich als Erwachsener sein, um sich so was ohne Kinder abends aus freien Stücken anzuschauen?"

2008 richtete ich auch gnadenlos über FARCRY, wobei mein gerechter Zorn mal wieder vor allem dem Mann hinter der Kamera galt:

Um es einfach zu sagen: Es ist nicht schlimm, einen kleinen Dödel zu haben. Aber wenn ich mich mit offener Hose auf den Marktplatz stelle und schreie: "Meiner ist der Größte!", und dabei debil lachend vier Zentimeter wedele, dann muss ich damit rechnen, einen gewissen Ruf zu erlangen.

Boll filmt seine vier Zentimeter – man kann sie in jeder Videothek ausleihen. Es gibt keinen Filmemacher, bei dem die Schere zwischen behauptetem und tatsächlichem Talent so weit auseinander geht wie Boll.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Lediglich an Postal konnte ich ein paar gute Haare lassen. Aber:

Boll möchte so gerne provozieren, endlich relevant sein, endlich Gehör finden – und produziert doch nur einen Schrotthaufen schriller Gags. Die erzählerische Anarchie ermüdet spätestens in der zweiten Hälfte. Die ständigen Witze auf Bolls Kosten entlarven sich schnell als Verzweiflung nach dem Motto: "Seht her – ich kann auch über mich selbst lachen!"

Dass Boll Humor immer nur auf Kosten anderer Leute versteht, kann man in seinen Audio-Kommentaren gut raushören. Über sich selber zu lachen ist eben nicht sein Ding – und nirgendwo wird das deutlicher als in der "funny version" von HOUSE OF THE DEAD:

Boll übernimmt keinerlei Verantwortung. Selbst in der "funny version" sind immer die anderen Schuld: Schauspieler, Kameramänner, Script Girl. Durchgehender Tenor ist nicht "das habe ich verbockt", sondern "hier seht ihr mal, mit was für Spacken ich arbeiten musste". Und das ewige Gebashe der Crew und der begrenzten Möglichkeiten wird nach spätestens 15 Minuten öde, weil Boll darüber hinaus nichts zu sagen hat. 

Wie dünn des Doktors intellektuelle Rechtfertigungen für seine Exzesse sind, konnte man gut an seinen nicht minder dünnen Antworten auf meine Fragen im Chat zu SEED ablesen. Da spricht kein Mann mit durchdachtem Weltbild.

SEED habe ich dann zusammen mit TUNNEL RATS… na ja, man kann das "besprochen", aber auch "hingerichtet" nennen – man achte hier mal besonders auf den zweiten Absatz:

Niedrige Budgets tun Boll nicht gut, das ist sehr deutlich zu merken – er hat keine Tricks mehr in der Tasche, um sein mangelndes inszenatorisches Geschick zu verschleiern. Weder nette  Effekte, noch bekannte Schauspieler, oder aufwändige Bauten gaukeln noch eine gewisse Größe vor – "Seed" und "1968 Tunnel Rats" sind die sprichwörtlichen Kaiser ohne Kleider. Sie sind der filmische nackte Mann, dem man nicht mehr in die Tasche greifen kann. Die Subprime-Hypothek, die nicht mehr durch Kapital gedeckt ist. Das sowieso halbleere Glas, das endgültig ausgetrunken wurde.

Stattdessen setzt Boll nun voll auf Botschaft, auf die geheuchelte Empörung über jene Missstände, die er dann 90 Minuten genüsslich auszuschlachten gedenkt. Verlogener geht’s nicht, obwohl ich vermute, dass Boll sich der eigenen Hybris nicht bewusst ist. Mögen die Budgets und die Drehorte auch kleiner geworden sein – er ist vom Glauben beseelt, im vorgegebenen Rahmen gute Arbeit zu leisten. Die Diskrepanz zwischen Bolls Selbstverständnis und seiner Außenwirkung wäre eine eigene Doktorarbeit wert.

Und dann drehte Boll AUSCHWITZ. Schon im Vorfeld schrieb ich dazu etwas, das man problemlos auch heute gelten lassen kann:

Wenn hinter solchen Bildern eine Aussage steckt, eine Botschaft – bon. Kino ist kein Kindergarten. Wenn jemand aber mit Schock-Bildern auf den niedersten Instinkt zielt, Altbekanntes in der aufmerksamkeitsheischendsten Form denkbar vor die Kameras zerrt, ohne dabei irgendeine erzählerische / historische Relevanz auch nur vorzuheucheln – das ist ekelhaft.

Gratulation, Herr Boll, Ihr offensichtlicher Ehrgeiz, sich mit jedem Film aufs Neue zu unterbieten, hat Sie nicht im Stich gelassen.

Es bot sich ein Double Feature an, nämlich BLUBBERELLA und AUSCHWITZ – ich ahnte schon, was da auf mich zukam. Auch dieses Zitat dürfte euch aktueller erscheinen, als es ist:

Bolls Strategie, seinen Film erst für notwendig und seine Ablehnung dann zum Skandal zu erklären, darf als gescheitert betrachtet werden. Dass man "Aufmerksamkeit heischen" nicht mit "Respekt bekommen" verwechseln darf, haben andere (schmerzhafter) lernen müssen.

Damit hatte Boll das Dritte Reich mit Exploitation noch nicht vollständig abgedeckt. Ebenfalls im Jahr 2011 arbeitete ich mich an BLOODRAYNE 3 ab:

Ich möchte EINEN Boll-Film sehen, der tatsächlich die Wut und die Leidenschaft, mit der er so gerne gegen alles und jeden schwadroniert, auch mal auf die Leinwand bringt. Ich möchte EINEN Boll-Film sehen, der nicht an schlampigem Casting krankt und einem Drehbuch, das nur irgendwie von A nach B kommen will. Ich möchte EINEN Boll-Film sehen, der dem Talent seiner Truppe (Neumann, De Rooij, Paré, Möller) gerecht wird. Aber ehrlich: Langsam werde ich müde, auf diesen Boll-Film zu warten….

Geld hat der Mann trotzdem an mir verdient, denn ich habe gleich mehrere Kostüme aus DIE SCHWERTER DES KÖNIGS (günstig) erstanden:

Böse Stimmen behaupten, dass ich in dunklen Stunden das Leder-Korsett von Leelee Sobieski trage und mich Prinzessin nennen lasse…

Von SCHWERTER DES KÖNIGS 2 wollte ich keine Kostüme – ich bin auch ziemlich sicher, dass die nach dem Ende der Dreharbeiten wieder in der Altkleidertonne gelandet sind, wo sie augenscheinlich herkamen:

Eigentlich kann etwas derart gelangweilt Hingerotztes nur das Ergebnis von resigniertem Zynismus sein. Aber dann sehe ich Interviews mit Boll und denke: der lebt doch, der hat doch noch Feuer! Ist es also doch blanke Inkompetenz? Was wäre schlimmer?

