Wortvogels YouTube-Retrospektive April 2026 (1)
Themen: Film, TV & Presse |Erst die zweite "Folge" dieser neuen Reihe und schon gerät alles außer Kontrolle. Ich schaue einfach zu viele YouTube-Videos, die ich gerne mit euch teilen möchte. Ich splitte das heute mal in zwei Teile – eventuell steige ich demnächst auf ein 14tägiges oder gar fixes wöchentliches Format um.
Ich weise auch noch einmal darauf hin, dass YouTube-Videos oft genug eine begrenzte Lebensdauer haben und schnell gesperrt werden können. Wenn ihr demnach von einem Video besonders begeistert seid, solltet ihr euch einen der vielen Online-Anbieter suchen, die einen Download ermöglichen.
Kommt nicht zu mir und heult!
Die LvA und ich schauen sehr gerne alte Werbungen, besonders aus der Zeit, als wir selber vor dem Fernseher auf dem Flokati (fragt eure Eltern) lagen. Oft sind das relativ schlechte VHS-Mitschnitte von Werbepausen. Die nachfolgende Kompilation ist hingegen professionell zusammen gestellt und bietet einen wunderbaren Blick in die Warenwelt, die den Nachkriegsdeutschen begeisterte:
Es ist dem sozialistischen System geschuldet, dass die DDR kein "Werbefernsehen" nach unserem Verständnis hatte. Wo man oft nicht die Wahl hatte, hatte man auch keine Qual. Ich bin allerdings über diese hübsche Kompilation gestolpert:
Vor 11 Jahren habe ich in einem Beitrag über die TV-Events meines Lebens an eine Versuchssendung zum Thema "hochkant-Fernsehen" erinnert, die sich dann als aufwändiger Aprilscherz des Senders herausstellte. Jetzt hat jemand uns den Gefallen getan, diese ganze Farce in guter Qualität online zu stellen. Wenigstens lässt sich das Laptop leichter um 90 Grad drehen als der Fernseher.
Eine aussterbende (ausgestorbene?) Form des fiktionalen Fernsehens ist das Fernsehspiel, das über Jahrzehnte eine kuriose Lücke zwischen Theater-Übertragung und TV-Film belegte. Es ist dynamischer und besser besetzt als die meisten Theaterstücke, aber inszenatorisch eben doch noch kein echter Film. Der Look dieses Durbridge-Krimis erinnert mehr an eine Seifenoper:
Und ja, 1983 war ich ein bisschen in Jutta Speidel verknallt…
Man kann diese ZDF-Doku über Spezialeffekte veraltet und spießig finden, aber das unterschlägt, dass hier direkt von der Zeitenwende aus berichtet wird – es sind die Jahre, in denen Latex und Stop Motion erstmals mit CGI konkurrieren müssen, aber noch niemand weiß, wie sehr das Hollywood umkrempeln wird:
Nicht nur die straffere Dramaturgie des US-Kinos mussten die Deutschen in den 80er und 90er Jahren noch lernen – auch die Kunst des Trailerschnitts, wie an dieser allerersten Präsentation der neuen Serie MAGNUM gut zu erkennen ist:
Ich werde immer mal wieder meine liebsten SNL-Sketche einstreuen. In diesem Sinne stelle ich heute die Frage zur Diskussion "wenn alle woke sind, was bedeutet es dann noch, woke zu sein?":
Es gab Anfang der 80er den Versuch, den Erfolg von SATURDAY NIGHT LIVE mit einer kurzlebigen Sendung namens FRIDAYS zu kopieren. Mehrere Folgen finden sich im Netz. Wirklich begeistert hat mich dieser legendäre Sketch, in dem der berüchtigte Non-Komiker Andy Kaufman seinen Part schmeißt, weil er augenscheinlich keinen Bock hat, einen Bekifften zu spielen – was live zu einem Eklat mit seinem Sketchpartner Michael Richards führt:
Tatsächlicher Skandal oder geplante Provokation? We may never know…
Auch das hier habe ich lange gesucht – vor 13 Jahren hatte ich den großartigen britischen Komiker Stephen Mangan bereits als den depperten Adelssohn in alten After Eight-Werbungen geoutet. Das Video verschwand schnell – hier eine andere Variante. Er war jung und brauchte das Geld:
Es muss nicht immer retro sein – in diesem Video werden die ersten großen Kinoflops des Jahres ausgezeichnet analysiert. Das spart Lebenszeit:
Es gibt Gründe, warum mich das Thema "Flugzeug-Verpflegung" fasziniert. Der sehr sehenswerte Kanal "Tasting History with Max Miller" hat sich mal die Geschichte der Tablett-Kost angeschaut zu einer Zeit, als die Airlines wegen festgelegter Ticketpreise noch aus dem Vollen schöpfen konnten:
Die Videos von Dami Lee sehe sich sehr gerne, denn die Architektur-Expertin nimmt sich mitunter interessanter What if-Szenarien an. Lediglich ihre knödelige Stimme irritiert mich, die immer klingt, als wäre ihr Kiefer verschraubt. In dieser Episode schaut sie sich verschiedene Szenarien für interstellare Reisen an.
