17
Mai 2026

The Last Kumite – in Hessen

Themen: Film, TV & Presse |

In der Marburg Innenstadt bin ich vor zwei Wochen im Aufzug zur Oberstadt auf einen kuriosen Aufkleber gestoßen:

Kumite? Dieses weitgehend fiktive Turnier aus BLOODSPORT mit Jean-Claude van Damme? Kann ja wohl schlecht sein, oder?

Ich lasse mich von Wikipedia belehren:

Im Wettkampf ist das Kumite der Kampf zweier Gegner ohne vorherige Absprache der Techniken. Im Training können je nach Kampfsportart unterschiedliche Stufen des Kumites existieren, in denen die Angriff- und Abwehrtechniken je nach Stufe vorgeschrieben sein können.

Okay, Kumite ist demnach nicht nur ein Turnier, sondern auch ein sich in die Fresse hauen und in die Eier treten. Macht Sinn. Aber was sucht ein Aufkleber dafür im Aufzug in Marburg? Das gehört granatenstark recherchiert!

Der QR-Code lässt sich von dem miesen Foto, das ich in aller Eile gemacht habe, nicht mehr scannen. Aber "Kumite Bare-Knuckle Fighting" sollte sich ja wohl finden lassen. Und in der Tat:

Den Kanal gibt es seit Oktober 2025. Satte 69 Abonnenten. Sechs Videos, vier davon Shorts. Der "main event" hat es in zwei Monaten auf 1826 Aufrufe gebracht. Erfolgsgeschichten sehen anders aus.

Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, reinzuschauen:

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Wie erwartet: dicke tätowierte Fleischklöpse, die sich hauen. In einer Ruine. Während die Posse maskiert drum herum steht und auf dicke Hose macht.

Das bestätigt jedes Klischee, humorbefreit und schnaufend. Was hier an Alpha-Energie und toxischer Maskulinität präsentiert wird, ist kein Fall für die Sportschau, sondern für die Sozialarbeiter.

Wenn es denn wenigstens interessant anzuschauen wäre. Es gehört leider zur Natur des "bare knuckle fighting", wegen der Verletzungsgefahr für beide Seiten harte Treffer so lange wie möglich zu vermeiden. Das ist weitgehend vorsichtiges Abtasten, Ausweichen, Abschätzen. In Hollywood sieht das besser aus:

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Die spirituelle Verknüpfung von Keilerei und Kumite halte ich in diesem Fall auch eher für das Wunschdenken kleiner Jungs, die van Damme spielen wollen.

Das war’s dann auch schon. Die Geschichte eines Aufklebers im Aufzug.



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9 Kommentare
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Mencken
17. Mai, 2026 15:16

Beim Bare Knuckle bricht man sich sehr leicht Finger und Hände, was das vorsichtige Abtasten sinnvoller macht. Reiz des Ganzen ist ohnehin nur, dass es ohne Handschuhe mehr Cuts (=mehr Blut) gibt. Hat wenig mit Kampfsport zu tun, eher was für Leute, denen MMA zu technisch und nicht blutig genug ist.

lostNerd
18. Mai, 2026 18:16
Reply to  Mencken

Sowas ist mir bei "Bare Knuckle" nie passiert, und den 2. Teil habe ich wirklich lange gespielt.

Feivel
17. Mai, 2026 17:40

Torsten, du kannst uns nichts vor machen. Du hast offensichtlich nur einen Anlass gesucht, dieses alte Foto von dir in Lederhosen zu posten. Der treue Leser erkennt es aus der Zeit, in der du regelmäßig joggen warst.

Feivel
17. Mai, 2026 18:34
Reply to  Torsten Dewi

Ich würde mich ja mit "ich habe für den letzten Blogeintrag den Wortvogel gekörperdoubelt" rühmen, aber als Sachse kauft mir die Lederhose ja auch keiner ab.

Solus
19. Mai, 2026 16:06

Die 3 Regeln im Kumite Club: Regel 1: Ihr verliert kein Wort über den Kumite Club. Regel 2: Ihr verliert KEIN WORT über den Kumite Club. Regel 3: Ihr klebt einen Kumite-Werbeaufkleber in den Fahrstuhl Eures Vertrauens.