2012 dachte ich erstmals, wir hätten das Schlimmste überstanden. Ich sollte mich irren. Es war auch das Jahr, in dem ich mich erstmals über diese widerlich stiefelleckenden Interviews von Boll-Fanboys ärgerte, die schon für die Ehre, dem Meister ein Mikro unter die Nase halten zu dürfen, jede Kritik oder Nachfrage runterschluckten. Es war das Jahr, in dem Boll mir anbot, ich solle es mit einem exklusiven Interview besser machen.

Ich hatte das wirklich vor. Aber es scheiterte primär an sich radikal ändernden Lebensumständen meinerseits, die dazu führten, dass ich nicht tun konnte, was ich als notwendige Pflicht erachtete: vor dem Interview nochmal alle Boll-Filme sichten und Notizen machen.

2013 räumte Uwe Boll sein Büro aus und ich schlug mal wieder zu – für euch:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Danach war tatsächlich erstmal Ruhe, denn Boll verkündete, die Filmemacherei aufgeben und stattdessen ein Restaurant in Kanada eröffnen zu wollen. Meine Prognose damals? Das hält er keine fünf Jahre durch. Der Mann ist vielleicht ein katastrophaler Filmemacher, aber er ist es mit Leib und Seele.

Ich sollte mich irren. Es dauert sechs Jahre, bis Boll mit Restaurant und Pub gescheitert war und sich wieder der Filmemacherei zuwandte. Angesichts seiner Social Media-Aktivitäten fiel allerdings schnell auf: das hier war ein anderer, verbitterter, stammtischiger Uwe Boll, der nicht nur überzeugt war, mehr vom Filmemachen zu verstehen als ganz Hollywood – sondern auch vom Rest der Welt.

So schrieb ich 2019 erstmals nicht über den "homo cinematicus" Boll, sondern über den "homo politicus" Boll, der sich für die Partei "Das Haus Deutschland" stark machte. Ein paar seiner Thesen im Originalton:

  • "Migration aus Afrika muss eingedaemmt werden. Geholfen wird direkt in Afrika. Migranten, die straffaellig werden und sich nicht anpassen werden ausgewiesen. Asylverfahren werden verkuerzt."
  • "Wer arbeitet und Steuern zahlt darf bleiben."
  • "Die EU wird nie funktionieren wie die USA. Die Laender und Mentalitaeten sind zu verschieden, deshalb sehen wir die EU mehr wie eine Wirtschafts- und Arbeitsgemeinschaft ansonsten souveraener Staaten."

Auch hiermit findet er bei seinen Fans Gehör:

Nun lässt sich Boll von seinen Claqueuren feiern, weil er es "denen da oben" aber "mal so richtig" zeigen könnte, wenn man ihn nur ließe. Und wenn man ihn nicht lässt, dann ist natürlich nicht er Schuld, sondern die Macht-Elite, die ihm ja auch schon die Oscars und die Michelin-Sterne verweigert hat.

Mein Kommentar dazu?

"Das ist genau das Programm, das jemand schreibt, der keine Ahnung hat, wie Politik funktioniert. Lauter oberflächlich vernünftiges Zeug, das entweder nicht finanzierbar oder nicht legal oder nicht organisierbar ist. Oder alles zusammen. Mich wundert, dass er nicht auch noch gutes Wetter und besseren Sex für alle versprochen hat."

Damit habe ich es dann für ein paar Jahre gut sein lassen. Bolls neuere Filme interessieren mich nicht, die meisten Projekte scheiterten ja auch schon bei den ersten Finanzierungs-Versuchen – seine Fans mögen ihm zwar begeistert die Eier schaukeln, ihre Portemonnaies wollen sie ihm allerdings nicht öffnen.

Im letzten September platzte mir dann aber doch noch mal der Kragen, weil Boll in immer wirreren, hasserfüllten und pöbelnden Vlogs so komplett frei drehte, dass ich mich zum Widerspruch genötigt fühlte – den ihr hier komplett lesen könnt.

Boll nannte mich daraufhin "wischi waschi, arrogant, halb süffisant".

Wieder einmal stand die Idee im Raum, Boll zu interviewen. Ehrlich gesagt wollte ich einfach nur das Interview produzieren, das ich seit 20 Jahren sehen wollte. Das Interview, das die Sykophanten und Wasserträger des "Dr. phil." sich nicht trauen. Eins, das Boll in die Zange nimmt und nicht beim ersten Widerstand klein beigibt. Eins, in dem er sich nicht rausreden kann, sondern rechtfertigen muss.

Bei allem Gegenwind war mir dabei die Fairness wichtig. Einsteigen wollte ich erstmal mit den Dingen, die ich an Boll bewundere (und die gibt es). Ich bin kein Boll-Hater, halte ihn nicht für den schlechtesten Regisseur aller Zeiten. Gerade weil der Mann teilweise Erstaunliches geleistet hat, sind seine Ausfälle so frustrierend.

Ich führte ein sehr gutes Konzeptgespräch mit Markus Haage vom NEON ZOMBIE, dem ich zutraute, das live und Auge in Auge geplante Gespräch erheblich professioneller zu filmen, als es mir möglich sein würde.

Alle Zeichen standen auf grün und ich freute mich schon darauf, nach fast 20 Jahren Anfeindung den Choleriker und Maulhelden Boll anzubohren, um irgendwo da drin den Filmfan und verletzlichen Kreativkünstler zu finden.

And then the shit hit the fan and all hell broke loose.


Einschätzung

Ich brauche euch die ganze unselige Story nicht rekapitulieren.

The shortest version: Boll heuert mit Armie Hammer einen in Ungnade gefallenen Ex-Hollywoodstar an und kurbelt in Kroatien einen menschenverachtenden Gewaltfilm im Geiste der EIN MANN SIEHT ROT-Reihe runter, der seinen ganzen Hass auf die Politik, die Migration, die Justiz, und die angeblich schlafende Mehrheit spiegelt. Den geplanten Titel THE DARK KNIGHT muss er natürlich nach einer freundlichen Ermahnung von Warner Bros. ändern, obwohl er lautstark verkündet, sich dem Druck des Studios keinesfalls zu beugen.