Bildung!
Das Problem der Verschwörungstrottel ist, dass auf der Welt ständig Sachen passieren, die nach ihrem Weltbild nicht möglich sein dürften – dazu gehört auch die Artemis-Mission zum Mond kürzlich. Die Hohlbirnen der Flacherdler lassen sich einiges einfallen, um den Flug als "hoax" zu entlarven:
Einfach schön zu gucken – die Rückkehr der TITANIC als Drohnen-Performance:
Ich bin bekanntermaßen ein Fan von Synthwave-Pop, gerade bei nächtlichen Autofahrten. Für ein urbanes Feeling im Stil der 80er eignet sich auch japanischer City Pop, ein hierzulande fast unbekanntes Genre.
Das Internet ist voll von Geschenken, die wir gar nicht verdient haben – es liest Barbara Kaudelka für Bastei-Lübbe den von Fritz Tenkrat verfassten John Sinclair-Roman "Die Werwölfe von Wien" (der hier schon mal erwähnt wurde):
Jede neue Technik stolpert aus der Startbox. Am Anfang ist sie immer zu unhandlich, zu unverständlich, zu unbezahlbar. Man erinnere sich nur mal an die ersten Handys oder den ersten Kindle von Amazon. Aber es sind notwendige erste Schritte, um die nächsten Generationen massenkompatibler zu gestalten. Gerade in Sachen "Elektronik im Auto" haben wir in den 80ern noch über viele der wirren Fantasien von Entwicklern gelacht, ohne zu ahnen, wie sehr ihre Pionierarbeit uns heute zu gute kommt:
DWDL hat vor ein paar Wochen einen großartigen Artikel für die TV-Sendungen veröffentlicht, bei denen die Zuschauer anrufen und mitspielen konnten. Weil die Show nicht exakt in das Schema passte, wurde ALPHA 5 nicht erwähnt – ich hole das hier nach, denn ich saß 1984 gebannt vor dem Fernseher:
Zum Abschluss Musik! Mit Kontext!
Tina Ruland hat Ende der 80er wahrlich nix ausgelassen, um als irgendwas berühmt zu werden. Angesichts ihrer auffälligen Attribute landete sie fast zwangszweise im PLAYBOY und wurde danach zu Kerner eingeladen. Ein schöner Einblick, wie man damals Nacktfotos als Karriere-Kickstart verwenden konnte:
Spannender aber: es war gar nicht Rulands erster Ausflug ins Rampenlicht. Bei diesem Auftritt der Band Bad Boys Blue ist sie im Jahr zuvor als "Sängerin" zu sehen. Und bei aller Liebe – ich glaube weder, dass man sie wegen ihrer Stimme auf die Bühne gestellt hat, noch dass sie hier überhaupt selber singt:
Die Popmusik der 80er brachte oft auf lokale Größen hervor, die im Ausland weitgehend unbeachtet blieben. So hatten Frankreich und Italien gleich mehrere bezaubernde junge Damen als Äquivalent für Nena und Ixi. Lio und ihre sehr kindische/kindliche Nummer "Amoureux Solitaires" kannte ich – wenigstens war sie schon 18, als sie im Nachthemdchen über die Bühne hüpfen musste (?):
Diana Est hingegen wurde mir eher zufällig in den Stream gespült. Ich kann versichern, dass ich das italienische "Girl mit der Popperfrisur" damals für eine blöde Kuh gehalten hätte, obwohl ich heimlich in sie verknallt gewesen wäre. Wie bei Lio halte ich aber die Wahl der Outfits für ein unerklärliches Mysterium:
Nein, nein, das war auch 1983 nicht der letzte Schrei…
Um es mit Maurice Chevalier zu sagen: thank heaven for little girls?
Und damit: Schluss für heute. Geht raus. Spielen. Aber nicht raufen!