Hauptdarsteller Armie Hammer gibt in einem Beitrag des Hollywood Reporter Folgendes zu Protokoll:

“I would have done a fucking cat food commercial. I just wanted to work again.”

Als die FSK eine 18er-Freigabe der Heimauswertung aufgrund des aufstachelnden und menschenverachtenden Inhalts verweigert, brüllt Boll auf allen Kanälen "Zensur!" und verkündet, dass man seinen Film wegen der unbequemen Wahrheiten verbieten wolle. Das bekommt ausgerechnet Elon Musk (!) mit, der keine Gelegenheit auslässt, auf der Basis ungeprüfter Plärrer-Tweets gegen den Rest der Welt zu schwadronieren. Er nimmt Bolls Angebot an, den nun CITIZEN VIGILANTE genannten Streifen auf X kostenlos zu präsentieren.

Das weltweite Medienecho teilt sich in zwei Lager auf: die Berichterstattung über den in Deutschland angeblichen "verbotenen" Film und die gesamte Fanblase, die Boll mal wieder zu den "biggest balls on the block" gratuliert.

Nur eine verschwindend kleine Gruppe an noch nicht ganz Hirntoten bemerkt ein paar Details an:

  • CITIZEN VIGILANTE ist – PR hin oder her – ein Scheißfilm
  • Die "Schenkung" des Films über X bringt X Klicks, aber Boll keinen müden Cent
  • Der Film ist in Deutschland nach keiner Definition des Begriffes "verboten"
  • Boll kriecht damit den Rechtspopulisten in den Arsch

Der von mir verehrte Mark Tinta fasst es ganz gut zusammen:

Think of the worst vigilante movie you’ve seen. That’s probably better than CITIZEN VIGILANTE. It’s more or less a tangential offshoot of Boll’s atrocious RAMPAGE films glorifying incel mass shooters. It might not be Boll’s worst film, but it’s likely his most morally reprehensible and thoroughly repulsive, which I guess has to count for something.

Boll lässt mittlerweile die Maske fallen und outet sich als AfD-Wähler. Da ist es angemessen, ein Zitat von ihm von 2016 rauszukramen:

Das sind meistens Parteien für Idioten wie die AFD. Warum wächst da keine Partei, wo mehr Intelligenz dahintersteckt? (…) Aber die AFD etwa hat ja gar kein anderes Programm. Wer will die AFD wählen und vor allem wegen was?

Immerhin hadert er mit Trump, was aber irgendwie Schuld der Linken ist:

the problem is that the woke left got crazy and let to much absurd policies happen ….that got trump in running on freedom, less rules, america first, no wars, less illegal migration – but as soon he is in power he enriches himself and his family and shuts down media, gets people fired and disallow press outlets …. he runned on he will release the epstein files but now where he is in it he keeps them secret / thats an admission of guilt and also that he is not holding up to his promises and loves to go full dictator.

Und da sind wir nun. Boll ist komplett im rechten Sektierertum angekommen, auch wenn er das natürlich lautstark bestreitet. Er hält sich für den Einzigen, der noch den klaren Durchblick hat, was fehlt und was getan werden muss. Rechts sind alle anderen, vor allem die Linken.

Boll läuft auf Wut, seine Filme propagieren Hass, seine Antwort ist immer Gewalt – ob auf der Leinwand oder im Ring gegen seine Kritiker.

Das ist mehr Material, als ich mit Boll an einem Wochenende besprechen könnte. Würden wir seine Vita, seine Filmographie, und seine aktuelle politische Heimat wirklich diskutieren wollen, sollten wir uns für zwei Wochen in ein tibetanisches Kloster einschließen lassen.

Das Problem: Im Gegensatz zu dem, was ich noch vor einem Jahr dachte und plante, kann ich das nicht mehr mit der nötigen Distanz durchziehen. Weil sich etwas geändert hat, das mich als Interviewer disqualifiziert.


Abrechnung

Ich verachte Uwe Boll.

So etwas sage ich nicht leichtfertig. Ich verachte sehr wenige Menschen – auch deshalb, weil dafür ein sehr großes emotionales Investment nötig ist.

Uwe Boll hat mit seiner "Vermarktung" von CITIZEN VIGILANTE bewiesen, was wir schon wussten, aber nicht in dieser Konsequenz: er ist ein Mann ohne Charakter, ein dumpfer Stammtísch-Politproll, der wirklich alles tut, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Rampenlicht, Anerkennung. Nachdem Hollywood und die deutsche Medienszene ihn weiterhin vor der Tür im Regen stehen lassen, ist er sich nicht zu schade, den Demokratiefeinden und rechten Agitatoren die Füße zu küssen, damit er über ihre Reichweite endlich mal wieder Relevanz zu spüren meint.

Er teilt mit Begeisterung alle Beiträge über sich und den Film – ohne auch nur eine Sekunde zu reflektieren, wessen Beiträge er da teilt. "Dr. phil." my ass.

Uwe Boll hat sich vom Mainstream, dessen Respekt er sich nie erarbeiten konnte, endgültig verabschiedet. Er tut so, als würde er sich in der Rolle des Pariah gefallen, aber in Wirklichkeit ist CITIZEN VIGILANTE ein Protokoll des Scheiterns, des endgültigen Abstiegs in die Hölle. Damit gleicht Boll seinem Protagonisten.

Ich wurde in den letzten Wochen mehrfach gefragt, ob ich dazu nicht etwas schreiben wolle. Schließlich sei der Weg Bolls ins rechtspopulistische Milieu doch erstaunlich und berichtenswert. Darauf habe ich sehr deutlich geantwortet: nichts daran ist erstaunlich. Er ist nicht nach rechts abgebogen. Ich hoffe, mit diesem Beitrag dokumentiert zu haben, dass Boll lediglich den Weg in die rechte Sackgasse, den er vor 20 Jahren angetreten hat, konsequent zu Ende gegangen ist.

Die Maskerade hat ein Ende.

Ist Boll damit ein Rechter, ein strammer Anhänger einer Ideologie, die er selbst in früheren Filmen anprangerte? Ich glaube, selbst das würde eine intellektuelle Stimmigkeit brauchen, die Boll nicht besitzt. Boll ist reiner, dumpfer Stammtisch – und der ist Nährboden und Fußvolk einer Bewegung, die Leute wie Boll ablehnt.

Boll glaubt wieder einmal, er würde kongenial die Medien instrumentalisieren – ohne zu merken, dass er sich wieder mal als Hampelmann vorführen lässt.

So einen Mann kann ich nicht interviewen, will ich nicht interviewen. Nicht mal, um ihn zu entlarven – denn was gäbe es da noch zu entlarven?

Wirklich schockiert bin ich allenfalls (und mal wieder) über einen gewissen Teil der Fanblase, die Boll als jemanden feiert, der "Eier hat" und die seine Aktion auf X einen "krassen move" nennt. Er wird überall zu Interviews geladen, wo man ihn allerdings nicht für seinen stumpfen Hass röstet, sondern ihm "Klartext" attestiert.

Klartext? Habt ihr noch alle Nadeln an der Tanne?!

Wie krass an der Realität vorbei man sich für "neutral" erklären und jede Diskussion darüber gleich im Keim ersticken kann, beweist das WEEKEND OF HORRORS mit dieser Ankündigung, die mich kotzen macht:

Blutige Hinrichtungen und Selbstjustiz sorgen nun "für Gerechtigkeit", so so…

Ich sage es ganz offen: wer jetzt den Schuss nicht gehört hat und sich immer noch nicht distanziert, muss sich unterstellen lassen, dass er Bolls Weltbild teilt. Und KEINEN von euch will ich hier auf meiner Seite haben. Ihr wisst, wer ihr seid.

Das gibt Kollateralschäden. Ich lehne damit Rezensionen von Filmen ab, deren Macher ich eigentlich ganz gut leiden kann. Ich stoße Kommentatoren vor den Kopf, die Veteranen des Wortvogels sind. Ich tue das nicht leichtfertig. Ich habe wochenlang mit der Frage gekämpft, ob ich eine Mauer gegen diese Fraktion sein will – oder ein Kämpfer. Ich habe mich für die Mauer entschieden, weil ich jeden Kampf für verschwendete Zeit halte. Boll und alle, die ihm die Steigbügel halten, sind in meinen Augen für den gesunden Menschenverstand verloren.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder ebbt das Geschrei um Bolls Film wieder ab und der Mann bleibt da, wo er sich eingerichtet hat – in der schmierigen Nische. Oder es ist der Startschuss einer Welle von rechtspopulistischen, hasserfüllten Revanchismus-Filmen, die wie die "faith movies" mit moderner Technik und in Ungnade gefallenen Ex-Stars ein eigenes Genre bilden.

Momentan sieht es so aus, als würde Boll bereits ahnen, dass die Berühmtheit, die eine Berüchtigtheit ist, sich nicht in barer Münze auszahlen lässt:

Der für September geplante Dreh von CASTLE OF THE DEAD, ein Sequel zu HOUSE OF THE DEAD, an dessen Lizenz Boll die Rechte nicht mehr besitzt, wurde letzte Woche abgesagt. Er wollte tatsächlich ein inoffizielles Sequel zu einem seiner eigenen Filme drehen. Das ist fast schon wieder… typisch Boll.

Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Die patriotisch besoffenen Magadioten haben einen Haufen Kohle und keinen Geschmack, da mögen sich künftig Investoren aus den Sphären von genau denen finden, gegen die Boll noch vor nicht allzu langer Zeit gewettert hat. Es gilt: wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing.

Boll muss nur hoffen, dass seine neuen "Fans" niemals POSTAL sehen…

Der Wortvogel von 2010, der hätte sich mit Begeisterung in die Schlacht gestürzt. Der Wortvogel 2026 ist müde und hatte eigentlich vor, sich rauszuhalten. Aber ich spüre den ranzigen Wind eines rauen Zeitgeists und möchte mir nicht irgendwann vorhalten lassen: du hättest ja auch was sagen können.

Und darum ziehe ich die rote Linie hier: Kein Wortvogel-Interview mit Uwe Boll. Kein Zentimeter den Rechtspopulisten. Keine Macht den Drögen. No Bollshit.



Abonnieren
Benachrichtige mich bei

48 Kommentare
Älteste
Neueste
andreas
16. Juli, 2026 11:51

Vielen Dank – ich kann es gar nicht genau beschreiben, warum. aber auch ich habe mich irgendwie nach einem Text von Dir zu diesem ganzen Theater gesehnt. du hast es mehr als treffend analisiert und zusammengefasst. Ich hatte Boll ja dreimal auf seiner Page gefragt: seine "Deutschland im Winter" Triologie sollte seinen eigenen Aussagen nach, eine Dystopie werden. Über eine Deutschland(und Europa) dass von rechtsextremen Regiert wird. Ich habe leider nicht mehr die Quelle, weiß aber, dass ich damals einen Podcast gehört hatte, indem er sagte, wenn ein Kanzler Höcke regiert, werden hier Leute auf der Straße erschossen. Ich bezog mich auch auf seinen "Auschwitz" Film, der ja zumindest als Warnung gemeint war. Er antwortete schließlich: Faschismus gebe es von Links und Rechts. Und es seien die Linken, die seinen Film anfeinden. Erbärmlich. Er steht für nichts. Er wollte nie etwas sagen. Und er nimmt den lang ersehten Applaus – egal von wem. Teil 2 ist ja angekündigt. Wer weiß: vielleicht finanziert sogar Elon. In diesen Zeiten ist alles möglich.

EmserPastille
16. Juli, 2026 11:51

Ohne diesen Mann und sein Opus genauer zu kennen, so glaube ich, ist es die richtige Entscheidung.

Rechte und extrem Rechte entlarven zu wollen, das funktioniert eh nicht mehr. Das ist allenfalls eine Fingerübung Anständiger für andere Anständige. Niemand, der einem Rechten an den Lippen hängt, hört damit auf, wenn ihm gezeigt wird, dass es wirklich ein Rechter ist. Im Gegenteil. Die AfD floriert längst nicht mehr trotz unbestrittener Kontakte auch zu Ultrarechten, Gewalttätern, Geschichtsrevisionisten, sondern gerade deshalb.

Die Wut da draußen ist so groß, die wollen was brennen sehen, egal was, egal, wer es anzündet.

Sven
17. Juli, 2026 09:12
Reply to  Torsten Dewi

Man kann die Maske lüften, dummerweise ist es deren Wählern völlig egal. Die wählen die trotz alldem, was denen vorgeworfen und auch belegt wird. Und warum? Weil die das genau so sehen, wie es die Partei von sich gibt. Da gibt es überhaupt kein kritisches Hinterfragen mehr und wer das offenlegt und wer mal kritischer und mit Nachdruck nachfragt (was deutsche Journalisten viel zu wenig tun) ist eh nur eine "Staatsmarionette".

17. Juli, 2026 12:19
Reply to  Torsten Dewi

Richtig. Aber – und genau das ist der Knackpunkt: Parteien sollten in dieser Aufzählung eigentlich nichts verloren haben, sprich keine Religionen/Kulte (oder von mir aus auch Fußballvereine) sein. AfD & Co. sind es aber; zumindest für ihre Anhänger. Darin liegt für mich – neben der menschenverachtenden politischen Positionen, die sie einnehmen, und dem reinen Machtstreben um jeden Preis – das größte Problem, und die größte Gefahr, dieser Parteien.

Marcus
16. Juli, 2026 12:25

Danke. Das empfinde ich auch so. Die ganze "Diskussion" um den Film fand ich sehr deprimierend. Und Boll ist spätestens jetzt kein lustiger Trash-Filmer mehr, sondern einer von *denen*. Der soll einfach nur weggehen.

16. Juli, 2026 12:44

Danke.

Mike
16. Juli, 2026 13:45

„Es widerstrebt mir wirklich, diesen Beitrag zu schreiben. Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich auch nicht, ob ich ihn veröffentlichen möchte.“

Irgendwie hab ich das geahnt (gespürt?) …
Es hat mich in den letzten Tagen schon ein wenig in den Fingern gejuckt, dir zu schreiben und zu fragen, wann du „Citizen Vigilante“ besprichst, aber habe es dann aus genau dieser Vorahnung heraus bleiben lassen.

Ich glaube, mich zu erinnern, dass du bei anderen Filmrezensionen (zum Beispiel „Wencke, Udo… und der blaue Diamant“) damals geschrieben hast, dass du einen Film vor dem Rezensieren, mehrfach sichtest. (Vielleicht gilt das aber auch nur für einzelne Filmszenen, kann mich da nicht mehr genau erinnern.)

Deshalb nur aus reiner Neugier (und bitte die Frage nicht falsch verstehen), hast du dir den Film angeschaut und wenn ja, wie oft?

Ich selbst hab ihn nicht gesehen (auch keinen anderen von Bolls Filmen).
Aber das liegt wohl daran, dass ich kein Netflix habe, selten Fernsehen schaue und nie ins Kino gehe. Seltsamerweise lese ich Filmrezensionen dennoch immer wieder gern. 😃

Skeletor's Mine
16. Juli, 2026 13:47

Bald gibt es Staatsschutz, als Wiedergtmachung:

https://www.youtube.com/watch?v=xbetWC2ZyDM

Shah
16. Juli, 2026 14:02

So gerne ich das Interview gelesen hätte, so sehr freue ich mich über den letzten Abschnitt. Schlimm genug, dass ich Boll entdeckte, weil mein Vater fröhlich Steuern mit seinen Gurken sparen wollte. Dass es ihm nur um Widerlichkeiten geht, war für mich mit Auschwitz klar und damit durch.

Mencken
17. Juli, 2026 23:59
Reply to  Shah

Ja, ich hatte das auch neulich schon erwähnt, mit Auschwitz hat sich Boll schon vor Jahren komplett disqualifiziert und war auch nicht mehr als Trash konsumierbar.

andreas
16. Juli, 2026 16:34

Und dann noch diese hier: Man erkennt zwar, dass Boll keine guten Filme machen kann, aber es ist dann eben Kunst. Kunst muss nicht "gut" sein. Und überhaupt: Dirty Harry wollte man damals auch verbieten und gilt heute als Filmklassiker. Ich.Kann.Das.Nicht.Mehr. https://www.youtube.com/shorts/38zt-G8rgI8

andreas
16. Juli, 2026 16:46
Reply to  Torsten Dewi

Man hält es kaum aus. Auf Facebook kam der Hinweiß, der Film sei nicht verboten. Daraufhin antwortete der männliche Part, dass bei "Redaktionschluss" die info sei, keine FSK Freigabe. Die Redaktion …Sie und Er.

OnkelFilmi
16. Juli, 2026 16:52

Als kurze Ergänzung für die, die es nicht wissen: Bolls "Dr. phil." steht in seinem Fall für Literaturwissenschaft.

Der Boll. Tja. Der Boll. Ich weiß noch, wie ich Mitte der 90er bei ihm eine Kopie seines (was war es, Erstlingswerk?) AMOKLAUF bestellt habe. Kein guter Film, aber hey, "wir hatten ja nüscht." Ich habe dem Mann über mehrere Jahre die "Treue" gehalten, in der Hoffnung, dass aus ihm doch noch mal was wird. Aber wie wir alle wissen – ein Trugschluss. Immer beschissenere Filme, ein immer grösser werdendes Maul, und mehr und mehr Hass und Vitriol.

Und mit jedem "Skandal" entpuppte er sich mehr und mehr als kleines Würstchen. Im Ganzen und in der Hose. "Ich hau all euch Kritikern auf’s Maul. Im Ring. Ich gegen euch! Aber…" Genau, "aber". Wie so oft kam ein Aber mit einem Haufen Einschränkungen. Nicht grösser als er. Nicht schwerer als er. Keine (Amateur-)Kampfsportler. Irgendwie musste der Wermelskirchener Kirmesboxer Boll ja die Oberhand behalten. Wäre ja noch schöner, wenn ihm so ein Schreiberling die Fresse poliert.

Bolls Weg war, wie Du schreibst, schon immer vorherbestimmt. Wie die ganzen neu-rechten Schmierlappen, haben auch ihn seine ganz eigenen Verfehlungen und Komplexe aufgefressen und letzten Endes durchknallen lassen.

Boll ist mehr oder weniger eins geworden mit dem Protagonisten aus AMOKLAUF.

Life imitates art.

Hoffen wir für die Menschheit, dass ihr wenigstens die Schlusspointe des Films erspart bleibt.

Feivel
16. Juli, 2026 17:16

Ich formuliere das als jemand, der sich natürlich nicht so intensiv mit Boll, seinen Filmen und seinem Weltbild auseinandergesetzt hat wie der Hausherr: Beim Lesen des Textes dachte ich mir mehrfach "Uff, also.. da macht er den Boll jetzt aber größer als er ist."

Damit meine ich: Ich würde vermuten, den Film hätte Boll auch vor zehn Jahren fast genau so gedreht – als pubertäre Jungenfantasie gepaart mit moralischer Überheblichkeit. Boll möchte sich vielleicht gerne als der neue Veit Harlan anbieten, aber ich persönlich sehe da, und das meine ich nicht verharmlosend, keinen Anknüpfungspunkt zur AfD-Ideologie, bis auf die Tatsache, dass beide (der Film und die AfD) von den gleichen Zu-Viel-im-Internet-Unterwegs-Leuten gefeiert werden.

Feivel
16. Juli, 2026 17:55
Reply to  Torsten Dewi

Dass Boll sich damit als AfD-Wähler outet, hat ja nun aber nichts damit zu tun, wie geil die AfD dann am Ende den Boll (und seinen Film) findet. Davon schrieb ich.

Ich glaube tatsächlich nicht, dass "wir wollen alle Braunen an den nächsten Baum hängen" Partei-Ideologie der AfD ist. Ich halte die Überspitzung auch nicht für hilfreich – gibt schließlich genug greifbare, konkrete "Kritikpunkte" (ich benutze den Begriff in Anführungszeichen aus Ermangelung dessen, dass ich keinen stärkeren weiß. Angreifpunkte? Inakzeptabilitätspunkte? Germanisten dieser Welt: bitte helft mir).

Ich würde dabei auch explizit nicht "AfD" gegen "Björn Höcke" tauschen wollen oder können (ich hab mir die 4-Stunden-Podcast mit Höcke angehört und fand das Format im Nachhinein super: der redet da so offen heraus, dass sich ab jetzt niemand mehr mit "Ohhh, dass der so drauf ist, das haben wir aber vorher nicht gewusst, auf welchen Kolben sein Gehirn nicht richtig zündet" rausreden kann).

Aber.. dein Beitrag geht ja primär um Boll, darum belasse ich es jetzt dabei. Boll war halt damals pubertär, ist jetzt pubertär und offener menschenverachtend – ich hatte halt beim Lesen den Eindruck, dass du Boll da mehr Denke unterstellst, als ich es tun würde. Aber ich kenne ihn auch primär nur hier aus dem Blog und aus memes – also was weiß ich schon.

(edits um die Rechtschreibfehler zu korrigieren. Herrgottsakrament)

Last edited 23 Tage zuvor by Feivel
Feivel
16. Juli, 2026 20:35
Reply to  Torsten Dewi

Damit unterstellst du mir jetzt aber – oder zumindest verstehe ich dich so – einfach zu doof (oder wohlwollender formuliert: naiv) und nicht weitsichtig zu genug sein, um zu erkennen, dass die morgen den Führer wieder ausbuddeln werden. Da kann ich jetzt inhaltlich schwer gegen argumentieren. Vor allem aber ist das doch gar nicht mein Argument gewesen. Ich weise die Möglichkeit einer AfD-Faschistisierung ja gar nicht von der Hand. Deren Fortschreiten wird definitiv davon abhängen, ob/wann sich der Höcke-Flügel bundespolitisch nach vorn schiebt. Aber was die AfD nach einer Machtübernahme macht, hat doch nichts mit Lynchjustiz zu tun.
Und da bleibe ich dabei, dass ich kein – bzw um nicht in Absoluten zu sprechen sage ich mal: kein starkes – Argument dafür sehe, Lynchjustiz wäre AfD-Ideologie, wenn sich bei bis zu 50% Wähler-Zuspruch das Lynchen bisher auf "Hase, du bleibst hier!" beschränkt.

Warum mir der Punkt wichtig genug ist, mich hier mit dir darüber zu streiten? Weil diese Einordnung meiner Meinung nach das sehr strategische Vorgehen der AfD zu sehr vereinfacht und davon ablenkt, dass die durch die Blauen angestrebten Veränderungen gar nicht durch irgendwelche Lynchjustiz erfolgen werden (die haben sich den Bierkeller-Putsch bestimmt sehr genau angeschaut), sondern das alles ganz brav politisch-juristisch legitimiert erfolgen wird. Insbesondere der Höcke-Flügel hat (selbst ganz unabhängig vom Ausländer-Thema!) eine Ideologie und Staatsvorstellung, die ich nicht teile und die auch für den seit den Cheruskern durchgermanisierten Bio-Deutschen eine erhebliche Einschränkung der Freiheitsrechte durch einen übergriffigen Staat nach sich ziehen wird. Da ist genug konkreter Mist dabei, dass es mMn gar keiner weiteren Überspitzung bedarf.

Ich finde das ja alles auch so wie die Filme vom Boll: echt nicht gut. Da müssen wir uns doch hier jetzt nicht gegenseitig überholen, wer die AfD scheißer/gefährlicher findet.

Last edited 23 Tage zuvor by Feivel
S-Man
16. Juli, 2026 18:22

Zwischendrin habe ich allen Ernstes das Konto gecheckt, ob ich den Tibet-Trip mitfinanzieren kann.

Stabiles Statement. Danke!

Stefan
16. Juli, 2026 19:17

Respekt für die klare Kante!
Zumal man unterstellen darf, dass die allermeisten hier (und da schließe ich mich mal mit ein) das Interview vermutlich absolut gefeiert hätten.

Thies
16. Juli, 2026 23:10

Was mich an dem Fall von Anfang an wundert ist wie wenig Gegenwind Boll für seine Behauptungen erhält, der Film würde aus politischen Gründen unterdrückt. Es ist offensichtlich nur lautes PR-Geschrei. Er hatte schon oft genug mit der FSK zu tun um zu wissen wie der Hase läuft. Und mit einem SPIO-Gutachten wäre der Film auch über Amazon erhältlich und nicht nur über Österreich – siehe z.B. "The Sadness".
Ich will dabei auch nicht die FSK in Schutz nehmen, denn deren Schnittauflagen hatten in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet. Aber Uwe Boll wie er sich als Märtyrer der Wahrheit aufspielt lässt diese Komission wie das kleinere Übel aussehen.

Magineer
17. Juli, 2026 02:16

Scheiße. Da ist jetzt echt nur … Erleichterung. Ein Aufatmen, weil der Wortvogel was zur Causa Boll beigetragen hat, und noch ein befreiter Gluckser, weil das, was er sagt, so richtig von Herzen kommt. Genau das. Uwe Boll ist kein Genie. Uwe Boll ist kein B-Film-Regisseur. Uwe Boll ist nicht einmal ein "Ach, das sieht scheiße aus, aber das ist ja so gewollt, und deshalb muss man seinen Trash auch diskutieren können"-Regisseur. NEIN. Boll hat seine Fahne immer nur in den Wind gehängt, hat sich politische, gesellschaftliche oder moralische Themen gesucht, an denen er sich abarbeiten konnte und die genügend Material boten, um damit neben fragwürdigen Botschaften auch immer die eine oder andere Ittenbach’sche Gewaltexplosion in Szene zu setzen (und ja, das gilt auch für immer wieder verteidigten Schund wie "Tunnel Rats", "Siegburg" oder "Darfur" – historisch verbürgte Tragödien sind keine filmische Wichsvorlage!). Und auch der vor "Vigilante" abgedrehte "Run" war nur Stammtischfantasie auf "politisch korrekt" gekehrt. Aber nicht, weil es Boll interessierte. Sondern genau, weil es ihm scheiße noch mal egal ist.
Wer Interviews mit Darstellern lauscht oder auch mal in freier Wildbahn auf Festivals und Filmmärkten interessiert umherfragt, weiß genau, wie sich Boll am Set verhält – nacdem die Kamera auf "Roll" steht, sinkt er hinter seinen Monitoren in sich zusammen und spielt desinteressiert am Handy. Was die Darsteller in der Szene treiben? Scheißegal. Das filmische Motiv zählt, der Rest interessiert eh nur den Teil der Zuschauerschaft, die spätestens nach "Alone in the Dark" nicht eh schon aufgegeben haben. Und dazu passt seine perfide Nummer mit dem Verbot des neuen Films in Deutschland wie die Faust aufs Auge – technisch wäre "Citizen Vigilante" vielleicht als SpiO/KJ durchgegangen, so wie unzählige seiner Filme zuvor. Passt halt nur nicht in sein Narrativ. Und dem Musk kann man ja viel erzählen, der schluckt den Köder eh, solange es gegen die woke europäische Agenda geht.
Und ja, "Citizen Vigilante" ist schlecht. Kein B-Trash, keine Grindhouse-Hommage, sondern … ein Unfilm. Bar jeglicher filmischer Erfahrung, die Boll in 35 Jahren als Regisseur schon längst hätte ansammeln müssen. Bar eines sinnvollen Drehbuchs. Bar jeglicher motivierter Charaktere. Und vor allem … bar jeglicher Menschlichkeit. Ein eiskalt berechnendes Manifest für die Zielgruppe. Damit ist Boll endgültig gestorben. Als Produzent, der sich auf Indie-Go-Go einen abstrampeln muss, um auch nur zehn Prozent seines Budgets reinzubekommen. Als Regisseur, der seine eigene Überlegenheit jederzeit demonstrieren will und keinerlei verwertbaren Beleg dafür in die Hände bekommt. Und als Mensch, den man ernstnehmen kann.
"Vigilante 2" wird kommen. Und Uwe wird sich nicht geändert haben. Jetzt wird keiner mehr sagen können, er habe es nicht gewusst. Uwe down.

Last edited 23 Tage zuvor by Magineer
Magineer
17. Juli, 2026 02:22
Reply to  Magineer

P.S.: Ich bin fast enttäuscht, dass hier noch keine Erwähnung von Vjekoslav Katusin kam. 🙂 Er hat zwar nur maximal zwei Minuten in "Citizen Vigilante" überlebt, aber irgendwie hatte ich dabei gleich das Gefühl, dass Boll sich des Hintergrundes von VK sehr wohl bewusst ist…

Luc
17. Juli, 2026 10:44

Vorweg: Boll war und ist auch in meinen Augen ein Film-Proll, dessen Ego sein filmisches Talent schon immer um Lichtjahre überstiegen hat. Gleichzeitig bleibt er eine faszinierende Figur, denn immerhin hat er anders als all die anderen Maulhelden jede Menge tatsächliche Filme gedreht.

Citizen Vigilante ist ein echter Boll-Film, mit holzschnittartigsten Figuren, plattestem Storytelling und ungelenker Inszenierung, der nur – zu Bolls Glück – genau zum richtigen Zeitpunkt von der FSK gestreisandet wurde, um einen Nerv über empfundenes politisches Versagen zu treffen. Weil es ein schlechter Film ist, ist er dann schnell wieder in der Versenkung verschwunden.

Aber dein Beitrag hier lieber Torsten wird mit all seiner moralischen Selbstbesoffenheit genauso schlecht altern wie z.B. der über den armen kritischen Corona-Tropf vor ein paar Jahren, dem du im tagesschau-induzierten emotionalen Überschwang im Vorbeigehen mal eben Antisemitismus unterstellt hattest.

Das ist wirklich schade, denn dein Interview mit Boll könnte eine echte Sternstunde für alle Interessierten sein, wenn man, wie es bis vor 10 Jahren völlig normal war, die Politik nicht alles dominieren lässt. Dass Boll auch abseits seiner Filmsprache ein Prolet ist, ist doch wirklich nichts neues. Boll biedert sich offensichtlich nicht "bloß für Aufmerksamkeit" irgendwelchen "rechten Agitatoren" an, sondern er ist selbst sehr einwanderungskritisch. Kann man ablehnen, aber ein Aufmerksamkeitsheuchler ist er an der Stelle nicht, und erst recht nicht ist er charakterlos. Im Gegenteil ist er sich offensichtlich über viele Jahre absolut treu geblieben und bereit, auf diesem Hügel pöbelnd und fluchend zu sterben. Dir mag seine politische Gesinnung nicht gefallen, du magst sie sogar für gefährlich halten, aber das ist etwas gänzlich anderes.

Du echauffierst dich wortreich über Bolls politische Ansichten und zitierst als Quintessenz deiner Ablehnung:

"Migration aus Afrika muss eingedaemmt werden. Geholfen wird direkt in Afrika. Migranten, die straffaellig werden und sich nicht anpassen werden ausgewiesen. Asylverfahren werden verkuerzt."

"Wer arbeitet und Steuern zahlt darf bleiben."

"Die EU wird nie funktionieren wie die USA. Die Laender und Mentalitaeten sind zu verschieden, deshalb sehen wir die EU mehr wie eine Wirtschafts- und Arbeitsgemeinschaft ansonsten souveraener Staaten."

Ich prognostiziere: Da du, Dickschädel hin oder her, mit ein bisschen zeitlichem Abstand ein reflektierter Mensch bist, wirst du dich irgendwann selbst am Kopf kratzen über die Diskrepanz zwischen der Vehemenz deines Textes und Sätzen wie "geholfen wird direkt in Herkunftsländern", "straffällige Flüchtlinge muss man abschieben" oder "Europas Staaten werden nie ihre Souveränität so abgeben wollen wie die Bundesstaaten der USA an Washington".

PS: Die Claqueure, die Boll und den Film jetzt bedingungslos verteidigen, sind lächerlich. Er verschwindet völlig zu recht wieder in der Bedeutungslosigkeit, weil der Film keine Kunst ist und Boll kein Künstler. Höchstens in dem Sinn, dass er es am Ende immer wieder schafft, noch einen weiteren wirklichen Film zu drehen.

Luc
17. Juli, 2026 10:58
Reply to  Torsten Dewi

Dein zentraler erklärender Absatz für deine Verachtung:

Uwe Boll hat mit seiner "Vermarktung" von CITIZEN VIGILANTE bewiesen, was wir schon wussten, aber nicht in dieser Konsequenz: er ist ein Mann ohne Charakter, ein dumpfer Stammtísch-Politproll, der wirklich alles tut, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Rampenlicht, Anerkennung. Nachdem Hollywood und die deutsche Medienszene ihn weiterhin vor der Tür im Regen stehen lassen, ist er sich nicht zu schade, den Demokratiefeinden und rechten Agitatoren die Füße zu küssen, damit er über ihre Reichweite endlich mal wieder Relevanz zu spüren meint.

Mein zentrales Argument dagegen:

Boll biedert sich offensichtlich nicht "bloß für Aufmerksamkeit" irgendwelchen "rechten Agitatoren" an, sondern er ist selbst sehr einwanderungskritisch. Kann man ablehnen, aber ein Aufmerksamkeitsheuchler ist er an der Stelle nicht, und erst recht nicht ist er charakterlos. Im Gegenteil ist er sich offensichtlich über viele Jahre absolut treu geblieben und bereit, auf diesem Hügel pöbelnd und fluchend zu sterben. Dir mag seine politische Gesinnung nicht gefallen, du magst sie sogar für gefährlich halten, aber das ist etwas gänzlich anderes.

Nochmal als Service 😉

17. Juli, 2026 12:34

Zu Beginn seiner "Karriere" habe ich mich ernsthaft (und natürlich kritisch) mit seinen Filmen auseinandergesetzt. Ich glaube, das ging in etwa bis "Schwerter des Königs". Irgendwann hatte ich genug davon, mir wieder und wieder seine Talentlosigkeit bestätigen zu lassen. Zumal ich mit der Zeit auch meine eigene Lebenszeit immer mehr wertzuschätzen wusste, die ich nicht länger an ihn und seine Produktionen verschwenden wollte. Insofern habe ich persönlich bereits seit rund 20 Jahren mit ihm abgeschlossen. Nichtsdestotrotz vielen Dank für diesen (für mich – der seinen weiteren Werdegang eben nur sehr oberflächlich verfolgte, höchst aufschlussreichen) Artikel; vor allem aber auch dafür, wie du hier klar Stellung beziehst.

Matts
17. Juli, 2026 13:53

Ich fand es von Anfang an so unfassbar witzig, dass die Rechte Meute einen Uwe Boll(!!!) Film als den nächsten großen Sieg im "Culture War" feiert. Das ist sprichwörtlich: "Ich fresse Scheiße und erkläre mich anschließend zum Gewinner!"

Und dass er jetzt noch ein bisschen gegen Trump schießt, ist auch extrem ironisch, denn mit dem hat er tatsächlich so einiges gemeinsam: Wie Du gesagt hast – und da stimme ich zu – hat Boll überhaupt keine Ideologie. Er ist schlicht nur ein erbärmlicher, narzisstischer Selbstdarsteller.
Wahrscheinlich wurmt es ihn nur, dass er damit nicht so weit wie Trump gekommen ist…

Ben
17. Juli, 2026 20:59

Ich hatte mal ein Interview mit ihm geführt, da war es noch die Lucke-AfD und er ganz angetan. Es gibt also schon einen langen Flirt mit der Partei. Ich könnte mich bis heute in den Hintern beissen, dass ich den Teil damals rausgenommen habe, weil ich dachte, dass in ein Online-Kinomagazin kein Interview über Politik gehört.

Endstille
20. Juli, 2026 14:07

wirst mich weiter hier sehen, bin ganz deiner meinung 😀
wenn es evtl. interessiert, david hain hatte vor monaten ein interview mit boll
david mag ich, boll nicht
Uwe im Gespräch mit David Hain

Last edited 19 Tage zuvor by Endstille
23. Juli, 2026 17:59

Nichts für Ungut, aber ich verstehe nicht, warum ihr alle euch so an diesem Herrn abarbeitet. Als ob es nicht genug andere schlechte deutsche Filmemacher gäbe, die mal eine Betrachtung Wert wären.
Zugegeben: Er hält den Schwarzen Gürtel in Marketing. Das verschaffte mir letztendlich die Gelegenheit, legal und kostenlos auf X sein jüngstes Werk zu schauen.
Dass Herr B. dafür nicht sofort schallend ausgelacht wurde, verstehe ich ebensowenig.
Ich meine, Boll ist es nicht wert, dass die Allgemeinheit so viel Zeit in ihn investiert.

23. Juli, 2026 19:48
Reply to  Torsten Dewi

LOL Nicht ganz, verehrter Blogwart. Ich suche eine Erklärung dafür, warum ausgerechnet dieser Filmemacher euch alle nicht kaltlässt. Was hat er, was andere nicht haben? Gute schlechte deutsche Filmemacher gibt es doch so einige.

23. Juli, 2026 20:26
Reply to  Torsten Dewi

Da sich niemand mit ihnen beschäftigt, ist deren politische Weltsicht der Öffentlichkeit unbekannt. Gegenfrage: War Herr B. schon 2007 ein Rechtspopulist?

Wie gesagt, ich verstehe die Faszination für ausgerechnet diesen Regisseur nicht. Offensichtlich kann mir niemand erklären, warum.
So it goes.

23. Juli, 2026 22:53
Reply to  Kinokarl

Ich antworte mal: Ich würde es in meinem Fall nicht unbedingt Faszination nennen, aber ich finde es schon erstaunlich, dass Boll eine filmische Gurke nach der anderen raushaut und es trotzdem immer wieder schafft (oder es zumindest für eine lange Zeit geschafft hat), recht bekannte Darsteller für seine Filme zu gewinnen. Der Mann hat u. a. mit Christian Slater, Tara Reid, Jason Statham, Lance Henriksen, Dolph Lundgren und Ben Kingsley gedreht, und das, finde ich, unterscheidet ihn durchaus von anderen "schlechten deutschen Filmemachern".